Alltagstrott - Aufhalten möglich?

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Ich glaube auch, dass der Zeitfaktor eine Rolle spielt. Man verbringt zB mit den Arbeitskollegen im Büro wesentlich mehr Zeit als mit dem Partner.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nicht das Ausmaß der Zeit, die man mit einander verbringt, entscheidend ist, sondern die Qualität, sprich was man tatsächlich daraus macht.

Es bringt mir persönlich weniger, jemanden tagtäglich morgens und abends und vielleicht sogar zwischendurch zu sehen, aber eigentlich nicht wirklich was von dieser Zeit zu haben, weil beide mit dem Kopf wo anders sind - in der Arbeit oder sonst wo -, weil beide einfach nur müde sind (was an sich kein Problem ist, aber wenn das jeden Tag so ist, wird's halt auch langsam fad) oder grantig, etc.

Mir ist es lieber, ich nehme mir die Zeit bewusst. Weil ich dann auch versuche, externe Einflüsse wie Arbeit etc in dieser Zeit auszuklammern, was für mich jedoch leichter ist, wenn ich meinen Partner nicht jeden Abend um mich habe. Weil es einfach Abende gibt, an denen ich arbeiten muss oder will und da ist es mir lieber, ich bin alleine, kann mich auf die Arbeit konzentrieren und umgekehrt, wenn der Partner da ist, mich nur auf diesen zu konzentrieren, ohne dass ständig das Handy läutet oder ich vor dem PC herumsitze.
 
Das ist schon richtig, aber dieses Problem haben ja die meisten Paare, also kann's daran auch ned wirklich liegen. ;)

Die wenigen die 100% zueinander passen werden mit dieser beschränkten Zeit wahrscheinlich leicht das Auslangen finden, alle anderen die mehr zu diskutieren und zu besprechen haben (ich nehme mal an die Mehrheit der Paare) kommen damit vielleicht nicht aus, also könnte es u.U. zwar nicht alleine der Grund dafür sein aber zumindest eine Rolle spielen und wenn man mehr Zeit hätte würde es vielleicht mehr glücklichere Paare geben oder aber vielleicht sogar noch mehr Scheidungen. (bei denen die nur mehr der Form halber zusammen sind) Keine Ahnung war ja nur ein Gedanke. :)
 
Mir ist es lieber, ich nehme mir die Zeit bewusst. Weil ich dann auch versuche, externe Einflüsse wie Arbeit etc in dieser Zeit auszuklammern, was für mich jedoch leichter ist, wenn ich meinen Partner nicht jeden Abend um mich habe. Weil es einfach Abende gibt, an denen ich arbeiten muss oder will und da ist es mir lieber, ich bin alleine, kann mich auf die Arbeit konzentrieren und umgekehrt, wenn der Partner da ist, mich nur auf diesen zu konzentrieren, ohne dass ständig das Handy läutet oder ich vor dem PC herumsitze.

Ich arbeite auch viel und nicht ungern aber so möchte ich nicht leben. Das Heimkommen am Abend und das gemeinsame Abendessen ist einfach Pflicht und das Highlight jeden Arbeitstages. Ich weiss dass es Berufe gibt, bei denen das nicht möglich ist aber das würde mir bei aller Liebe zu Beruf und Geld zu weit gehen.
 
Keine Ahnung war ja nur ein Gedanke. :)
Ja, ich kann's auch nicht mit absoluter Gewissheit sagen.

Ich meine halt, dass die Zeit eine untergeordnete Rolle spielt. Wo es meist mangelt, zumindest in jenen Fällen, über welche ich persönlich Bescheid weiß, ist primär die mangelnde Aufmerksamkeit dem Partner gegenüber.

Du darfst ja ned glauben, dass meine Ehe ein endloser Dialog war. Wir haben uns einigermaßen schnell und stürmisch (soweit das bei mir halt geht :mrgreen:) kennengelernt, aber es war von Anfang an das Gefühl da: dieser Mensch ist wichtig. Das hat sich natürlich auch in Gesprächen gezeigt, aber Du kannst ned 25 Jahre lang nur reden. Genau so wichtig war, dass wir es verstanden haben, gemeinsam zu schweigen, ohne uns dabei verlassen vorzukommen. Das Wissen, der andere ist da, war sehr oft ausreichend, damit der Abend ein schöner Abend sein konnte. Hin und wieder ein Wort, eine Frage, eine Antwort ..... und das war's schon. Das geht ganz leicht, wenn man keine offenen Fragen zwischen sich stehen hat, wenn man weiß, dass der Partner über seine Wünsche und Vorstellungen offen und ehrlich gesprochen hat, dass man keine "Überraschungen" befürchten muss, weil er irgend etwas verschwiegen oder anders dargestellt hat, als es der Wahrheit entspricht.

Und was natürlich sehr wichtig war: dem anderen Tag für Tag ein Zeichen zu geben, dass man ihn nach wie vor lieb hat, dass man ihn nach wie vor begehrt und nicht missen will. Das ist aber nicht sehr zeitaufwändig, da genügt ein Lächeln, ein Blick im Vorbeigehen, schon auch manchmal ein paar Streicheleinheiten oder ein Kuss. Aber das darf nicht mechanisch geschehen! Das muss aus dem Herzen kommen, sonst schadet es der Beziehung mehr, als es ihr nützen kann, denn Falschheit auf dieser Ebene ist schnell durchschaut.

Was in meiner Ehe noch sehr wichtig war: dass meine Frau sich immer sicher sein konnte, dass sie in meinem Leben die oberste Stelle einnimmt. Ein Beispiel: wenn mich meine Frau während einer Fussballübertragung gefragt hat, ob sie mit mir reden kann, dann hab' ich ned herumgesudert, und auch ned gefragt, ob das nicht eine Stunde Zeit hat, sondern dann war es klar, dass der Fernseher ausgeschaltet wurde, und ich mit ihr geredet habe. Und zwar weil ich genau gewusst habe, sie würde mich nie während eines Fussballspiels fragen, wenn es nicht jedenfalls für sie entsprechend wichtig wäre.

Verstehst Du: die Gewissheit, dass wir gegenseitig nichts tun würden, was den anderen in seiner Freude beeinträchtigen würde, das war eine sehr starke Basis. Natürlich auch die Liebe, die vom ersten Augenblick an erdrückend stark da war. Das Vertrauen, welches aus dieser Liebe erwachsen ist. Und halt schon auch die Erkenntnis, dass da an meiner Seite ein ganz besonderer Mensch ist.

Und - abschließend - ich glaube schon, dass das auch möglich ist, wenn man nicht so ideal zusammenpasst. Man hat dann halt mehr abzugleichen, abzustimmen aufeinander. Aber wenn man das rasch tut, und vor allem wenn man es offen und ehrlich tut, dann hat meiner Meinung nach jedes Paar dieselbe gute Chance. :)
 
Ich arbeite auch viel und nicht ungern aber so möchte ich nicht leben. Das Heimkommen am Abend und das gemeinsame Abendessen ist einfach Pflicht und das Highlight jeden Arbeitstages. Ich weiss dass es Berufe gibt, bei denen das nicht möglich ist aber das würde mir bei aller Liebe zu Beruf und Geld zu weit gehen.

Dafür hab ich meistens am Tag mehr freie Zeit. ;) Aber das muss ja eh jeder selbst wissen. Und vor allem hat es mit dem Thema nix zu tun. :mrgreen:

Aber um ein wenig on-topic zu bleiben: mir wäre es zu langweilig, jeden Tag den gleichen Ablauf zu haben. Hatte ich schon, brauch ich nicht. Da komm ich mir vor wie 80. :shock:
 
Ich denke auch das man erst drauf kommt wenn man mitten drinnen steckt.

Man sollte SICH einfach ab und zu was gönnen und viel reden mit dem Partner.

Wir sind in unserer Ehe sehr offen was reden an belangt, wir reden über alles und versuchen immer alle wünsche vom Partner aus zu probieren.

Viele werde sich jetzt denken ach ja sie sind ja erst so kurz verheiratet (4 Jahre) aber viele sind in der Zeit schon geschieden. Also denke ich es passt bei uns sehr gut.

LG Bonbon
 
mir wäre es zu langweilig, jeden Tag den gleichen Ablauf zu haben.


:hmm: Aber gehören da nicht immer zwei dazu?


Wenn immer der selbe Ablauf ein Abendessen gemeinsam sein sollte und beiden gefällt es, was soll dann daran schlimm sein? Es gibt ja auch schöne Gewohnheiten (Alltag?)


Viele von Uns gehen jeden Tag zur Arbeit und erledigen Tagtäglich das selbe........jetzt gibt es zwei Varianten. Der eine geht gerne zur Arbeit und erledigt seinen job ohne zu Raunzen. Der andere geht auch zur Arbeit aber nur weil er muss........und das obwohl ihm diese Stupide Arbeit gar nicht gefällt...........tja er hat halt auf die Schnelle nix anderes gefunden;)


Und so wie es den Idealjob gibt, wo man Aufgeht und sich frei entfalten kann, so gibt es auch den Idealpartner denke ich.
 
:hmm: Aber gehören da nicht immer zwei dazu?


Wenn immer der selbe Ablauf ein Abendessen gemeinsam sein sollte und beiden gefällt es, was soll dann daran schlimm sein? Es gibt ja auch schöne Gewohnheiten (Alltag?)

ich hab ja auch "mir" geschrieben. und klar gehörten zwei dazu. aber zu mir eben nur jemand, der das auch so sieht.

alltag kann übrigens auch etwas sein, das man nicht jeden tag hat. und dann ist alltag etwas sehr schönes, finde ich. andererseits hat "alltäglich" eine sehr negative konnotion. daher würde ich zB gemeinsames einkaufen nicht unbedingt als alltag, sondern als schönes ritual bezeichen. aber wie gesagt, auch nur dann, wenn es nicht tagtäglich passiert.
 

:daumen: Zeilen in denen jedes Wort nur eines ausdrückt - wahre Liebe.

Dazu passend etwas das billie im Forum an anderer Stelle schrieb und ich mir dafür mal für dich ausleihen möchte ... :)

"ich denke, von Deinen Aussagen können wir uns alle zu irgendeinem Zeitpunkt immer wieder mal eine Scheibe abschneiden.. "
 
Das mit dem Zitieren habe ich noch nicht heraussen :lol:, aber ich stimme@Steirerbua voll zu. :daumen: (gemeint ist sein letzter Beitrag)

Auch gemeinsames Schweigen kann viel Zweisamkeit erzeugen, so geht es auch uns des Öfteren.

Wichtig in einer Beziehung (zumindest haben wir das für uns herausgefunden) ist, dass beide Partner ihre Freiräume haben dürfen.
Gerade durch die Geburt unseres Kindes sind wir darauf gekommen, wie wichtig es ist, dass Freiräume für beide wichtig sind, um die Beziehung im Lot zu halten. Wenn einer mehr Raum nimmt, dann stimmt die Balance nicht mehr und es kann zu einer Krise kommen. Dann geht auch mit Sex nicht mehr viel, wenn einer zB. in der Partnerschaft immer den Kürzeren zieht und die ganze Haus-/Familienarbeit alleine erledigen muss. Das fördert nicht gerade die Libido (sprech da aus eigener Erfahrung :) )

Wir gönnen einander die Freiräume. Sie sind wichtig geworden für uns, genau so ist das gemeinsame Essen am Wochenende für uns wichtig, weil das die einzigen 2 Tage sind, an denen wir als Familie so richtig zusammensein können. Sowas fördert das Gemeinschaftsgefühl.

Liebe Grüße
Frau heran_noe
 
Wir hatten auch lange unsere Probleme, weil wir den Trott gar nicht wahrgenommen haben. Die Wünsche auf beiden Seiten blieben auf der Strecke. Frust war vorprogrammiert. Aber während des Alltages hat man sich auch gar nicht viele Gedanken darum gemacht, weil man ja immer mit irgendwelchen anderen Problemen beschäftigt ist.

Genau darin liegt der Hund begraben: Man merkt es lange Zeit selber nicht....oder man will es nicht merken, man verdrängt es. Und wenn man es merkt ist es oft zu spät. Das ist natürlich auch ein Lernprozess, ich glaube man muß es einmal erlebt haben wie so eine Beziehung aus diesem Grund in die Brüche geht damit man es beim nächsten mal besser macht. Dann hoffentlich mit dem richtigen Partner....

Insgesamt und auf den Punkt gebracht ist und bleibt es ein Glückspiel.
 
Ich weiss nicht, ob es so ein Glücksspiel ist. Wenn beide an der Beziehung arbeiten und der Wille an einer Veränderung da ist, kann sich was ändern. Wir haben das selber erlebt. Nur muss man halt die "Durststrecke" überstehen. Da hilft dann nur reden und zuhören. Das Zuhören halte ich für sehr sehr wichtig, nämlich aktives Zuhören, das Gehörte auch aufnehmen und nicht immer alles gleich als Angriff auf die eigene Person zu werten. Das ist auch das Schwierige dabei, um dem Alltagstrott in der Beziehung ein Schnippchen zu schlagen.
 
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