Auch wenn es so aussieht, dass hier nur lauter junge Teilnehmer sind,so wird schon auch spürbar , dass es hier auch solche der älteren Generation hier gibt.
Grundsätzlich betrifft das Älterwerden ja alle, wenn auch das Thema Krank werden eines Partners, oder eben selber, und die nachfolgende Beeinträchtigt von Erotik und Sex, und damit entstehende Notsituation des jeweils anderen Partners (noch ) nicht alle hier betrifft.
Einfache Lösungen gibts dabei nicht, und deswegen würden mich eure Gedanken dazu interessieren , denn es könnte ja auch sein , dass manche Sehnsüchte ungestillt bleiben werden oder müssen.
Und ich rede hier von Langzeitbeziehungen mit komplexen Verbindungen und nicht von kurzen Beziehungen, wo Trennung jederzeit möglich ist.
Und meine Frage geht in diese Richtung, inwieweit die jeweils eigenen Bedürfnisse vor neben oder hinter denen eines betroffenen Partners stehen
Und auch die weiteren Entwicklungen von Einsamkeit, Alleine sein und Krankheit wird jeden mal betreffen ......
Ooohhh ... da hast Du wieder ein Thema reingeworfen! Wow ... 9 Seiten in 24 Stunden!
Nachdem ich ja auch schon seit ein paar Monat Opa bin, darf ich mich hier auch dazu zählen. allerdings fühl ich mich derzeit noch nicht soo alt. Ja, ich merk es schon, dass meine Libido ein wenig nachlässt, und dass ichs auch ganz angesehen vom Sex manchmal lieber gemütlich und langsamer hab - meine Gefährtin weckt mich da manchmal auf, sie ist da oft die aktivere.
Wie würden wir mit Krankheit, dauerhafter Beeinträchtigung umgehen, wie würde es sich auf unser Sexleben auswirken? Ich weiß es nicht. Wir versuchen, unsere Beziehung möglichst offen zu gestalten und dem anderen Partner möglichst so viel Freiraum zuzugestehen, dass sich dieser nicht eingeengt fühlt. Wir leben nicht zusammen, jeder hat seine eigene Wohnung und damit seinen eigenen Rückzugsraum, der aber natürlich auch offen für Begegnungen mit andere Menschen sein kann. Daneben erlauben wir uns auch gemeinsame Begegnungen mit Dritten und Vierten. Insofern ist es (für uns!!!) nicht sooo ein Drama, wenn einer von uns Sex mit jemand anderem hat. Wir wissen um unsere körperlichen Bedürfnisse und reden sehr sehr offen und ehrlich miteinander darüber. Da gibts keine verborgenen Sehnsüchte, über die zu sprechen man sich nicht traut, weils ja so abartig oder geheim oder verletzend für den anderen wäre. Wir muten uns uns zu, denn nur so hat man die Gelegenheit, sich mit dem jeweils anderen auch auseinander zu setzen. Und wir wachsen aneinander. Das verbindet uns so stark, dass wir den genannten Freiraum gerne geben können.
Ich glaube, dass wir damit eine Basis schaffen können, die in späteren Jahren so fest sein wird, dass ich, sollte ich mal so krank werden, dass ich nicht mehr "kann", ihr die Erfüllung dieses (körperlichen) Bedürfnisses durchaus zugestehen werde können. Ich war noch nie wirklich in der Situation, ich spekuliere hier nur. Aber ich glaube wirklich, dass dieser Verzicht auf sexuelle Exklusivität die Beziehung sehr stärken kann. Natürlich ist es in gewisser Weise eine Gratwanderung, und man muss sich sich sehr mit den eigenen Ängsten auseinander setzen. Nur wenn das gelingt, wenn ich sie mir bewusst machen kann, wenn ich sozusagen "sehenden Auges" weiß, worauf ich mich einlasse, kann das zum Vorteil beider gelingen. Auf der anderen Seite weiß ich, dass ich bei umgekehrten Voraussetzungen für sie da wäre, wann immer sie mich braucht, dass ich aber andererseits auch das gleiche für mich in Anspruch nehmen dürfte.
Hoffen wir, dass wir körperlich gesund bleiben und uns dann nicht auch noch seelisch gegenseitig verletzen.