Hi,
Ehe, Treue, usw. das sind Konzepte, die stammen noch aus einer Zeit, als Frauen Besitz waren, wie Rinder, Schafe oder Grundbesitz.
Der Mann, der die Frau als Besitz betrachtete den er exklusiv wollte (deren Nutzung er aber durchaus auch mal abgab) bzw. betrachte man das Ius primae noctis, und die Frau, die den Mann exklusiv als Versorger für ich wollte, weil Frauen lange Zeit nicht geschäftsfähig waren.
Diese Anachronismen sind heute unnötig, spätesten die Oktoberrevolution hat die Frauen unabhängig gemacht, und auch die Hippizeit im Westen, wo Frauen ungeniert ihre Sexualität ausleben konnten und dies idR. als Befreiung empfanden, zeigt, dass diese Dinge wie Treue, Beziehungen, etc. eher ein Käfig sind, denn eine Freiheit.
Schon mal nachgedacht, warum Frauen gelegentlich Orgasmusprobleme haben? Vielleicht weil man ihnen von klein auf gesagt hat, dass Sex nur Spaß machen darf in einer Beziehung, wenn man den anderen liebt, ....?
Was ist der hier im Forum immer wieder undefiniert Begriff "sich fallen lassen" anderes, als "Vögel nicht rum, guten Sex und
Orgasmen gibt es nur, wenn man gesellschaftliche Konventionen beachtet"? Ist doch nur eine Umschreibung für "Sex ist böse und für Frauen unerfüllend, wenn nicht gesellschaftliche Regeln beachtet werden".
Unlängst kamen Forenteilnehmer mit dem Unfug, dass Frauen bei Vergewaltigungen häufig Orgasmen erleben würden, ist wohl Unfug, aber wenn, dann warum können Frauen bei einem Gewaltakt Orgasmen haben? Weil sie nicht gegen ihre ethischen Normen verstoßen, sie werden gezwungen, sie verhalten sich nicht "falsch", sie können nix dafür, dass sie da Sex haben, das eliminiert ihre Verantwortung .... Aber wie gesagt, wird wohl Unfug sein.
Wir unterliegen einem gesellschaftlichen Wandel, der Trend geht weg vom Individualbesitz, wir haben Office Sharing statt dass jeder ein Büro für sich hat, wir haben Car Sharing statt Besitz eines eigenen Autos, wir haben diese Fahrräder und Elektro"tret"roller, statt selbst sowas zu kaufen benützen wir es nur.
Ich selbst habe noch tausende Schallplatten und CDs, auch DVDs aber die jungen Leute gehen weg von dem Besitz, hin zu Streaming, man "besitzt" die Musik nicht mehr auf Datenträgern, man hört sie nur gegen einen geringen Obolus.
Warum darf das mit Sex nicht auch so sein? Warum darf es überhaupt noch gesellschaftlich akzeptiert sein, dass einer sagt "Über meine Frau steigt kein anderer drüber, die gehört mir alleine"?
Und natürlich trifft das auch auf Frauen zu, die "ihre Männer" einem Besitz gleich wie Eigentum betrachten, zumindest sexuell.
Gerade für Frauen war die freie Lieber der 68er eine Befreiung und ich glaube nicht, dass die großartige Orgasmusprobleme hatten ...
Ich sehe nicht die Fremdgeher und ihre Affairen als diejenigen an, die im Unrecht sind, sondern die Betrogenen, die nur wegen ihrer anachronistischen, die eigene Unsicherheit bedienenden Besitzansprüche an einem anderen Menschen auslebenden, überhaupt in den Zustand des Betrogenseins versetzt werden.
Sogar in Österreich hat der Gesetzgeber festgehalten, dass Homosexualität und Ehebruch gesellschaftlich anerkannte Normalität sind und daher festgehalten, dass sie nicht mehr strafbar sind. Seit 1971 ist Homosexualität und seit 1997 Ehebruch nicht mehr strafbar.
Dauert wohl ein bis zwei Generationen, bis sich das auch in den Köpfen der Menschen breit macht.
Wer weiß, in 30 Jahren vielleicht, werden die dann jungen Menschen lachen, dass heute - dann die Vergangenheit - Frauen Orgasmusprobleme hatten, weil ihnen Beziehungen die freie sexuelle Entfaltung verwehrten ....
LG Tom