Beschützerinstinkt

Zivilcourage gibt es heutzutage leider viel zu selten. Viele drehen sich lieber weg. In der Gruppe fühlen sich manche stark – und gleichzeitig anonym.

Zum Thema Beschützerinstinkt:
Ich glaube schon, dass Männer so etwas haben. Aber er zeigt sich nicht nur bei der eigenen Partnerin. Er zeigt sich im Alltag.

Zum Beispiel beim Raddatz, wenn sich jemand bei einer Pensionistin vordrängt – und dich dann auch noch attackiert, nur weil du etwas sagst. Genau da beginnt es. Da sieht man, ob jemand nur redet oder wirklich Haltung hat.

Beschützerinstinkt heißt für mich nicht Besitzdenken.
Es heißt, Schwächere nicht alleine zu lassen.
Es heißt, den Mund aufzumachen, auch wenn es unangenehm wird.

Viele warten darauf, dass jemand anderer anfängt. Aber meistens braucht es genau einen, der sagt: „Stopp. So geht das nicht.“

Und das hat weniger mit Geschlecht zu tun – sondern mit Charakter.
 
nicht nur männer! in der schule habe ich einmal gelernt, dass der mutterinstinkt der einzig stärkere ist, als der lebenserhaltungstrieb.
Ja, eine Legende...den "Mutterinstinkt" hat nicht jede Mutter, es ist auch nicht garantiert, dass der Selbsterhaltungstrieb hint an steht. Eine Überhöhung wie sie zur Zeit Deiner Jugend passt, mehr nicht.
Manchmal kann es auch gsescheiter sein neuen Nachwuchs zu zeugen als bei der hoffnungslosen Rettung eines Kindes draufzugehen.
 
Ja, eine Legende...den "Mutterinstinkt" hat nicht jede Mutter, es ist auch nicht garantiert, dass der Selbsterhaltungstrieb hint an steht.
Nein, keine Legende. Nicht jede Frau, die ein Kind geboren hat, hat diesen Instinkt. Auch kann der Mutterinstinkt unterschiedlich ausgeprägt sein.
Eine Überhöhung wie sie zur Zeit Deiner Jugend passt, mehr nicht.
Die Rolle der Mutter hat sich zweifellos etwas gewandelt. Ein Instinkt ist aber etwas, dass nicht so einfach in ein paar Generationen weg ist. Auch wenn niemand mehr das Mutterkreuz verliehen haben möchte, so ist der Mutterinstinkt immer noch da.
Manchmal kann es auch gsescheiter sein neuen Nachwuchs zu zeugen als bei der hoffnungslosen Rettung eines Kindes draufzugehen.
Instinkt hat so gar nix mit klugen Überlegungen zu tun. "Mein Kind ersäuft gerade im Wildbach - na, bevor ich auch absauf, zeuge ich lieber ein paar neue Kinder..." Es mag ja durchaus Menschen geben, die so von ihren Gefühlen und Mitmenschen distanziert sind, dass sie solche Überlegungen haben, aber ich hoffe, dass selbst völlig Fremde nicht so gleichgültig sind.
Möglicherweise ist so eine Gefühlskälte für manche Männer leichter, weil der Akt der Zeugung weit weniger Aufwand ist als das Austragen, Gebären und Großziehen eines Kindes. Zum Glück hat sich aber auch das Bild des Vaters gewandelt und etliche verdienen auch diesen Namen und sind nicht nur Erzeuger.
 
Nein, keine Legende
Doch, eine Legende.
Lieben Eltern ihre Kinder? Im Normalfall ja, aber diese Liebe, diese Fürsorge die mit der Elternschaft meist einhergeht entsteht, sie ist erlernbar und vom Geschlecht vollkommen unabhängig.
Eine Bindung zum Kind entsteht durch die Interaktion mit dem Kind nach der Geburt.
Mutterliebe ist nicht magisch ab dem Zeitpunkt der Geburt einfach da.
Das ist wissenschaftlich gesehen einfach Schwachsinn, unsere Spezies hat eine gemeinschaftliche Kinderaufzucht stark und erfolgreich gemacht, das hat zu einer langen Kindheit und Lernphase trotz relativ kurzer Fortpflanzungsintervalle geführt. Auch Väter bauen diese Bindung zu ihren Kindern auf, wenn sie viel mit ihren Kindern interagieren.
Und nicht nur die, auch eine Bindung zu Großeltern, zum Nachbarn oder der Mizzitant kann genauso eng sein, wenn sie viel mlt dem Kind interagieren.
Das ist menschlich, nicht irgendein "Mutterinstinkt".
Es gäbe keine vernachlässigten, geschlagenen, totgeworfenen Kinder, wenn es einen Mutterinstinkt gäbe. Mütter würden sich, zugunsten der Gesundheit ihrer Kinder, von rabiaten Vätern trennen.
Mein Kind ersäuft gerade im Wildbach - na, bevor ich auch absauf, zeuge ich lieber ein paar neue Kinder.
Nein, so wird das nicht passieren. Alleine das ein Kind im Wildbach ersäuft, war in der Regel, dank gemeinschaftlicher Aufzucht, eine seltene Angelegenheit.
Und trotzdem ist Überleben ein Instinkt. Es gibt zahlreiche Beispiele wo Eltern und andere Bezugspersonen Kinder zurücklassen mussten. Das war natürlich keine logische Abwägung, die nach einem rationalen Denkprozess passiert.

Um beim Beispiel mit dem ertrinkenden Kind im Wildbach zu bleiben. Du wirst, wenn Du hinterherspringst, hoffentlich einen Plan haben und wissen was Du tust. Ansonsten kann es nämlich sein, dass die Geschwister des ertrinkenden Kindes Dir beim heroischen Mitertrinken zuschauen.
Eine ausgeprägte Problemlösungskompetenz hat den Menschen so erfolgreich gemacht, nicht irgenwelche hirnlosen "Mutterinstinkte".


aber ich hoffe, dass selbst völlig Fremde nicht so gleichgültig sind.
Das hat mit gleichgültig nichts zu tun.
Es gibt zum Beispiel zahlreiche Fälle von Ertrinkenden, die Frau und Kinder ersäufen bevor sie selbst ersaufen. Man lernt das man solche Menschen zur Not KO schlagen muss, weil das mitunter sonst zum eigenen Tod führt. Das macht ein Instinkt, der funktioniert auch auf Kosten anderer.
@Mitglied #78305
Drei lebende 16 jährige Mütter die ein Kind verloren haben sind für die Arterhaltung wesentlich wertvoller als drei 16 jährige Mütter die aus lauter Liebe und Instinkt mit ihren Kindern gestorben sind.
Natürlich sterben Eltern bei Rettungsversuchen, aber das tun völlig Fremde genauso, das ist es was den Menschem stark macht.
Und trotzdem gibt es einen Punkt, so mitunter das eigene Überleben wichtiger ist, weil Überleben ein echter Instinkt ist.
Wer sich das nicht vorstellen kann, dem fehlt es einfach nur an Vorstellungsvermögen.
 
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Haben Männer sowas?

Und für welche Frau entwickeln sie den?
Hattest du diesen Tread Die Wichtigkeit vor Augen :schulterzuck:
Weiß ich nicht, warum hier gleich immer alles aus Prinzip schlecht gefunden wird.
nicht nur hier, ist aktuell leider wieder mal der Zeitgeist...:lalala:
Damit ein Mann einen Beschützerinstinkt gegenüber einer Frau verspürt, muss er sie in der Regel auf eine bestimmte Weise wahrnehmen:

Sympathisch und wertvoll: Er spürt, dass sie ihm etwas bedeutet oder dass ihr Wohl ihm wichtig ist.

Verletzlich oder bedürftig nach Sicherheit (subtil, nicht schwach): Kleine Momente von Unsicherheit oder Hilfebedarf können den Instinkt auslösen.

Respektabel und selbstständig: Paradoxerweise wirkt der Instinkt stärker, wenn sie eigenständig ist – der Mann will schützen, nicht kontrollieren.

Emotional anziehend: Gefühle von Nähe, Vertrauen oder Begeisterung verstärken den Impuls, für sie da zu sein.

Kurz gesagt: er muss sie mögen, respektieren, sich zu ihr hingezogen fühlen und kleine Signale von Unsicherheit oder Bedürftigkeit wahrnehmen, ohne dass sie komplett hilflos wirkt.
na eben: Die Wichtigkeit
Nein haben sie nicht.
Sie folgen Klischees, die noch immer gerne angenommen werden.
Klar, kann man es so auch sehen, tu ich aber nur bedingt...;)
 
Mütter haben diese Bindung schon vor der Geburt. Sie, zumindest die Meisten, beschützen ihr Kind schon im Mutterleib, und die meisten Väter werden da miteinbezogen.
Auch Väter haben diese Bindung zum Kund schon vor der Geburt, ich zumindest hatte sie. Aber beim Ersten so wirklich erst als man es von außen gesehen hat und beim zweiten früher.
Es bleibt ihnen ja im Grunde biologisch nix anderes übrig als das Kind mit sich herumzutragen. Würden sie ihr Kind aus Instinkt beschützen, täte keine Mutter rauchen, saufen oder mit einem ungesunden Partner zusammenbleiben.
Das schädigt nämlich auch das Kind im Bauch.

Nenne es Elternliebe, nenne es Bindung zum Kind, Fürsorgewille, was auch immer...aber Mutterinstinkt ist ein Relikt aus einer anderen Zeit.
 
Auch Väter haben diese Bindung zum Kund schon vor der Geburt, ich zumindest hatte sie. Aber beim Ersten so wirklich erst als man es von außen gesehen hat und beim zweiten früher.
Es bleibt ihnen ja im Grunde biologisch nix anderes übrig als das Kind mit sich herumzutragen. Würden sie ihr Kind aus

Was sollte es sonst sein außer Instinkt?
beschützen, täte keine Mutter rauchen, saufen oder mit einem ungesunden Partner zusammenbleiben.
Darum schreibe ich "die Meisten"
Das schädigt nämlich auch das Kind im Bauch.

Nenne es Elternliebe, nenne es Bindung zum Kind, Fürsorgewille, was auch immer...aber Mutterinstinkt ist Schwachsinn aus einer anderen Zeit.
Die Bindung zum Kind weckt den Instinkt.
 
Schau, rein wissenschaftlich gibt es überhaupt keine Instinkte, sondern es sind angeborene, unbewusste Verhaltensweisen die durch bestimmte Reize ausgelöst werden.
Matürlich gibt es Instinkte.
Das sind angeborene Verhaltensweisen und Eigenschaften, Enten können sofort schwimmen und fressen selbstständig, ebenso wissen Krokodile, Schildkröten, Spinnen, Elche, Rindviecher, was sie zu tun haben.
Auch Babys können instinktiv saugen.
Aber "Mutterliebe" ist kein Instinkt, sie wächst und gedeiht, genauso wie die Bindung zu einem Kind, unabhängig vom Geschlecht, sogar unabhängig von der Elternschaft oder einer sozialen Nähe.
Soziales Verhalten wird erlernt.
Mir ging es ursprünglich ja auch nur um die Aussage, dass der Mutterinstinkt der einzige ist, der den Überlebensinstinkt außer Kraft setzt.
Das ist Humbug, der Überlebensinstinkt ist Grundlage für alles weitere.
 
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