Mythos: Unbeschnittene Penisse entwickeln übelriechendes Smegma.
Realitätscheck: Tatsächlich wird Smegma sowohl von den Genitalien von Frauen produziert, solange sie im fortpflanzungsfähigen Alter sind. Smegma besteht aus Sebum und Hautzellen und befeuchtet die Vorhaut und die Eichel bei Männern, und die Klitorisvorhaut und die inneren Schamlippen bei Frauen.
Es wird beim Baden oder Duschen abgespült, und verursacht keinen Krebs oder irgendwelche anderen gesundheitlichen Probleme,
Mythos: Unbeschnittene Jungen bekommen häufiger Harntraktinfektionen (HTI)
Realitätscheck: Diese Behauptung beruht auf einer Studie, die die Unterlagen von Babys, die in nur einem einzigen Krankenhaus geboren wurden, untersuchte (
Wiswell 1985). Die Studie wies viele Fehler auf, unter anderen wurde nicht genau überprüft, ob die Babys beschnitten wurden oder nicht, ob sie Freigeborene waren und deshalb allgemein anfälliger gegenüber Infektionen waren, ob die natürlich gestillt wurden (Stillen schützt vor Harntraktinfektionen), und ob die Vorhaut der unbeschnittenen Jungen gewaltsam zurückgezogen wurden (wodurch schädliche Bakterien eingeführt und Harntraktinfektion verursacht werden können) (
Pisacane 1990).
Seit dieser Studie wurden viele Studien veröffentlicht, die entweder keine verringerte Häufigkeit Harntraktinfektion infolge der Beschneidung feststellten, oder eine erhöhte Häufigkeit von Harntraktinfektionen infolge der Beschneidung feststellen. Somit ist die Beschneidung zur Prävention von Harntraktinfektion nicht zu empfehlen (
Thompson 1990). Mädchen haben (vielfach) höhere Raten von Harntraktinfektionen als Jungs, und dennoch werden einem Mädchen, das eine Harntraktinfektion bekomm, einfach Antibiotika verschrieben. Die gleiche Behandlung funktioniert auch bei Jungs.
Mythos: Beschneidung ist es wert, weil sie Leben retten kann.
Realitätscheck: Man denke an Brustkrebs: Es gibt eine 12% Chance, das seine Frau in ihrem Leben an Brustkrebs erkrankt. Die Entfernung der Brustdrüsen bei der Geburt würde das verhindern, dennoch würde niemand befürworten, das einem Baby anzutun. Es wird immer noch als etwas schockierend betrachtet, wenn sich eine Frau für eine prophylaktische Masektomie entscheidet, weil sie ein Brustkrebs Gen hat, dennoch ist diese eine persönliche Entscheidung auf Grundlage eines erhöhten Krebsrisikos.
Das lebenslange Risiko einer HIV-Infektion beträgt für Männer weniger als 2%, und kann durch den konsequenten Kodomgebrauch auf nahezu 0% reduziert werden (
Hall 2008). Wie können wir da eine prophylaktische Beschneidung von männlichen Babys befürworten?
Die Wissenschaft und die verfügbaren Daten unterstützen die Praktik der Beschneidung von Säuglingen [oder Kindern] nicht.
Die Beschneidung macht den Gebrauch von Kondomen nicht überflüssig. Der erwachsene Mann sollte das Recht haben eine eigene Entscheidung zu treffen und seinen Körper sollte nicht als Baby dauerhaft beschädigt werden.
Mythos: Die Beschneidung macht den Sex für die frau besser.
Realitätscheck: Die Funktion die die Vorhaut beim Geschlechtsverkehr für die Frau erfüllt ist es, die die natürlichen Gleitmittel in der Vagina zu halten und für eine sanfte Massageartige Bewegung zu sorgen. Der intakte Penis bewegt sich aus seiner eigenen Vorhaut ein und aus, was für eine reibungsfreie rollende Gleitempfindung sorgt.
Intakte Männer neigen zu kürzere Stoßbewegungen zu machen, was ihren Körper in näherem Kontakt zur Klitoris hält. und so dem weiblichen Orgasmus hilft (
O'Hara 1999).
Der beschnittene Penis dagegen wirkt während dem Geschlechtsverkehr wie ein Kolben, die Eichel des Penis schabt mit jeder Zugbewegung die natürlichen Gleitmittel aus der Vagina heraus. Bei den Stoßbewegungen reibt seine Haut gegen die Vaginaleingang, was Unbehagen manchmal sogar Schmerzen verursacht. (
O'Hara 1999,
Bensley 2001). Die Beschneidung macht den Sex keinesfalls besser für die Frau, sondern verringert das sexuelle Vergnügen der Frau.
Mythos: Frauen wollen keinen Sex mit unbeschnitten Männern haben
Realitätscheck:
In einer bahnbrechenden Studie an US-amerikanischen Frauen, die sowohl Erfahrungen mit beschnitten als auch intakten Männern hatten, bevorzugten 85% der Frauen Sex mit intakten Männern. Der Sex mit beschnittenen Mann war mit Schmerzen, Trockenheit, und Orgasmusschwierigkeiten vergesellschaften (
O'Hara 1999). In einer anderen Studie erreichten Frauen zwei Mal häufiger einen Orgasmus mit einem intakten Mann (
Bensley 2003). Selbst wenn Frauen angaben, dass sie einen beschnittenen Partner bevorzugten, berichteten sie dennoch über weniger Trockenheit und Unbehagen beim Geschlechtsverkehr mit intakten Männern (
O'Hara 1999).
Mythos: "Beschnitten zu sein beeinträchtigt mein Sexleben nicht."
Realitätscheck:
Männer, die beschnitten sind, haben eine 60% höherere Wahrscheinlichkeit Schwierigkeiten ihre Gefühle zu erkennen und auszudrücken, was zu Eheproblemen führen kann (
Bollinger 2010).
Beschnittene Männer leiden 4,5 mal häufiger an erektiler Dysfunktion, gebrauchen Medikamente wie Viagra und leiden an vorzeitigem Samenerguss (
Bollinger 2010,
Tang 2011).
Männer, die als Erwachsene beschnitten wurden, leiden infolge an einem verringerten Empfindungsvermögen und einer verringerten Qualität der Erektion, und sowohl sie als auch ihre Partner haben im allgemeinen weniger befriedigenden Sex. (
Kim 2007,
Solinis 2007).