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Ich klinke mich wieder einmal ein - und danke für den Kommentar und die angeführten Beispiele.Genau, es geht auch um die Einschränkungen und Anpassungen die gewisse Leute (und ja, es gibt auch genügend Frauen, die diese Ansicht vertreten) bei dem Thema von uns Frauen verlangen. Es kann ja im ersten Moment noch logisch klingen zu sagen, man solle als Frau nicht mit Minirock, alleine und ev noch betrunken in dunklen Gassen rumlaufen. Nur wo will man dann die Grenzen ziehen? (zumal ich ja schon erwähnt habe, dass die meisten Vergewaltigungen so gar nicht zustande kommen). Das ist ein Denkansatz, der sehr schnell zu einer deutlichen Unterdrückung der Frau führen kann, obwohl man uns Frauen ja nur schützen möchte und mans ja nur gut meine... Damit kann man auch die Nötigkeit des Tragens einer Burka rechtfertigen, oder ein Verbot von Bikinis am Strand, oder das Ausgehverbot von Frauen und wenn dan nur mit einem Mann. ect...
Was hier in diesen zutreffenden Beispielen wie "Sachlichkeit" und "Information" 'daherkommen' mag, sind im Regelfall soziale Stereotype und Klischees. Missbrauch, Nötigung und Vergewaltigung sind bis in die jüngste Vergangenheit einfach nur als (ausschließlich) juristische Probleme aufgefasst und behandelt worden - und nicht als soziale Phänomene. Ich erinnere mich noch an einen "Witz" aus meinen Kindheitstagen: "Wie lange ist ein Mädchen in..... Jungfrau? Solange sie schneller laufen kann als Bruder und Vater" War praktich an jedem Stammtisch früher oder später zu hören. Ähnlich wie "Diskussionen" über "Emanzen": "... de g'hean afoch amoi urndlich hergnumma, daun vageht eane des scho...."...
Dass hier psychologische und soziale Kompetenz(en) (und mittlerweile auch anerkannt therapeutische) wichtig geworden sind, ist eine Errungenschaft jüngerer Jahre. Es sind längst eine Reihe dieser beinahe unausrottbar erscheinenden "Meinungen" und "Behauptungen" mehrfach widerlegt worden. Auch die Vermutung, dass Bildung und soziale Stellung eher nicht zu Vergewaltigern machen - ist ein Ammenmärchen. ...
@Mitglied #500462 hat völlig zu Recht geschrieben: es geht um Sadismus, um Macht - aber auch um Kränkung (auch soziale Kränkung des 'Männerbildes'), Frustration etc etc abzureagieren.
Ich sehe es stark in Verbindung mit der dominanten Religion in Europa - die Frauen (nach wie vor) abwertet, entrechtet und zur Benützbarkeit degradiert hat....
Vergewaltigung erscheint mir als Missbrauch der eigenen Sexualität um andere Motive und/oder Ziele zu befriedigen.
Erinnern wir uns an die Balkankriege - und die Bilder und Berichte von systematischen Massenvergewaltigungen....
Ach ja - dann fällt mir noch das jahrhundertelang ausgeübte "Recht der ersten Nacht" ein.....
Nur leider erfolgt gesellschaftliches Lernen unglaublich träge und langsam - oft nur über Generationen hinweg. Ich vermute auch, dass neben all den richtigen und weniger richtigen Aspekten, die im Thread gekommen sind, eine gewisse Scheu und Tabuisierung nach wie vor eine große Rolle spielt. Eine Bekannte, die Opfer innerfamiliären Missbrauchs geworden ist, litt immer darunter, dass ihre Mutter zwar wissend aber aktiv das Thema totgeschwiegen hatte ... sozusagen eine Fortsetzung der Vergewaltigungsohnmacht angewendet hat.
