Erste Hilfe für BDSM‘ler

Dann musst du dich bei @Mitglied #440453 beschweren, die dieses Thema erstellt hat. Ließ mal die Eröffnung.
Ich beschwere mich gar nicht. Worüber auch? Die TE hat sich mehr Erste-Hilfe-Kurse gewünscht, weil beim BDSM leicht etwas passieren kann und ich fand die richtige Vorbereitung wichtig. Erste-Hilfe ist gut. Erste-Hilfe ist wichtig. Immer und überall.
 
Naja, das ist nun mal wieder so eine alles oder nichts bedeutende Schlaumeier-Aussage. Es gibt durchaus Praktiken, die "risikominimiert" keinen Kick bereiten und bei höherer Dosis zu gefährlich werden.
DIR keinen Kick bereiten und einigen wenigen Anderen. Für den Einen ist die Hand an der Kehle der Kick und der Andere möchte gerne 2 Minuten mit dem Strick um den Hals stranguliert werden. Das Verhältnis ist vermutlich 100:1 oder noch höher.
Aber um Deine Posts, die ich im übrigen sehr erfrischend finde, wenn auch im Ton meist ein wenig kampflustig, nicht ständig zu relativieren: Das Risiko liegt letztlich bei jenen, die eine ständig steigende Dosis Schmerz, Gefahr, etc. brauchen. Wenn der Kick sich immer weiter verschiebt, sollte man nachdenklich werden. Als Sub- und natürlich auch als beteiligter Dom-Mensch. Da fängt für verantwortungsbewusste Männer und Frauen schon Erste-Hilfe an.
 
Naja, das ist nun mal wieder so eine alles oder nichts bedeutende Schlaumeier-Aussage. Es gibt durchaus Praktiken, die "risikominimiert" keinen Kick bereiten und bei höherer Dosis zu gefährlich werden.
Eigentlich ist es die Anwendung der Duden-Definition von Verantwortung auf das hier vorgestellte Thema:
Verantwortung, die
[mit einer bestimmten Aufgabe, einer bestimmten Stellung verbundene] Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass (innerhalb eines bestimmten Rahmens) alles einen möglichst guten Verlauf nimmt, das jeweils Notwendige und Richtige getan wird und möglichst kein Schaden entsteht
Duden | Verantwortung | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme
Gemäß des von der TE vorgestellten Rahmens, dass Praktiken stattfinden, die Risiken beinhalten, wäre eine Risikominimierung nunmal der verantwortungsvolle Umgang.
Absichtiliches Erhöhen von Risiken, damit diese einen Kick bereiten, empfände ich bei Praktiken mit bereits nicht ausschliessbaren Risiken, als grob verantwortungslos.
Eine Risikominimierung zu betreiben, ist auch nicht gleich einer risikominimierten Praktik.
 
Zuletzt bearbeitet:
So ist es ja leider doch zu einer Grundsatz-Diskussion eskaliert... aber ob ich jetzt im verantwortungsvollen Rahmen spiele, an Grenzen gehe oder darüber hinaus - IMMER kann etwas passieren, es verändert sich nur die Wahrscheinlichkeit.
Ich möchte hier keine Wertung über Sinn und Unsinn gewisser Praktiken (Die auch im „normalen“ Sex zu Verletzungen führen können), sondern wollte nur wissen, ob Ihr Euch medizinisch so weit bildet, dass ihr IM FALL eines Notfalles auch verantwortungsvoll agieren könnt...

Hier schreiben viele kluge Menschen, die sich wirklich toll mit dem Thema auseinandersetzen - Danke!! Und vielleicht lässt es den ein oder anderen unerfahreneren oder sich selbst überschätzenden Neuling darüber nachdenken, sein medizinisches Grundlagenwissen auf einen aktuellen Stand zu bringen....
 
, sein medizinisches Grundlagenwissen auf einen aktuellen Stand zu bringen....


Damit es zu keinem Notfall kommt, nehme ich dein Stichwort "Grundlagenwissen".

Irgendwie sollte man ja miteinander vorher reden.
Medikamente, Allergien, Diabetes, Blutverdünner, Lötn im Bewegungsapparat, u.s.w., je nach dem.

Das weiß ich sogar von meinen Nachbarn.
Wenn die Biene sticht, weiß ich wem ich eine Fenestil über den Gartenzaun schmeiß und bei wem ich mit dem Notfallset über den Zaun spring. ;)
 
Ich beschwere mich gar nicht. Worüber auch? Die TE hat sich mehr Erste-Hilfe-Kurse gewünscht, weil beim BDSM leicht etwas passieren kann und ich fand die richtige Vorbereitung wichtig. Erste-Hilfe ist gut. Erste-Hilfe ist wichtig. Immer und überall.

Naja, dein Post klingt schon so, als wäre hier die Kirche nicht mehr im Dorf, weil 99 % eh nicht betroffen wären und der Thread an der Realität vorbei.
 
räusper....ich bin ja eine u.a. Gartlerin.
Auch hier habe ich ein Erste-Hilfe-Package inkl. Adrenalinspritze. ;)

Ich denke, dass man bei allen Tätigkeiten, wo es zu einer Verletzung kommen kann, dementsprechend gerüstet ist. :)

Wenn ich allerdings verantwortlich bin, ist es selbstverständlich.

Antihistaminikum und Adrenalinspritze lass bitte zuhause.... es sei denn, du benötigst sie als allergikerin für deinen eignenen bedarf..... selbst das verabreichen eines aspirin übersteigt die zulässigen erste-hilfe maßnahmen bei weitem und werden als grob fahrlässig betrachtet...
 
Antihistaminikum und Adrenalinspritze lass bitte zuhause.... es sei denn, du benötigst sie als allergikerin für deinen eignenen bedarf..... selbst das verabreichen eines aspirin übersteigt die zulässigen erste-hilfe maßnahmen bei weitem und werden als grob fahrlässig betrachtet...


Gerade wenn man mit Ölen, Gewürzen etc. spielt, weißt du´s nicht, oder?
Hautreizungen sind oft keine Seltenheit, ein kühlendes Gel, ist kein Fehler.
Lieber zuviel und du wirfst es bei Ablaufdatum weg, als nix, wenn man es braucht.

Ich habe schon, explizit eine kanadische Verwandte erlebt, die kaum Luft bekam nach einem Achterl Wein. (war Allergie auf geschwefelten Wein)
Man weiß es nicht.

Klar wenn jemand Bilderbücherl anschauen tät wollen, brauch ich nur meine Lesebrille. ;)
Außer einem Papierschnitt ist nix zu befürchten.

Tja und wie immer im Leben, betrifft das zwei Personen, die es sich ausmachen, wie sie´s wollen.
Ich denke nicht, dass eine dritte Person, dann irgendwie den Durchblick hat und weiß was es braucht und was nicht.

Wie oben gesagt, sogar die Nachbarn sind froh, wenn du ihnen das Leben rettest.
Das hat nichts mit BDSM zu tun, selbst den gestürzten Radlfahrer vor der Tür kann ich erstversorgen. ;)
 
Gerade wenn man mit Ölen, Gewürzen etc. spielt, weißt du´s nicht, oder?
Hautreizungen sind oft keine Seltenheit, ein kühlendes Gel, ist kein Fehler.
Lieber zuviel und du wirfst es bei Ablaufdatum weg, als nix, wenn man es braucht.

Ich habe schon, explizit eine kanadische Verwandte erlebt, die kaum Luft bekam nach einem Achterl Wein. (war Allergie auf geschwefelten Wein)
Man weiß es nicht.

Klar wenn jemand Bilderbücherl anschauen tät wollen, brauch ich nur meine Lesebrille. ;)
Außer einem Papierschnitt ist nix zu befürchten.

Tja und wie immer im Leben, betrifft das zwei Personen, die es sich ausmachen, wie sie´s wollen.
Ich denke nicht, dass eine dritte Person, dann irgendwie den Durchblick hat und weiß was es braucht und was nicht.

Wie oben gesagt, sogar die Nachbarn sind froh, wenn du ihnen das Leben rettest.
Das hat nichts mit BDSM zu tun, selbst den gestürzten Radlfahrer vor der Tür kann ich erstversorgen. ;)


wenn man im zuge irgendwelcher tätigkeiten eine, bisher unbekannte allergische reaktion auslöst und dieser soglich mit adrenalin zuleibe rückt, sollte man völlig zurecht ein gespräch mit staatsanwaltschaft und richterschaft führen.

das hat mit erster hilfe nämlich absolut nichts zu tun.....

ein diagnostizierter allergiger wird seine medikamente bei sich führen wie en diabetiker, was die situation in einer partnerschaft natürlich ändert.... aber nur in einer partnerschaft..... fremden personen verabreicht man keinerlei medikamnete. wer anderes empfiehlt betreibt nichts anderes als anstiftung zu einer straftat...

auch das argument 'was zwei sich ausamchen' greift in solchen fällen völlig zu kurz.....
 
@Mitglied #32127: Du wirst deine Erfahrungen gemacht haben, das respektiere ich.

Wie du richtig schreibst, entscheide ich, was ich verantworten kann und was nicht.
Übrigens, ich habe bereits Leben gerettet, weil ich es nämlich kann. ;)

Was du schreibst ist meiner Erfahrung nach, in meiner Welt nicht zutreffend.

So ganz unter uns, ich habe lieber einen dilettantischen Luftröhrenschnitt mit einem Bigkugelschreiber auf der Alm, als die restliche Ewigkeit tot sein.
Wenn jemand helfen kann, ist in der Situation immer besser etwas zu tun, als zu stehen und zu schauen.

Sei mir net bös, einen einfachen EpiPen haben Kinder im Schulrucksack.

Und sollte ich je vor einem Richter stehen, brauche ich keine Angst haben, weil ich ganz genau weiß was ich mache und was nicht.
Sodale und dann schaust mal in die Ris-Datenbank, oder bist eh ein Jurist und erzählst mir dann, was passiert, wenn ich der 80jährigen Nachbarin den EpiPen gebe und sie stabilisiere bis die Rettung kommt. Irgendwie haben´s mich vergessen zu verklagen, oder?

Über Allergien brauchst sowieso nicht wirklich mit mir diskutieren, das ist Gott gewollt mein großes Thema.
...und nein ich bin nicht allergisch...ich rette meine eigenen Leut….:)

Und aus.
Mit BDSM hat es nichts zu tun.
Menschen treffen Menschen hat mit BDSM etwas zu tun.
Wenn du für jemand verantwortlich bist, passt du so gut als möglich auf ihn auf.
Wenn ich führe bin ich bestmöglich vorbereitet.
Gott geb´s, dass ich es nie brauche.
 
ja eh, aber der von dir zitierte post sprach von neurologischen ursachen ... das is wirklich nix für laien ;)

Öhm, dazu kann ich ganz OT eine ganz andere persönliche Geschichte beisteuern. Vierfacher Bandscheibenvorfall (ich normalgewichtig, immer sehr sportlich gewesen von Jugend an) gehe mit den typischen Symptomen in die Notfallambulanz in eines der Wiener Krankenhäuser. Kannte soetwas nicht. Erster Orthopäde infiltriert die verspannte Muskulatur. Nach vier Stunden biege ich mich wie ein Kiepferl, der Notarzt kommt vorbei infiltriert die Muskulatur noch einmal. An Schlaf ist nicht zu denken. Am folgenden Tag lasse ich mich überreden die Rettung zu rufen, da der Notarzt dies empfohlen hat, wenn die Schmerzen und Symptome nicht verschwinden. Rettung kommt. Top - super freundlich und karren mich in dasselbe Wiener Spital. Dort Wartezeit 10 Stunden. Nach 8 Stunden reisst meinem Lebenspartner der Geduldfaden und er fragt an, ob man mir ein Schmerzmittel geben kann, da er es nichtmehr mit ansehen kann wie ich mich winde. Bekomme Infusion. Wirkt nur sehr periphär ist aber leicht besser als zuvor. 2 Stunden später die Untersuchung der Fachärztin "Sie haben nichts, wieso sind sie hier, sie verschwenden unsere Ressourcen." (ganz im Ernst) ich versuche ihr die Situation zu schildern, keine Chance, die Dame hatte wohl einen besonders schlechten Tag, hörte nicht zu. Kann man nichts machen. Ich kann nicht gehen, werde wieder mit der Rettung nach Hause gebracht.
Zufälliges Gespräch zwischen meinem Lebensgefährten und einer Mieterin im Haus, der er alles schildert, diese meinte nur, ach das klingt doch wie ein akuter Bandscheibenvorfall, hier Adresse von Arzt xyz machen sie doch dort einen Termin aus.
Voila, es war korrekt. Man konnte mir helfen. Ich bin heute noch zufrieden mit der damaligen Therapie, andere mit meiner Diagnose, weiss ich heute haben mehrere OP`s und trotzdem Lähmung und/oder Taubheit zu erleiden.

Was ich damit sagen will @Mitglied #266594, Kompetenz trägt nicht immer einen weißen Kittel und hat Humanmedizin studiert. Ich bin froh über jeden guten Arzt, den wir haben und sehr dankbar für die moderne Medizin, doch ein Laie kann sehr wohl kompetent eine Situation einschätzen, auch eine medizinische.

Edit: Die Diagnose im Krankenhaus und beim Notfallarzt war "Muskelverspannung".
 
Ach du bist die allwissende Müllhalde... alles klar

Ich glaube @Mitglied #32127 da hast Du Dich im Argument einfach "verrannt".

hier die Information dazu:

Das Notfallset bei Allergien | Initiative Insektengift

Wenn Angehörige und Bekannte den Epipen nicht zur Verfügung stellen dürfen oder auch helfen dürfen ihn richtig anzuwenden, keine Ahnung, ich glaub Dir einfach nicht, dass das verboten ist.

Würde es meine Neffen oder meine Nichte "treffen", oder wen auch immer, wäre ich für jede Freundin, die das Nothilfeset griffbereit dabei hat ewig dankbar.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich sehe immer mal wieder Angebote von Erste Hilfe Workshops für SM‘ler - und finde es eine fantastische Idee und eigentlich ein „Must have“, dass verantwortungsvolle Doms so einen Workshop besuchen! Denn wer beherrscht noch die Erste Hilfe vom Führerschein, geschweige denn, dass Jeder weiß, wie er sich bei kollabierten Subs, Fallarmen nach dem Bondage oder einer tiefen Ohnmacht vom Carotis Sinus Reflex verhalten soll.
Man spielt so oft an gesundheitlichen Grenzen - warum werden solche Workshops nicht mehr angeboten bzw. auch von der Szene angenommen?? Halten sich alle für so unverwundbar??

Würdet ihr so einen Workshop besuchen oder seid ihr sicher, Euch im Ernstfall richtig verhalten zu können??


Der Vorteil liegt halt darin wenn man einen Kurs besucht sollte man schon schauen ..... wer trägt ihn vor ???
Nicht jeder Vortragende hat den selben Hintergrund ...... ich gehe da jetzt nicht näher darauf ein den die die schon geantwortet haben und selber Medizinische Ausbildung haben Wissen was ich meine .
Grundwissen ist nie verkehrt , den auch wie Ophira schreibt ist es schon wichtig es auch an zu wenden .

Selbst wenn du nicht vom Fach bist und mit ungewöhnlichen Methoden einem das Leben rettest lieber Phorus wird's wurscht sein ..... ob der bleibende schäden hat (meist Neurologischer Natur ) oder nicht , wichtig ist das du es getan hast und genau das steht auch im Gesetz und nix anderes .

Und bitte keine Märchen ich war leider schon in der Situation .... muß ich nimma haben .
Ich würde mir allerdings die Vortragenden bei erste Hilfe Kursen anschauen und verschiedene Referenten geben , da bei Fragen selbst im Grundwissen unterschiedliche Feedbacks kommen können aber nicht müssen .

Zu empfehlen ist es auf jeden Fall.
 
DIR keinen Kick bereiten und einigen wenigen Anderen.

Dadurch wird ja meine Aussage """"Es gibt durchaus Praktiken, die "risikominimiert" keinen Kick bereiten und bei höherer Dosis zu gefährlich werden."""" nicht falsch, auch wenn sie allgemeiner Art ist. Damit ist auch keineswegs gesagt, dass ich persönlich bei allem eine hohe Dosis benötige, um auf den gewünschten Kick zu kommen. Das interpretierst du da falsch rein. :lehrer:
 
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