Begierde/Lust und Angst

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Gerade in der Erotik ist bei Lust und Sex, bei den Begierden die man fühlt bei den meisten auch eine gehörige Portion Angst mit im Boot. Oft eine, die nicht nur aus einer geziemenden Vorsicht heraus resultiert (Schwangerschaft, Gesundheitsvorsorge, ...), sondern eine nach dem Motto "Eigentlich könnte ich ja auch anders, wenn ich mich trauen täte ...". Angst vor dem Partner/was es für die Beziehung an Risiko bedeutet, Angst davor, in der Gesellschaft schief angesehen zu werden etc.!

Wie geht es Euch damit? Wie geht Ihr damit um? Welche Erfahrungen habt ihr diesbezüglich gemacht?
 
Gerade in der Erotik ist bei Lust und Sex, bei den Begierden die man fühlt bei den meisten auch eine gehörige Portion Angst mit im Boot. Oft eine, die nicht nur aus einer geziemenden Vorsicht heraus resultiert (Schwangerschaft, Gesundheitsvorsorge, ...), sondern eine nach dem Motto "Eigentlich könnte ich ja auch anders, wenn ich mich trauen täte ...". Angst vor dem Partner/was es für die Beziehung an Risiko bedeutet, Angst davor, in der Gesellschaft schief angesehen zu werden etc.!

Wie geht es Euch damit? Wie geht Ihr damit um? Welche Erfahrungen habt ihr diesbezüglich gemacht?
Angst habe ich im klassischen Sinne, nach meiner Definition nicht- denn sie ist ein irrationales Gefühl, welches ich nur brauche wenn keine Lösung in Sichtweite ist.
Hat man (Frau) Gefahrenquellen ausgemacht, muss man dementsprechend handeln um negative Konsequenzen/Auswirkungen zu minimieren/eliminieren.
Vorsicht ist oft geboten, in nahezu jedem Belang. Doch so lange man die Kontrolle hat, ist es ja steuerbar.
Erst wenn ein totaler Kontrollverlust eintritt, wird Angst entstehen- doch ich vermeide in derartige Situationen zu kommen.
 
hab ich eh schon einmal erzählt: eine bekannte von mir hat einmal behauptet "das gegenteil von liebe ist nicht hass, sondern angst". ich hab das damals nicht verstanden und anders gesehen (für mich weniger hass, sondern gleichgültigkeit - hass ist wenigstens EIN gefühlsbezug, gleichgültigkeit gefühlsmäßig ein vakuum, ein schwarzes loch).

heute würde ich das aber weitgehend unterschreiben. weil erstens auch hass oft aus der angst heraus angst entsteht. und weil sich zweitens oft liebe und angst im weg stehen.

angst kann gerade auch aus der liebe heraus groß sein oder werden. angst z.b. einem geliebten menschen weh zu tun, diesen menschen zu verlieren etc. angst essen seele auf ....
 
hab ich eh schon einmal erzählt: eine bekannte von mir hat einmal behauptet "das gegenteil von liebe ist nicht hass, sondern angst". ich hab das damals nicht verstanden und anders gesehen (für mich weniger hass, sondern gleichgültigkeit - hass ist wenigstens EIN gefühlsbezug, gleichgültigkeit gefühlsmäßig ein vakuum, ein schwarzes loch).

heute würde ich das aber weitgehend unterschreiben. weil erstens auch hass oft aus der angst heraus angst entsteht. und weil sich zweitens oft liebe und angst im weg stehen.

angst kann gerade auch aus der liebe heraus groß sein oder werden. angst z.b. einem geliebten menschen weh zu tun, diesen menschen zu verlieren etc. angst essen seele auf ....
Ich verstehe was du meinst, und letztendlich steckt Wahrheit darin. Doch warum sollte ich Angst haben meinen Liebsten zu verlieren? Habe ich wirklich alles getan und bedingungslose Hingabe gezeigt kann ich nicht mehr tuen. Sollte sein Herz dennoch davon fliegen, so kann ich es nicht ändern. Weder Hass noch Angst helfen mir da weiter.
Angst kenne ich nur von wenigen Situationen auf dem Beifahrersitz befindent, oder einem sehr turbulenten Flug. Da hat man keinen Einfluss und kann nur hoffen das es gut ausgeht... Allles andere kann ich steuern- geht es schlecht aus, muss ich es akzeptieren und weiter machen. Angst lähmt- das empfinde ich als wenig hilfreich, da Passivität selten ein Problem-Löser ist.
 
Wenn "Angst" gleich "Paranoia" oder "Phobie" sieht die Sache natürlich anders aus. Aber ich habe es selbst in der Hand mich zu entscheiden ob ich der Herausforderung entgegentrete, oder den Kopf in den Sand stecke und einfach hoffe das die dunklen Wolken vorbei ziehen.
Angst hat uns die Evolution hinterlassen, um in Lebensgefahr mittels Adrenalin-Ausschüttung die Flucht vor dem Säbelzahntieger zu ermöglichen. Sowas kommt heutzutage eher selten vor...
Das ist vielleicht der Grund für viele sich im BDSM-Kontext in "bedrohliche Situationen" zu begeben, um das Gefühl des Unbehagen wieder zu spüren...
 
Angst hat uns die Evolution hinterlassen, um in Lebensgefahr mittels Adrenalin-Ausschüttung die Flucht vor dem Säbelzahntieger zu ermöglichen. Sowas kommt heutzutage eher selten vor...

wir haben aus der evolution drei verhalten in bedrohungssituationen gelernt: flucht, totstellen und angriff - und wenn wir uns heute umschauen, sie sind heute lückenlos alle drei präsent. tagtäglich.

jeder von uns kann auch checken, zu welchem typus er neigt, bzw. in welcher situation zu welcher.

btw. gibt es auch andere und wesentlich geschicktere, aber die muss man lernen und üben.
 
hab ich eh schon einmal erzählt: eine bekannte von mir hat einmal behauptet "das gegenteil von liebe ist nicht hass, sondern angst". ich hab das damals nicht verstanden und anders gesehen (für mich weniger hass, sondern gleichgültigkeit - hass ist wenigstens EIN gefühlsbezug, gleichgültigkeit gefühlsmäßig ein vakuum, ein schwarzes loch).

heute würde ich das aber weitgehend unterschreiben. weil erstens auch hass oft aus der angst heraus angst entsteht. und weil sich zweitens oft liebe und angst im weg stehen.

angst kann gerade auch aus der liebe heraus groß sein oder werden. angst z.b. einem geliebten menschen weh zu tun, diesen menschen zu verlieren etc. angst essen seele auf ....
Da reicht ein Gefällt mir nicht.....

Alleine aufgrund dieses Satzes würde ich deine Bekannte gerne kennen lernen. Muss eine tolle Frau sein.

Liebe .....Zu sich selbst, den Dingen, den Menschen, dem Leben....Lässt einen wahr nehmen. Fühlen, spüren, riechen, schmecken...Zu hören....

Angst verschließt, macht eng, geduckt....Oder aggressiv, wütend, beschuldigen....

Aber eines lässt Angst nicht zu .....L(i)eben
 
wir haben aus der evolution drei verhalten in bedrohungssituationen gelernt: flucht, totstellen und angriff - und wenn wir uns heute umschauen, sie sind heute lückenlos alle drei präsent. tagtäglich.
Bei manchen alten Ehepaaren hab ich das gehört: Sie flüchtet ins Schlafzimmer, und stellt sich solange tot, bis sein Angriff vorbei ist... :rofl:
 
Ich hatte als junge Frau Probleme, meiner Lust freien Lauf zu lassen quasi.
Das war allerdings keine Angst. Mit zunehmenden Alter und mit dem richtigen Partner später, hat sich das aber in Luft aufgelöst.
Bedenken hätte ich heute bei Spielarten, wo man nicht allein ist. Zum Beispiel Outdoorsex mit Zusehern. Früher machte ich mir da keine Gedanken.
Heute würde ich das nicht mehr tun, aus ANGST auf irgendeiner Sexseite im Internet zu landen.
 
wir haben aus der evolution drei verhalten in bedrohungssituationen gelernt: flucht, totstellen und angriff
Wie gesagt: In bedrohlichen Situationen sollte mir primär mein Verstand bei der Bewältigung dienen. Schlägt dies fehl, sind möglicherweise Flucht oder Angriff Alternativen um die eigene Haut zu retten.
Bei einigen Menschen fehlt leider Lösungsvariante Eins fast völlig, bzw ist unmöglich oder mangelhaft...
 
Gerade in der Erotik ist bei Lust und Sex, bei den Begierden die man fühlt bei den meisten auch eine gehörige Portion Angst mit im Boot. Oft eine, die nicht nur aus einer geziemenden Vorsicht heraus resultiert (Schwangerschaft, Gesundheitsvorsorge, ...), sondern eine nach dem Motto "Eigentlich könnte ich ja auch anders, wenn ich mich trauen täte ...". Angst vor dem Partner/was es für die Beziehung an Risiko bedeutet, Angst davor, in der Gesellschaft schief angesehen zu werden etc.!

Wie geht es Euch damit? Wie geht Ihr damit um? Welche Erfahrungen habt ihr diesbezüglich gemacht?
Lieber Philo, danke für dieses spannende Thema :up:

Ich habe das große Glück, mit meiner Gefährtin über wirklich alles, was unsere Beziehung betrifft, offen und ehrlich reden zu können (und mit Imago auch das richtige Werkzeug in der Hand, wenns mal wirklich haarig und schwierig wird). Insofern ist Angst für mich heute kein Thema mehr.
Früher hatte es sehr viele Bereiche in meinen Beziehungen gegeben, die angst- bzw. schambesetzt waren. Im Endeffekt habe ich aus Angst, meine jeweilige Partner zu verlieren, dann so lange geschwiegen und meine Bedürfnisse verheimlicht, bis der Druck zu gross war, und dann war sowieso die grosse Katastrophe da. Angst ist also kein guter Ratgeber, und ich kann heute jedem nur raten, seine Angst, wenn es um Beziehung geht, zu überwinden und sich entweder ein Herz zu fassen und mit dem Partner offen zu reden oder, wenn das nicht geht, sich therapeutische Hilfe von außen zu holen. Das ist heute keine Schande mehr.
Natürlich gibt es auch Bereiche in unserer Beziehung, die gesellschaftlich etwas weniger anerkannt sind. Das muß dann aber auch nicht jeder wissen und wir hängen das nicht an die große Glocke. Natürlich kanns passieren, dass aufgrund gewisser Umstände private Dinge nach aussen dringen, naja da kann man halt nichts machen, ausser einfach dazu zu stehen. Neulich machte eine Verwandte von mir seeeeeehr große Augen, als sie erfuhr, dass ich Tantramassagen gebe ;) Ja, und ??? Jetzt weiß sie halt, und ihr Bild von mir ist ein wenig ver-rückter als vorher ...
 
Ich denke, meist hat man "Angst" einfach vor dem unbekannten, ungewissen...
Weiß ich alles, kenne ich alles, oder kann es zumindest mittels Erfahrung und Intellekt abschätzen/kalkulieren, so gibt es keinen rationellen Grund für Angst.
Also würde ich im Umkehrschluss behaupten, das wer ständig Angst vor etwas hat, es ihm entweder an Erfahrung, Wissen, Intelligenz oder Urteilsvermögen fehlt- bzw an einer Kombination einiger oder mehrerer dieser Werte.
 
Angst hab ich -gänzlich irrational - vor Hochschaubahn oder bungee jumping. In Zusammenhang mit Lust im sexuellen Bereich kenne ich keine angst, ich provoziere sie aber auch nicht (hab keinen Sex am Büroschreibtisch bei angelehnter Türe)
 
angst ist m.e. mit annahmen verbunden - also mit optionen von einer zukunft, mit denen man nicht oder nur sehr schlecht umgehen kann. das gegenteil von wunschdenken so quasi. aber weder wunschdenken noch diese annahmen sind in dem augenblick real oder fix feststehend. dem einen rennen wir oft blind nach, dem anderen gehen wir in weitem bogen aus dem weg. beides einigermaßen gleich irreal oder nicht fix, aber wir reagieren völlig unterschiedlich: das eine meiden wir wie der teufel das weihwasser. beim anderen stürzen wir uns nach dem motto "scheissdinix" rein. obwohl beides gleich gefährlich sein oder ausgehen kann.
 
vom parallelthread sinngemäß herüberkopiert:

ich wär wohl heute noch swinger unterwegs wenn ich nicht mit meiner süßen zusammen wäre, der das aufgrund IHRER nicht grad lustigen lebensgeschichte so echt gar nichts gibt. oder als solomann mit anderen ladies. aber: obwohl ich eigentlich dürfte - nein, da gibt es zu viel, was an risiko dagegen spricht. zum beispiel so tiefsitzende und wohl auch physisch/psychosomatisch mitspielende traumata, dass sie sogar migräne, verspannungen /verspannungskopfschmerz mit auslösen könnten. deswegen - aus der liebe heraus - lass ich es. weil mir diese beziehung und dieser mensch viel zu wichtig ist, um einen theoretischen freiraum zu nützen, der sich dann vielleicht praktisch als fatal erweist.

ja, es ist eine angst. und ich kann mir selber, meiner lust, dem ausleben etc. - auch möglicherweise völlig unnotwendig - dabei im weg stehen. weil es MEINE entscheidung ist, MEINE angst und mein eigenes negatives "was wäre wenn"-kopfkino. aber es ist mir das wert - auch meine entscheidung. weil ich diesen menschen so liebe, dass ich aus mir heraus diesen - und keinen anderen - weg gehen möchte.

und jetzt könnte man auch da lang drüber diskutieren: ist es meine liebe? ist es meine angst? beides!

jetzt kann man die frage stellen "warum verlässt du dich nicht auf ihre einschätzung und die entscheidung, dass es für sie eh okay wäre?" ganz einfach: weil sie auch bei anderen dingen weit über ihre grenzen hinausgeht und sie sich viel viel mehr zumutet, als sie selber bewältigen kann. auch so einen umstand kalkuliert man besser vorher in die überlegungen mit ein: nicht alles, was man gesagt bekommt - und gerne aus den eigenen bedürfnissen heraus gerne hören möchte - entspricht auch dann dem, was nachher wirklichkeit ist.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich denke, meist hat man "Angst" einfach vor dem unbekannten, ungewissen...
Weiß ich alles, kenne ich alles, oder kann es zumindest mittels Erfahrung und Intellekt abschätzen/kalkulieren, so gibt es keinen rationellen Grund für Angst.
Also würde ich im Umkehrschluss behaupten, das wer ständig Angst vor etwas hat, es ihm entweder an Erfahrung, Wissen, Intelligenz oder Urteilsvermögen fehlt- bzw an einer Kombination einiger oder mehrerer dieser Werte.
Angst ist nicht logisch und nicht rational zugänglich.....
 
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