Ich würde sagen: Jein. Es mag durchaus sein, dass der Eindruck täuscht, wenn man die Dynamik nur anhand der hiesigen Kommentare beurteilt. Andererseits greift hier ein ganz pragmatischer Aspekt: Wenn man auf der Suche ist, ist es strategisch oft gar nicht klug, sofort alle Karten aufzudecken. Man wägt ab, wer was mag, wer grübelt und wer es rundweg ablehnt, um sich in der jeweiligen Konstellation zu bewegen. Die meisten Menschen sind geschickt genug, ihre wahren Vorlieben und Interessen nur mit denjenigen tiefergehend abzuklären, an denen sie auch echtes Interesse haben, anstatt jedem sofort das eigene Weltbild vor die Füße zu werfen.
Diese Vorgehensweise ist prinzipiell auch gar nicht falsch. Sie wird erst dann problematisch, wenn sie in reine Beliebigkeit umschlägt – wenn man dem Gegenüber nur noch nach dem Mund redet und zu allem ein bemühtes „Oh, du auch?“ parat hat, selbst wenn man zehn Minuten vorher noch das exakte Gegenteil behauptet hat.
Bei einer Antwort wie der meinen – dass mir eine Sache schlicht gar nichts gibt – hat man dagegen nichts zu verlieren. Ich suche nichts und muss meine Vorlieben und Interessen letztlich niemandem beweisen. Das ist von beiden Seiten völlig wertfrei gemeint: Es ist absolut legitim, etwas zu mögen oder eben nicht. Es kommt schlicht auf die Art und Weise an, wie es präsentiert wird. Wenn man allerdings einen Raum betritt und als fast erstes das Pauschalurteil eines Mannes liest: „Welcher Mann mag das nicht?“, dann provoziert das geradezu den Widerspruch. Es reizt einfach, genau das zu zitieren und ein klares Wort darunterzusetzen: Ich.