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Ich würde sogar weiter gehen und es entWÜRDigend nennen. Und zwar für die Männer selbst.
Das möchte ich relativieren... die Originalaussage war "ich finde jüngere Frauen attraktiv".
Dröseln wir das ein bisschen auf, ich habe den Verdacht dir macht sowas Spaß...?
Wenn ich durch die Straßen laufe, und ich sehe eine junge Frau, dann gibt das oft einen unmittelbaren physischen Impuls. Besonders wenn ich schon länger abstinent war. Geil, lebendig, energetisch. Sind diese Frauen für mich "attraktiv"? Rein physisch sicher. Ein sehr tierischer Teil von mir will die alle schwängern. Aber ich bin ja mehr als nur dieser Teil. Der Rest von mir sieht die als Beinahe-Noch-Kinder, nicht als potentielle Sexualpartnerinnen. Ich kann eher über sie lächeln als sie küssen.
Attraktivität, die mich in Gefahr bringt, unvernünftige Dinge zu tun, ist ganz was anderes. Da braucht es Flirten und Scherze und Lachen und flüchtige ambivalente Berührungen, bei denen man denken kann, dass sie unbeabsichtigt sind, aber man weiß, dass das nicht ganz stimmt...
Wohl möglich (und sehr wahrscheinlich), dass die Männer, von denen du redest, diese Unterscheidungen zu treffen nicht in der Lage sind, und sich dem dann wirklich entwürdigenderweise hingeben. Und zwar für alle Beteiligten.
Ich glaube, erschreckend viele Menschen verkaufen sich da unter dem Wert und entwürdigen sich selbst schon im Vorfeld, indem sie meinen, dass das Reinstoßen in einen hübschen Körper das ist, was sie wollen.
Insofern kann ich mir gut vorstellen,dass diese Saunaclubs, in die der @Mitglied #364646 so gerne geht, über ein gewisses Suchtpotenzial verfügen.
Ich habe das mal probiert. Habe auch einmal Geld dort gelassen. Ich bereue es nicht, es ist gut das einmal erlebt zu haben, jetzt weiß ich es besser. Ja, das ist entwürdigend. Für diese Damen war ich genauso ein Objekt wie sie für mich. Sie wollten von mir Geld, ich wollte... nun, eigentlich ein Erlebnis, etwas Außergewöhnliches, aber bekommen habe ich das, was man an solchen Orten eben bekommt, nämlich lieblos einen runtergewimmelt. Ich habe es am Ende eher aus Neugier durchgezogen, nicht aus Leidenschaft.
Suchtpotential? Nein. Das war ein ganz und gar trauriger und sinnleerer Ort. Allein schon, wie die Damen sich gegenseitig angeschaut und übereinander geredet haben.... wäh. Da wird er mir aber schon SO klein. Und dann die Männer dazu. Igitt.
Ich will nicht deinen Job angreifen, ich weiß ja auch nicht was genau du so treibst - aber ich fürchte, das gilt zumindest für fast alle "normale" Sexarbeit. Tantra-Massagen können ein bisschen besser sein. Dominas können viel besser sein, ironischerweise hatte ich bei denen nie das Gefühl dass ich nur ein saftiges Stück Geldbeutel bin. Stripperinnen sind interessant, weil die dafür bezahlt werden, dass sie den Mann eine Zeitlang zum Mittelpunkt ihres Universums machen, und das ist zumindest ein bisschen erhebend.
Aber FAST jede Prostitution ist leider so richtig, richtig gruselig und garstig. Und muss das auch sein. Und ich glaube, das liegt nicht nur an den Machtverhältnissen. Das liegt zum Teil an der Idee von Sex gegen Geld, weil Sex völlig ohne Gefühle einfach nicht möglich ist und das Ganze insofern immer eine Art (Selbst)betrug ist.
Entweder das, oder... ich bin einfach rettungslos romantisch. ;-)


