Ich behaupte wer auch immer von uns im Notfall in den Wald geht um zu überleben... ist so gut wie tot. Gibt wohl eine handvoll Menschen auf dem Planeten die das könnten, und auch die nur in einem entsprechend vorteilhaftem Setting.
Ich denke da etwas anders. Es werden sicher mehr sein, nur bekommt das niemand mit, weil diese Leute nicht in den Kanälen wie Youtube - etc. pp. zu sehen sind, da sie die erforderliche Ausrüstung zum einen als recht entbehrlich einstufen und zum anderen ihren Fokus nicht auf Unterhaltung anderer richten.
Dass es trotzdem wenige bleiben ist natürlich nicht von der Hand zu weisen.
Wenn man zB 7vsWild hernimmt dann laufen die ALLE in einem massiven Kaloriendefizit. Selbst diejenigen die in manchen Staffeln echt gute Locations haben und viel mehr Glück als andere bei der Suche oder beim Fischfangen. Das geht (so halbwegs) gut weil 7vs Wild halt nur eine Woche rennt oder 2 Wochen. Das überlebt man schon wenn man Wasser hat und ein bisschen von irgendwas um den Magen zu füllen.
7vs. Wild ist für mich gar kein Thema. Das ist ein max. ein Aussitzen für den Zuseher unter möglichst widrigen Umständen angepasster Reality-Shows. Die Teilnehmer möchte ich gerne sehen, wenn im Hinterkopf kein Red Code - Knopferl zur Hand ist. Da möchte man gerne ein bisschen mehr Hintergrundwissen haben - z.B. wo die Gulaschkanone steht, wenn die letzte Übertragung des Tages endet.
Stelle ich mir in etwa so vor:
"Kommts Kinder die Semmeln könnt's da vom Körbchen herausnehmen und wenn euch der Eintopf nicht schmeckt, heute ist und Palatschinkenklausi am Start."
Allgemein wird die Thematik Survival und Bushcraft immer wieder gerne verwechselt.
Mich würde so eine Show interessieren die über 2 Monate geht. Da gibts aber aus guten Gründen recht wenig auf Youtube oder in den gängigen Medien... weil es eben kaum moderne Menschen gibt die das könnten und die 2 Monate überleben würden.
Wenn dich so etwas interessiert, kannst du dir "Alone" ansehen. David Leichte soll da 64 Tage auf Vancouver Island gelebt/überlebt haben. Ob das aber nicht auch so ein Mediending wie in anderen Shows ist, kann ich nicht wirklich bestätigen.
Wie andere geschrieben haben: Es kommt auf den Notfall an. Grundsätzlich würde ich mir Chancen in der Stadt oder der Zivilisation höher ausrechnen. Ich bin mir ziemlich sicher dass Plündern mehr Chancen bietet meinen Kalorienbedarf zu decken als im Wald russisches Roulette mit Pilzen zu spielen.
Da magst du schon recht haben - kommt aber auch immer darauf an wie lange so eine Notsituation anhält. Wenn die Geschäfte leer geplündert sind, hast du in der Stadt halt wieder den Nachteil, dass man auf deine gehamsterten Produkte scharf ist und dann wirst du gejagt!
Was die Pilze und ich bin mir sicher, dass du nicht nur Pilze meinst, kommt es natürlich primär auf deine Kenntnisse, was dir die Natur im Habitat bietet und auch auf die jeweilige Jahreszeit an.
Wenn wir aber von Endzeitszenarien reden wo die Regierung gar nicht mehr existiert oder gar keine Ordnung mehr wiederhergestellt werden kann... dann ist der Wald immer noch weniger verlockend als ein Haus oder Hof mit großem Garten, Brunnen, Keller und ein paar Solarpanelen am Dach.
Das muss man auch individuell Beurteilen.
Das eigene Alter, ist man ganz alleine, hat man Frau und Kinder - und wenn ja in welchem alter, ist da noch jemand die/der auch gute Kenntnisse mitbringt.
Kommt auch sehr auf die Art der Bedrohung und deinen Möglichkeiten zu dieser an. Bei einem länger anhaltenden Energieausfall ist es schon differenziert zu betrachten, wo man sich längerfristig aufhalten kann. Bei einem Erdbeben im Hochhaus? Bei Hochwasser im Bungalow, Wohnung im EG?
Szenarien kann man sich viele vorstellen. Entscheidend und das ist sicher auch ein wenig Glückssache, für welche Katastrophe man am besten gerüstet/aufgestellt ist - wofür man die besten Skills parat hat.
Der aktuelle eigene Gesundheitszustand/Fitness und der deiner Familienmitglieder (so man nicht alleine ist) wird nicht zuletzt ein Kriterium für langfristiges Überleben sein. Medikamente welche man täglich braucht. Nur um ein Bsp. zu nennen - ein angebrauchter InsulinPen im Sommer über ca. 25 - 30°C ist nicht mehr gut wirksam.
Denn wirkliches Wildnissurvival... daran glaube ich nicht, wie oben geschrieben. Mit viel Training, viel Glück und in der richtigen Umgebung vielleicht. Aber das sind halt 3 Faktoren von denen man nur etwa 1,5 beeinflussen kann im Ernstfall. Kurzfristig mögen grundlegende Survivalskills den Unterschied machen ob man 1 Woche oder 2 Wochen durchhalten kann. Länger wird aber mit Sicherheit eher unwitzig für die meisten modernen Menschen.
Da bin ich voll bei dir. Wir wissen aber auch, dass wir Menschen sehr zäh sein können. Der Selbsterhaltungstrieb, welchem man sich unter normalen Umständen gar nicht bewusst ist, kann uns so einiges bewerkstelligen lassen.