Der Fall Ulmen

Ich versteh's auch nicht, einerseits soll ich nicht so viele melden, weil manche User eine hinterlegte Einverständnis haben, aber wenn das generell gilt, ist es praktisch nicht umsetzbar?
@petseit Aber wäre das nicht gut (falls die Frage nicht eh schon gestellt wurde), wenn eine entsprechende Erklärung vorhanden ist, das mit einem Symbol im Profil sichtbar zu machen? Dann muss nicht viel gemeldet werden (halt nur jene, die sich nicht dran halten) und es wäre viel einfacher für alle.
 
Insofern schaden solche Fälle, die öffentlichkeitswirksam sind, die Frauen, die ungerechtfertigte Vorwürfe sexueller Übergriffe erheben, eben genau auch den Frauen, die tatsächlich betroffen sind.
Ich kann diesen Schaden nicht erkennen angesichts der realen Situation und Zahlen, aus denen hervorgeht, dass der Masse an männlichen Übergriffen an Frauen eine sehr geringe Anzahl an ungerechtfertigten Vorwürfen gegenüber steht.

Der individuelle Einzelfall und die Wahrheitsfindung (Urteilsfindung), hier wie da, ist und bleibt Fall für die Gerichte.

Opferschutz und Eintreten gegen Vorverurteilung gilt ebenso individuell unabhängig vom Delikt. Hier wird Frauen als Opfern von männlicher Gewalt, gerade in sozialen Medien und im Boulevard, ohnehin nichts geschenkt.
 
Ich kann diesen Schaden nicht erkennen angesichts der realen Situation und Zahlen, aus denen hervorgeht, dass der Masse an männlichen Übergriffen an Frauen eine sehr geringe Anzahl an ungerechtfertigten Vorwürfen gegenüber steht.

Der individuelle Einzelfall und die Wahrheitsfindung (Urteilsfindung), hier wie da, ist und bleibt Fall für die Gerichte.

Opferschutz und Eintreten gegen Vorverurteilung gilt ebenso individuell unabhängig vom Delikt. Hier wird Frauen als Opfern von männlicher Gewalt, gerade in sozialen Medien und im Boulevard, ohnehin nichts geschenkt.
Es bleibt in ALLEN Fällen Sache des Gerichts, zu urteilen. Wenn du "angesichts der realen Situation und Zahlen" keinen Schaden für den oder die Betroffene erkennen kannst, dann mag das an deinem persönlichen moralischem Kompass liegen, für Betroffene sieht das sicher ganz anders aus. Was mich stört, ist diese generelle mediale Vorverurteilung, unabhängig vom "Fall Ulmen". Natürlich ist es wichtig zu berichten, aber jeder weiß, dabei geht es nicht um Informationen, sondern um Auflage und Klicks. Das wird jetzt 2-3 Wochen hochgepusht und wenn die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nachlässt, dann kommt halt ein anderes Thema. Ich würde mir da einfach wünschen, dass Die Reihenfolge "Anzeige-Ermittlung-Anklage-Verurteilung oder Freispruch" eingehalten wird. Von Allen.
 
wenn eine entsprechende Erklärung vorhanden ist, das mit einem Symbol im Profil sichtbar zu machen?
Wenn Maßnahmen notwendig sind, dann braucht das den Einschnitt, dass kein Bild ohne explizite Bestätigung der AGBs eines Users inkl. Verifizierungsmöglichkeit seiner Identität, mehr eingestellt wird.

overkill ja/nein

A bisserle schauen, a bisserle aufpassen - entweder/oder?
Hü/Hott. Wessen Aufgabe wäre das und welche Mitteln braucht dieser in der Hand?

Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung können anders aussehen, allerdings........ :(
 
Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung können anders aussehen, allerdings........ :(
Wie schon erwähnt, geht das mMn schon los mit Threads -zeigt eure Frau/Freundin, wer traut sich. Ich bin überzeugt davon, dass die wenigsten dort abgebildeten davon wissen.
Oder offensichtliche Fotos von Ex-Partnerinnen und darauf angesprochen reagieren mit, hab dich nicht so, ist ja schon ewig her. (Wie hier mehrfach zu lesen war)
Ich glaube nicht, dass die Frauen das so toll fänden.
Solange es nach außen hin "in Ordnung" bzw "normal" zu sein scheint, wird sich auch nichts ändern. Der Zuspruch gibt solchen Typen leider oft recht.
 
Natürlich ist es wichtig zu berichten, aber jeder weiß, dabei geht es nicht um Informationen, sondern um Auflage und Klicks. Das wird jetzt 2-3 Wochen hochgepusht und wenn die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nachlässt, dann kommt halt ein anderes Thema
Das ist sicher korrekt, aber ich denke dass durch den medialen Druck bei solchen „prominenten“ Fällen und die daraus resultierende Diskussion der Gesetzgeber quasi im Hintergrund und von der Öffentlichkeit möglicherweise unbemerkt an einer Verbesserung der bestehenden Gesetze bzw. an einer Verschärfung arbeitet.

Leider ist es möglicherweise so, dass „prominente“ Fälle die durch die Medien gehen, gewisse Prozesse beim Gesetztgeber entweder erst in Gang setzten oder diese beschleunigen.
 
Der Zuspruch gibt solchen Typen leider oft recht.
Ja. Was Frauen denken, ist entsprechend dem bewiesenen Frauenbild, dann recht egal.
Was Männer hingegen schreiben - durchaus Ablehnung - in Fragestellung des Verhaltens - das tut ihnen weh und kann durch Kritik ein Überdenken fördern.

Ich denke, wenn viele ein Verhalten nicht schätzen und jeder drauf wartet, dass wer anderer etwas sagt, passiert nichts.

Zivilcourage - belästigte Frauen auf der Straße, da greifen die Helden theoretisch alle ein (praktisch kommt es nicht dazu).
Zivilcourage im Netz - na da will man nicht anecken, ist ja nix passiert, hach so kleine Kavaliersdelikte????
 
Es bleibt in ALLEN Fällen Sache des Gerichts, zu urteilen. Wenn du "angesichts der realen Situation und Zahlen" keinen Schaden für den oder die Betroffene erkennen kannst, dann mag das an deinem persönlichen moralischem Kompass liegen, für Betroffene sieht das sicher ganz anders aus. Was mich stört, ist diese generelle mediale Vorverurteilung, unabhängig vom "Fall Ulmen". Natürlich ist es wichtig zu berichten, aber jeder weiß, dabei geht es nicht um Informationen, sondern um Auflage und Klicks. Das wird jetzt 2-3 Wochen hochgepusht und wenn die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nachlässt, dann kommt halt ein anderes Thema. Ich würde mir da einfach wünschen, dass Die Reihenfolge "Anzeige-Ermittlung-Anklage-Verurteilung oder Freispruch" eingehalten wird. Von Allen.
Ich wollte gerad‘ ähnliches ausführen. Die Sensationalisierung führt eben nicht zu einer Stärkung betroffener Frauen, sie haben Furcht, dass bei einer Anzeige ihr Leben in die Öffentlichkeit gezerrt wird. Auch haben viele Opfer wenig Vertrauen in die Strafverfolgungsbehörden oder befürchten, dass eine Anzeige nicht zu Schutz, sondern zu weiterer Traumatisierung führt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein kleiner Gedanke meinerseits zur Kritik nach dem Wunsch von neuen bzw. zusätzlichen Gesetzen.

Wir leben nun einmal im Wandel der Zeit und die Welt in der wir leben erfindet sich laufend neu.

Das eben erfordert auch neue Regeln innerhalb derer wir uns im Sinne der Gesellschaft bewegen sollen und die Nutzung des Internets und später von KIs machen bzw. haben das auch erforderlich gemacht.

Wer hätte z.B. im 16. Jahrhundert daran gedacht, dass wir eines Tages Regeln und Gesetze den Strassnverkehr betreffend benötigen werden ?
 
Der Glaube des Herrn Kachelmann in den Rechtsstaat dürfte zumindest angeschlagen sein.
Inwieweit unterscheidet ihn das von anderen Personen, die zu Unrecht einer strafbaren Handlung angeklagt wurden?

Persönlich würde mein Glaube in den Rechtsstaat erschüttert werden, wenn ich zu Unrecht verurteilt werden würde, ein Freispruch würde mich eher darin bestärken in einem Rechtsstaat zu leben.

Was wäre die Alternative gewesen?
Wie hätte Herrn Kachelmann das Unrecht/Leid durch den Prozess erspart werden können?
 
Das ist sicher korrekt, aber ich denke dass durch den medialen Druck bei solchen „prominenten“ Fällen und die daraus resultierende Diskussion der Gesetzgeber quasi im Hintergrund und von der Öffentlichkeit möglicherweise unbemerkt an einer Verbesserung der bestehenden Gesetze bzw. an einer Verschärfung arbeitet.

Leider ist es möglicherweise so, dass „prominente“ Fälle die durch die Medien gehen, gewisse Prozesse beim Gesetztgeber entweder erst in Gang setzten oder diese beschleunigen.
Da geb ich dir grundsätzlich Recht, aber genauso kann es sich wie im "Fall Kachelmann", da ging es übrigens auch um Udo Jürgens, ins Gegenteil verkehren, was der Sache der Frauen überhaupt nicht gerecht wurde. Ich wollte damit auch nicht sagen, dass man es totschweigen sollte, aber dieses kampagnenhafte, gerade von der Bildzeitung, sollte man nicht als die Wahrheit ansehen. Das schlimme ist ja, dass sich dann reflexhaft Typen wie Oliver Pocher medial dranhängen, der ja wirklich, genau wie die "Blödzeitung" nicht als moralische Instanz dienen kann. :schulterzuck:
 
Mich würde ja folgendes sehr interessieren:

Angenommen, ein ähnlich gelagerter Fall. Das Opfer kommt unter anderem drauf, dass im EF ihre Fotos ohne Zustimmung gepostet werden.

Ein findiger Journalist und/oder ein engagierter Ermittler sieht sich die Seite mal genauer an und merkt - genau DAS ist hier üblich. System. Geduldet. Trotz wiederkehrender Hinweise und Bedenken der User.

Da wäre ich ja auf den Aufschrei und die Folgen für das EF gespannt. Ja - rechtlich ist es durch die Forenregeln ja halbwegs abgesichert. Aber was würde es für die Zukunft bedeuten?
 
Zuletzt bearbeitet:
Inwieweit unterscheidet ihn das von anderen Personen, die zu Unrecht einer strafbaren Handlung angeklagt wurden?

Persönlich würde mein Glaube in den Rechtsstaat erschüttert werden, wenn ich zu Unrecht verurteilt werden würde, ein Freispruch würde mich eher darin bestärken in einem Rechtsstaat zu leben.

Was wäre die Alternative gewesen?
Wie hätte Herrn Kachelmann das Unrecht/Leid durch den Prozess erspart werden können?
Es geht nicht um den Prozess, da wurde seine Unschuld erwiesen, Monate später. Es geht um die mediale Vorverurteilung und teilweise Vernichtung einer Existenz. Findest du das in Ordnung ?
 
Wenn du "angesichts der realen Situation und Zahlen" keinen Schaden für den oder die Betroffene erkennen kannst, dann mag das an deinem persönlichen moralischem Kompass liegen, für Betroffene sieht das sicher ganz anders aus.
Mein Beitrag bezog sich auf den in den Raum gestellten Schaden für "die Sache der Frauen".

Auf das Problem der medialen Vorverurteilung bin ich kurz eingegangen...
Opferschutz und Eintreten gegen Vorverurteilung gilt ebenso individuell unabhängig vom Delikt. Hier wird Frauen als Opfern von männlicher Gewalt, gerade in sozialen Medien und im Boulevard, ohnehin nichts geschenkt.
 
Da geb ich dir grundsätzlich Recht, aber genauso kann es sich wie im "Fall Kachelmann", da ging es übrigens auch um Udo Jürgens, ins Gegenteil verkehren, was der Sache der Frauen überhaupt nicht gerecht wurde.
Was wäre der Sache der Frauen gerecht geworden?
Was wäre die Alternative gewesen?
Wie hätte Herrn Kachelmann das Unrecht/Leid durch den Prozess erspart werden können?
Soll sich das Rechtsystem nach dem Boulevard richten?
 
Da geb ich dir grundsätzlich Recht, aber genauso kann es sich wie im "Fall Kachelmann", da ging es übrigens auch um Udo Jürgens, ins Gegenteil verkehren, was der Sache der Frauen überhaupt nicht gerecht wurde. Ich wollte damit auch nicht sagen, dass man es totschweigen sollte, aber dieses kampagnenhafte, gerade von der Bildzeitung, sollte man nicht als die Wahrheit ansehen. Das schlimme ist ja, dass sich dann reflexhaft Typen wie Oliver Pocher medial dranhängen, der ja wirklich, genau wie die "Blödzeitung" nicht als moralische Instanz dienen kann. :schulterzuck:
Natürlich hast du recht, ich betrachte die Gesetzgebung aber separat von der Vorverurteilung durch die Medien die ich prinzipiell auch ablehne.

Medien haben hier ein Geschäftsmodell, der Gesetzgeber hat Aufgaben für die Gesellschaft.

Und natürlich ist nicht alles wahr was den Medien zu entnehmen ist.

Dessen sollte man sich bewusst sein was leider nicht immer bei allen der Fall ist.
 
Es geht nicht um den Prozess, da wurde seine Unschuld erwiesen, Monate später. Es geht um die mediale Vorverurteilung und teilweise Vernichtung einer Existenz. Findest du das in Ordnung ?
Wo hätte ich das in den Raum gestellt? Denkst Du in Kenntnis meiner Beiträge, dass ich mediale Vorverurteilung gut heiße?

weil's anscheinend überlesen wird:
Opferschutz und Eintreten gegen Vorverurteilung gilt ebenso individuell unabhängig vom Delikt.
... als wichtiges Gut.
 
Natürlich hast du recht, ich betrachte die Gesetzgebung aber separat von der Vorverurteilung durch die Medien die ich prinzipiell auch ablehne.

Medien haben hier ein Geschäftsmodell, der Gesetzgeber hat Aufgaben für die Gesellschaft.

Und natürlich ist nicht alles wahr was den Medien zu entnehmen ist.
Absolut richtig.
Ich habe großes Vertrauen in die Justiz und die Rechtsprechung, sowohl in D als auch in Ö. Ausnahmen bestätigen nur die Regel, können aber in einer nächsten Instanz angefochten und ggfs, korrigiert werden.
Zu den Medien, natürlich haben die ein legitimes Geschäftsmodell, aber auch da gibt es großen Machtmissbrauch, dem nur wenig entgegenwirkt, bedauerlicherweise.
 
Zivilcourage - belästigte Frauen auf der Straße, da greifen die Helden theoretisch alle ein (praktisch kommt es nicht dazu).
Zivilcourage im Netz - na da will man nicht anecken, ist ja nix passiert, hach so kleine Kavaliersdelikte????
Leider wahr und selbst oft genug erlebt. Grade wieder, Journalistinnen, die klar über Gewalt an Frauen schreiben, werden massivst angegriffen und bedroht, Männer, die das tun (und es tun eh viel zu Wenige), werden von ihren Geschlechtsgenossen als Weichei oder Anbiederer gesehen. Das ist mittlerweile ein zusätzliches Problem geworden und darf nicht übersehen werden.

Wer Anfang März an der Männer-Demo teilgenommen hat, von mir ein großes Dankeschön. Das ließ mich durchaus hoffen.

Aber auch hier, in diesem Thread, können wir erkennen, dass Frauen, die über Gewalt, Übergriffe, digitaler Missbrauch schreiben und sprechen, erstmal nicht geglaubt wird. Ich bin kein Gericht, daher gilt für mich nicht die Unschuldsvermutung. Wenn wir offen über digitalen Missbrauch sprechen, dann wäre der erste Schritt, die Glaubwürdigkeit der Opfer nicht in Frage zu stellen. Nur weil es einem selbst nicht passiert ist (was ich mir für jede/n wünsche), bedeutet das nicht, dass diese nicht in unmittelbarer Nähe stattfindet.

Und dieser Versuch der Sensibilisierung finde ich so wichtig, dass wir als Gemeinschaft auf uns schauen, dass wir uns als Gemeinschaft schützen und dass wir wachsam bleiben. Auch ForenbetreiberInnen können ihren Teil dazu beitragen, dass sich alle (insbesondere Frauen) sicher fühlen und auch sicher sind.

Es wurden schon viele Ideen beigesteuert und einige lassen sich sicher kurzfristig umsetzen:
  • Cooldown-Phase - neue UserInnen dürfen erst nach sieben (zB) Tagen Medien hochladen
  • Einverständniserklärungen (rechtliche Absicherung) - kann man auch digital machen und wenn diese eindeutig bestätigt wurde, kann man mittels Symbol das im Profil sichtbar machen
  • Facecheck/Ausweis - verpflichtend für alle UserInnen, vorher wird das Profil erst gar nicht freigeschaltet (ist übrigens sehr schnell umsetzbar)
  • Forum für nicht registrierte User unsichtbar lassen - das würde vor allem jene UserInnen schützen, die in ihren Galerien explizite Bilder haben.
Selbstverständlich wären auch die Betreiber in der Pflicht allen Meldungen nachzukommen. Man meldet Leute nicht aus Jux und Tollerei oder man möchte die Betreiber beschäftigen. Jede Meldung hat ihren Grund.
 
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