Ungerechtigkeit beim Exhibitionismus

Sexuelle Übergriffe von Frauen werden generell bagatellisiert. Ich erinnere an "Handballtrainerin Renata", die eine Beziehung mit einem Dreizehnjährigen hatte, in der Krone gefeiert und im Gericht kaum belangt wurde. Parallel dazu gab es einen recht ähnlichen Fall, ein Mann, der eine Dreizehnjährige vernascht hatte, der saß deutlich länger!

Ich fand damals sowohl die mediale Berichterstattung, als auch das Urteil skandalös.
Inklusive "Wunschkind" und Trennung 2016. Sie saß garnicht, 22 Monate auf Bewährung.
 
Ich glaube, tatsächlich eher nicht. Man hält sie dann für eine Schlampe, eine Fotze, die jeder haben kann (was wahrscheinlich vollkommen falsch ist), aber solange es einigermaßen im Rahmen bleibt, würde eine Frau wohl kaum Probleme bekommen.

Klar muss die Staatsanwaltschaft Anklage erheben, wenn es zur Anzeige gebracht wird, aber das wird wohl eher nicht passieren.

Im Gegensatz zu Männern können Frauen, die das wollen, ja sehr leicht "unabsichtlich" zeigen. Röcke können hinauf rutschen (es gibt kein Gesetz, das das Tragen von Unterwäsche vorschreibt), ein Knopf im Ausschnitt kann aufgehen, das wäre dann Schicksal und nicht strafbar. Ein Mann, dem der Piepmatz aus der Hose hängt, wird sich extrem schwer tun, den Staatsanwalt davon zu überzeugen, dass das unabsichtlich war.

Mal ganz unabhängig von strafrechtlicher Relevanz/ Gleichbehandlung gesehen ist die aktuelle sexy Mode einfach ein Privileg der Frau und nicht des Mannes. Und daher auch weitgehend toleriert, sowie auch von beiden Geschlechtern goutiert. Ich sehe auch kein Grund, da die moralische Keule zu schwingen. Und schon gar nicht in die strafbare Zone zu schieben. Mode ist eben immer auch ein Spiegelbild gesellschaftlicher Freiheit und Toleranz. Da geht es uns und doch heute im Vergleich zum frühen19. Jahrhundert blendend was die persönliche Freiheit betrifft. Wenn ich Fotos aus damaliger Zeit sehe wird mir schlecht.
 
Eigene Vorlieben oder Abneigungen zu nennen ist halt schwierig, wenn man nicht sagen darf, was einem gefällt oder auch nicht.
Da geh ich voll mit!

Ich finde es ausgesprochen eklig, wenn Männer (oft adipöse noch dazu) nicht ordentlich angezogen sind.
… aber warum muss man adipöse Männer (oder Frauen) als eklig abwerten und Maßregeln wie sie dem TE nach auftreten sollten?

Die inneliegende Abwertung ist das Bodyshaming.
Nicht der Ausdruck, was gefällt oder nicht.
 
Ich habe gestern einen Exhibitionisten gesehen. Seither denke ich nach:

Ich kenne einige Frauen, die eine exhibitionistische Veranlagung haben. Natürlich auch Männer (mich betrifft es zum Glück nicht, eher im Gegenteil). Für die Männer ist es so schwierig, ihre Neigung auszuleben, ohne Ärger zu bekommen. Bei Frauen ist es relativ einfach, zumindest, wenn sie einigermaßen hübsch sind.

Eine Frau kann einfach einen tiefen Ausschnitt tragen. Wenn ein Mann, an dem sie sich vergnügen will, nicht wirklich ablehnend wirkt, kann sie ihm problemlos zeigen, was sie hat. Auch Röcke können verrutschen, ohne dass ein Vorsatz wirklich nachzuweisen wäre.

Ein Mann, der mit einer solchen Veranlagung geschlagen ist, hat es ungleich schwerer, etwas von sich zu zeigen. Er muss die Situation sehr genau einschätzen können, denn "unabsichtlich" geht bei nicht: Der Schwanz muss aus der Hose.
Ich glaube, die Grenze zwischen Erotik und Exhibitionismus verläuft ungefähr dort, wo jemand aktiv etwas auspackt. Ein tiefer Ausschnitt gehört ja genauso zur Mode wie der dicke Wintermantel - ein herausgeholter Penis hat dort aber nichts verloren.

Oder anders gesagt: Belästigung fängt dann an, wenn andere ungefragt Teil deiner sexueller Neigungen werden.
 
… aber warum muss man adipöse Männer (oder Frauen) als eklig abwerten und Maßregeln wie sie dem TE nach auftreten sollten?
Kann ich jetzt nur für mich beantworten und andere werden andere Gründe haben. Aber bei mir ist es die Theorie der Schattenpersönlichkeit... also Eigenschaften die man an sich selbst nicht mag, unterdrückt oder erfolglos oder erfolgreich bekämpft... die gleichen Eigenschaften können einen bei anderen oftmals so richtig in den Wahnsinn treiben bzw abstoßen.
Und ich hatte nunmal eine sehr übergewichtige Jugend, bin dafür gemobbt worden und hab meinen Körper gehasst.

Und heute finde ich sowas nunmal auch bei anderen nicht ästhetisch.

Fremde Menschen müssen sich selbstverständlich nicht so kleiden oder präsentieren wie ich das gut fände. Niemand muss mir gefallen oder gefallen wollen.
Trotzdem wird ebenso noch die Aussage und Meinung legitim sein zu schreiben dass hautenge Leggins nunmal IN MEINEN AUGEN besser von Leuten getragen werden sollten die einen Körper haben der präsentiert werden sollte. Mir persönlich gefällt das eben gar nicht bei adipositösen Menschen.
 
Mal ganz unabhängig von strafrechtlicher Relevanz/ Gleichbehandlung gesehen ist die aktuelle sexy Mode einfach ein Privileg der Frau und nicht des Mannes.
Mein Punkt.liegt jenseits der sexy Kleidung und war allgemeiner gefasst. Als Frau kannst Du mehr oder weniger tun, was Du willst, es wird keine (ernsthaften, strafrechtlichen) Probleme geben.

… aber warum muss man adipöse Männer (oder Frauen) als eklig abwerten und Maßregeln wie sie dem TE nach auftreten sollten?
Es ging da nicht um schmuddlige Trainingsanzüge, sondern um ohne Hemd herumlaufen. Das finde ich eklig. Weitgehend unabhängig davon, wie derjenige aussieht. Aber wenn er so eine Wampe hat, dass man nicht sieht, ob er Shorts trägt, oder nicht, setzt das schon noch einmal.eins drauf. Sorry, so empfinde ich es eben.
Die inneliegende Abwertung ist das Bodyshaming.
Nicht der Ausdruck, was gefällt oder nicht.
Die Abwertung ist aber selbstverschuldet: Es gibt einen gesellschaftlichen Konsens, dass Oberkörper zu verhüllen sind. Wer ihn nackt trägt, wo das nicht normal ist, setzt sich eben einer Betrachtung aus, die zur Wertung führt.
 
Der grundsätzliche Unterschied zwischen Mann und Frau ist der, dass von Mann eine Gefahr ausgehen kann und von einer Frau in aller Regel nicht. Und da assoziiert eben der männliche Exhibitionismus mit Gewalt gegen Frauen.

Außerdem sind ausnahmslos Männer, mal von Moralaposteln abgesehen, voyeuristisch. Frauen nicht. Somit ist es nahezu eine gesellschaftliche Pflicht für Frauen sich zu exhibitionieren, sofern sie noch im dafür attraktiven Alter sind.

Von Natur aus sind ja auch die Männer die Jäger und Frauen die Beute. Auch deshalb lockt das Weib. Und für mich ist es eine Leidenschaft, Männer zu verführen und mich als "Beute" benutzen zu lassen. Allein der Gedanke erregt mich. Als "ungerecht" empfinde ich da gar nichts. Die Natur hat es eben so eingerichtet.
(un)heimliche Genießerin
 
Wie meinen?
Der Gedanke is mir grad zu knapp formuliert als dass ich ihm folgen kann.
Bodyshaming, bzw. die Akzeptanz anderer aufgrund ihrer Figur, ist nicht rein durch verbale oder oder schriftliche Äußerung zu erleben.
Komplette Verhaltensweisen können andere beleidigen, bzw. benachteiligen.
 
Ich habe gestern einen Exhibitionisten gesehen. Seither denke ich nach:

Ich kenne einige Frauen, die eine exhibitionistische Veranlagung haben. Natürlich auch Männer (mich betrifft es zum Glück nicht, eher im Gegenteil). Für die Männer ist es so schwierig, ihre Neigung auszuleben, ohne Ärger zu bekommen. Bei Frauen ist es relativ einfach, zumindest, wenn sie einigermaßen hübsch sind.

Eine Frau kann einfach einen tiefen Ausschnitt tragen. Wenn ein Mann, an dem sie sich vergnügen will, nicht wirklich ablehnend wirkt, kann sie ihm problemlos zeigen, was sie hat. Auch Röcke können verrutschen, ohne dass ein Vorsatz wirklich nachzuweisen wäre.

Ein Mann, der mit einer solchen Veranlagung geschlagen ist, hat es ungleich schwerer, etwas von sich zu zeigen. Er muss die Situation sehr genau einschätzen können, denn "unabsichtlich" geht bei nicht: Der Schwanz muss aus der Hose.
Heul leise Chantal.
 
Mein Punkt.liegt jenseits der sexy Kleidung und war allgemeiner gefasst. Als Frau kannst Du mehr oder weniger tun, was Du willst, es wird keine (ernsthaften, strafrechtlichen) Probleme geben.

Auch mal allgemeiner gefasst: Eine Frau ist eben was die Sexualität betrifft schutzbedürftiger als ein Mann. Und da sehe ich keine Ungerechtigkeit, wenn diesem erhöhten Schutzbedürfnis auch Rechnung getragen wird.
 
Auch mal allgemeiner gefasst: Eine Frau ist eben was die Sexualität betrifft schutzbedürftiger als ein Mann. Und da sehe ich keine Ungerechtigkeit, wenn diesem erhöhten Schutzbedürfnis auch Rechnung getragen wird.
Doch, das tue ich. Kindesmissbrauch, zum Beispiel, ist genau gleich schlimm, wenn er Buben passiert, wie wenn er Mädchen passiert. Da gibt es keinen Unterschied. Und er muss genau gleich bestraft werden, was nicht der Fall ist. Das Video von @Mitglied #239795 ist sehr bezeichnend. Genau so läuft es ab.

Du kannst mir erzählen, dass Erwachsene Männer vor Exhibitionistinnen nicht im selben Mass geschützt werden müssen, wie Frauen. Ich verstehe zwar nicht genau, weshalb, aber darin würde ich Dir von mir aus recht geben. Ich habe als Bub schon gerne Frauen angesehen, und es hat mir sicher keinen Schaden bereitet, dass mir einmal eine gezeigt hat, was sie besitzt (ich war damals noch nicht in der Schule). Mag alles sein. Trotzdem verlangt die Verfassung dass es keine Unterschiede geben darf. Und das ist gut so!
 
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