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Kennst du irgendjemanden, der sich gerne von wildfremden Leuten 20x hintereinander erklären lässt, in welche Schublade er gehört? Kennst du jemanden, der auf so etwas reagieren würde, indem er sich mal einfach so überzeugen lässt und seine lebenslange Selbstdefinition von heute auf morgen komplett umstellt?
Die Frage ist, ob man darauf pochen will, dass man recht hat - oder ob man lieber mit jemandem eine Verbindung aufbauen möchte, die vielleicht auf beiden Seiten zu neuen Erkenntnissen führen könnte.
Unsere Schule war recht konservativ-religiös und ich erinnere mich daran, als meine beste Freundin mir nach der Matura ein "Geheimnis" erzählen wollte.
Auf dem Rücken liegend und mit geschlossenen Augen (diese Position hatte sie laut eigener Aussage aufgrund ihrer Verletzlichkeit und Schamgefühle so ausgewählt) erzählte sie mir von einer erotischen Annäherung mit einer anderen Freundin.
Hatte ich damals vielleicht auch erotische Gefühle für sie? Ich weiss es nicht. In meinem Kopf waren und sind in dieser Hinsicht so viele "Schranken". Auch wenn wir in einer nie dagewesenen sexuellen Offenheit leben, in der es fast schon "in" ist, anders zu sein, sollte die Furcht des Einzelnen davor, anders als die gefühlte Erwartung an "Normalität" zu sein, nicht unterschätzt werden.
Ich stehe auf Männer, aber ob ich auch auf Frauen stehe, das würde ich mir wahrscheinlich nicht einmal vor mir selber eingestehen können.
Deine Argumentation ist verständlich, weil sie für Behutsamkeit plädiert. Andererseits strahlt dieser Thread für mich gute Energie aus. Sich von 20 Leuten sagen zu lassen "Du bist so und so und daran ist absolut nichts dabei" könnte ja auch eine Art innerer Befreiungsschlag sein.
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das ist eine Unterstellung gegen die ich mich aufs Allerschärfste verwehre.