Die Kunst zufrieden sein zu KÖNNEN

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was braucht man im Leben um zufrieden sein zu können? Sind es die großen Dinge, die ausgefallenen Sexpraktiken....
Eigentlich merke ich zusehends dass es eher die kleinen Dinge sind, ganz besondere Momente die man in Zweisamkeit mit einem besonderen Menschen verbringt. Oder Momente mit sich alleine, in denen man mit dem Erreichten und sich selbst im Einklang ist. Die leisen Töne wie hier schon jemand so treffend beschrieben hat.
Weil diesen Drang nach immer mehr und immer toller und schöner etc., dem sind wir eh pausenlos ausgesetzt, da stumpft man förmlich ab...
Wie geht es Euch damit?

Ich habe dieses Post heute morgen kurz gelesen, bin dann in meine reale Welt abgerutscht und hab immer wieder zwischendurch ein bisserl darüber nachgedacht.

Ganz viele Ideen zum Antworten hatte ich, die alle ganz schlüssig und logisch waren (in meiner Welt), jetzt sind sie ein bisserl gedämmt, ein langer, harter Tag hinter mir. Doch: Ein Tag, der mich zufrieden macht, viel geschafft, viel getan, extreme Produktivität.

Zufriedenheit ist, denke ich, nicht das Wort das zu diesem (deinem) Thema passt. Wenn man liest, wie zufrieden alle mit den "kleinen" Dingen im Leben sind, dann fragt man sich, woher das ganze Drumherum mit Urlauben, mit Höher/Schneller/Stärker kommt, wer kauft all diese schnellen Autos, wer baut all diese hübschen Häuser, wer postet aller, wohin dieser teure Urlaub grad hingeht, die Posts, wer wann wo in welchem Stock was erlebt hat? Ist beliebig fortsetzbar.

Vielleicht sollte man das Wort "Zufriedenheit" durch das Wort "Glück" ersetzen?

Glück ist ...

in der Früh aufzuwachen, den Duft von frischem Kaffee zu genießen, die doofe Katz zu füttern, die einen unbedingt ermorden will, indem sie einem zwischen den Beinen rumspringt. Grantiger Teenager, der 45 Min. für genau nix das Bad blockiert und man darüber lachen kann, die Freude an der Tatsache, dass auch heute wieder die Sonne für einen aufgeht, ein Zwitscherer von einem Vogerl. Der liebevolle Abschiedskuss vom Partner und das hingehauchte Bussi auf die Wange des Kindes, das nicht mehr zulässt. Ein Lächeln von einem Unbekannten auf dem Weg zu Arbeit, den ganzen Tag in einem Job zu verbringen, der einem irgendwie auch Spaß macht und von dem man leben kann, ... heimzugehen, sich auf die Lieben zu freuen, auf die Menschen, die einem alles bedeuten. Sich nach einem Abend, der vielleicht auch ein bisserl anstrengend ist (Alltag halt), in sein kuscheliges Bett zu legen, ..... . Auch beliebig fortsetzbar.

All diese kleinen Momente des Glücks machen mein Leben aus.

Ja, dazu gehört auch das Glück über Gesundheit, Freude und Liebe.

Allerdings auch die Freude über ein neues Kleid, ein paar hübsche Schuhe oder einen Friseurbesuch.

Und wenn jemand einfach happy über ein neues, geiles Auto ist: Es sei ihm von Herzen vergönnt.

Glück ist auch, völlig neidlos zu sein ...

So. Langer Text für mich. Glücksbussis für alle von mir.
 
Teil II zu meinem Post vorhin:

Es gibt psycholgische Gründe, warum wir gerne shoppen, bzw es uns glücklich macht, Neues zu bekommen/probieren/kaufen/haben.

Es handelt sich hierbei um einen steinzeitlichen Mechanismus:
Wir mussten stets neue Nahrungsquellen finden (Pflanzen, Wege zum Futter, Tiere aufspüren), um den Fortbestand unserer Familie zu sichern. Unser Gehirn schüttet deshalb noch heute Glücks-Hormone aus, wenn wir etwas Neues entdeckt haben, und sagt: "Nimm das mit, das ist gut".
Daher fühlt es sich kurzfristig gut an, sich mit Neuem "zu belohnen."

Man(n) muss dann eben versuchen rationell zu denken: "Brauch ich das wirklich?"

Unser unterbewusstes Verlangen geht selten mit der Vernunft einher.
Sei es beim einkaufen, oder beim Trieb sich vermehren zu müssen/wollen.

Spaß und Ratio sind selten dasselbe.
Sollte man(n) wissen.

Das Belohnungszentrum im Hirn... ist ein nimmersattes Arschloch...
 
Ich würde Zufriedenheit und Glück unterschiedlich sehen.
Glück ist, nicht krank zu sein.
Zufriedenheit ist, mit der Krankheit zu leben und seinen Frieden mit ihr zu finden.
 
Zufriedenheit ist Stagnation, Hunger dagegen der Motor des Fortschritts. Keine Berechtigung Bilder zu betrachten - Bild entfernt.
 
Ich würde Zufriedenheit und Glück unterschiedlich sehen.
Glück ist, nicht krank zu sein.
Zufriedenheit ist, mit der Krankheit zu leben und seinen Frieden mit ihr zu finden.

Ich denke, ich habe mich falsch ausgedrückt. Ich meinte, dass das, was @Mitglied #127935 gemeint hat, ist nicht Zufriedenheit, sondern Glück im weiteren Sinne.

Von daher eben ja, ist unterschiedlich zu sehen.
 
Ich würde Zufriedenheit und Glück unterschiedlich sehen.
Glück ist, nicht krank zu sein.
Zufriedenheit ist, mit der Krankheit zu leben und seinen Frieden mit ihr zu finden.

Wir haben über eine sehr lange Zeit mit einer Situation gelebt, die alles andere als erquicklich war, der völlige Zusammenbruch von allem, was wir je gekannt haben, ein Umkehren alles Denkbaren (für uns). Wir waren glücklich, damit leben zu können (weil wir es mussten), die Zufriedenheit, als alles vorbei war, war ein ganz anderes Thema. Nämlich ein Thema, das erledigt werden konnte im weitesten Sinne. Dafür braucht es aber die Basis des Glücklichseins, egal in welchem Belang.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Vielleicht sollte man das Wort "Zufriedenheit" durch das Wort "Glück" ersetzen?
Du hast Glück sehr plakativ und schön beschrieben. Dennoch ist Zufriedenheit für mich ganz etwas anderes. Ich kann nicht zufrieden darüber sein dass die Vögel zwitschern, dass die Sonne morgens aufgeht etc.
Zufrieden kann ich mit mir selbst und den Dingen sein die ich tue oder erreicht habe. Die Frage ist eine Balance im Leben zu finden zwischen Ehrgeiz aus sich und seinen Fähigkeiten etwas Sinnvolles zu machen - aber auch irgendwann damit zufrieden zu sein - und nicht wie ein Getriebener andauernd zu neuen Ufern aufbrechen zu müssen.
Zufrieden sein zu können ist sicherlich eine wichtige Basis um auch glücklich zu sein.
 
Zufriedenheit... Denk sowas hat viel mit seiner Einstellung zu tun. Nicht mit andere sondern mit Meiner. Setzt man sich nicht selbst am meisten unter Druck und die Latte recht hoch? Muss man nicht lernen mit weniger zufrieden zu sein?
 
Du hast Glück sehr plakativ und schön beschrieben. Dennoch ist Zufriedenheit für mich ganz etwas anderes. Ich kann nicht zufrieden darüber sein dass die Vögel zwitschern, dass die Sonne morgens aufgeht etc.
Zufrieden kann ich mit mir selbst und den Dingen sein die ich tue oder erreicht habe. Die Frage ist eine Balance im Leben zu finden zwischen Ehrgeiz aus sich und seinen Fähigkeiten etwas Sinnvolles zu machen - aber auch irgendwann damit zufrieden zu sein - und nicht wie ein Getriebener andauernd zu neuen Ufern aufbrechen zu müssen.
Zufrieden sein zu können ist sicherlich eine wichtige Basis um auch glücklich zu sein.
Richtig.
Zufriedenheit ist ein Arrangement, Glück eine Empfindung.
 
Dann bin ich doch lieber rückschrittlich.
Schreibt die, die grad ein Süppchen schlürfte.
Stagnation ist doch nicht gleich Rückschritt. Hast Du Dein Süppchen im Sitzen geschlürft? Wenn ja, hast Du Dich dabei nicht von der Stelle bewegt und somit im Sinne des Wortes stagniert. Das wiederum wäre gut gewesen, denn dann wirst Du Dich höchstwahrscheinlich auch nicht vollgekleckert haben. Und um den Kreis an dieser Stelle zu schließen: Stagnation ist nicht grundsätzlich negativ. Erst dann wenn man sich darin einrichtet.
 
Zufriedenheit... Denk sowas hat viel mit seiner Einstellung zu tun. Nicht mit andere sondern mit Meiner. Setzt man sich nicht selbst am meisten unter Druck und die Latte recht hoch? Muss man nicht lernen mit weniger zufrieden zu sein?
Nein.
So geht es halt nicht allen.
Auch klingt das schon wieder so negativ.
Man soll nicht mit weniger zufrieden sein. Warum auch?
Die Kunst ist halt, mit dem zufrieden zu sein, was sich bietet.
 
Nein.
So geht es halt nicht allen.
Auch klingt das schon wieder so negativ.
Man soll nicht mit weniger zufrieden sein. Warum auch?
Die Kunst ist halt, mit dem zufrieden zu sein, was sich bietet.

Na ja es liegt an der Bewertung. Was ist besser...wenige unerreichbare Zufriedenheitsziele oder dafür kleiner und öfter? Ich denk generell sobald man vergleicht is man meist unzufrieden.
 
Du hast Glück sehr plakativ und schön beschrieben. Dennoch ist Zufriedenheit für mich ganz etwas anderes. Ich kann nicht zufrieden darüber sein dass die Vögel zwitschern, dass die Sonne morgens aufgeht etc.
Zufrieden kann ich mit mir selbst und den Dingen sein die ich tue oder erreicht habe. Die Frage ist eine Balance im Leben zu finden zwischen Ehrgeiz aus sich und seinen Fähigkeiten etwas Sinnvolles zu machen - aber auch irgendwann damit zufrieden zu sein - und nicht wie ein Getriebener andauernd zu neuen Ufern aufbrechen zu müssen.
Zufrieden sein zu können ist sicherlich eine wichtige Basis um auch glücklich zu sein.

Genau. Du hast völlig Recht (brat dir dafür ein Ei :p)

Ok, ich bin mit dem, was ich/wir erreicht habe/n, sehr zufrieden. Absolute Emanzipation von Personen und Dingen, die uns nur schaden bzw. geschadet haben. Zufrieden über das, was wir erreicht haben. Autonomie in unserem Lebensglück (abgekoppelt von Job und Co, aufgrund von Ablehnung von Selbständigkeit gibt es in dieser Beziehung nur ein geringes Ausmaß an Autonomie, abgesehen von der freien Jobwahl).

Besser?

Edit: Neue Ufer: Schon lange nicht mehr. Nicht im Sinne von höher/schneller/stärker. Im Sinne von Bewusstseinserweiterung etc. durchaus. Aber das hat nichts mit Unzufriedenheit zu tun.
 
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