Ich bin kein Ernährungswissenschaftler, aber ich versuch trotzdem mal den Standpunkt klarzustellen, den ich aufgrund meines Wissensstandes vertrete:
Zuerst muss man klar festhalten: Es geht hier um absolute Mengen, nicht um Prozentsätze. Rein theoretisch wäre es egal, ob ich 5g Fructose mit dem Löffel esse, Obst mit insgesamt 5g Fructose oder irgendeinen Süßkram mit 10g Saccharose (sind ca. 5g Fructose) esse. Aber: Nahrungsmittel können Dinge enthalten, die dazu führen, dass Nahrung langsamer verdaut wird, wie z.B. Ballaststoffe oder ein hoher Proteinanteil. Bei Obst ist es ersteres (dazu kommt natürlich der von dir angesprochene, hohe Wasseranteil, der es schwer macht, viel Obst auf einmal zu essen). Daher "schießt" der Zucker von Obst nicht sofort ins Blut, sondern die Magenentleerung wird aufgrund der Ballaststoffe verlangsamt. (
Ballaststoffe (20 Gramm Rohfasern) verzögern die Magenentleerung fester Speisen, senken den Blutzucker und verzögern das Hungergefühl, wie Untersuchungen der Autoren aus Verona gezeigt haben, wobei acht Probanden je eine Testmahlzeit mit 20 Gramm...
www.aerzteblatt.de
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Was genau Beeren so toll macht - mit Ausnahme des hohen Ballaststoffanteils - ist mir nach wie vor ein Rätsel.
Lt.
hat Dörrpflaume (von Trockenobst war übrigens nie die Rede, aber gut) pro 100g mehr Glukose (26g) als Fructose (13g), die ungetrocknete Version hat 4g Fructose und 5g Glukose. Die angesprochenen Beeren haben - z.B. Himbeeren mehr Fructose (3,1g) als Glukose (2,5g), Brombeere etwa jeweils 3g.
Ja, 100g Pflaumen haben mehr Fructose als 100g Himbeeren. Das heißt nicht, dass das eine schlechter ist, als das andere, sondern nur, dass ich, wenn ich weniger Fructose zu mir nehmen möchte, weniger davon essen kann.
Wie schon oben angesprochen geht es in erster Linie um Kalorien. Von Obst (nicht Dörrobst, nicht Smoothies, nicht Fruchtsäfte und auch nicht Süßigkeiten, die nach Obst schmecken) wird man praktisch nie Probleme wegen Fructose bekommen.
Der Körper kann auch andere Substanzen als Fructose "verbrennen". Du hast richtigerweise das Fett, dass als Keton verbrannt wird angesprochen. Aber auch Fructose wird als Glycerinaldehyd-3-Phosphat zur Energiegewinnung verbrannt. Eine Umwandlung in Fett geschieht dann, wenn die Energie nicht gebraucht wird, sprich, man in einem Kalorienüberschuss ist. Das ist bei Glukose aber nicht anders.
Im Gegensatz zu Glukose wird Fructose aufgrund der begrenzten Menge an Transportproteinen langsamer aufgenommen UND die Aufnahme führt anders als bei Glukose nicht zur Insulinausschüttung. Noch dazu verzögern, wie gesagt, Ballaststoffe im Obst die Magenentleerung. Der Zuckerschock bleibt bei Obst also aus. Nicht umsonst spricht man von einem niedrigen glykämischen Index bei Fructose und insbesondere Obst.
Wo ich dir zustimme: Für den Muskelaufbau, also die Kohlehydrate vor und nach dem Training, würde ich nicht in Form von Fructose zu mir nehmen, da man hier will, dass der Zucker schnell ins Blut und damit in den Muskel kommt (also etwas mit hohem glykämischen Index) UND das Insulin ausgeschüttet wird, weil das die Nährstoffaufnahme der Muskeln anregt. D.h. hier sticht eindeutig die Glukose.
Aber: Mitochondrien sind nur bedingt für den Muskelaufbau ausschlaggebend. Ja, die werden für die Energieversorgung gebraucht, aber viel mehr bedingt der Muskelaufbau die Verdickung und Verlängerung von Muskelfasern durch die Erhöhung der Anzahl von Sarkomeren.