Emanzipation vs. freiwillige Unterwerfung

Wenn ich tatsächlich eine Ambivalenz oder gar Diskrepanz zwischen sexueller Rolle und Alltagsrolle empfinde, dann nur, wenn diese Rollen in ihren widersprechenden Eigenschaften zu wenig abgegrenzt sind - wenn die Grenzen verwischen, oder verwischen sollen. Ich denke aber auch, dass sich vieles nur vermeintlich widerspricht.

Mir ist es mit umgekehrten Vorzeichen einmal so ergangen. Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme und mit dem Mann, der mich erwartet einfach nur fein essen und gemütlich plaudern möchte bei einem Glas Wein auf der Couch und das ist nicht möglich, weil er nur glücklich ist, wenn er am Boden zu meinen Füßen kauert und sein Essen aus einem Napf frisst, dann ist das auch nicht die Rolle (allein auf der Couch), in der ich mich im Beziehungsalltag sehe. Das klappt einfach nicht.

Sonst erlebe ich diesbezüglich keine Ambivalenz. Zum einen, weil viele der Eigenschaften meinem Alltags-Ich entsprechen. Zum anderen, weil ich sexuelle Vorlieben und Neigungen nicht mehr Gewicht beimesse, als ihnen meines Erachtens gebührt. Es sind eben Spielarten, die - je nach Neigung - dazu dienen, die eigene und die Lust des Partners zu maximieren. Spielarten, die zwar erfüllend erlebt werden, den Menschen aber nicht definieren. Was nicht heißen soll, dass sich Menschen nicht selbst dadurch definieren, oder andere das nicht tun.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du spielst da im Grunde nur allein mit deinen Gefühlen
Autoerotik also.

Dom macht dabei gar nicht wirklich was.
Er spürt deine Gefühle ja nicht.
Es braucht ihn ja auch nicht.

Das stört mich die ganze Zeit an BDSM Praktiken.
Es gibt keine wirkliche Überschneidung der Personen.
Diese Sichtweise kann ich, durch oftmalige Beobachtung, nicht teilen.
 
Du spielst da im Grunde nur allein mit deinen Gefühlen
Dom macht dabei gar nicht wirklich was.
Er spürt deine Gefühle ja nicht.

Das stört mich die ganze Zeit an BDSM Praktiken.
Es gibt keine wirkliche Überschneidung der Personen.
Ach, Schneeflöckchen, ich habe es Dir ja schon mehrmals unter Deinen x anderen Nicks gesagt: Du hast keinen Zugang zu BDSM. Es fasziniert Dich zwar und Du würdest es gerne verstehen, aber das alleine reicht halt nicht.
Das ist auch nicht schlimm, wenn man mit BDSM nichts anfangen kann. Aber bitte versuche nicht denen, die BDSM erleben, zu erklären, was und wie sie empfinden.
 
Mir ist es mit umgekehrten Vorzeichen einmal so gegangen. Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme und mit dem Mann, der mich erwartet einfach nur fein essen und gemütlich plaudern möchte bei einem Glas Wein auf der Couch und das ist nicht möglich, weil er nur glücklich ist, wenn er am Boden zu meinen Füßen kauert und sein Essen aus einem Napf frisst, dann ist das auch nicht die Rolle, in der ich mich im Beziehungsalltag sehe. Das klappt einfach nicht.
„Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
Werd’ ich nun nicht los.“
 
Welche denn?

Ich finde es zb sehr reizvoll, der "Besitz" eines Mannes zu sein.
Sollten mir dann jedoch Dinge verboten werden, die ich wirklich will oder etwas befohlen, was ich nicht will -wäre es mit meinem Spaß schnell zu Ende.

Das empfinde ich zb als inneren Widerspruch.
Die Spannungen gehen auch in die andere Richtung. Eine Sub mit der ich gerade intensiv spiele liebt es mir Fotos zu schicken und zu beschreiben wie dieser Körper nur mir gehört. Sie trifft sich eh auch mit anderen, aber quasi nur ich darf befehlen was sie für mich zu tun hat. Das ist einerseits reizvoll, andererseits löst es in mir immer den Drang aus zu erklären warum andere Menschen nicht Privateigentum sein können :X3:
 
Äh doch. Am Anfang meines Studiums war ich in der Frauenbewegung aktiv :sneaky:
Wobei man jetzt sagen muss, dass es "die" Frauenbewegung nicht gab. Gerade über Sexarbeit und bestimmte sexuelle Praktiken wie etwa BDSM hat sich die ja massiv gespalten, so dass diese Gräben bis heute eigentlich unversöhnbar sind. Im deutschsprachigen Raum hat die Frauenbewegung gefühlt halt 50 Jahre an Entwicklung verpasst, weil da Alice Schwarzer draufgehockt ist und jede Abweichlerin verbannt hat. Das ist erst in den letzten 10 Jahren dass die Frau wegen ihrem Rassismus, Transfeindlichkeit und Lustfeindlichkeit bei den jüngeren ihren Einfluss ziemlich verloren hat.
 
„Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
Werd’ ich nun nicht los.“

Da es beim Versuch geblieben ist und das auch so deklariert war, war die Not des Loswerdens nicht ganz so groß. :sneaky: Aber ja, ein bisschen was von den gerufenen Geister lag darin. Man muss eben nicht nur das Zaubern erst lernen, sondern mitunter auch sich selbst erst besser kennen.
 
Mir ist es mit umgekehrten Vorzeichen einmal so ergangen. Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme und mit dem Mann, der mich erwartet einfach nur fein essen und gemütlich plaudern möchte bei einem Glas Wein auf der Couch und das ist nicht möglich, weil er nur glücklich ist, wenn er am Boden zu meinen Füßen kauert und sein Essen aus einem Napf frisst, dann ist das auch nicht die Rolle (allein auf der Couch), in der ich mich im Beziehungsalltag sehe. Das klappt einfach nicht.
Das ist genau so ein Beispiel

Jeder macht sein Ding, ohne zu interagieren....
Und der Sub denkt er dient ja so toll und gibt sich hin.....

Was ist der Unterschied, wenn Analystin zufällig einen am Boden kauernden Sub möchte?
Sie ist auch happy und trotzdem herscht keine wahre Interaktion.
 
Das ist genau so ein Beispiel

Jeder macht sein Ding, ohne zu interagieren....
Und der Sub denkt er dient ja so toll und gibt sich hin.....

Was ist der Unterschied, wenn Analystin zufällig einen am Boden kauernden Sub möchte?
Sie ist auch happy und trotzdem herscht keine wahre Interaktion.
Definiere Interaktion.
 
Das ist genau so ein Beispiel

Jeder macht sein Ding, ohne zu interagieren....
Und der Sub denkt er dient ja so toll und gibt sich hin.....

Was ist der Unterschied, wenn Analystin zufällig einen am Boden kauernden Sub möchte?
Sie ist auch happy und trotzdem herscht keine wahre Interaktion.

Das war auch ein Beispiel dafür, dass zwei Menschen in ihren Vorstellungen nicht zusammenpassen. Dass Kommunikation da zum Erliegen (oder gar nicht erst in Fahrt) kommt, ist wohl nicht ungewöhnlich.

Interaktion bedingt nicht, dass Reaktionen nach außen sichtbar werden. Es genügt, dass beide aufeinander reagieren, antizipieren. Spüre ich Spannung oder Erregung, verändere ich mein Verhalten, nehme ich Anteil - dazu muss weder gesprochen oder gehandelt werden. Kenne ich meinen Partner und weiß um die Reaktionen, weiß darum, was ein bestimmtes Setting auslöst, hat die bewusst herbeigeführte Situation oder eine Einlassung, schon eine eindeutige Signalwirkung. Eine, die wiederum Reaktion provoziert - und so weiter. Das sind ja nicht unbeschriebene Blätter, die da aufeinander treffen, sondern Menschen mit Gefühlen, mit (gemeinsamer) Geschichte und einer Kommunikation, die weit über das hinausgeht, was du wahrzunehmen meinst.
 
Ja und ich verstehe es sehr gut.
Ich sehe es überall....das genau gleiche Muster
In jedem Beitrag zum Thema.
Das ist genau so ein Beispiel

Jeder macht sein Ding, ohne zu interagieren....
Und der Sub denkt er dient ja so toll und gibt sich hin.....

Was ist der Unterschied, wenn Analystin zufällig einen am Boden kauernden Sub möchte?
Sie ist auch happy und trotzdem herscht keine wahre Interaktion.
Nur als Gedanke, bevor ich es bleiben lasse.

Aber jemand der gerne auf allen Vieren aus einem Napf futter, der kann es lt. deiner Logik alleine in seimer Wohnung machen und braucht keinen Partner.

Warum will er dann einen?
 
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