Im Fall meines Kindes war(en) die OP(s) zwar riskant, aber nicht unnötig.
Sie waren lebensrettend.
Mein damaliger Sohn war depressiv und voller Suizidgedanken, wollte seinen Körper weder sehen noch beim Duschen berühren.
Selbstverletzungen waren an der Tagesordnung und fast zwei Jahre haben wir täglich blutiges Bettzeug gewechselt und in der Angst gelebt, dass es eines Tages völlig eskaliert.
Ein Kind das davon spricht, sich selbst den Penis abzuschneiden, weil es mit sich nicht mehr klarkommt und einfach nicht mehr kann und will.
Kein Mensch, der nicht in so einer Situation ist oder war, kann sich vorstellen, was das Kind oder man als Angehöriger hier durchmacht bzw. durchmachen muss.
Wenn sich ein Mensch zu dieser OP entscheidet und sogar das Risiko eingeht, dass nicht alles wunschgemäß verläuft, ist es nicht und niemals unnötig.
Edit:
(Weil du auch von Akzeptanz sprichst)
Nach dem Outing meines Kindes (Ich war zwei Jahre der einzige der wusste was los ist, war aber zum Stillschweigen durch mein Kind verpflichtet) wurde es von allen Verwandten und Freunden akzeptiert und ganz speziell für die Schulkollegen war das Null Problem.
Bis auf ganz wenige Ausnahmen (beispielsweise in Geschäfte als ich mein Kind beim Wäscheeinkaufen begleitet habe oder einmal in der UBahn) gab es Toleranz und Verständnis.
Auch wenn mein Kind eine Damentoilette aufgesucht hat, war das nie ein Problem.
Seit etwa zweieinhalb Jahren (oder war die erste OP schon vor drei Jahren-seltsam, aber irgendwie habe ich das Datum verdrängt) ist sie eine glückliche Frau in einer Beziehung.
Studiert wieder mit Elan und Erfolg, hat sich einen großen Freundeskreis neu aufgebaut und liebt das Leben.
Ende gut, alles gut.