- Registriert
- 8.10.2007
- Beiträge
- 4.680
- Reaktionen
- 34.630
- Checks
- 1
Also auch wenn Du manchmal ein wenig unfreundlich rüberkommst hier ein Versuch, meinen Senf dazu zu geben:
Tantra hat seine Wurzeln im tibetischen Buddhismus und stellt dort eine Form der buddhistischen Meditation dar. Die Meditations-Gottheiten, um die es geht, werden in sexueller Vereinigung dargestellt und visualisiert. Allerdings nicht, um sich dran zu begeilen, sondern als Symbol für die Vereinigung von Yin und Yang, für die Vereinigung des männlichen und des weiblichen Prinzips. Das Ganze hat sehr wenig bis nichts mit Sex in unserem Sinne zu tun, sondern soll über die - oft äußerst langwierigen und komplexen Meditationen - dazu führen, unseren Geist zu trainieren. Wenn Du dich in den diversen buddhistischen Gemeinschaften über Tantra informieren willst, wirst Du wahrscheinlich nicht viel erfahren. Diese Lehren sind dort aus gutem Grund sehr verborgen und werden nicht jedem weitergegeben. Es ist sehr schwierig, diese Praxis auszuführen, eben weils grade nicht ums ficken geht.
Ein gewisser Osho hat in den 60er/70er Jahren dann eine Bewegung ins Leben gerufen, die heute als "Neotantra" firmiert, und das ist vermutlich das, was Du meinst. Es gibt einige Institute, die Neo-Tantra als Workshop, Jahrestraining etc. anbieten. Dort erfährst Du mehr, und es macht Sinn, sich dort weiter zu informieren.
Die "Tantramassage" ist wiederum die verkleinerte Version des Neotantra, das außer der Massage noch viele andere Arten der Begegnung, Rituale etc. kennt. Viele Sexarbeiterinnen hängen sich das Mäntelchen der "Tantramassage" um, einfach, weil damit mehr Kohle zu machen ist, wie mit "üblichen" erotischen Massagen.
Grundlegend im Neotantra ist die Achtsamkeit der anderen Person gegenüber, das Annehmen dessen, was ist, in jeder Form, egal wie es sich äußert, das So-Sein, das Erkennen des Göttlichen im anderen (auch wenn das jetzt schwülstig klingt, aber ja, es ist so). Wir alle tragen den Funken des Göttlichen in uns, er ist oft nur sehr sehr verschüttet. (Und hier hast Du auch wieder die Verbindung zum buddhistischen Tantra).
Bei der "echten" Tantramassage" geht es also nicht darum, hier und da so und so hinzugreifen und zu massieren, sondern Du musst dich einfach öffnen für den anderen Menschen, der hier vor Dir liegt. Spüren, was er braucht. Mit allen Sinnen präsent sein, und für diesen Menschen, der jetzt bei Dir ist, einen Raum öffnen, der Sicherheit gibt, damit der sich ebenfalls vollständig öffnen und fallen lassen kann. Das ist nicht geil! Auch wenn Du und der andere Mensch beide nackt seid, es hat nichts mit Lust oder Sex zu tun. Lust und Sex können entstehen, aber weder Lust noch Sex noch ein Orgasmus sind das primäre Ziel einer Tantramassage. Bei einer klassischen Sportmassage ist ganz klar, worum es geht: Muskeln auflockern. Jeder gute Masseur, weiß dann, wo er wie hin zu greifen hat, damit dieses Ziel erreicht wird. Bei einer Erotikmassage ist das Ziel ebenfalls klar: der Orgasmus, und jede gute Masseurin wird wissen wie sie dir den verschafft. Bei der Tantramassage ist der Weg das Ziel. Das sich-öffnen, das Da-Sein, das Sich-fallen-lassen-können. Als Gebender ist es deine Aufgabe, zu fühlen, was jetzt grade gut ist, da zu sein, präsent zu bleiben, und dich eben nicht von deiner eigenen Lust und Geilheit davon tragen zu lassen, mit deinem Geist im Hier und Jetzt zu bleiben. Und wenn Du als Empfangender dann einen Orgasmus hast, fliegst Du durch die Sterne
Genau das wirst Du aus den eben erwähnten Gründen so nicht finden. Es ist eben keine klassische Massage.
Nein, kannst Du nicht. Genauso wie Du Tantra nicht auf 2 Seiten erklären kannst, kannst Du die Essenz des Qi Gong nicht auf einem Flyer ausdrucken, sondern höchstens ein paar Übungen zeigen oder präsentieren, aber den innersten Kern des Qi Gong kannst Du auch nur erfahren, nicht "erlesen".
Um eine Lehrerin sinngemäß zu zitieren "Ich kann dir viel über den Geschmack einer Birne erzählen. Aber Du wirst nie ihre Süße erfahren, wenn Du sie nicht kostest"
Perfekt! Da bin ich voll bei Dir!
Lg Gitti




