Da wir beide eher konservativ erzogen wurden fällt uns das gemeinsame Besprechen dieser Probleme eher schwer. Bei mir zB wurde das Thema Sex nicht ein einziges mal mit meinen Eltern besprochen. Es war und ist ein Tabu in unserer Familie über das nie jemand sprechen wollte und will. Dementsprechend unbegabt bin ich beim Gespräch über dieses Thema
Mit 33 darf man schon sich langsam abnabeln und eigenes Ding durchziehen.
Eventuell passen wir sexuell einfach nicht zusammen und haben fast ein Jahrzehnt verschwendet weil unsere Eltern verklemmte Hinterwäldler waren und uns selber zu dem erzogen haben.
Einfluss der Familie ist sehr wichtig, elterliche Ratschläge und Wünsche auch, doch haben wir nicht gewissermaßen jeder eigenen Weg eingeschlagen ?
Von mir selbst ausgehend, war mir jahrelang alles Recht, Hauptsache gegen den Wunsch der Eltern, so haben das auch meine Kinder gemacht, deren Freunde, meine Freunde und Bekannte auch.
In der Pubertätsphase hat man mir ein Buch in die Hand gedrückt und ich habe es lesen müssen. Müssen, weil die Theorie habe schon längst in die Praxis umgesetzt und war längst auf der gleichgeschlechtlichen intimen Ebene aktiv.
Es hat kurz gedauert, bis ich mir Verhütungszeug besorgt habe und meiner Mutter den Atemnot , weil es nicht christlich sei, vorehelichen Sex zu praktizieren

Mein Haus ist dagegen ganz anderes, vielleicht weil ich so erzogen worden bin.
Wir sprechen über alles, meine Kinder holen sich Ratschläge, erzählen manchmal zu detailliert was in deren Schlafzimmern passiert, welche Innovationen sie vorhaben, was funktioniert und was nicht.
Meiner Frau geht es ähnlich aber etwas besser, sie offenbarte mir nämlich kürzlich den Wunsch ich soll bestimmender beim Sex sein, sie härter anfassen, ihr sagen wo es lang geht und ruhig etwas grob sein. So erfreulich es ist, dass sie über ihren Schatten gesprungen ist und das Gespräch sucht, so sehr verwundert mich doch dieses Anliegen. Habe mir aber natürlich nichts von der Verwunderung anmerken lassen damit sie nicht peinlich berührt sein muss da ich weiss wie schwer ihr diese Aussage gefallen sein muss.
Ich fasse es kaum, aber es ist eben ein Thema und es gehört definitiv in die Kategorie Extrem-soft-Machtspiel- Shades of Grey.
Es könnte als Anregung oder Erstkonfrontation gut sein. Die Geschichte der O vielleicht auch.
Und was ich empfehlen kann, ist ein neutrales Terrain. Nimmt euch ein Hotel, verbringt einen angenehmen Abend, fährt übers WE weg.
Je mehr ich jedoch darüber nachdenke desto weniger will ich selber das was sie will. Ich will sie nicht schlecht behandeln oder herabwürdigen, wir sind gleichberechtigte Partner in einem Team. Seit jeher wurde mir von sämtlichen autoritären Personen (Lehrerinnen und Lehrern, Eltern) gesagt Gewalt, grobes Verhalten, machohaftes Auftreten und Chauvinismus sei schlecht und nicht mehr zeitgemäß und nun will gerade meine Frau, dass ich im intimsten Bereich unseres Zusammenlebens genauso bin wie ich zeitlebens nicht sein sollte? Ich bin mir sicher dass ich sie weder schlagen, fesseln oder sonst irgendwie unwürdig behandeln will.
Es ist keine schlechte Behandlung, sondern Erweiterung des Horizontes. Du erfühlst ihr damit einen Wunsch. Ihr tastet auch an die Sache heran und könnt wahrscheinlich mehr über sich und eure Beziehung herausfinden, als bisher angenommen.
Verlangt sie da nicht ein bissl viel?
Nein, das ist das Mindeste, was sie von dir verlangen kann.