Das ist aber wirklich unglaublich schrecklich für den Mann. Solch eine Ungerechtigkeit sollte tatsächlich sofort aus der Welt geschafft werden.
Ist auch egal, dass Frauen noch immer in so vielen Dingen benachteiligt sind (bekommen weniger Gehalt, weniger Pension, haben weniger Chancen auf eine Führungsposition, werden öfter missbraucht und ermordet, sind meistens für die Kindererziehung zuständig, können oft nur Teilzeit arbeiten, werden oft auf ihr Aussehen reduziert,... ), denn dass Männer ihren Exhibitionismus nicht ausleben können, ja das sind die Probleme, die sofort gelöst werden müssen.
Dem ist eigentlich nichts mehr hinzufügen.
Aber Ihr kennt mich ...
Generell gilt es für alle Geschlechter innerhalb einer Gemeinschaft so, dass es Regeln gibt. Auch Dresscodes innerhalb einer Gemeinschaft können Regeln beinhalten. Es gibt ungeschriebene Gesetze, die klar festlegen, wie sich erwachsene Menschen und Kinder im öffentlichen Raum kleiden. Es wird übrigens auch nicht gern gesehen, wenn Männer obenohne im Sommer in den Öffis sind, das wird durchaus kritisiert.
Anderes Beispiel:
Ob bei einem Handwerker, der grad bei mir den Abfluss repariert, er sich nach vorbeugt um besser an die Rohre zu gelangen, seine Hose leicht nach unten rutscht und man dann sein Bauarbeiterdekolleté sieht, ist halt weniger die Frage, ob er mich damit scharf machen will oder ob schlichtweg die Hose nicht passt.
Oder ...
Wenn mein wirklich super attraktiver Postler im Sommer kurze Hosen trägt und ich dann charmant anmerke: Na, das sind ja mal fesche Fußballerwadeln und er dann leicht errötet antwortet: Nein, ich fahr viel Rad ... und er sich fürs Kompliment bedankt. Es ist nicht mal ein Flirt, es ist einfach nur nettes Geplänkel!
Ich denke, dass wir alle persönliche und gesellschaftliche Grenzen haben, die man tunlichst nicht überschreiten sollte. Wenn Männer ihren Exhibitionismus ausleben, gehts nicht wirklich darum, einen Fetisch auszuleben, sondern um Macht auszuüben. Insbesondere, wenn diese Männer durch ihre Free-Willy-Aktionen nicht merken, dass das bereits sexueller Übergriff ist und das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit strafrechtliche Folgen hat.
Es wäre mit ziemlicher Sicherheit auch für Frauen so, wenn die sich des Nachts gegenüber einem Mann in den Öffis hinsetzt, ihre Hose runterschiebt und sich befriedigt. Es wäre für die aller meisten Männer das gleiche unbehagliche und sogar sehr übergriffige Gefühl und hätte zurecht die gleichen strafrechtlichen Folgen. Der Unterschied ist halt, dass dieser Fetisch oder diese Machtausübung nur wenig Frauen habe - aus gutem Grund.
Anderes Beispiel:
Wenn eine Frau einfach einen lustigen Abend, mit Freunden und sich daher leichter bekleidet mit tiefen Dekolleté, dann hat das wohl weniger mit Macht ausüben zu tun, als mit dem persönlichen Wohlbefinden und Körpergefühl. Sich gut zu fühlen, sich sexy zu fühlen, das mit Kleidung (egal, ob viel oder wenig Stoff) zu unterstreichen, sollte niemals falsch gedeutet werden. Diese Frauen wollen sich wohlfühlen und in erster Linie auch nicht vergewaltigt werden - weil sie eben etwas sexier gekleidet sind.