Der Fitnessthread

Bisschen Theorie noch zu den haßgeliebten Bulgarischen Kniebeugen:

"Hauptagonisten sind Gesäßmuskulatur und Oberschenkelstrecker, besser gesagt der Gluteal-Bereich und im Besonderen der Gluteus medius (mittlerer Gesäßmuskel), der primär als Standbeinstabilisator dient und ebenso wichtige Aufgaben im Bereich der Haltungsgebung im Körper hat.
Die Kniestreckung wird von unserem großen M.quadriceps femoris ausgeführt. Gerade der oft verkümmerte vastus medialis Anteil bekommt bei den bulgarischen Kniebeugen eine ordentliche Ladung Arbeit ab, das wirkt sich dauerhaft positiv auf die Kniegesundheit aus."

"Dem „vastus medialis“, ein Teil vom M. quadriceps, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Dieser stabilisiert, falls gut trainiert und ausgeprägt, die Patella und verhindert schwerwiegendere Achsenabweichungen im Kniegelenk."

"Führe ich die Übung mit 2 schweren Kurzhanteln aus, wird natürlich zusätzlich die Griffkraft und somit die Unterarmmuskulatur trainiert. Unterstützend arbeiten ansonsten die bekannten Rumpfmuskeln – also die Region der Bauchmuskulatur und der Rückenstrecker. Am Rande erwähnt seien noch Ab- und Adduktoren und der Unterschenkel zur Stabilisation des Standbeines.
Positiv sei noch der Iliopsoas, besser bekannt als böser verkürzter (vom Tonus / Spannung erhöhter) Hüftbeuger, zu erwähnen: da niemand diesen Muskel so richtig zu mögen scheint, ist es doch wunderbar, dass er bei der bulgarischen Beuge ordentlich gedehnt wird. Bei fortschreitender Dauer der Anwendung lässt der Bösewicht auch endlich locker und die Beweglichkeit der Hüfte profitiert definitiv."

Quellen:
 
Hab bei einer 62jährigen Klientin die Bulgariens jetzt bereits in der Phase des Gewöhnungstrainings (60% Belastung) eingebaut und gutes Feedback erhalten bzw. im Coaching festgestellt.
Aufgrund der Vorbelastung durch Knieschäden, Hüftschiefstand mit Blockaden und Knöchelproblemen mit Schmerzen sind zuvor alle Anläufe mit freien Kniebeugen, Goblet-Kniebeugen (Kettlebell/Kurzhantel vor der Brust gehalten), Boxssquat (deutsch:unsure: Kniebeuge mit kurz auf Kiste setzen?) und Ausfallschritt statisch aus Schrittposition gescheitert.

Lt. Studien und aus eigener Erfahrung sind übrigens "frontloaded" (Gewicht Brustseitig statt auf dem Rücken) Versionen der Kniebeuge schonender bei Knieproblemen. Das ist eben auch das "Problem" mit den Pistols @Mitglied #654224 ... der Oberkörper muss nach vorgebeugt werden um den Schwerpunkt über dem Rist zu halten ... und meist scheitert's sowieso an der Spronggelenksmobilität ...
 
. Das ist eben auch das "Problem" mit den Pistols @StayingAlive ... der Oberkörper muss nach vorgebeugt werden um den Schwerpunkt über dem Rist zu halten
Sorry, aber nein. Wenn das gestreckte Bein nach vor geht, wandert der Schwerpunkt nach vorne. Zum Ausgleich dafür muss der Oberkörper nach hinten, um den Schwerpunkt über dem Fuß zu behalten. Ich hab ein schnelles Kunstselfie mit dem Kasten als senkrechter Linie im Hintergrund gemacht - zumindest mein Oberkörper ist genau so aufrecht wie beim Stehen
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Sorry, aber nein. Wenn das gestreckte Bein nach vor geht, wandert der Schwerpunkt nach vorne. Zum Ausgleich dafür muss der Oberkörper nach hinten, um den Schwerpunkt über dem Fuß zu behalten. Ich hab ein schnelles Kunstselfie mit dem Kasten als senkrechter Linie im Hintergrund gemacht - zumindest mein Oberkörper ist genau so aufrecht wie beim Stehen
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beim Tiefergehen wirst Du Dich aber nach vorne lehnen müssen, da reicht das Gegengewicht des ausgestreckten Beins nicht aus. Oder hältst Du Dich mit der linken Hand an, dann funktioniert es mit aufrechtem Oberkörper?
 
beim Tiefergehen wirst Du Dich aber nach vorne lehnen müssen, da reicht das Gegengewicht des ausgestreckten Beins nicht aus. Oder hältst Du Dich mit der linken Hand an, dann funktioniert es mit aufrechtem Oberkörper?
Das Bein vor dem Körper bringt den Schwerpunkt nach vorne, ganz genauso wie eine Hantel vor der Brust den Schwerpunkt nach vorne bringen, das ist Physik und sonst garnichts.
Fürs Selfie natürlich nicht, aber sonst mach ich die Kniebeugen auf labilen Untergrund, da geh ich nicht besonders tief weil ich grundsätzlich ohne Zahnschutz trainiere😅
Aber ganz unten siehts so aus
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Was bei einbeinigen Kniebeugen immer dazu kommt ist, dass sie das Gleichgewichtsgefühl schulen. Schwierig wird es, wenn man damit auf maximales Gewicht gehen möchte, weil es da relativ leicht zu Instabilität kommt - und damit steigt die Verletzungsgefahr, weil man dann leicht kippt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was bei einbeinigen Kniebeugen immer dazu kommt ist, dass sie das Gleichgewichtsgefühl schulen. Schwierig wird es, wenn man damit auf maximales Gewicht gehen möchte, weil es da relativ leicht zu Instabilität kommt - und damit steigt die Verletzungsgefahr.
Ich verletz mich da schon beim hinsehen 😳
 
Ich mag sie auch nicht. Aber ich weiß, wofür sie gut sind.
Ich mag sie so auch nicht, mach sie so nicht, habs nur fürs Foto so gemacht. Ich mach sie auf flexibler Unterlage, bleibe aber recht hoch dabei. Mir geht’s einzig um Stabilisieren in einem dem Alltag entsprechenden Bewegungsumfang.
 
Abgesehen von 2 einbeinigen Kniebeugen war ich heute auch schwimmen
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Heute waren die Muskeln vom Vortag noch weitgehend unerholt, da hatte der Kreislauf leichtes Spiel.
 
Was bei einbeinigen Kniebeugen immer dazu kommt ist, dass sie das Gleichgewichtsgefühl schulen. Schwierig wird es, wenn man damit auf maximales Gewicht gehen möchte, weil es da relativ leicht zu Instabilität kommt - und damit steigt die Verletzungsgefahr, weil man dann leicht kippt.
Vielleicht wenn Da des G'wicht auf d'Zechn foit 😬
An höhere Gewichte muss ma sich ja ranarbeiten, da steigt die Koordination mit an.
Generell findet Maximalkrafttraining in einem sicheren Setting statt, so dass man das Gewicht gefahrlos abwerfen kann, Safety-Bars beim Squatrack oder Spotter hat.
Krafttraining ist eine sehr sichere Sportart, die häufigste Verletzung im Gym sind gestauchte oder gebrochene Zehen, weil ma wo anrennt 😉
Die Schauerg'schichtln passieren wenn Leute stoffen und die passiven Strukturen der Kraftentwicklung nicht standhalten.
 
Ich hab ja geschrieben: Wenn man am Limit arbeitet. Limit kann maximales Gewicht oder maximale Kraftausdauer bedeuten. Jedenfalls so, dass man die Sache nicht mehr 100 % unter Kontrolle hat.

Ich kenne jemanden, der die Bulgarischen so gemacht hat, dass er den hinteren Fuß am Kasten abgelegt hat. Und dann hat er 180 kg nach hinten abgeworfen. Und halt den Fuß nicht mehr vom Kasten bekommen. Die OP war langwierig und man konnte auch die volle Funktion des Knies nie mehr herstellen. Der Typ war absolute Weltklasse. Bis zu diesem Unfall. Er hat sich auch psychisch von der Sache nie mehr ganz erfangen. Er ist ein absolut netter Kerl und es tut mir wirklich leid für ihn.
 
Ich hab ja geschrieben: Wenn man am Limit arbeitet. Limit kann maximales Gewicht oder maximale Kraftausdauer bedeuten. Jedenfalls so, dass man die Sache nicht mehr 100 % unter Kontrolle hat.

Ich kenne jemanden, der die Bulgarischen so gemacht hat, dass er den hinteren Fuß am Kasten abgelegt hat. Und dann hat er 180 kg nach hinten abgeworfen. Und halt den Fuß nicht mehr vom Kasten bekommen. Die OP war langwierig und man konnte auch die volle Funktion des Knies nie mehr herstellen. Der Typ war absolute Weltklasse. Bis zu diesem Unfall. Er hat sich auch psychisch von der Sache nie mehr ganz erfangen. Er ist ein absolut netter Kerl und es tut mir wirklich leid für ihn.
Tut mir leid für ihn.

Wie beschrieben, sollte man solche Gewichte immer in einem sicheren Setting bewegen, vorallem wenn alleine ohne Spotter trainiert wird.
 
Nachtrag zum Krafttraining...
große Grundübungen wie Kniebeuge und Kreuzheben werden nie bis zum Muskelversagen ausgeführt, immer mit 1-2 Wiederholungen in Reserve.
 
Nachtrag zum Krafttraining...
große Grundübungen wie Kniebeuge und Kreuzheben werden nie bis zum Muskelversagen ausgeführt, immer mit 1-2 Wiederholungen in Reserve.
Geht’s da ausschließlich um den Risikogedanken? Meine großen Grundübungen sind Liegestütz und Klimmzüge, da fällt das Unfallrisiko ja weg.
 
Nachtrag zum Krafttraining...
große Grundübungen wie Kniebeuge und Kreuzheben werden nie bis zum Muskelversagen ausgeführt, immer mit 1-2 Wiederholungen in Reserve.
Kenne ich aus der Leichtathletik aber anders. Da wird immer bis zum maximalen Gewicht trainiert. Und wenn es nicht mehr geht, dann wird abgeworfen. Passiert jedem hin und wieder (außer, er trainiert nicht richtig).
 
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