also einen zunehmenden hang dazu, sich bei den ersten auftauchenden mühseligkeiten eher zu vertschüssen, als probleme zu bearbeiten / zu lösen, den seh ich auch. aber bei weitem nicht bei allen oder den meisten - vor allem nicht mit zunehmender reife. und die ursachen dafür sehe ich nicht in porno oder dating-portalen, sondern insgesamt in einer schnelllebigkeit und einem sich insgesamt ergebenden weit größeren angebot zum wechsel (verglichen mit generationen davor). es liegt in erziehungsmängel im sozialen bereich etc. etc.
Wie du schreibst: Was immer man gerade sagen kann es gilt nicht bei allen.
Wie ich in einem anderen Thread schon angemerkt habe entwickelt sich die Menschheit (global, bewusstseinstechnisch) derzeit von den meisten unbemerkt massiv weiter. Trotz aktueller Bemühungen von zB Youtube gegenzusteuern hat das Internet und die weitgehend auch unkontrollierte Vernetzung von Meinungen, Möglichkeiten, Organisationen und Personen zu einer unglaublichen Demokratisierung von Unterhaltung, politischer Meinungsmache, Bildung uÄ Dingen geführt. Wo früher die einzigen Informationsquellen genormtes Staatsfernsehen war... bietet sich heute eine Medienlandschaft aus staatlichen, privaten, alternativen, Hobbychannels,... ein unglaublich breites Medienangebot und jede Nische wird irgendwo bedient.
Also ich sehe im Internet und im dadurch MASSIV gesteigerten Informationsangebot das jeder von uns zur Verfügung hat:
Unterm Strich einen starken Trend zur Individualisierung bzw zu einer "Ausweitung von Normen" die früher in Stein gemeißelt waren. Für Dreadlooks oder rote Haare kriegt man heute nicht mal mehr seltsame Blicke und kann in vielen Fällen auch bei einer Bank zu einem Bewerbungsgespräch auftauchen und den Job kriegen.
Und das wirkt sich natürlich auch auf Beziehungen aus... früher KANNTE man nur Pärchchen und Familien im Umfeld und Bekanntenkreis, in den Medien. Ehen wurden geschlossen um ein Leben lang zu halten... niemand KANNTE das anders.
Heute, dank dem Internet, großen Erfolgen der LGBT Bewegungen, Emanzipationsbewegungen (und ja... die Erfolge könnten größer sein...) und einer allgemeinen Akzeptanz (bzw zumindest erzwungener Toleranz dank Gleichbehandlungsgrundsätzen uÄ). Heute ist es normal aufzuwachsen und im Bekanntenkreis ein Schwules Pärchen zu haben (oder ein paar), Menschen die in Polyamoren Beziehungen stecken trauen sich auch öfters offen darüber reden... viele Dinge die früher undenkbar stigmatisiert waren können heute offen angesprochen und gelebt werden.
Halte ich es zumindest in Mitteleuropa und unserem Kulturkreis für realistisch zu sagen dass wir "EHER SCHON" Beziehungsunfähig werden... allerdings in der Deffinition: Unfähig zu der klassischen, ein Leben lang anhaltenden Beziehung die früher idealisiert wurde.
Ich glaub um den Fortbestand der Rasse müssen wir uns erstmal überhaupt keine Sorgen machen!
Da aber noch 2 andere Gründe für TOTALE Beziehungsunfähigkeit an denen gerade geforscht wird:
-realistische, lebensechte, Androiden (
Sexroboter)
-DNI (DirectNeuralInterface) und VirtualReality
...das sind 2 technische Entwicklungen die wohl die nächsten 10-50 Jahre über uns kommen und den Fortbestand der Rasse (und die Beziehungsfähigkeit sowieso) ERNSTHAFT gefährden könnten. Wenn man sich den idealen Partner wahlweise bauen lassen oder programmieren kann... ISt fraglich wie viel % der Menschheit sich die ganze Scheiße mit der Realität noch antun wollte...