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... und es gibt eine dritte, vierte, fünfte ... etc Seite - alle jene, die mit dem Gewaltereignis aus persönlichen und/oder beruflichen Gründen in Kontakt kommen (wie auch zB im thread hier: z.B. @Mitglied #489758 hat nicht wenige 'involviert'.Wie mit dem Täter verfahren werden sollte ist eine Seite.
Wie das Opfer damit umgeht, wie es weiter geht, ist die zweite Seite. ...
Und dann kam noch mehr - es gibt Bereiche im Leben, da muss man Position beziehen - sei es nur innerlich oder eben auch nach außen hin.
Zu Recht. Ich habe ziemlich am Anfang des threads angemerkt, dass dieser Begriff auch stark abgelehnt bzw diskutiert wird....
Ich wehre mich gegen das Wort Missbrauch, würde es doch bedeuten dass es für meinen Körper auch einen richtigen Gebrauch gäbe.
Gebrauchen kann man Objekte, Gegenstände etc.
Mich stößt das Wort "Missbrauch" schon elendlich sauer auf. ...
Trotz allem - jede und jeder von uns "gebraucht" den eigenen Körper und seine Fähigkeiten - und auch (nicht nur im negativen Sinne) Körper der anderen.
Nicht umsonst heißt und hieß es "Leibeigenschaft" (die z.B. die östlichen Regionen Österreichs bis heute sozial mitgeprägt hat). Ein nicht geringer Anteil an sexualisierte Gewalt könnte im "Aneignen" oder im "ist mein" liegen (auch gewalttätige Beziehungs- und Familiendelikte werden so erklärt).
Die "Grenzen des Menschseins" versus der Nicht-Grenze des "Unmenschlich seins"? In interessanter und herausfordernder Einwurf.... Man kann es als traumatischen Schicksalsschlag sehen, oder auch als einen Arschtritt erkennen, wo die Grenzen des Menschseins sind, wie filigran Menschen sind und wie sehr es notwendig ist für den Schutz Schwächerer zu stehen. Tja und dazu ist es notwendig selbst stark zu stehen um die Stirn bieten zu können. ....
Die Resilienzforschung hat, um Dir zuzustimmen, auf sehr unterschiedliche Bewältigungsmechanismen und Umgang mit Krisen, Stress und Gewalt hingewiesen.
Ich stimme Deiner Schlussfolgerung zu - sehe aber auch die anderen, die genau gegenteilige Positionen (alles Schwache muss weg) als Folge einnehmen.
Und ich möchte endlich auch einmal darauf hinweisen, dass Opfer von Gewalt und sexualisierter Gewalt nicht ausschließlich weibliche Personen betrifft.
Kein Mann kann den öffentlichen wie den privaten Raum ohne Risiko auch Opfer zu werden benutzen - sagen wir einmal, über die Lebensspanne hinweg gesehen. Ich vermute nur, dass dies noch viel viel stärker tabuisiert ist.
Aber da bewege ich mich auf unsicherem Terrain - Vermutungen. Und was ich so im Laufe meines Lebens zu hören und zu sehen bekam.
Endlich auch einmal ein Wort zur "Bewältigung". Wenn, und Dir glaube ich das sofort, Dir und anderen das gelungen ist - tiefsten Respekt. Ich arbeite noch oder endlich daran......... Die Erfahrung wie hilflos man sein kann, kann durchaus zu unglaublicher Stärke und einer Empfindsamkeit gegenüber anderen führen, die wundervoll ist. ...
... dann schließen wir die Türe zum Kammerl und sehen in den Garten hinaus....... ...und nein, mein Nähkästchen ist schon lange geschlossen, verstaubt und wenn es mir unterkommt liegt es beim restlichen Plunder des Lebens, der es nicht wert ist noch mal betrachtet zu werden.![]()