Begehrt und Wahrgenommen werden...

Hi,



ja, aber warum ist Nacktheit und Sex Verletzlichkeit? Darum geht es mir ja.

LG Tom
Ich bin heute leider gar nicht fit genug um tiefgründig abzutauchen und zu philosophieren.

Mit „verletzlich“ meine ich, dass man sich zeigt, ohne sich zu verstecken – körperlich, emotional und mit dem, was man mag oder braucht.
 
Es zehrt schon gewaltig am Selbstbewusstsein und auch an der eigenen Würde, wenn der Partner einen nicht mehr angreifen will und man sexuell unsichtbar für ihn ist. Fälschlicherweise sucht man den Fehler immer bei sich, man denkt man ist zu unattraktiv, nicht begehrenswert, zu langweilig im Bett etc.
Dabei liegt einer Sexlosen Beziehung vermutlich keiner dieser Dinge zugrunde. Da hapert es schon lange in ganz anderen Bereichen der Partnerschaft.
Und ja, vermutlich ist in den wenigsten Fällen Fremdgehen einfach nur ficken wollen - es ist dieses sich begehrt fühlen, nicht abgewiesen zu werden, vielleicht sogar das Gefühl, dass da jemand ist, der es schätzt, dass ich Zeit mit ihm verbringe.
Es ist echt eins der schlimmsten Gefühle überhaupt, um Sex betteln zu müssen, sich anbiedern müssen und dann doch wieder abgewiesen zu werden.. Wie so ein richtig heftiger Schlag in die Magengrube.

Mein Mann und ich sind seit 5 Jahren zusammen, seit 2 verheiratet und wir können noch immer nicht die Finger voneinander lassen. Ich finde ihn noch immer rattenscharf und denke mir immer noch, wenn ich ihn ansehe "so ein scharfer Typ".
Unsere Ehe ist aber auch in jedem anderen Aspekt erfüllt und schön und ich glaube, das ist der treffende Punkt.
Mein Mann muss nicht erst Himmel und Hölle in Bewegung setzen, er muss nicht erst das Haus putzen, er muss nicht erst diverse Aufgaben erfüllen damit ich mit ihm ficken will, das will ich einfach weil er mein Mann ist und ich geil auf ihn bin.
 
Hi,

Mit „verletzlich“ meine ich, dass man sich zeigt, ohne sich zu verstecken – körperlich, emotional und mit dem, was man mag oder braucht.

wenn man christliche Moralvorstellungen verlässt, verliert sich oft auch diese Verletzlichkeit.

Und gelegentlich verliert sich auch die sexuelle Monogamie.

LG Tom
 
Hi,



wenn man christliche Moralvorstellungen verlässt, verliert sich oft auch diese Verletzlichkeit.

Und gelegentlich verliert sich auch die sexuelle Monogamie.

LG Tom
Leider immer noch nicht ganz fit...

Wie kommst du in dem Zusammenhang auf christliche Moral? War die erste Frage die in mir gerade aufgetaucht ist.
Gefolgt vom Gedanken dass ich eher glaube dass es an Erfahrungen liegt die man macht.
Enttäuschungen und Verletzungen machen einen durchaus vorsichtiger!?
 
wenn man christliche Moralvorstellungen verlässt, verliert sich oft auch diese Verletzlichkeit.
Aus meiner Sicht hat das nichts mit Moralvorstellung sondern mit Psychologie zu tun

Man will für jemanden das Ein und Alles sein.....

Wenn man das durchschaut, kann man wahrscheinlich wirklich irgendwie mit offenen Beziehungen klar kommen.
 
Hi,

Aus meiner Sicht hat das nichts mit Moralvorstellung sondern mit Psychologie zu tun

das lässt sich aber nicht mit Beobachtungen indigener Völker in Einklang bringen.

Bis zur Missionierung gab es sowas oft schlicht nicht.

Die Christen haben viel kaputt gemacht. Wusstest Du, dass bei indigenen Völkern Nordamers, Transen gesellschaftlich akzeptiert waren? Ich glaube man nannte sie übersetzt "Two Spirit". Auch Homosexualität war kein Problem.

Bis die Europäer kamen ....

LG Tom
 
Hi,



wenn man christliche Moralvorstellungen verlässt, verliert sich oft auch diese Verletzlichkeit.

Und gelegentlich verliert sich auch die sexuelle Monogamie.

LG Tom
Warum sollte sie und was hat das mit christlichen Moralvorstellungen zu tun? Es gibt Dinge die nur sehr wenige Menschen über mich wissen. "Seelisch nackt" kennen mich genau zwei Menschen, das sind mein bester Freund und @Mitglied #490845. Verletzlichkeit hat nicht immer etwas mit körperlicher Nacktheit zu tun.

Ich verstehe auch nicht, warum oft so negativ auf der Monogamie herumgeritten wird. Es gibt Menschen, die wollen das einfach so. Ganz ohne moralische Hintergründe. Ich will einfach nur den einen Mann, andere sind für mich sexuell einfach nicht attraktiv.
Lasst die Leute doch einfach so leben wie sie wollen, egal ob monogam, polyamore, Swinger oder was weiß ich noch.
Niemand muss sich für seine Lebensweise rechtfertigen.
 
Hi,



das lässt sich aber nicht mit Beobachtungen indigener Völker in Einklang bringen.

Bis zur Missionierung gab es sowas oft schlicht nicht.

Die Christen haben viel kaputt gemacht. Wusstest Du, dass bei indigenen Völkern Nordamers, Transen gesellschaftlich akzeptiert waren? Ich glaube man nannte sie übersetzt "Two Spirit". Auch Homosexualität war kein Problem.

Bis die Europäer kamen ....

LG Tom
Was hat Homosexualität und Trans mit Monogamie zu tun?
 
"Frauen wollen Sex wenn es ihnen gut geht, Männer damit es ihnen gut geht" In diesem Spannungsumfeld bewegt sich das ganze.
Vereinfacht gesagt, Müll raus/runterbringen mag daher mehr Erfolg versprechen als herumzuraunzen und auf eheliche Pflichten zu verweisen ;)
 
... das Grundgerüst jeder Paarbeziehung?

Aufgrund der zahlreichen Fremdgeh-Threads, wie sie @Mitglied #247512, so schön genannt hat,
möchte ich hier mal grundsätzlich die Frage in den Raum werfen, ob das Gefühl vom
Partner begehrt und wirklich wahrgenommen zu werden, das eigentliche Fundament
jeder stabilen Beziehung darstellt.

In so ziemlich allen Diskussionen über fehlenden Sex oder Fremdgehen scheint oft der sexuelle
Aspekt im Vordergrund zu stehen, obwohl es eigentlich um tiefere Bedürfnisse nach
emotionaler Anerkennung und viel mehr geht, welches oftmals auch für den TE nicht klar erkennbar ist.

Dabei frage ich mich, ob diese unterschiedlichen Bewertungen – also dass Männern
oft unterstellt wird, sie wollen „nur Sex“, während Frauen eher als emotional vernachlässigt
betrachtet werden – nicht auch etwas mit unserem historisch geprägten patriarchalen Strukturen
zu tun haben. Vielleicht ist es genau dieses alte Rollenbild, das noch nachwirkt und dafür sorgt,
dass wir männliche und weibliche Bedürfnisse unterschiedlich deuten, anstatt zu erkennen, dass
es letztlich um dasselbe Grundgerüst geht: nämlich um gegenseitige Wahrnehmung und Begehren.

Ich bin gespannt, wie ihr das seht und ob ihr meint, dass diese alte Prägung
unsere Wahrnehmung immer noch beeinflusst.

Für mich ist ausbleibender Sex nur ein Symptom, nicht das Problem. Meiner Überzeugung nach wird körperliche Nähe im Regelfall als positiv erlebt, wenn man sich liebt und miteinander im Reinen ist - mit sich selbst natürlich auch. Krankheiten (oder besser: generell körperliche Ursachen) nehme ich davon natürlich aus. Ich persönlich mache auch keinen Unterschied, ob es sich dabei „nur“ um Zärtlichkeiten, oder um explizit Sexuelles handelt.

Wenn es ein Ungleichgewicht hinsichtlich der Frequenz gibt, denke ich, dass man dem in einer intakten und liebevollen Beziehung leicht Rechnung tragen kann. Wer will, findet Lösungen, wer nicht will, findet Probleme. Und wer nicht bereit ist, gemeinsam Lösungen zu finden, sollte sich überlegen, ob er der richtige für eine (oder diese) Beziehung ist. Das gilt aber für beide Seiten. Kein Bedürfnis des einen darf zu Lasten des anderen erfüllt werden, wenn der sich nicht gut damit fühlt.
 
Antwort von KI:

Monogamie ist ein vielschichtiges Konzept, das sowohl tief in unserer Evolutionsgeschichte verwurzelt ist als auch durch moderne soziale Strukturen geformt wurde. Warum wir uns oft für „den einen oder die eine“ entscheiden, lässt sich aus verschiedenen Blickwinkeln erklären:
1. Evolutionäre & Biologische Gründe
Aus biologischer Sicht war Monogamie oft eine Überlebensstrategie für den Nachwuchs.
Investition in die Nachkommen: Menschenkinder sind extrem hilflos und benötigen jahrelange Fürsorge. Wenn beide Elternteile zusammenbleiben, steigen die Überlebenschancen des Kindes statistisch an.
Oxytocin & Bindung: Hormone wie Oxytocin (das „Kuschelhormon“) und Vasopressin spielen eine zentrale Rolle. Sie werden bei Körperkontakt und Intimität ausgeschüttet und festigen das emotionale Band zwischen zwei Menschen, was die Treue belohnt.
Vermeidung von Krankheiten: Historisch gesehen reduzierte eine feste Partnerschaft das Risiko, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren.
2. Psychologische & Emotionale Sicherheit
Für viele Menschen bietet Monogamie einen sicheren Hafen in einer komplexen Welt.
Exklusivität & Selbstwert: Das Gefühl, für jemanden die „Nummer eins“ zu sein, stärkt das Selbstvertrauen und die emotionale Stabilität.
Tiefes Vertrauen: Intimität wächst oft durch Kontinuität. Wer sich über Jahre hinweg kennt, entwickelt eine Form von blindem Vertrauen, die in wechselnden Konstellationen schwerer zu erreichen ist.
Reduzierung von Komplexität: Polyamore oder offene Beziehungen erfordern ein enormes Maß an Kommunikation und Zeitmanagement. Monogamie vereinfacht die Beziehungsstruktur im Alltag.
3. Soziale & Ökonomische Faktoren
Unsere Gesellschaft ist in weiten Teilen auf das Modell der Paarbeziehung ausgerichtet.
Ressourcenbündelung: Zwei Einkommen, ein Haushalt. Monogamie ist oft eine ökonomisch effiziente Lebensform, um Wohlstand aufzubauen oder Wohneigentum zu finanzieren.
Rechtliche Absicherung: Viele staatliche Systeme (Steuervorteile, Erbrecht, Versicherungen) sind primär auf die Ehe bzw. die Zweierbeziehung zugeschnitten.
Soziale Normen: Auch wenn alternative Lebensentwürfe zunehmen, gilt die Monogamie in vielen Kulturen noch immer als das „Ideal“, was sozialen Druck, aber auch soziale Anerkennung erzeugt.
Wichtiger Hinweis: Die Wissenschaft ist sich uneinig, ob der Mensch von Natur aus „strikt monogam“ ist. Viele Biologen sprechen eher von serieller Monogamie – also der Tendenz, für einen gewissen Zeitraum treu zu sein, bevor man (über das Leben verteilt) neue Partner sucht.
 
möchte ich hier mal grundsätzlich die Frage in den Raum werfen, ob das Gefühl vom
Partner begehrt und wirklich wahrgenommen zu werden, das eigentliche Fundament
jeder stabilen Beziehung darstellt.

In so ziemlich allen Diskussionen über fehlenden Sex oder Fremdgehen scheint oft der sexuelle
Aspekt im Vordergrund zu stehen, obwohl es eigentlich um tiefere Bedürfnisse nach
emotionaler Anerkennung und viel mehr geht

my 2 cents: wertschätzung, eine tiefe positive gefühlsbeziehung und füreinander wirklich "da sein" sind m.e. die grundpfeiler jeder tragfähigen beziehung. sex ist und bleibt das, was es ist: die wichtigste nebensache der welt!
 
Der Verlust der gegenseitigen sexuellen Anziehung ist das Ende einer langen Kette falscher Entscheidungen von beiden Seiten. Entscheide ich mich dafür gemeinsam zu wachsen, gemeinsame Zeit zu verbringen, Nähe kostbar zu finden, gemeinsame Oasen zu pflegen, miteinander zu kommunizieren, hinzuhören, nachzufragen, sich einfach auszutauschen …. dann bleibt die Beziehung jung, interessant und aufregend.
 
Das ist so ein Ding mit der Wertschätzung 😅

Das schleicht sich so ein, dass man Dinge die der Anderen für einen tut irgendwann als selbstverständlich ansieht. 🙄

Mein Ex war super sauber 😅
Aufstehen, auf's Klo gehen, staubsaugen danach duschen, trainieren und wieder duschen war seine Routine.

Anfangs habe ich es noch wertgeschätzt weil es immer tip top war.
Mit der Zeit hat es mich an meinem freien Tag eher genervt, vom Staubsauger geweckt zu werden. 🙈😅
 
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