Den Tag möcht ich erleben, an dem ein Großteil der Menschen Schubladen nicht mehr hinterherhechelt - "Hmm. Bin ich jetzt noch in der leicht überwutzelt Schublade oder darf ich schon bei den schlanken mitspielen?" - "Fühlst du dich wohl? Findest du dich schön? Dann scheiß auf die Kategorie!"
Ich kann diese Gleichmacherei nicht leiden...Ja, vieles bietet Sicherheit, bzw. zieht man aus Komplimenten positive Empfindungen - aber, wenn wir ehrlich sind, wollen wir, dass wir so gemocht/geliebt/bewundert werden wie wir sind. Bei mir ist es naturgemäß nicht so, dass ich mit 50kg auf 170cm Spaß an Nahrung hätte, sondern sie in bedenklicher Art und Weise ablehnen müsste, um etwas zu erreichen + zu halten, das anderen gefällt, mir optisch vll auch zusagt, mich aber trotzdem unglücklich macht. Und ich bestehe nicht nur aus Körper, er ist ein Gefäß, das schon so oft geklebt wurde und mit dem ich jetzt achtsam umgehen mag.
Eine Balance zu finden bzw sich selbst kennenzulernen ist etwas unfassbar wichtiges.
Es geht nicht um "ab wann ist man schlank, wie definiere ich Blabla", sondern "Bin ich zufrieden? Was brauche ich? Was fehlt mir? Warum will ich es? Wie kann ich es erreichen?".
Es gibt gesunde (!) Kinder in der Unterstufe, die auf die Frage "Was macht dich traurig/unglücklich" mit "Dass ich dick bin" antworten. Frust, Druck, Oberflächlichkeit, Hemmungen,.... und irgendwann führen sie vll Krieg gegen ihren Körper. So sollte es nicht sein.
Jeder von uns kann ein starkes Vorbild sein. Mir fällt es auch oft schwer, gewisse Gedankengänge sind wie eingepflanzt, aber vor Kindern betone ich immer wieder, dass die Schönheit eines Menschen nichts mit dem Gewicht zu tun hat - und ein Lächeln der größte Beweis ist.