Begehrt und Wahrgenommen werden...

Diese Abhängigkeitsverhältnisse sind aber selbst gewählt bzw nie hinterfragt. Selbst die importierten.
Niemand würde diese Frauen davon abhalten in ein Frauen Schutzhaus oder zu entsprechender Beratung zu gehen, sich einen Job zu suchen und ihrem (Ex)Mann den Stuhl unterm Arsch wegzuklagen wenn der dann nicht entsprechend Unterhalt bzw Alimente zahlt.
...tun müssten sie es halt.

Die Möglichkeiten dazu bietet unsere moderne Gesellschaft zur Genüge.
Sorry, aber da liegt mehr im Argen, als vordergründig sichtbar. Auch bei uns.


Was wir als „moderne Gesellschaft“ beschreiben, ist nur für einen kleinen Teil der weiblichen Weltbevölkerung Realität.
 
Auch wenn manche Gespräche in solch eine Sackgasse führen können, dass man sie nicht noch einmal führt.
Einst, Männeransage: Daheim ist meine Frau der Boss.
Die Domäne der Frau, ihr Reich, ihre Regeln.

Natürlich müssen sich auch Frauen, wenn sie daran noch haften und darauf hoffen, lösen.

(Der Mann, der mich versorgt, ich mache die sozialen Kontakte im Familien-, Freundeskreis, sorge für ein schönes Heim, kümmere mich um die Kinder, mache den Haushalt - dafür bin ich versorgt, brauche mir keine Sorgen machen. Mein Mann kümmert sich um das Einkommen, die Versicherungen, handwerkliche Arbeiten (ma, da waren die patscherten Männer auch arm), und natürlich um meine Altersvorsorge.)

Auch wenn das Konzept, der kompletten gewollten Teilung der "Gewalten" gewünscht wäre, so lässt es das unser System in dem wir nun sind nicht mehr zu. Das heißt das Jagen nach den "Gstopften", selbst wenn man einen ergattern sollte, birgt keine Sicherheit mit sich.

(In D wird bereits diskutiert die Mitversicherung von PartnerInnen, wenn diese keine Kleinkinder oder Pflegefall vorzuweisen haben, abzuschaffen und anstattdessen eine Versicherung um ca. 300 Euro/mtl. einzuführen.)
 
Sorry, aber da liegt mehr im Argen, als vordergründig sichtbar. Auch bei uns.


Und, wie geschrieben, was wir als „moderne Gesellschaft“ beschreiben, ist nur für einen kleinen Teil der weiblichen Weltbevölkerung Realität.
Es braucht noch gar keine Deutschkenntnisse um sich solche Beratungen zu suchen. Zumindest in Wien werden die ordentlich niederschwellig in mehreren Sprachen angeboten.

Ich würde außerdem sagen dass der Teil der Welt wo Frauen solche Möglichkeiten haben gar nicht so klein ist.

Beunruhigend dass die Gegenrevolutionen diesen Teil wieder kleiner machen und in diversen Ländern Frauen wieder nicht mehr auf die Uni oder in höhere Schulen dürfen. Das wird aber bissi politisch und hat hier wenig zu suchen.
 
Das ist aber eine sehr sehr seichte Aussage von dir.
Oder du verstehst das Wort "Abhängigkeit" nicht.
Abhängigkeit im Sinne von Gemütlichkeit, gewohnten Lebensstandard und Sicherheit mag es schon geben.

Aber ich behaupte dass in Österreich praktisch jeder und jede einen Job finden kann und damit eine kleine Wohnung finanzieren können sollte. Kinder machen das zB nochmal komplizierter, keine Frage.

Trotzdem glaube ich dass unser Sozialsystem stabil genug ist und genug unter die Arme greift dass sich eigentlich jede und jeder emanzipieren können sollte... Wie gesagt vielleicht mit Verzicht, vielleicht in einer Miniwohnung und vielleicht mit einem Job der nicht unbedingt der Traum ist.

Aber es gibt Beratungsstellen, es gibt öffentliche Hilfe, es gibt Frauenwohnhäuser und es gibt Unterstützungen für den Anfang.
 
Abhängigkeit im Sinne von Gemütlichkeit, gewohnten Lebensstandard und Sicherheit mag es schon geben.
Wenn du diese Wahrheit der Abhängigkeit nur am finanziellen festmachen, dann wird deine Aussage nicht besser.
Hast du eine Ahnung wieviele Frauen in Österreich wohnen, die nicht einmal die Landessprache sprechen geschweige denn jemals eine Schule hier besucht haben. Wenn du zu diesen Menschen mit deiner lockigen, flockigen Ansage daherkommat, ist es, als würde du ihnen mit dem nassen Fetzen und Gesicht fahren.
Die, die es sich aussuchen können, aktuell, sind die aus einer blasez, in der du wohnst.
Vulnerable Gruppen, in denen Menschen psychisch krank, einen komplett anderen Hintergrund oder einfach gesellschaftlich nicht klar kommen, sind dir wohl mittlerweile fremd???
 
Hast du eine Ahnung wieviele Frauen in Österreich wohnen, die nicht einmal die Landessprache sprechen geschweige denn jemals eine Schule hier besucht haben. Wenn du zu diesen Menschen mit deiner lockigen, flockigen Ansage daherkommat, ist es, als würde du ihnen mit dem nassen Fetzen und Gesicht fahren.
Nochmal: es gibt durchaus niederschwellige Beratungsangebote in verschiedensten Sprachen. Man muss die Landessprache gar nicht beherrschen um sich diesbezüglich beraten zu lassen.
Auch Arbeitsstellen finden sich, wo die Sprache nicht so wichtig ist. Gebäudereinigung mag keine Traumjob sein zB aber da hatte ich Kontakt zu einigen Mitarbeiterinnen die kein bis kaum Deutsch konnten.

Aber natürlich mag das dann ein nennenswertes Downgrade im Lebensstandard bedeuten. Trotzdem kann man sich so auf eigene Beine stellen.
Vulnerable Gruppen, in denen Menschen psychisch krank, einen komplett anderen Hintergrund oder einfach gesellschaftlich nicht klar kommen, sind dir wohl mittlerweile fremd???
Sind mir mittlerweile nicht mehr so nahe wie sie mir früher waren. Muss ich zugeben. Aber auch da und gerade da muss ich sagen dass das soziale Auffangnetz in Österreich stabil genug ist um nicht verhungern zu müssen oder komplett ohne Dach über dem Kopf dazustehen... Wenn man diese Hilfe annimmt und nicht ein paar falsche Entscheidungen trifft.
Und ich konnte mich jahrelang in die Gruppe von gesellschaftlich nicht Klarkommenden und psychisch Kranken einreihen. Und kann eben sagen: ja da gibt es Hilfestellungen. Und auch alleine muss niemand verhungern.
 
Hi,

Und kann eben sagen: ja da gibt es Hilfestellungen. Und auch alleine muss niemand verhungern.

die muss man aber auch annehmen können. Theoretisch gibt es auch nicht viele Gründe, sich selbst zu töten. Praktisch tun es in Österreich aber täglich drei bis 4 Personen.

Natürlich kann man sagen "selber schuld", das ist aber halt ein bissl kurz gegriffen.

LG Tom
 
die muss man aber auch annehmen können.
Den Zugang dazu, einen Platz dafür, erkämpfen können.
Wenn Du nienanden hast, der für Dich steht und kämpft, wenn Du unten bist, wird es sehr, sehr frisch.
Diese Abhängigkeitsverhältnisse sind aber selbst gewählt bzw nie hinterfragt. Selbst die importierten.
Niemand würde diese Frauen davon abhalten in ein Frauen Schutzhaus oder zu entsprechender Beratung zu gehen, sich einen Job zu suchen und ihrem (Ex)Mann den Stuhl unterm Arsch wegzuklagen wenn der dann nicht entsprechend Unterhalt bzw Alimente zahlt.
...tun müssten sie es halt.

Die Möglichkeiten dazu bietet unsere moderne Gesellschaft zur Genüge.
Dein Beispiel geht nicht von einem verschuldeten oder überschuldeten Haushalt aus.
Eine Trennung beinhaltet Wohnraumbefschaffung für einen Teil, höhere Haushaltskosten bei dann getrennten Haushalten u.s.w.

Unter Arsch etwas wegzuklagen klingt gut, Nackerten kann man oft nicht in Tasche greifen.
Wenn sie/er Pech hat und es nicht nachweisen kann, kann sie für Anschaffungen auf Pump nach Trennung haftbar sein.

Na, so eine gmahte Wiesen ist es in Einzelfällen nicht.
Auch misshandelte Frauen haben Existenzängste, Angst es alleine nicht zu schaffen, oft klein gemacht "du bist sogar für xy zu dumm".

Es gibt keine Schablonen-Menschen, die man beliebig austauschen kann.

Zu den Möglichkeiten: Schau selbst, Frauenhäuser sind überlastet, die Anzahl zu gering, ebenso wie Plätze für Psychotherapie.
Zur Beratung: Entgegen der Annahme, mit Abnahme der Ressourcen, gibt es auch Streichungen des Angebotes. (wobei die Beratung alleine ist noch nicht viel, die Begleitung inkl. der entstehenden Ausgaben, steht auf einem anderen Blatt.)

"Die soll doch in ein Frauenhaus gehen" - schwupp und schon ein Problem weniger.
Kann man sagen, muss man aber nicht.
Es braucht noch gar keine Deutschkenntnisse um sich solche Beratungen zu suchen. Zumindest in Wien werden die ordentlich niederschwellig in mehreren Sprachen angeboten.
Da würde ich mir doch ein wenig die Vereinsstrukturen ansehen.
Nicht alles, das nett plakatiert ist, ist auch so, bzw. momentan wäre es sehr sinnvoll Vereine, besonders die von öffentlicher Hand geförderten näher zu betrachten.
 
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