Alles Schicksal oder alles beeinflussbar?"

Z'erscht muss ich mich wieder updaten... :mrgreen:

Jetzt überlege ich mir nur noch - ist das nun Schicksal oder beeinflussbar.... :hmm:
 
Jetzt musst ich erst mal länger nachdenken, wo da der Hund begraben liegt.... clever formuliert. ;)

Kann's nicht auch umgekehrt sein? Dass gerade das Klammern an die Wissenschaft für sich selbst die Illusion aufrecht erhalten soll, alles berechnen zu können und alles im Griff zu haben? ...
Es kann sicher auch umgekehrt sein - aber anders als du darstellst. "Wissenschaft" unterliegt klaren Regeln, Methoden etc. Für Einige Beruf für Andere Berufung... Und sie ist frei. Besonders befreit und frei zu halten. Aber das eigentlich Schöne an ihr ist: Transparent, wiederholbar, diskutierbar. Der Diskurs, das Infragestellen, Bestätigen und Ablehnen, Weiterdenken, Weiterentwickeln ... ist systemimmanent.
Das bietet keine Ideologie, keine Religion.

Was du ansprichst und offenbar meinst ist das "(Technisch- Natur-)Wissenschaftliche Weltbild". Aber das Modell, das du hier anbietest ist mehr als veraltet und erscheint eigentlich nur mehr in der Tagespresse. Wissenschaft bewegt sich idealerweise im Grenzland des Wissens und Könnens - und genau dort gilt es Erkenntnis und Wissen zu generieren, kreativ zu sein. Da gibt es keine Kontrolle über Alles. Jede der fachlichen wissenschaftlichen Gruppen (Geistes- Sozial- Medizinische- Life- und wie sie alle heißen) ist heute im Raum des Risikos, der Unbestimmbarkeit, der Komplexität angelangt. Eher nähern sie sich dem Indeterminismus wie er in den fernöstlichen Gedankengebäuden zu finden ist als in den deterministischen europäisch-mediterranen Denkwelten.

Aber du hast völlig Recht - es ist eine absolute Illusion, alles im Griff haben zu können. Und es ist wirklich wert und würdig zu schauen, welche Ideologien derzeit so Dinge wie Lebenspläne, Planbarkeit, Machbarkeit, garantierte Erfolgsmodelle und ähnlichen Nonsense verbreiten....

... Kommt es im Endeffekt nicht auf das gleiche hinaus, ob man sein Leben unter die Macht eines Schicksals stellt, oder ob man sich auf nicht beeinflussbare biochemische oder neurobiologische Vorgänge beruft?
Nein. Es kommt nicht auf das Gleiche heraus. "Schicksal" ist weder überprüfbar und nur bedingt messbar und experimentell überprüfbar. Sagen wir einfach locker: Gegen Schicksal gibt es keine Medikamente. Selbst Beten hilft bekannterweise nur bei einer homöopathisch kleinen Menge im Ganzen. Wahrnehmung und Bewertung und Umgang mit Schicksal und Gestalten im eigenen und auch anderen Leben - das ist zugänglich, beeinfluss- und bis zu einem gewissen Grad kontrollierbar - und vor allem kann es aktiv trainiert und geübt werden (mentales Training / Coaching).

:nono: des sind ganz unterschiedliche Paare Schuhe.

ein wenig polemischer: Wisschenschaften und Wissenschaftlichkeit haben die Menschen befreit. Waren aktives Gestalten. "Schicksal" und Schicksalsgläubigkeit erzeugt Unfreiheit, falsche Dogmen, auch den ganzen new-age-Unfug z.B.

Ich bleibe dabei: die menschliche Wahrnehmung von Schicksal liegt in der Wahrnehmung und Bewertung von an sich ganz trivialen Rahmenbedingungen. Dass in einer Katastrofe viele Menschen sterben können, kann als bekannt vorausgesetzt werden. Welche unter ihnen überleben, welche nicht - ist Zufall. Nicht Schicksal.
 
Ich bleibe dabei: die menschliche Wahrnehmung von Schicksal liegt in der Wahrnehmung und Bewertung von an sich ganz trivialen Rahmenbedingungen. Dass in einer Katastrofe viele Menschen sterben können, kann als bekannt vorausgesetzt werden. Welche unter ihnen überleben, welche nicht - ist Zufall. Nicht Schicksal.

Gefällt mir sehr gut,was Du da schreibst:daumen:
 
Welche unter ihnen überleben, welche nicht - ist Zufall. Nicht Schicksal.

Sehr schön geschrieben. Aber hier hake ich ein. :cool:

Zufall ist meiner Ansicht nach das, was wir nicht vorhersehen/berechnen können. Das heißt aber nicht, dass es auch anders hätte kommen können. Bei einer nachträglichen detaillierten Analyse der Katastrophe kann man herausarbeiten, warum der eine überlebt hat und der andere nicht. Das ist also kausal begründet und ein anderer Ausgang mit denselbsen Anfangsparametern eben nicht denkbar.

Es gibt auch nette Gedankenkonstrukte über ein statisches Raumzeitgefüge, das nur wir als Zeitablauf erfahren. Da bin ich noch nicht durch...
 
Sehr schön geschrieben. Aber hier hake ich ein. :cool:...
:cool:
...mehr Schein als Sein... ;)

....Zufall ist meiner Ansicht nach das, was wir nicht vorhersehen/berechnen können. Das heißt aber nicht, dass es auch anders hätte kommen können. Bei einer nachträglichen detaillierten Analyse der Katastrophe kann man herausarbeiten, warum der eine überlebt hat und der andere nicht. Das ist also kausal begründet und ein anderer Ausgang mit denselbsen Anfangsparametern eben nicht denkbar....
Was aber nicht mehr erklärbar wird, auch unter Anwendung komplexer Modelle nicht, WARUM der Eine vorteilhafter positioniert war und ein Anderer nicht. 10 liegen im Schützengraben und 9 sterben im feindlichen Angriff. Der Zehnte fühlt sich vom Schicksal privilegiert. Zu Unrecht. Es hätte ihn genauso treffen können. Nun kann man eigentlich nur mehr mit Glaubensbekenntnissen weiterkommen. Oder?

...Es gibt auch nette Gedankenkonstrukte über ein statisches Raumzeitgefüge, das nur wir als Zeitablauf erfahren. Da bin ich noch nicht durch...
:hmm: :hmm: na dann nimm dir noch ein wenig Zeitverlauf... Ich sehe, du arbeitest an der Raumschrumpfung! Nun wird mir Einiges klar. Die nahe Zukunft überlässt du nicht dem Schicksal. ;)
:daumen:
 
"Wissenschaft" unterliegt klaren Regeln, Methoden etc. Für Einige Beruf für Andere Berufung... Und sie ist frei. Besonders befreit und frei zu halten. Aber das eigentlich Schöne an ihr ist: Transparent, wiederholbar, diskutierbar. Der Diskurs, das Infragestellen, Bestätigen und Ablehnen, Weiterdenken, Weiterentwickeln ... ist systemimmanent.
Das bietet keine Ideologie, keine Religion.


Fein. Und bis wohin? :mrgreen:


Es ist mir zu kindlich argumentiert, wenn man sagt, daß Religionen oder Ideologien nicht Vergleichbares bieten könnten (jemineh, ausgerechnet ich sag jetzt sowas, das kann heiter werden... :confused:).

... Kommt es im Endeffekt nicht auf das gleiche hinaus, ob man sein Leben unter die Macht eines Schicksals stellt, oder ob man sich auf nicht beeinflussbare biochemische oder neurobiologische Vorgänge beruft?

Nein. Es kommt nicht auf das Gleiche heraus. "Schicksal" ist weder überprüfbar und nur bedingt messbar und experimentell überprüfbar. Sagen wir einfach locker: Gegen Schicksal gibt es keine Medikamente. Selbst Beten hilft bekannterweise nur bei einer homöopathisch kleinen Menge im Ganzen. Wahrnehmung und Bewertung und Umgang mit Schicksal und Gestalten im eigenen und auch anderen Leben - das ist zugänglich, beeinfluss- und bis zu einem gewissen Grad kontrollierbar - und vor allem kann es aktiv trainiert und geübt werden (mentales Training / Coaching).


Gilt auch für Religionen, man nennt's halt dann nur anders. Ist eigentlich nur eine Frage, aus welcher Richtung man die Dinge betrachtet und welche - na, fehlt mir jetzt ein richtiges Wort dafür... "übergeordnete Gesetzmäßigkeiten" man dabei annimmt.

Ich glaube zwar nicht an einen oder mehrere personalisierten Gottheiten oder eine wie auch immer geartete "lenkende, bewußte Kraft", und ich bin kein Freund von Religionen - ne, vielleicht muß ich mich da revidieren: Religionen faszinieren mich, weil in ihnen Erklärungen und Wahrheiten enthalten sind, die so unglaublich tief und umfassend sind, daß es mich manchmal fassungslos macht, wenn sich mir eine Winzigkeit daraus erschließt - ich bin also kein Freund davon, wie mit "Religion" umgesprungen wird, ist was anderes.

Wir sind nicht wesentlich intelligenter und kein bißchen klüger als die Menschen vor Jahrtausenden, durch deren Erkenntnisse, Gedanken, Bilder Religionen gewachsen sind. Das Einzige, was uns unterscheidet von ihnen, ist a bissl mehr "Wissenschaft" mit Meßdaten und die Einbildung, wir wären deswegen jetzt die neuen "Götter". Das halte ich für 'nen gefährlichen Trugschluß.
 
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