was mich bei manchen diskussionen hier stört ist die GRUNSÄTZLICHKEIT der argumente, die sehr oft einen moralischen grundsatz postulieren, die man (als argumentation) nur mehr borniert nennen kann. beispiel: bekiffte männer kommen sofort. sex und drogen passen nicht zusammen. oder ich kenn jemand, der immer kifft und dadurch keinen mehr hoch kriegt (agape) etc, etc. dass in so einer populärwissenschaftlichen fallstudie die ursache erektiler dysfunktion gleich ohne untersuchung dem haschisch zugeschoben wird, ist mittelalterliches denken. könnte doch (nur als hypothese)auch so sein, dass er soviel kifft, weil ihm keiner steht oder vielleicht gibt es auch andere uns allen unbekannte somatische ursachen bei dieser person, von der wir nicht einmal wissen, ob sie wirkich existiert.
natürlich sind menschen, die vollgepumpt mit haschisch, alkohol, von mir aus auch mit backhendel oder riesenschnitzel, kaum mehr zum erotischen genuss fähig, noch weniger wahrscheinlich, diesen auch dem partner zu vermitteln. aber jeder halbwegs gebildete weiß doch, dass zb das wort "pharmaki" im griechischen GIFT und HEILMITTEL bedeutet, die dosierung das alleinig entscheidende ist. so kann aus dem rausch-mittel cannabis auch ein rausch-gift werden. und jeder, der es in vernünftiger weise gebraucht hat, weiß, dass dadurch bei den meisten menschen weitere tore der empfindung als im normalzustand geöffnet werden, auch in sexueller hinsicht. aus eigener subjektiver erfahrung kann ich das nur bestätigen. warnen möchte ich davor, diesen besonderen zustand zum alltäglichen machen zu wollen, wie ich überhaupt meine, dass das hauptproblem im umgang mit drogen in unserer gesellschaft die allgemeine konsumhaltung ist, das "immer mehr" und "immer öfter", das in der einstellung zu drogen wohl das allerdümmste, für die händler aber das profitabelste ist.