Geschichte der O

Im Sinne der Gleichberechtigung würde ich es auch spannend finden, wenn der Mann in die Rolle der O schlüpfen würde, damit er erlebt, wie sich das anfühlt.
Ich wüsste auch nicht, warum so etwas nicht möglich sein soll. Ein Mann, der bereite ist, sich einer Frau, sich seiner Frau komplett auszuliefern, die dann über sein Schicksal entscheidet. Und da kann es schon sein dass sie ihn in einem Schloss abliefert, wo Dritte über seine Sexualität befinden. Und wenn er nicht folgt, dann gibt es den strafBock, allenfalls die Strafzelle, wo er wahrscheinlich sehr schnell lernt, welche Rolle ja einnimmt wo ein Platz ist. Es ist völlig klar, dass er in dem Schloss wahrscheinlich die ganze Zeit ohne Slip, ohne Höschen an einer sehr kurzen Leine Von Damen in hochhackigen Stiefeln und Schuhen , die in der anderen eine dünne schmale reite tragen, herumgeführt wird. Und bei kleinsten Aufsässigkeit klatscht die Gerte am Po. Was daran so entwürdigend ist, ist die Tatsache dass seine Frau, seine Herrin ihn dort abgeliefert hat – zur Erziehung, zum absoluten Gehorsam. Das kurze scharfe klatschen am Po ist sehr sehr lehrreich, ist er tierisch sehr wirksam, diszipliniert unglaublich schnell
 
Hai an alle!
Also werde ich jetzt auch meinen Senf dazugeben, oder aus meinen Erfahrungen Plauschen.
Ich betreibe BDSM seit 40 Jahren. Und habe in dieser Zeit 4 Damen "ausgebildet" im Sinne der O.
Sie waren aber immer eigenständig in ihren Handlungen. Ich weiß es hört sich vielleicht blöd an, war aber so.
Wenn ich mich mit ihnen getroffen habe war es ein normales D/s Verhältnis. Ich ihr Herr oder mehr der Lehrer, und sie die Schülerinnen. Die treffen waren immer verschieden, meist einen Tag lang. Oder Wochenenden. Aber auch Stundenweise.
Sie lernten wie sie sich zu verhalten hatten und auch alle möglichen Praktigen um sich als O zu behaupten. Eine O ist nicht irgendeine Sklavin oder eine sub. Sie ist eine O. Dies verkörpert Eleganz, Benehmen, Kenntnisse der Praktigen, sicheres Auftreten, einen Schmerz zu ertragen, willig zu sein und sich hinzugeben denjenigen den sie sich aussucht. Das ist das Ziel seiner Ausbildung.
Ich weiß das jetzt einige lachen werden. Aber in den Zirkeln wird wirklich wert darauf gelegt.
Und ja wenn sie im Begleitung zu einer diesen Veranstaltungen geht, ist sie O. Das heißt sie genießt es einen Herrn zu haben, nicht irgend einen. Sondern ihren Herrn. Und wird ihm in diesen Sinne "dienen", und wenn es es möchte werden dort auch andere in das Vergnügen kommen sich mit ihr zu Vergnügen.
Aber das heißt noch lange nicht das sie sich jeden hingibt oder auch Unterwirft.
Die Frauen waren alle in einem Alter zwischen 26 und 35 Jahren. Die Ausbildung dauerte meist zwischen 6 Und 12 Monate.
Und keine war an mich wirklich gebunden. Sie waren immer Frei. Also in keiner fixen Beziehung mit mir.
So wieder mal aus dem Nähkästchen geplaudert.
Übrigens hat es so Zirkel, oder so Vereinigungen schon immer gegeben und wird es auch immer geben. Und das die Eintritte in diese exklusiv bleiben haben sie ihren Preis. :lehrer: :winke:
 
Eine O ist nicht einfach eine nackte Frau mit der man machen kann was man will.
Man muss sich bewußt sein, daß man eine Frau hat, die das auch wirklich will was sie macht.
Es gibt eben Unterschiede in vielen Bereichen.
Momentan ist "COP" sehr angesagt. Auch dort gibt es spezielle Veranstaltungen der "O". Auch in München oder Amstetten.
Die Damen wenn sie einmal eingeführt wurden in diesen Kreis, sind auch immer wieder alleine bei diesen Veranstaltungen zu treffen.
 
Man muss da Fiktion und reale Welt unterscheiden.

In unserer realen Welt ist die O-Geschichte im BDSM Bereich angesiedelt - also wird grundsätzlich Konsens hergestellt, innerhalb dessen sich Dom mit sub bewegen darf. Sonst wäre zb spanking ja eine Körperverletzung. Dh. Sub bestimmt auch immer den Rahmen, alles andere wäre Missbrauch. Und ja, da gibt es natürlich auch Tabus.


In der Fiktion kann man sich die Geschichten ausdenken wie man will ... Und subs werden verschachert, verschleppt ... Was auch immer.


Zum realen nochmal: man muss eines bedenken: wenn du als sub deinem Herrn gefallen willst, fragst du dich nicht "will ich den schiachen Typen, den er da angeschleppt hat, wirklich ficken?" sondern "kann ich meinem Herrn diesen Wunsch /diesen Befehl erfüllen?"

Quintessenz: manchmal sagt man aus Gründen Dinge, die man sonst nicht sagen würde. Gründe können vielfältig sein - gefallen wollen, Geilheit, Schmerz ...
Vielen Dank für deine Stimme der Vernunft. Denke da biegen einige in der Diskussion in dunkle Ecken ab, die man in der Praxis einer O Beziehung sowieso durch Safewords, Feedback Gespräche... normalerweise nicht hat. Es muss uns ja auch allen klar sein, dass die Realität nie so extrem abläuft wie im Film. Das würde die Dame ja physisch und psychisch schwer überstehen.
 
Es scheint eine kleine aber feine Szene zu geben, die Events im Stil der Geschichte der O auslebt. Vor einigen Jahren bin ich mit Begeisterung ebenfalls zu diesem Thema gestoßen und genieße die Erweiterung meines BDSM Lebens. Hier scheint es aber viele unterschiedliche Interpretationen des Themas zu geben. Ich gebe hier gerne meine Wahrnehmung und bitte euch, wenn ihr mit dem Thema bereits selbst Erfahrungen gemacht habt eure Sicht der Dinge dazu zu stellen.

Aus meiner Sicht ist ein Paar in einer "O und ihr Herr" Dynamik ein klassisches D/S Paar mit der Erweiterung, dass die submissive Dame zusätzlich Ihre Sexualität übergibt. Der Herr hat nun die Verantwortung, aber auch die Freude daran von der O sexuelle Leistungen außerhalb der Beziehung zu erbitten. Genauso wie man entsprechend seiner D/S Dynamik vorher nicht fragen muss ob man ihr ein Bondage anlegen darf genauso muss man die O nicht fragen ob sie bereit wäre eine sexuelle Dienstleistung außerhalb der Beziehung zu erbringen. Das Safe Word muss es natürlich immer geben. Die O gibt sich ja auch freiwillig in diese Dynamik und ist auch frei diese zu beenden.
Geht es um das Buch oder um eine Verfilmung? Der Roman hat mich enttäuscht, er wirkt eher berechnet heruntergeschrieben als die Story, die sich ein verliebtes Mädchen zusammenphantasiert und abends niederschreibt. Sir Stephen ist eine blasse Figur, völlig hohl gezeichnet und zudem ist die Handlung doch sehr vorhersehbar. Auch weil die ganze O.-Sache schon so bekannt ist verstehe ich nicht, warum man sie nachspielen will. Wenigstens die Namen austauschen, wäre mein Vorschlag.
 
Der Film kam Mitte 70ige in die Kino und ich habe ihn auch gesehen. Fand ihn langweilig. Und dann begann die Zeit der vielen O's und Sirs im SM-Sektor.... Viele hatten keine Ahnung was das überhaupt sein sollte und darüber geredet wurde nur im Kämmerlein.
Es gibt nun ja Filme/Serien und Porn-Videos dazu. Alle sind schlecht. Aber das verfilmte Buch taugt literarisch auch wenig. Mir kommt es so vor, als wenn über 40jährige Winnetou nachspielen und glauben, er sieht wie Pierre Brice aus.
 
(sorry für die Länge :rolleyes:)...

Ich hab den Thread jetzt länger verfolgt und gewinne den Eindruck, daß hier gar nicht über die Geschichte der O diskuttiert wird, sondern jeder über seine ganz persönliche Geschichte. 😄

Es ist doch so, dass sich in den Köpfen von Männchen und Weibchen seit Menschengedenken die unterschiedlichsten sexuellen Fantasien bilden. Die Geschichte der O hat diese Fantasien weder erfunden noch patentiert. Sie kam einfach in den 70ern genau zur richtigen Zeit daher und hat bei vielen das Kopfkino angeworfen. Plötzlich hatten Vorstellungen, die vielleicht bisher nur im Verborgenen existierten, einen Namen, Bilder und eine Geschichte.

Vielleicht erklärt das auch, warum hier so unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen.

@Mitglied #386977 versteht die Geschichte der O in erster Linie als praktische Beschreibung einer D/s-Dynamik, in der auch die Sexualität der Sub in die Verantwortung des Herrn übergeht. @Mitglied #758974 betrachtet den Roman vor allem als literarisches Werk seiner Zeit und trennt sehr bewusst zwischen Fiktion und ihrer eigenen, monogamen D/s-Beziehung. @Mitglied #498650 lebt eine ähnliche Dynamik, verzichtet aber bewusst auf Schubladen und Etiketten. @Mitglied #427583 hebt vor allem die Faszination des Romans und die völlige Auslieferung der O hervor, während @Mitglied #763435 die Frage aufwirft, wie eine solche Dynamik wohl mit vertauschten Rollen aussehen würde. @Mitglied #61412 sieht in der Geschichte eher eine männliche Fantasie und stößt sich daran, dass O scheinbar zum Objekt wird. @Mitglied #333612 erinnert sich vor allem an Film und Zeitgeist der 70er und hält beides heute eher für überholt. @Mitglied #739484 bringt für mich die spannendste psychologische Frage ein: Wo endet freiwillige Hingabe und wo beginnt Beeinflussung oder Manipulation? @Mitglied #527463 liest in der Verfilmung vor allem eine Missbrauchsgeschichte, trennt diese aber sehr klar von einer konsensuellen D/s-Beziehung. @Mitglied #263052 schildert eindrucksvoll ihre eigene Vergangenheit zwischen sexueller Verfügbarkeit und heutiger selbstbestimmter Freiheit. @Mitglied #331390 versucht immer wieder den Bogen zwischen Roman, Film und gelebter BDSM-Praxis zu schlagen und hinterfragt dabei konsequent die Grenzen des Konsenses. @Mitglied #100330 bringt den juristisch und BDSM-technisch wohl klarsten Standpunkt ein: Die Sub definiert den Rahmen und die Tabus, innerhalb dieses Rahmens kann Dominanz gelebt werden. @Mitglied #141969 relativiert vieles, erinnert daran, dass Roman, Realität und heutige Szene oft romantisiert oder kommerzialisiert werden. Und @Mitglied #433600 beschreibt schließlich fast schon eine "O-Akademie" mit Ausbildung, Etikette, Zirkeln und jahrzehntelanger Praxis.😄

Ich glaube deshalb, jeder nimmt sich aus der Geschichte der O genau jene Bausteine heraus, die zur eigenen Sexualität passen. Für den einen ist schon der Gedanke an einen Dritten ein absolutes "Pfui Gack". Für den nächsten liegt genau darin der Reiz. Und wieder andere sagen: "Na selbstverständlich."

Vielleicht hat das auch einen tieferen psychologischen Hintergrund. Unsere sexuellen Fantasien entstehen ja nicht im luftleeren Raum. Sie haben ihre Wurzeln oft tief in unserem inneren Kind, unseren frühen Erfahrungen, Sehnsüchten und psychologischen Prägungen. In diesem Sinn wirkt die Geschichte der O für mich fast wie ein Spiegel: Wir lesen darin weniger die Geschichte der O als vielmehr unsere eigene.
Meine persönliche Verbindung zur Geschichte der O ist allerdings eine andere.
Mich hat nie primär interessiert, mit wem O schläft oder welche Praktiken sie erlebt. Das sind für mich eher die sichtbaren Folgen einer viel tiefergehenden Dynamik.

Mich interessiert der Weg dorthin.

Ich glaube, ein Dom kann seine Sub erst dann wirklich führen, wenn beide zuvor ihre Hausaufgaben gemacht haben. Und diese Hausaufgaben bestehen für mich nicht aus Fesseln, Schlägen oder Regeln, sondern daraus, den anderen Menschen wirklich kennenzulernen. Seine Ängste. Seine Sehnsüchte. Seine Trigger. Seine Grenzen. Seine Wünsche. Seine Sprache.

Erst wenn beide gelernt haben, einander zu lesen, entsteht jene Vertrauensbasis, auf der Submission überhaupt möglich wird.
Dann bekommen Begriffe wie Führung, Gehorsam, Strafe, Unterdrückung oder auch Schläge eine völlig andere Bedeutung. Nicht, weil plötzlich alles erlaubt wäre, sondern weil alles innerhalb eines gemeinsam entwickelten Konsenses geschieht. Und zu diesem Konsens gehört für mich weit mehr als ein ausgesprochenes "Ja". Er beinhaltet auch die mentale Verantwortung füreinander. Die Verantwortung des Doms, seine Sub wirklich zu verstehen, sie lesen zu können und ihre Grenzen manchmal schon zu erkennen, bevor sie selbst sie in Worte fassen kann.
Vielleicht beginnt BDSM für mich deshalb nicht mit einem Halsband, sondern mit einem Gespräch. Nicht mit einer Session, sondern mit Vertrauen. Der Geist folgt zuerst. Der Körper später.

Genau deshalb ist für mich die Geschichte der O weder eine Anleitung noch ein Regelwerk. Sie ist eine Projektionsfläche. Jeder entdeckt darin das, was ihn selbst bewegt. Der eine Besitz, der andere Freiheit. Der eine Erniedrigung, der andere Hingabe. Der eine Sexualität mit Dritten, der andere ausschließlich die mentale Dynamik zwischen zwei Menschen und manchmal auch mehreren.
 
Ich glaube, ein Dom kann seine Sub erst dann wirklich führen, wenn beide zuvor ihre Hausaufgaben gemacht haben. Und diese Hausaufgaben bestehen für mich nicht aus Fesseln, Schlägen oder Regeln, sondern daraus, den anderen Menschen wirklich kennenzulernen. Seine Ängste. Seine Sehnsüchte. Seine Trigger. Seine Grenzen. Seine Wünsche. Seine Sprache.
Also es ist für mich nicht ein Lebenssinn.
Vielmehr muss die Idee, der Wunsch von der Frau kommen.
Seltsamerweise kenn die jungen Damen und auch die jungen Hernn die Geschichte der O nicht wirklich. Die reiferen Damen die so zwischen 35 und 45 sind, bringen sehr viel BDSM Erfahrung mit und haben meist eine D/s Trennung hintersich. Sie wollen nach einer gewissen Zeit wo dazugehören. Ihre Neigungen ausleben, ohne das sie als flatterhaft oder oberflächlich gelten. Sie möchten dienen, ihre Sexualität ausleben, in einem gewissen sicheren Rahmen. Den die Männer die man in so Zirkeln kennen lernt sind keine Rüpel, oder irgendwie wirklich gefährlich. Sie bieten das was die O sucht.
Sicher trifft das nicht auf alle zu. Aber wenn ich so nachdenken, ich habe das schon so 35 Jahren kennen gelernt.
Aber ein jeder soll das für sich machen was ihr oder ihm gefällt, wichtig man akzeptiert die Grenzen.
 
Also es ist für mich nicht ein Lebenssinn.
Vielmehr muss die Idee, der Wunsch von der Frau kommen.
Seltsamerweise kenn die jungen Damen und auch die jungen Hernn die Geschichte der O nicht wirklich. Die reiferen Damen die so zwischen 35 und 45 sind, bringen sehr viel BDSM Erfahrung mit und haben meist eine D/s Trennung hintersich. Sie wollen nach einer gewissen Zeit wo dazugehören. Ihre Neigungen ausleben, ohne das sie als flatterhaft oder oberflächlich gelten. Sie möchten dienen, ihre Sexualität ausleben, in einem gewissen sicheren Rahmen. Den die Männer die man in so Zirkeln kennen lernt sind keine Rüpel, oder irgendwie wirklich gefährlich. Sie bieten das was die O sucht.
Sicher trifft das nicht auf alle zu. Aber wenn ich so nachdenken, ich habe das schon so 35 Jahren kennen gelernt.
Aber ein jeder soll das für sich machen was ihr oder ihm gefällt, wichtig man akzeptiert die Grenzen.
Grundsätzlich denke ich, ohne irgendwelche Statistiken zu kennen, dass es vermutlich mehr männliche Doms als weibliche gibt. Falls das tatsächlich so ist, könnte das auch erklären, warum viele Subs nach einer enttäuschenden D/s-Beziehung irgendwann gezielt einen Zirkel oder eine Community aufsuchen. Dort treffen sie auf eine größere Auswahl an erfahrenen Doms, die ähnliche Werte und Vorstellungen teilen. Die Wahrscheinlichkeit, jemanden zu finden, mit dem die Chemie stimmt, ist dort einfach höher als im normalen Alltag. Gleichzeitig entsteht ein Gefühl von Zugehörigkeit, weil man weiß, dass die Menschen dort grundsätzlich ähnlich ticken.

Etwas provokant formuliert: Männer haben es, wenn sie ein sehr konkretes sexuelles Bedürfnis haben, oft vergleichsweise einfach. Sie können, sofern sie das möchten, zu einer Sexarbeiterin gehen. Für Frauen existiert ein vergleichbares, leicht zugängliches Angebot kaum. Wenn eine Frau jedoch nach einem passenden Dom sucht, könnte ein BDSM-Zirkel eine ähnliche Funktion erfüllen. Nicht, weil dort Sexualität "gekauft" wird, sondern weil sich dort Menschen mit derselben Neigung treffen und die Wahrscheinlichkeit steigt, den passenden Gegenpart zu finden.

Vielleicht erklärt das zumindest teilweise, warum gerade erfahrene Subs nach einer Trennung häufiger den Weg in solche Communities finden.
 
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