Das Hauptproblem in Deinem Fall wird wohl sein, dass Du Dich selbst nicht verstehst.
Ein Freund wird Dir immer die gut gemeinten Ratschläge eines Freundes geben, schließlich ist er ja Dein Freund.
Aber ob er Dich, als Dein Freund wirklich "verstehen" kann steht auf einem anderen Blatt Papier.
Deshalb (und da Du auch behauptest keine Freunde zu haben) habe ich zu einem Therapeuten geraten.
Der kann Dir weitestgehend unvoreingenommen zuhören und Dir die Fragen stellen, deren Beantwortung Dir dabei helfen kann Dich selbst zu verstehen.
Du meinst Du achtest nur auf andere, nicht auf Dich selbst.
In einem späteren Beitrag schreibst Du, Du würdest immer beobachtet.
Menschen die sich immer beobachtet fühlen, nehmen sich selbst einfach zu wichtig.
Wenn Du nicht gerade im Knast oder in der Klapse sitzt, oder so schwer krank bist (gerade da wäre Psychotherapie hilfreich), dass Du nur unter Beobachtung raus darfst, dann nimmst Du Dich selbst zu wichtig. (selbst viele Prominente haben dieses Problem NICHT)
Und solange das so ist, wird es Dich auch behindern.
Alles was Menschen tun, tun sie im Grunde für sich selbst. Ich helfe anderen, meinen Kindern, Fremden usw, höre meinen Freunden zu, gebe ihnen Ratschläge usw. Das mache ich natürlich auch für diese Menschen.
Im Hintergrund steht allerdings die von mir selbst getroffene Entscheidung, wie ich mich selbst als Menschen sehen, bzw. geben will. Ich habe irgendwann beschlossen so sein zu wollen, also muss ich auch ehrlich genug zu mir selbst sein um zuzugeben, dass ich am Ende dies alles nur meinetwegen mache.
Menschen neigen dazu sich selbst ins Fäustchen zu lügen, auch Mutter Theresa war nicht uneigennützig, die wollte in den Himmel kommen und hat aus diesem Plan eine für viele hilfreiche und bewundernswerte Tugend gemacht.
Deine Beschreibung von Dir und Deiner Situation klingt für mich nicht nach einem ernsthaften Wunsch nach Veränderung, sondern eher danach, als suchtest Du Bestätigung und somit Mitleid für Deine Lage.