Bewältigung von Mißbrauch

Also nochmal wie ich es sehe:
Es gibt eine Kosten/Aufwand/Risiko vs Nutzen/Gewinn Rechnung im Kopf JEDES Täters.

Nun gut, dann antworte ich mal auch in ökonomischer Sprache.
Wie sieht es denn aus mit der Kosten-Nutzung für potentielle Opfer aus?

Kosten: -Als Frau solle man alleine verlassene Orte meiden.
-Immer genau schauen mit wem man wie flirtet und dabei in Misstrauen leben.
-Sich ev noch bewaffnen, um sich sicherer zu fühlen (was kostet das die Psyche ständig so leben zu müssen).
-generell jedem Fremden Mann erstmal misstrauen.
-Dinge meiden, die für fast Mann selbstverständlich sind.

Nutzen:
-die wenigen Missbrauchsfälle, die tatsächlich in solchen Settings geschehen damit vermeiden. (Aber was ist mit all den viel häufiger passierenden Vergewaltigungen, die in relativ vertrauter und sicheren Umgebungen geschehen?).

Zusammengefasst; Ich muss mich in meiner persönlichen Freiheit einschränken (Orte meiden, ja nie über den Durst trinken, einige meinen auch gewisse Kleidung nicht tragen dürfen), dazu meine Psyche in ständige Alarmbereitschaft stellen nur um die wenigen Fälle die deswegen geschehen zu vermeiden? Nein, die Rechnung geht nicht auf!


Das sind Gedanken die jeder Mensch der ein Verbrechen begeht (oder eigentlich: irgendwas macht) hat. Und wenn man Verbrechen vermeiden will kann man auf diese Gedanken im Kopf von potentiellen Tätern vielleicht einwirken.
Nur, diese Gedanken von potentiellen Tätern sind sehr unterschiedlich. Den einen reizt das, den anderen das. Wieder einer sucht sogar gezielt den Kick und damit sogar exponierte Stellen aus, der andere ist nur viel zu stark betrunken, ein anderer nutzt die Gunst der Stunde, der eine plant die Tat auf Monate voraus ect... Bei Missbrauchsfällen gibt es nunmal ein viel weniger klares Täterprofil als bei Raub oder wenn mir wer mein Bankkonto hackt. Da sind die Muster doch viel deutlicher und somit auch klarer umgehbar. Sexueler Missbrauch hingegen kann überall zu fast jeder Zeit passieren und das ist ein ganz wichtiger Punkt, den du bei deiner Argumentation völlig ausblendest.

Oder im privaten Rahmen dem Vater/Onkel sofort klar macht dass das die Mama, die beste Freundin an der Schule und die Vertrauenslehrerin hört wenn er nicht aufhört. Bzw als Elternteil der Tochter klarmacht dass sie IMMER über soetwas reden kann und soll egal wo, wann oder wie es passiert und dass man da immer zu ihr steht.

Hier wirds schwer, denn wir reden von Kindern, die besonders von nahstehenden Personen ohne Probleme stark manipuliert werden können.

Dazu, der letzte Punkt regelt vor allem nur den Umgang nachdem sowas passiert ist, aber bringt keinen wirklichen Schutz vor so einer Tat innerhalb der Familie oder nahstehenden Kreisen. Kinder sind der Willkür bei Missbrauch noch stärker ausgeliefert, als erwachsene Menschen.
 
Und du siehst nicht irgendwo die Logik dahinter warum in dem Fall gerade du für den Typen ein einfaches Opfer warst?

Tatsächlich kann es passieren dass durch subjektiv-geglaubte Logik die Empathie und Sensibilität für das Thema zu kurz kommt!
- DENN: Das Thema hier heißt „Bewältigung von Missbrauch“ und nicht etwa „Maßnahmen und Vorkehrungen zur Vermeidung“ desselben..

Ich verstehe aber die best-gemeinten Absichten dahinter.
 
Auch zB was Schreie betrifft... wenn KO Tropfen zu wirken beginnen oder irgendwer einem zu nahe tritt: laut losschreien und Aufmerksamkeit suchen. Würde sicher oft helfen. Aber Menschen tun das nicht aus Scham. Bloß nicht peinlich qirken, keinen falschen Alarm schlagen, vielleicht ist es ja nur der Kreislauf, der Typ wird das schon nicht wirklich machen,... usw
ich glaube da irrst du, effektive abwehr ist da schwer
das zeug machte mich schwindlig war aber vor allem stark dämpfend,
als ich mitgerkriegt hab das mit mir was nicht stimmt war ich bereits zu benommen um davon beunruhigt zu sein
ich hab erst gecheckt was läuft als wir bei ihm waren und er grob wurde hatte aber keine energie für panik owohl ich sicher war das er mich umbringt
 
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@Aschu warst du schon mal in dieser situation oder bist du reiner theoretiker?
Ich war in der Jugend öfter physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt. Innerfamiliär und außerfamiliär. Vergewaltigung gehört allerdings nicht zu meinen direkten Erfahrungen.

Aber ich muss sagen dass ich gelernt hab mit Gewalt, Verbrechen und Gefahr umzugehen (die Arbeit als Sicherheitsdienst und Türsteher hat sehr geholfen) und seit ich 18+ war nie wieder Gewalt erfahren habe. Mir wurden schon Messer unter die Nase gehalten, ich wurde wiederholt bedroht, 1 versuchter Überfall uÄ... aber ich hab es mit entsprechend Erfahrung, Ruhe und Selbstsicherheit als Erwachsener IMMER geschafft Situationen zu deeskalieren.
zeig mir ein mädchen mit 13 das nicht naiv ist?!
Wie ich geschrieben habe: Auch ich komm mit Gewalt uÄ Dingen erst gut zurecht seitdem ich Erfahrungen gemacht hab. In der Kindheit war das bei weitem nicht der Fall.

Aber mir fallen gleich ein paar Mädels und Frauen mit 13 ein die nicht naiv waren in dem Alter und gut mit sowas klarkommen. Unter anderem die die ich oben beschrieben habe. Traurigerweise (im Gegensatz zu der) auch ein paar Fälle die mit 13 schon nicht mehr naiv waren sondern abgehärtet. Sowohl praktische Erfahrungen unt Traumatasierungen als auch theoretische Aufklärung kann solche Naivität austreiben.

Heute weiß ich was ich Kindern raten würde. Heute weiß ich grob wie ich meine Kinder (sollt ich mal welche haben) diesbezüglich vorbereiten kann oder welche Werte ich vermitteln will.
Zusammengefasst; Ich muss mich in meiner persönlichen Freiheit einschränken (Orte meiden, ja nie über den Durst trinken, einige meinen auch gewisse Kleidung nicht tragen dürfen), dazu meine Psyche in ständige Alarmbereitschaft stellen nur um die wenigen Fälle die deswegen geschehen zu vermeiden? Nein, die Rechnung geht nicht auf!
Das gilt für Männer, oder alle anderen Menschen genauso. Jeden Tag muss man Risiken gegen Nutzen aufwiegen und gewisse Risiken eingehen und andere bleiben lassen. Und wir sind frei uns zu entscheiden welche Risiken wir eingehen!!! Dabei sollten wir sie aber trotzdem objektiv einschätzen können und uns nicht schön reden.

Auch als Mann kann ich gewisse Kleidung an gewissen Orten nicht tragen. Vielleicht werd ich nicht vergewaltigt... aber mit einem Antifa-TShirt auf eine Burschenschaftsbude zu gehen oder in Coleur auf eine Antifa-Demo ist vermutlich für niemanden eine gute Idee. Natürlich: freies Land und so... jeder kann das tun. Aber man sollte das Risiko sehen und sich bewusst sein dass zwar die Täter dann die Täter sind wenn man zusammengeschlagen im Krankenhaus landet... aber man vielleicht doch ein wenig, ein bisschen oder irgendwie etwas zu seiner Opferrolle beigetragen hat.

Ich geh persönlich zB nicht ins Darknet und beschäftig mich nicht mit Hacken obwohl mich das Thema fasziniert und eine Zeit lang richtig begeistert hat. Einmal das falsche Scriptpacket runtergeladen und das hat mich einen Computer und ein paar Erpressermails gekostet. Seitdem weiß ich dass dieses Risiko einfach zu hoch ist und dass ich im Darknet nur ein kleiner Futterfisch in einem unheimlich tiefen, dunklen Teich bin... und schränke meine Freiheit zugunsten meiner Sicherheit ein da rein zu gehen.

Jeder muss solche Entscheidungen treffen!
Bei Missbrauchsfällen gibt es nunmal ein viel weniger klares Täterprofil als bei Raub oder wenn mir wer mein Bankkonto hackt. Da sind die Muster doch viel deutlicher und somit auch klarer umgehbar.
Wieso? Auch Raub kann ganz unterschiedlich sein. Dass kann ein Junkie auf irgendwelchen Drogen sein der dich einfach überfällt weil er deine Haarfarbe nicht mag oder ein kalkulierter, geplanter Raubmord weil irgendwer wirklich was gegen dich hat und nur den Mord verschleiern will. Auch da sind die Taten und Tatmotive sehr unterschiedlich.

Womit du natürlich Recht hast ist dass Täter ganz unterschiedliche Dinge wollen. Im Missbrauchsfall mags die Pedophilen geben die einfach Sex mit Kindern wollen und am ehesten eine Gefahr für Kinder in ihrem Umfeld darstellen. Oder die Sadisten die Macht, Kontrolle oder Demütigung wollen, die notgeilen die einfach verzweifelt sind und einfach Gelegenheiten für Sex sehen wenn sie besoffen genug sind und die Entführer die von ihren eigenen Sexsklavinnen träumen.

Sehr unterschiedliche Motive die zu sehr unterschiedlichen Taten führen. Aber trotzdem gibt es gewisse Einstellungen und Vorsichtsmaßnahmen die gegen die meisten davon ein bisschen schützen können
 
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... diese Formulierung kommt halt echt nicht gut - leider!! Irgendwie suggeriert das ja fast schon eine Schuld-Umkehr zwischen Täter und Opfer..
Es ist keine Täter Opfer Umkehr! Der Täter bleibt der Täter... ganz klar!

Es ist aber die Frage nach dem “WARUM genau dieses Opfer?“.

ich glaube da irrst du, effektive abwehr ist da schwer
das zeug machte mich schwindlig war aber vor allem stark dämpfend,
als ich mitgerkriegt hab das mit mir was nicht stimmt war ich bereits zu benommen um davon beunruhigt zu sein
ich hab erst gecheckt was läuft als wir bei ihm waren und er grob wurde hate aber keine energie für panik owohl ich sicher war das er mich umbringt
Das ist halt das teuflische an KO Tropfen. Die machen erstmal benommen und vertrauensseelig. Dann suchen sich die Opfer Hilfe und ein Täter (der weiß wie er die Dinger einsetzt) ist dann genau derjenige der die Hilfe anbietet.
Was mich wundert (in deinem Fall und bei deiner Beschreibung) ist das KO Tropfen meistens zu Gedächtnisverlusten führen. Viele Opfer erinnern sich danach gar nicht mehr daran was ihnen passiert ist.

Schreien hilft aber insofern dass man damit die Aufmerksamkeit von mehreren Leuten bekommt statt nur vom Täter der nur darauf wartet dass das Opfer in einen hilfsbedürftigen Zustand kommt. Und dann kann man vielleicht noch darauf hoffen dass da auch eine Freundin oder ein echter Freund dabei sind und dass die den Täter vertreiben wenn er merkt dass er Aufmerksamkeit generiert und Leute mitkriegen wenn er eine Frau zu sich nach Hause mitnimmt in dem Zustand.
 
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Es ist keine Täter Opfer Umkehr! Der Täter bleibt der Täter... ganz klar!

Es ist aber die Frage nach dem “WARUM genau dieses Opfer?“.

Was laberst du da eigentlich?
Wie ich schon geschrieben habe, die suchen sich nicht immer Duckmäuschen aus, nicht immer vermeintlich schwache Frauen ohne Selbstbewusstsein. Das ist viel zu kurz gedacht.
Wenn irgendjemand auf dieser Welt sagen könnte "Warum grad diese Opfer" gäbe es wohl weit weniger Gewaltverbrechen und Mörder, denn dann könnte man ja ganz einfach in die Psyche von solchen Menschen reinschauen.
Es gibt zahlreiche Fälle von starken, erfolgreichen Frauen, die vergewaltigt (und getötet) wurden.
 
Es ist aber die Frage nach dem “WARUM genau dieses Opfer?“.

.. ja "Warum ich?" fragt sich das Opfer - ex-post betrachtet!!
... und dabei passiert es halt nur zu leicht dass sich das Opfer selbst die Schuld gibt.... um eine schnelle Antwort zu haben, zu verdrängen und "weiterleben" zu können...

Deine Ratschläge und logischen Überlegungen sind sicher wertvoll ex-ante betrachtet zur Vermeidung von solchen Angriffen!
Ex-post bin ich mir nicht sicher ob das in jedem Fall zweckdienlich zur Verarbeitung eines traumatischen Erlebnisses ist!

- DENN: Das Thema hier heißt „Bewältigung von Missbrauch“ und nicht etwa „Maßnahmen und Vorkehrungen zur Vermeidung“ desselben..
 
Was mich wundert (in deinem Fall und bei deiner Beschreibung) ist das KO Tropfen meistens zu Gedächtnisverlusten führen. Viele Opfer erinnern sich danach gar nicht mehr daran was ihnen passiert ist.
ich erinnere mich nicht an alles, es gibt große lücken, aber leider an einige üble details
 
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Ganz ehrlich aschu? Den hier 🖕🏼
Jup ich weiß. Den hast du auch deiner Mutter gezeigt nehm ich an. Oder hättest du wenn sie gewusst hätte dass du mit 13 etwas mit einem fast 18 Jährigen hättest.
Und die meisten Mütter und Eltern würden ihren Töchtern von sowas abraten... weil Lebenserfahrung und so. Aber in dem Alter fühlt man sich vermutlich cool und so viel reifer als die Klassenkolleginnen, erhoben von der Aufmerksamkeit die einem ein so viel älterer Mann schenkt.

Aber dann wundert man sich wenn ein 17 jähriger die Naivität von einer 13 jährigen ausnutzt anstatt sich eben einfach einzugestehen dass solche Männer junge Mädels nehmen WEIL sie naiv sind. Und das Eltern die vorsichtig wegen sowas sind oder negativ reagieren oftmals einfach Recht haben.
 
Auch hier geht's wohl nur mehr um den Coolness-Faktor :sneaky: :rolleyes:
Aber man will ja "authentisch" bleiben, ne... :X3:
 
Jup ich weiß. Den hast du auch deiner Mutter gezeigt nehm ich an. Oder hättest du wenn sie gewusst hätte dass du mit 13 etwas mit einem fast 18 Jährigen hättest.
Und die meisten Mütter und Eltern würden ihren Töchtern von sowas abraten... weil Lebenserfahrung und so. Aber in dem Alter fühlt man sich vermutlich cool und so viel reifer als die Klassenkolleginnen, erhoben von der Aufmerksamkeit die einem ein so viel älterer Mann schenkt.

Aber dann wundert man sich wenn ein 17 jähriger die Naivität von einer 13 jährigen ausnutzt anstatt sich eben einfach einzugestehen dass solche Männer junge Mädels nehmen WEIL sie naiv sind. Und das Eltern die vorsichtig wegen sowas sind oder negativ reagieren oftmals einfach Recht haben.
Der typ war im kopf nicht älter als ich!
 
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