Nächtliche Ruhestörung
»Trink endlich den Nuttensprudel aus, ich willficken! Heute noch.«
Sie sieht mich so an, als müsste sie überlegen. Ihr »Soooo?« klingt überrascht und interessiert, das Blitzen in ihren Augen zeigt mir, dass auch sie Lust hat. »Schließlich kostet mich das hier eine Menge und ich habe nicht unendlich viel Zeit. Gehen wir nach oben«, füge ich barsch hinzu.
Sie erhebt sich. Leckt sich kurz über die Lippen, dann schlendert sie zur Treppe. Sie wiegt sich in den Hüften, ihr Arsch, ihr sensationell geiler Arsch, wird kaum vom Babydoll verhüllt. Auf den Stiegen sehe ich, dass sie nichts drunter trägt. Diese Frau ist jedes Geld der Welt wert! Kein Wunder, dass ich schon knüppelhart bin!
Sie öffnet die erste Tür auf der rechten Seite. Das Licht ist leicht gedimmt und rötlich. »Ja, dann...« Lasziv fällt sie auf das geräumige Doppelbett, die Beine leicht gespreizt. Sie sieht mich an, nuckelt an ihrem Zeigefinger.
»Mach ihn hart!«
Das wäre absolut nicht nötig, aber ich will das volle Programm. Wer zahlt, schafft an. Sie dreht sich, nimmt ihn in dem Mund. Gütiger Himmel, die Nutte kanns! Knapp bevor ich - viel zu früh - abspritze, hört sie auf, lässt sich nach hinten fallen, sieht mich gierig an und spielt mit ihrem Puderdöschen. »Ich dachte, du wolltest ficken?«
Ja! Das wollte ich. Das will ich. Und wie ich das will! Haargenau dazu bin ich doch hergekommen! Jetzt nichts wie rauf auf die Frau!
»Nicht ohne Gummi! Keine Chance«. Sie sieht unerbittlich drein und deutet zum Nachtschränkchen, auf dem, wie ich weiß, die Präservative liegen.
»Oh Mann, muss das sein?«
»Was glaubst du, was ich mir alles hole, wenn ich jeden blank drüber lasse? Ohne ist nicht!«
Shit. Nicht heute! Ich raffe meine Hose, wühle nach dem Geld, winke mit einem Fünfziger. Sie schüttelt den Kopf. »No way!«
Ist mir die Sache einen ganzen Hunderter wert?
Genau in dem Augenblick höre ich ein Tappen auf der Treppe. Gütiger Himmel! Das ist jetzt definitiv nicht der richtige Moment! Evi und ich tauschen einen verzweifelten Blick, ich springe schnell in die Kiste, hastig reißt sie die Decke über uns. Ausgespielt für heute.
»Mami?«
»Was ist denn, mein Häschen?«
»Ich kann nicht schlafen. Darf ich bei Euch?«
»Natürlich. Komm rein mein Schatz!« Schweren Herzens machen wir Ann-Sophie zwischen uns Platz. Das wars also wieder einmal. Kein Wunder, dass wir nur zwei von denen haben. Jetzt muss nur noch Amelia kommen, dann haben wir hier Full House.
Keine zehn Minuten später ist die auch noch da.
Ich bin kribbelig wie nie, aber was kann man machen? Der Hügel auf meiner Decke fällt in sich zusammen. Ich drehe mich zur Seite. Manches Mal könnte ich die beiden auf den Mond schießen!
Langsam beruhigt sich die Bande. Ich höre Ann-Sophies gleichmäßige Atemzüge. Amelia tritt nur noch ab und an leicht mit ihren Beinen in meine Nieren und Evi schnarcht auch schon leise. Und ich verzähle mich immer öfter bei den Schäfchen.
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Ich wache auf. Da war was. Evi steht neben mir. Sie deutet Richtung zur Tür. Ich verstehe nicht. Sie deutet eindringlicher, gleichzeitig mahnt sie aber auch, leise zu sein. Noch ganz im Traum verloren, tappe ich hinaus. Evi nimmt mich bei der Hand, schließt behutsam das Schlafzimmer.
»Im Kinderzimmer ist sturmfreie Bude!«
»Im Kinderzimmer? Wie stellst du dir das vor? Auf all den Legosteinen?«
»Nein, im Gitterbett. Die Stofftiere tun nicht weh«. Dann küsst sie mich so, wie es überhaupt nur Evi kann.
Oh ja, ab ins Gitterbett!
(und hoffentlich ist es stabil genug)