Beziehungsprobleme mit Freunden diskutieren

Mitglied #22853

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27.12.2005
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Ich wage mich mal an die Threaderstellung:
Wenn ich mit Freunden über Probleme in deren bzw. meiner Beziehung spreche, dann habe ich gelegentlich das Gefühl, dass wir eine bestimmte "Strategie" anwenden. Wer sozusagen "aus dem Nähkästchen" plaudert und von Schwierigkeiten mit dem Partner berichtet und dabei Kritik äußert z.B.: "wir haben so wenig Sex" oder "sie ist manchmal so naiv" ..., der versucht im Gegenzug seinen Partner bzw. die Partnerschaft betont positiv darzustellen: " aber ich liebe sie total" , " wir haben aber eine echt gute Gesprächsbasis"!
Kennt ihr dieses Verhaltensmuster? Bei mir beobachte ich das jedenfalls manchmal und wundere mich, warum ich das tue.
Was macht es abgesehn von der Intimität so problematisch über Probleme und Unzufriedenheit in der Beziehung mit anderen Menschen zu sprechen? Warum fühlt man sich bei der Aussprache mit Freunden oft als "Verräter", auch wenn man den anderen nicht schlecht macht und warum ist es so schwer ohne Beschönigung Beziehungsprobleme anzusprechen. Ich habe den Eindruck, dass dieses Phänomen des "Problem beichten und gleichzeitig gemeinsames Glück preisen" auch hier im Forum auftritt. Ist es der Druck eine perfekte Partnerschaft zu leben oder zumindest vorzugaukeln oder die eigene Erwartungshaltung an eine Beziehung? Würde mich jedenfalls sehr interessieren, was ihr dazu denkt,
Schönen Wintersonnentag noch!
 
- vielleicht weil man vor sich selbst nicht seine Probleme eingestehen will
- und dann noch weniger vor seinen "Freunden"...also ein paar Probleme hat jeder, aber so richtige doch nicht 8-)
- oder weil mans so glaubt oder glauben will
- oder weil wir alle lieber was beschönigen als total ehrlich zu sein?
- weil Männer vielleicht sonst nicht so gut dastehen vor den Freunden?

Ich glaub ja, dass Männer besser mit einer Frau reden ;)
 
eventuell will keiner die "konkurrenz" auf einenn möglichen "markt" aufmerksam machen​
 
Beziehungsprobleme oder gar Probleme in sexueller Hinsicht mit "Unbeteiligten" zu besprechen, zeigt von "Schwäche"! Und das passt aber gar nicht in die heile Welt, in der wir leben möchten. Wir (unsere Gesellschaft) glauben, dass wir keine Schwächen zeigen dürfen und so verstecken wir vieles hinter einer Maske. Das ist aber ein großer Fehler. Alles was man hineinfrisst, kommt früher oder später zum Vorschein!! Beziehungs- und Sexualprobleme gibt es aber ganz sicher in irrsinng vielen Beziehungen und sie enden oft mit viel Leid für alle Betroffenen, ganz besonders für Kinder. Wenn die Menschen viel mehr miteinander reden würden, könnten Konflikte vielleicht im Ansatz bereits gelöst bzw vermieden werden. Warum werden so viele Themen in einem anonymen Forum diskutiert und nicht auf zwischenmenschlicher Basis?????
 
Wenn ich auf meine eigene Erfahrung zurückblicke dann fällt mir selbst auf, dass ich freunden gegenüber versucht habe meinen realen Gefühlszustand darzulegen.
Wenn ich in der Beziehung eine problematische Fase hatte dann habe ich auch versucht mit hilfe der Meinung der Freunde den Ursachen der Problematik auf den Grund zu gehen. Das ist direkt mit der Partnerin nicht immer so einfach.
In de Zeit wo die Beziehung sehr gut lief war der Kontakt zu den Frenden unregelmäßiger und ausserem konnte ich der Partnerin gegenüber leichter zum Ausdruck bringen, dass meinem Gefühl nach die Partnerschaft sehr gut läuft.
Für mich ist noch nie in Frage gekommen, dass ich eine Partnerschaftssituation besonders schön geredet oder abgewertet hätte.

Für die Freunde sah es nach "schönreden" aus, als der "Rosarote Brille Effekt" am stärksten war. In diesem Zustand sieht für mich die Welt viel heller und rosiger aus und so werde ich es in dieser Zeit auch darstellen.

LG
elov1967
 
@Ziggy Stardust
ich teile alle deine Überlegungen, besonders die finale: beim Gespräch mit Frauen habe ich dieses Verhaltensmuster noch nicht beobachtet und bin eher problemlösend als vertuschend dabei, im www ist es aber mit Testosteronkollegen nicht ganz so, da sind die pissing-contests meiner Ansicht nach mehr im Hintergrund

@Sissifranzl
das ist wohl auch nicht von der Hand zu weisen, so nach der Art: Laß die anderen Haie nie wissen, dass dir die Zähne weh tun...
 
das sowas im forum vorkommt, ist das leicht erklärt:
die leute kennen sich zum größten teil nicht und wissen nichts von der besprochenen beziehung.
heißt, wenn jemand nur probleme aufzählt, können leser sich noch weniger vorstellen, als wenn die funktionierenden teile der beziehung auch bekannt sind.
(und außerdem kommen in diesen fällen doppelt soviele "mach dem ein ende"-beiträge, als mit positiven seiten)
 
Beziehungsprobleme oder gar Probleme in sexueller Hinsicht mit "Unbeteiligten" zu besprechen, zeigt von "Schwäche"! Und das passt aber gar nicht in die heile Welt, in der wir leben möchten. Wir (unsere Gesellschaft) glauben, dass wir keine Schwächen zeigen dürfen und so verstecken wir vieles hinter einer Maske.

:!: Sehr richtig ja.... Probleme einer Beziehung anzusprechen ist auch eine Art Selbstoffenbarung, man macht sich angreifbar und das in einer Welt, wo sich jeder nach außen hin nur von der besten Seite zeigen will, da passt diese Form der Schwäche nicht und echte Freunde sind rar, vor allen anderen gibt man sich diese Blöße nicht. Und wählt das Netz anstatt den Partner direkt zu kontaktieren :roll: :?



Dieses Schönreden danach ..." aber ich liebe sie total" , " wir haben aber eine echt gute Gesprächsbasis"!.... dient eigentlich nur dazu eine Rechtfertigung zu bringen, die Probleme zu verdrängen und unausgesprochen zu lassen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und Änderungen verlangen immer Mut.
 
Ich wage mich mal an die Threaderstellung:
Wenn ich mit Freunden über Probleme in deren bzw. meiner Beziehung spreche, dann habe ich gelegentlich das Gefühl, dass wir eine bestimmte "Strategie" anwenden. Wer sozusagen "aus dem Nähkästchen" plaudert und von Schwierigkeiten mit dem Partner berichtet und dabei Kritik äußert z.B.: "wir haben so wenig Sex" oder "sie ist manchmal so naiv" ..., der versucht im Gegenzug seinen Partner bzw. die Partnerschaft betont positiv darzustellen: " aber ich liebe sie total" , " wir haben aber eine echt gute Gesprächsbasis"!
Kennt ihr dieses Verhaltensmuster? Bei mir beobachte ich das jedenfalls manchmal und wundere mich, warum ich das tue.
Was macht es abgesehn von der Intimität so problematisch über Probleme und Unzufriedenheit in der Beziehung mit anderen Menschen zu sprechen? Warum fühlt man sich bei der Aussprache mit Freunden oft als "Verräter", auch wenn man den anderen nicht schlecht macht und warum ist es so schwer ohne Beschönigung Beziehungsprobleme anzusprechen. Ich habe den Eindruck, dass dieses Phänomen des "Problem beichten und gleichzeitig gemeinsames Glück preisen" auch hier im Forum auftritt. Ist es der Druck eine perfekte Partnerschaft zu leben oder zumindest vorzugaukeln oder die eigene Erwartungshaltung an eine Beziehung? Würde mich jedenfalls sehr interessieren, was ihr dazu denkt,
Schönen Wintersonnentag noch!

ich glaub du bist ein mann, oder?
also unter meinen freundinnen wird hemmungslos geplaudert. da kennt die eine die andere so gut wie ihre rechte hosentasche. natürlich auch die vorteile des partners (schliesslich lernt man nicht jemanden kennen und erzählt der freundin, wie schlecht der doch ist sondern das gegenteil). naja und mit der zeit entwickelt sich ne geschichte draus, die immer am laufenden gehalten wird - so wie ne soap opera :roll: deswegen stehen ja frauen so sehr drauf :mrgreen:

aber das problem an deinem problem ist einfach, dass man nicht schlecht vor seinen freunden dastehen will. man würde gerne sagen, dass alles wunderbar ist und es keinen makel gibt, leider wird sowas in einer beziehung nie wirklich zutreffen. und wenn man reden will und etwas negatives sagt, dann denkt man sich automatisch: scheisse, der denkt sich sicher grad was schlechtes über mich" und setzt dann ein: "aber ich weiss sie/er liebt mich total" etc drauf... dann verharmlost man alles. der freund gibt nen ratschlag und somit wär das problem gelöst :)

gute nacht allerseits :)
 
Beziehungsprobleme oder gar Probleme in sexueller Hinsicht mit "Unbeteiligten" zu besprechen, zeigt von "Schwäche"! Und das passt aber gar nicht in die heile Welt, in der wir leben möchten. Wir (unsere Gesellschaft) glauben, dass wir keine Schwächen zeigen dürfen und so verstecken wir vieles hinter einer Maske. Das ist aber ein großer Fehler. Alles was man hineinfrisst, kommt früher oder später zum Vorschein!! Beziehungs- und Sexualprobleme gibt es aber ganz sicher in irrsinng vielen Beziehungen und sie enden oft mit viel Leid für alle Betroffenen, ganz besonders für Kinder. Wenn die Menschen viel mehr miteinander reden würden, könnten Konflikte vielleicht im Ansatz bereits gelöst bzw vermieden werden. Warum werden so viele Themen in einem anonymen Forum diskutiert und nicht auf zwischenmenschlicher Basis?????

ähm, ja, das wollt ich eigentlich damit sagen :roll:
 
...Was macht es abgesehn von der Intimität so problematisch über Probleme und Unzufriedenheit in der Beziehung mit anderen Menschen zu sprechen? Warum fühlt man sich bei der Aussprache mit Freunden oft als "Verräter"...
Verrat ist es in meinen Augen nur, wenn man mit dem eigenen Partner nicht darüber spricht. Unzufriedenheit oder Probleme innerhalb der Partnerschaft ansprechen ist für mich immer der erste Weg.

Ich spreche selten über Beziehungsprobleme mit Fremden, auch wenn es Freunde sind aber es widerstrebt mir noch mehr, wenn es gemeinsame Freunde sind. Ich mag es nicht, einen Freund unterschwellig zum Parteiergreifen zu bewegen. Wenn ich also doch mal etwas loswerden will, dann bei Menschen, die sicher kritisch genug sind, um auch die andere Seite zu hinterfragen und sich nicht blind auf die Seite des Erzählenden stellen.
 
- weil Männer vielleicht sonst nicht so gut dastehen vor den Freunden?

Weil vielleicht gute Freunde selten sind?

Grundsätzlich würde ich jedes Problem in einer Beziehung zuerst mit meinem Partner besprechen, und wie ich mich kenne, würden wir mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" (wie man so schön sagt) für dieses Problem eine Lösung finden. Vorher gehen wir einfach nicht schlafen! 8-) :mrgreen:

Ich muss allerdings dazusagen, dass ich bei Freunden, wie ich sie verstehe, keine Hemmungen hätte, ein Problem, für welches ich keine Lösung finde, vorzutragen. Weil mir zum einen an ihrem Rat gelegen ist, weil ich zum zweiten vor meinen Freunden nicht "gut dastehen" will, sondern einfach sein möchte wie ich bin, in der Gewissheit, mit all meinen Fehlern und Schwächen und Problemen von ihnen akzeptiert und gemocht zu werden.

Solche Freunde sind natürlich selten - ich hab' auch nie mehr als einen oder zwei davon gehabt. Bis vor einem Jahr jedenfalls.

Heute sind es einige mehr :)
 
Grundsätzlich würde ich jedes Problem in einer Beziehung zuerst mit meinem Partner besprechen...

Tja, aber manchmal findet sich keine Lösung und es dreht sich alles im Kreis...
Dann ist es gut, das "Problem" aus der Sicht des Freundes interpretiert zu bekommen... ist manchmal leichter die Sicht des Partners dann zu verstehen - da es von einer (hoffentlich) objekitven Person gesehen wird...
 
Mit wahren Freunden kann man alles besprechen, hab ich auch schon oft genug gemacht- da bin ich offen wie ein Buch. Allerdings hat es der Steirerbua richtig angesprochen: wenn man seine wirklichen Freunde an einer Hand abzählen kann ist man gut bedient...
 
Bespreche Probleme in der Partnerschaft mit meiner Frau, und da dies jetzt schon über 25 jahre gut funktioniert werden wir den Kurs auch beibehalten.
Nicht das ich keine Freunde hätte, wobei man wirklich "echte Freunde" meist an "einer Hand" locker abzählen kann, aber ich denke eben sobald man in einer Partnerschaft aufhört MITEINANDER zu reden, so ist das bereits der Anfang vom Ende.
Klar hört Mann oder Frau dabei nicht immer gute Dinge und beide dürfen sich nicht scheuen wirklich zu sagen was einem nicht passt und darin liegt oft die Schwierigkeit, nämlich dem Partner "richtig zuzuhören" und es nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern sich gedanken machen und gemeinsam das beste daraus zu machen.
Mir ist schon klar daß das einfacher klingt als es dann wirklich ist aber mit ein bißchen Respekt und der Bereitschaft Fehler einzugestehen und daraus zu lernen, ist das gar nicht sooooo schwer.
Es ist keine Schande Fehler zu machen, die machen wir doch alle, aber es ist eine Schande sie nicht einzugestehen und daraus zu lernen!
LG M&P
 
Bespreche Probleme in der Partnerschaft mit meiner Frau, und da dies jetzt schon über 25 jahre gut funktioniert werden wir den Kurs auch beibehalten.
Nicht das ich keine Freunde hätte, wobei man wirklich "echte Freunde" meist an "einer Hand" locker abzählen kann, aber ich denke eben sobald man in einer Partnerschaft aufhört MITEINANDER zu reden, so ist das bereits der Anfang vom Ende.
Klar hört Mann oder Frau dabei nicht immer gute Dinge und beide dürfen sich nicht scheuen wirklich zu sagen was einem nicht passt und darin liegt oft die Schwierigkeit, nämlich dem Partner "richtig zuzuhören" und es nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern sich gedanken machen und gemeinsam das beste daraus zu machen.
Mir ist schon klar daß das einfacher klingt als es dann wirklich ist aber mit ein bißchen Respekt und der Bereitschaft Fehler einzugestehen und daraus zu lernen, ist das gar nicht sooooo schwer.
Es ist keine Schande Fehler zu machen, die machen wir doch alle, aber es ist eine Schande sie nicht einzugestehen und daraus zu lernen!
LG M&P

Da gebe ich dir recht. So soll es sein, dadurch bleibt die partnerschaft erhalten ( ok nicht immer, aber immer ofter).
 
( ok nicht immer, aber immer ofter).

Na klar doch, funktioniert des ned immer und bei jedem, is nur eine Grundregel, die jede/r für sich anwenden muss, ich gehe nicht davon aus daß das auch jeder kann, denn meistens schauts so aus daß des ganze nur für 14 Tage funktioniert und dann verfällt ma wieder in den "alten Trott" weil man sich jo eh schon gebessert hat, nanana so funktioniert des ned, ...... ned immer aber immer öfter ;-)
PS: Perfekt soll ma eh ned sein, des Leben wäre doch dann Fad ....
LG M&P
 
Na klar doch, funktioniert des ned immer und bei jedem, is nur eine Grundregel, die jede/r für sich anwenden muss, ich gehe nicht davon aus daß das auch jeder kann, denn meistens schauts so aus daß des ganze nur für 14 Tage funktioniert und dann verfällt ma wieder in den "alten Trott" weil man sich jo eh schon gebessert hat, nanana so funktioniert des ned, ...... ned immer aber immer öfter ;-)
PS: Perfekt soll ma eh ned sein, des Leben wäre doch dann Fad ....
LG M&P

Das stimmt allergings
 
Das Reden über Beziehungsprobleme ist sicher auch eine Frage des Charakters und der generellen EInstellung. Meine Frau z.B. hat nie mit irgendwem über Probleme in unserer Beziehung gesprochen - für sie war sowas wirklich "Verrat" ( "geht ja niemand was an" ). Als wir beschlossen haben, uns zu trennen, sind ihre Family und Freunde aus allen Wolken gefallen, weil die nie was mitbekommen haben...
ich persönlich finde es schon fein, manche Sachen mit einem "neutralen Außenstehenden" zu besprechen, weil die Person Dinge viel objektiver sehen kann ( das ersetzt natürlich nicht Gespräche mit dem Partner ).

Und wie schon geschrieben, ich hab lieber ein Mädel als "Vertraute" - das funktioniert einfach besser.
 
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