Älterwerden und Sehnsüchte

Mitglied #411667

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Auch wenn es so aussieht, dass hier nur lauter junge Teilnehmer sind,so wird schon auch spürbar , dass es hier auch solche der älteren Generation hier gibt.

Grundsätzlich betrifft das Älterwerden ja alle, wenn auch das Thema Krank werden eines Partners, oder eben selber, und die nachfolgende Beeinträchtigt von Erotik und Sex, und damit entstehende Notsituation des jeweils anderen Partners (noch ) nicht alle hier betrifft.

Einfache Lösungen gibts dabei nicht, und deswegen würden mich eure Gedanken dazu interessieren , denn es könnte ja auch sein , dass manche Sehnsüchte ungestillt bleiben werden oder müssen.

Und ich rede hier von Langzeitbeziehungen mit komplexen Verbindungen und nicht von kurzen Beziehungen, wo Trennung jederzeit möglich ist.

Und meine Frage geht in diese Richtung, inwieweit die jeweils eigenen Bedürfnisse vor neben oder hinter denen eines betroffenen Partners stehen
Und auch die weiteren Entwicklungen von Einsamkeit, Alleine sein und Krankheit wird jeden mal betreffen ......
 
Mit dem Älterwerden verblassen bzw. verschwinden die Sehnsüchte genauso langsam und die Gedanken an Krankheit und Einsamkeit beschäftigen mich nun schon öfter..
 
Ich glaube, dass gerade mit dem aelterwerden die Sehnsüchte und wünsche zunehmen. Ich fange an, auf mein leben zurück zuschauen und nachzudenken, was habe ich erreicht und was möchte ich unbedingt noch erreichen. Gerade auch da meine Eltern immer aelter werden, schaue ich oft, was haben sie mir gegeben und was kann ich weitergeben.

An Einsamkeit und Krankheiten denke ich mit Mitte 40 zum glück noch nicht, aber ja, es kann schnell gehen, ich sehe das immer wieder bei Freunden.
 
da ich es selbst in meinem Umfeld gerade erlebe kann ich nur sagen, älter werden wenn man gesund ist und agil bleibt kann wunderschön sein. genau das gegenteil tritt ein wenn man aufgrund von krankheit oder gebrechen eben langsam immer mehr und mehr verfällt.
ich könnte nie im leben einen job im pflegedienst bewältigen.
meiner meinung nach sind das die wahren helden.
nichts desto trotz seh ich wenn man ein leben lang zusammen gelebt hat ist liebe größer als sehnsüchte.
aufgrund eines dauerkatheters werden diese beiden glaub ich sexuell nimmer aktiv sein und ich glaube auch sie hat sich damit abgefunden.
 
wobei mir jetzt grad eine frage im kopf rumschwirrt.
könnte eine frau mit langzeitkatheter sex haben?
 
Bin jetzt knapp 50, das älter werden beschäftigt mich bereits. Ich für mich achte penibel auf meine Gesundheit, die sportliche Tätigkeit verschiebt sich schleichend teilweise zu gymnastischen Übungen, ich bügle jedes noch so kleine Wehwehchen unmittelbar wenn es sich bemerkbar macht. Körperliche Einschränkungen sind bei uns nicht die Ursache für keinen gemeinsamen Sex, ich hab ihn nach wie vor, sie nicht mehr. Wir genieße das Familienleben, die gemeinsame Zeit egal ob beim Frühstücken oder spazieren gehen. Ich versuche mich emotional von der Arbeit zu lösen, die Hektik Hektik sein lassen, einfach eine Richtungkorrektur ein zu leiten, meine Emotionen wieder mehr innerhalb der eigenen vier Wänden zu belassen.
Meine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen ist mir wichtig. Das ist jedoch nicht als zurück Reihen der Bedürfnisse des Partners misszuverstehen. Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut - gehts mir gut, gehts unserer Partnerschaft gut.
 
Und auch die weiteren Entwicklungen von Einsamkeit, Alleine sein und Krankheit wird jeden mal betreffen ......

Genau ! Warum soll ich mir also jetzt schon darüber Gedanken machen. Ändert nämlich genau NULL ! Wie es kommt, so kommt es, darauf hast, außer das du a bisserl auf deine Gesundheit achtest, eh keinen Einfluss.
 
ok das älter werden ist ab und an weniger lustig, ich brauch nur ans aufstehen in da früh denken, aber es erwischt jeden. nur wünsche und sehnsüchte kann man immer haben. macht das leben doch ein wenig lebenswerter. die frage ist ja immer will man sich manche wünsche oder sehnsüchte noch erfüllen. vor allem so lange die gesundheit noch mitspielt.

das dein körper älter wird dagegen kannst du kaum was machen. aber wie alt du im kopf bist entscheidet jeder für sich alleine.
 
Und meine Frage geht in diese Richtung, inwieweit die jeweils eigenen Bedürfnisse vor neben oder hinter denen eines betroffenen Partners stehen
das ist eine ganz schwere frage. da geht es ja auch darum welche bedürfnisse es sind. ok ich kanns mir eventuell denken. ich fürchte nur wenn man nicht selbst in so einer lage ist kann man da sehr schwer etwas dazu sagen. es wären bestenfalls vermutungen.

ich weiß das wird dir kaum helfen, aber die antwort ist halt nicht einfach. außer du machst es dir einfach.
 
das ist eine ganz schwere frage. da geht es ja auch darum welche bedürfnisse es sind. ok ich kanns mir eventuell denken. ich fürchte nur wenn man nicht selbst in so einer lage ist kann man da sehr schwer etwas dazu sagen. es wären bestenfalls vermutungen.

ich weiß das wird dir kaum helfen, aber die antwort ist halt nicht einfach. außer du machst es dir einfach.
Abwägen muss jeder für sich, überlegen sollte man ob Wunsch oder Bedürfnis. Man muss nicht jedem Wunsch nachgeben, ein Bedürfnis hingehen ist aus meiner Sicht etwas anderes.
 
Wenn man über 45+ ist sieht man genauer hin, was die eigenen Bedürfnisse und Wünsche betrifft.
Ist vielleicht weniger Kompromissbereit, möchte fehlendes ersetzten...ändern....wenn der Status quo nur teilweise zufriedenstellend ist.
Es ist viel bewusster was einem durch die Aufzucht der Kinderchen (bewusst überspitzt formuliert). .. dem Schaffen von Haus und Heim, vielleicht auf der Strecke blieb.
Viele Jahre im Schaffensprozess setzt man sich mit den Jahren viel bewusster mit sich auseinander, dass auch gut ist und seine Berechtigung hat.
Es wird ein Kassensturz punkto Liebe, Lust & Leidenschaft gemacht. ..oftmals beruflich noch mal umgekrempelt....durchgestartet, denn wir wissen alle nicht wie lange wir so fit und gesund wie im Moment noch sind.
 
ich bin jetzt ende 61 - meine süße auch. und: klar verändert sich da mit der zeit die sichtweise auf vieles. klar wäre z.b. der verlust des partners (etwa gleich mit dem verlust der kinder) das schlimmste, was einem zustoßen kann. klar kommt man auch öfter in situationen, wo sehnsüchte oder wünsche aus der eigenen gegenwart heraus nicht ausgelebt werden können. auch in der sexualität (aber nicht nur). weil bei einer migräneattacke oder einem akuten bandscheibenproblem etc. wirds eben mit dem geilen, heftigen sex nix werden. aber ehrlich: in der situation käme ich aber auch nicht nur im geringsten auf den gedanken dazu. ich fühle mich deswegen auch nicht eingeschränkt. meine süße kommt an erster stelle. aber umgekehrt auch ich bei ihr. so hängt man nicht dem nach, was alles sein könnte, sondern genießt das um so mehr, was ist. keine ahnung, was noch alles sein wird - wie viel und wie lange. aber allein schon ein immenses geschenk, was bisher alles war.
 
Ein gutes Thema, das mich zur Zeit stark beschäftigt. Danke dafür @Mitglied #411667 :)

Als ich so krank geworden bin, daß wir - mein Mann und ich - uns auch mit dem Tod beschäftigen mußten, ist mir viel durch den Kopf gegangen. Die OP ist jetzt 2 Jahre her und als ich erfuhr, daß ich wieder gesund werde, war erstmal eine unbändige Euphorie und Lebenslust da. Aber kein Gedanke an Sex. Das kam erst eine ganze Weile später.

Vor über einem Jahr hatten wir unseren 10. Hochzeitstag, den wir in einer Suite gemeinsam verbrachten. Verwöhnprogramm mit Zärtlichkeit und Nähe und Sex.... und endete in der Notaufnahme, weil ich kollabiert bin. War bissl peinlich, als gefragt wurde, was ich getan hätte, daß mein Kreislauf so absackt. "10. Hochzeitstag gefeiert" - "Ja, schön, herzlichen Glückwunsch. Aber was haben sie gemacht?" - "Was macht man denn in einem Hotel am Hochzeitstag, Himmelherrgott!"

Naja. Ich babbel wie ein altes Weib :D

Danach war jegliches sexuelles Empfinden tot, nichts ging mehr. Fiel mir erst nicht auf, lediglich so ein Gefühl der Verwunderung. Allerdings auch keine Lebensfreude mehr. Nur das Gefühl, jetzt sei alles vorbei.

Um dem entgegenzusteuern mache ich alles mögliche, u.a. auch wieder meine Rückkehr ins EF. Und juhu, die Lebensgeister kehren wieder, auch die Lust am Sex.

Und jetzt bin ich 53 und sehe, daß"meine Zeit" in gewisser Weise um ist. Klar, gealtert. Die Haare grau, paar mehr Falten, paar mehr Narben. Alles kein Drama, schön war ich eh nie, das hat mein Sexleben früher nicht sonderlich beeinträchtigt. Aber anders als früher bringe ich es nicht mehr fertig, mir Sex mit anderen vorzustellen, ich fühle mich so unschön wie noch nie.

In gewisser Weise ist das ein Abschied von diesem Teil des Sexlebens, damit meine ich dieses Gefühl, als sexuelles Wesen noch vorhanden zu sein.

Wie ich damit umgehe, weiß ich noch nicht. Mein Mann gibt mir die Gewißheit, daß ich für ihn nach wie vor attraktiv bin. Wäre das nicht so, glaube ich, würde ich mich ganz zurück ziehen.
 
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