Erste Hilfe für BDSM‘ler

Ich weiß nicht was die Diskussion soll, es wird keiner leugnen das ein regelmässiger Erstehilfekurs sinnvoll ist. In meiner aktiven Zeit ind der Pflege hatte ich jedes Jahr einen und musste immer wieder feststellen dass sich was geändert hat, oder aber manches nicht so im Gedächtnis haften geblieben ist.
Ob das jetzt einer speziell für SM sein muss, wage ich nicht zu beurteilen, weil ich die genauen Inhalte nicht kenne. Aber was spricht dagegen einen Abend/Tag mit Gleichgesinnten zu verbringen, Dinge anzusprechen, Fragen zu stellen die man vielleicht beim Führerscheinerstehilfekurs nicht stellen würde, und nebenbei andere kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen die ja vielleicht über den Kurs hinaus halten.
 
Ich finde, dass ein medizinisches Diplom und Weiterbildung in der Kardiologie das "Must Have" für verantwortungsvolle Doms ist, deren BDSM eine Operation am offenen Herzen beinhaltet.

Kommt doch immer drauf an, was man macht und es gibt genügend Spielarten des BDSM, die mit Gesundheitsrisiken überhaupt nichts zu tun haben.

Noch merkwürdiger finde ich die Ansicht, dass man höhere Anforderungen an Erste-Hilfe-Kennissen von einem BDSM-Partners erwartet, als von jemanden, der z.B. mit einem Gefährt von bis zu 3,5 Tonnen, mit mehreren hundert Km/h bis auf wenige Meter Entfernung an einem vorbeifahrern darf.

Ich würd mich sowohl von Doms distanzieren, die einen BDSM-Workshop als irgendeine Art von Qualifikation anführen, als auch von Subs, die diese als Qualifikation verlangen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Man kann so gut wie alles auch auf harmlose Art "spielen". Nur fehlt dann eben genau der Kick, den man erwartet. Ohne den wäre es eben sinnlos und nichts Authentisches mehr.

Fast sämtliche "Spielarten" im SM-Bereich sind ja gerade wegen ihres Angriffs auf die körperliche oder psychische Unversehrtheit überhaupt erst interessant. Wobei das meist sogar eine weit höhere Priorität hat als die Befriedigung sexueller Lust dabei. Manche haben mit Sex gar nichts zu tun.
 
Bis zur Ersten Hilfe gehe ich mal gar nicht.

Alleine beim Desinfizieren gibt´s schon gravierende Mankos.
Lange bevor das Spiel beginnt, hast als dominanter Part, so du es ernst nimmst, eine gewisse Vorbereitung.
Je nachdem was gespielt wird, ein desinfizierendes Lidocain-Gel u.s.w.

Dass einige Sachen sowieso da sein sollten (Antihistamin, Wundsalbe, kühlendes Gel u.s.w.), ist eh klar, gehört ja auch in jeden Haushalt.

Klar, alles geht einfacher und billiger.
Der devote Part soll auch gar nicht merken, was für eine Sorgfalt dahinter steckt.

Man geht an Grenzen, da bereitet man sich im realen Leben genauso ordentlich auf Eventualitäten vor.
 
Man kann so gut wie alles auch auf harmlose Art "spielen". Nur fehlt dann eben genau der Kick, den man erwartet. Ohne den wäre es eben sinnlos und nichts Authentisches mehr.

Fast sämtliche "Spielarten" im SM-Bereich sind ja gerade wegen ihres Angriffs auf die körperliche oder psychische Unversehrtheit überhaupt erst interessant. Wobei das meist sogar eine weit höhere Priorität hat als die Befriedigung sexueller Lust dabei. Manche haben mit Sex gar nichts zu tun.
Diese Verallgemeinerung bedarf schon der genaueren Erläuterung. Woher kommt dieser Anspruch eine solche These aufzustellen, ohne eine empirische Basis dafür zu haben? Der „Kick“ ist, nach meiner Erfahrung, genauso individuell, wie die Praktiken, die ausgeführt werden. Es stimmt schon, dass die Annäherung an Grenzen ein wichtiger Punkt ist, aber hinter den Grenzen lauert nicht Tod und Verderben, sondern unbekanntes Land. Die „Extrem-BDSMler“, die alles und jeden verschnürt an die Decke nageln, sind eine kleine Minderheit. Und eine so breite Diskussion aus der Sicht einer so kleinen Minderheit zu führen, ist seltsam. BDSM bedarf der Empathie, der Vorbereitung und auch des nötigen Wissens, keine Frage, aber so zu tun, als würde jeder jederzeit mit dem Leben von Menschen spielen, ist absurd. Treffen, Zusammenkünfte, Weiterbildungen und gemeinschaftliche Sessions mit erfahrenen Personen sind wunderbar, aber nicht unverzichtbar, weil BDSM von „Soft“ bist „Ultra-Hart“ reicht. Ich, zum Beispiel, lehne viele Praktiken ab, von denen eine Gefährdung ausgeht und mit anderen habe ich mich eingehend beschäftigt. Anfangs in der „Szene“ und später mit Literatur und mit dem Blick auf mein Gegenüber. Das berühmte „Lesen“ einer Dir anvertrauten Person, kommt nicht von ungefähr. Besser ein verantwortungsvoller Dom, als ein mit 27 Diplomen versehener Dolm.
 
Diese Verallgemeinerung bedarf schon der genaueren Erläuterung. Woher kommt dieser Anspruch eine solche These aufzustellen, ohne eine empirische Basis dafür zu haben? Der „Kick“ ist, nach meiner Erfahrung, genauso individuell, wie die Praktiken, die ausgeführt werden. Es stimmt schon, dass die Annäherung an Grenzen ein wichtiger Punkt ist, aber hinter den Grenzen lauert nicht Tod und Verderben, sondern unbekanntes Land. Die „Extrem-BDSMler“, die alles und jeden verschnürt an die Decke nageln, sind eine kleine Minderheit. Und eine so breite Diskussion aus der Sicht einer so kleinen Minderheit zu führen, ist seltsam. BDSM bedarf der Empathie, der Vorbereitung und auch des nötigen Wissens, keine Frage, aber so zu tun, als würde jeder jederzeit mit dem Leben von Menschen spielen, ist absurd. Treffen, Zusammenkünfte, Weiterbildungen und gemeinschaftliche Sessions mit erfahrenen Personen sind wunderbar, aber nicht unverzichtbar, weil BDSM von „Soft“ bist „Ultra-Hart“ reicht. Ich, zum Beispiel, lehne viele Praktiken ab, von denen eine Gefährdung ausgeht und mit anderen habe ich mich eingehend beschäftigt. Anfangs in der „Szene“ und später mit Literatur und mit dem Blick auf mein Gegenüber. Das berühmte „Lesen“ einer Dir anvertrauten Person, kommt nicht von ungefähr. Besser ein verantwortungsvoller Dom, als ein mit 27 Diplomen versehener Dolm.



So wie es wenig Sinn macht alles zu verteufeln hat es keinen Sinn alles zu verniedlichen oder zu verharmlosen. Und an den Grenzen, um die es hier geht, lauert nicht ein "unbekanntes Land", sondern tatsächlich eine gesundheitliche Gefahr und manchmal auch der Tod. Wozu sollte man sich sonst über "Erste-Hilfe" Gedanken machen?

Es gibt ja auch kein explizites "BDSM-Recht", das für klare Regeln sorgen könnte. Schließlich sind nicht gerade wenige Spielarten Straftaten, die nur deshalb nicht geahndet werden, weil die Opfer sich einverstanden erklärt haben. Doch wehe, wenn was schief geht. Da greift schnell die Unwirksamkeit solcher Vereinbarungen, weil sie schlichtweg sittenwidrig sind. Dessen sollte sich verantwortungsvolle BDSM-ler stets bewusst sein und sich auf das weniger Riskante ( Softe ) beschränken. Dann passiert auch nichts, bei dem eine Nothilfe erforderlich werden könnte.
 
Ich sehe immer mal wieder Angebote von Erste Hilfe Workshops für SM‘ler - und finde es eine fantastische Idee und eigentlich ein „Must have“, dass verantwortungsvolle Doms so einen Workshop besuchen! Denn wer beherrscht noch die Erste Hilfe vom Führerschein, geschweige denn, dass Jeder weiß, wie er sich bei kollabierten Subs, Fallarmen nach dem Bondage oder einer tiefen Ohnmacht vom Carotis Sinus Reflex verhalten soll.
Man spielt so oft an gesundheitlichen Grenzen - warum werden solche Workshops nicht mehr angeboten bzw. auch von der Szene angenommen?? Halten sich alle für so unverwundbar??

Würdet ihr so einen Workshop besuchen oder seid ihr sicher, Euch im Ernstfall richtig verhalten zu können??
Ja. Und zwar auch dann, wenn ich nicht auf BDSM stehen würde.
 
Wozu sollte man sich sonst über "Erste-Hilfe" Gedanken machen?

räusper....ich bin ja eine u.a. Gartlerin.
Auch hier habe ich ein Erste-Hilfe-Package inkl. Adrenalinspritze. ;)

Ich denke, dass man bei allen Tätigkeiten, wo es zu einer Verletzung kommen kann, dementsprechend gerüstet ist. :)

Wenn ich allerdings verantwortlich bin, ist es selbstverständlich.
 
Sorry, @Mitglied #391280 - grundsätzlich mag ich deine Beiträge sehr. Einerseits, weil ich noch keinen einzigen gelesen hab, in dem Dummheit aus den Zeilen tropft; andererseits, weil du auch Konfrontationen nicht scheust. :up:

Aber.....du schreibst "....verantwortungsvolle BDSMler.... sollten sich auf das weniger Riskante (Softe) beschränken...".

Dazu würde mich tatsächlich interessieren, wieviel echte (nicht angelesene) Erfahrung du von der Materie hast?
 
Dessen sollte sich verantwortungsvolle BDSM-ler stets bewusst sein
Genau das ist der Punkt: Verantwortungsbewusst. Jeder, der weiß, was er/sie tut, ist vorbereitet. Wie ich es geschrieben habe. Aber 99 von 100 praktizierende „BDSM-Anhänger“ sind weder jemals mit dem Gesetz in Konflikt geraten, noch in Notfallszenarien. Man sollte schon die Kirche im Dorf lassen. Und der kleine Teil derer, die in gefährlichen oder gesundheitsgefährdenden Spielen Befriedigung findet, muss
a) wissen, was er/sie tut (Sub/Dom, Dom/Sub)
b) vorbereitet sein
und
c) Risiken klein halten, wenn sie schon erwünscht sind.
 
Sorry, @Mitglied #391280 - grundsätzlich mag ich deine Beiträge sehr. Einerseits, weil ich noch keinen einzigen gelesen hab, in dem Dummheit aus den Zeilen tropft; andererseits, weil du auch Konfrontationen nicht scheust. :up:

Aber.....du schreibst "....verantwortungsvolle BDSMler.... sollten sich auf das weniger Riskante (Softe) beschränken...".

Dazu würde mich tatsächlich interessieren, wieviel echte (nicht angelesene) Erfahrung du von der Materie hast?

Ich bin seit vielen Jahren Mitglied in einem privaten BDSM-Club. Und das wird auch diskutiert. Übrigens alles sehr intelligente und verantwortungsbewusste Leute, die kein unnötiges Risiko eingehen. Da sind sogar Juristen und Ärzte dabei. :D
 
50%-Antwort.

Mitglied in einem Verein kann man leicht sein, das bedeutet nicht, dass man zwingend reale Erfahrungen vorzuweisen hat....
 
Verantwortungsvoll ist man, wenn man Risikominimierung bei einer Praktik betreibt, nicht wenn man einfach auf alle Praktiken verzichtet, die ein Risiko mit sich bringen.
 
Genau das ist der Punkt: Verantwortungsbewusst. Jeder, der weiß, was er/sie tut, ist vorbereitet. Wie ich es geschrieben habe. Aber 99 von 100 praktizierende „BDSM-Anhänger“ sind weder jemals mit dem Gesetz in Konflikt geraten, noch in Notfallszenarien. Man sollte schon die Kirche im Dorf lassen. Und der kleine Teil derer, die in gefährlichen oder gesundheitsgefährdenden Spielen Befriedigung findet, muss
a) wissen, was er/sie tut (Sub/Dom, Dom/Sub)
b) vorbereitet sein
und
c) Risiken klein halten, wenn sie schon erwünscht sind.

Dann musst du dich bei @Mitglied #440453 beschweren, die dieses Thema erstellt hat. Ließ mal die Eröffnung.
 
Verantwortungsvoll ist man, wenn man Risikominimierung bei einer Praktik betreibt, nicht wenn man einfach auf alle Praktiken verzichtet, die ein Risiko mit sich bringen.

Naja, das ist nun mal wieder so eine alles oder nichts bedeutende Schlaumeier-Aussage. Es gibt durchaus Praktiken, die "risikominimiert" keinen Kick bereiten und bei höherer Dosis zu gefährlich werden.
 
Zurück
Oben