Studie zu Catcalling

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Hi,

Das hat nichts mit Catcalling zu tun.

doch, laut Eingangsbeitrag schon. Also ich stimme Dir zu, das es kein Catcalling im eigentlichen Sinne ist:


Es geht um eine Studie, in der Männer zu ihren Flirtverhalten befragt wurden.

und

"Für die Erforschung der Entwicklungsmechanismen von Catcalling-Verhalten ...."

Es wurde nach dem Flirtverhalten gefragt, und es geht offenbar nicht um Catcalling sondern um ein - wie immer definiertes - "Catcalling Verhalten".

LG Tom
 
Ich find die Grenze, ab wann es Belästigung/Catcalling ist, etwas verschwommen.

Auf der einen Seite soll Mann rausgehen und Frauen kennenlernen, angeblich wollen wir ja Komplimente haben(hab ich gelesen)... Wenn ers aber macht ist das Catcalling...
Es kommt immer auf den Umstand, auf die Art und Weise und auf natürlich auf das Kompliment an...
Logischweise auch auf den Mann, da kommen wir nicht drumherum ;)

Mir war tatsächlich nicht bewusst, dass ein "Lächle doch mal" auch schon in die Kategorie fällt, wieder was gelernt.

Ich möchte das alles nicht gutheißen, aber wenn ich so drüber nachdenke gibt es kaum noch etwas, das ein Mann machen kann, ohne drüber nachdenken zu müssen, ob das jetzt Belästigung, Catcalling oder doch nur einfacher Smalltalk is...

Gibt es eigentlich auch das weibliche Äquivalent, wenn Frauen einen Typen "belästigen"?
 
Vorab, die Studie mag ich nicht diskutieren - dazu müsste jeder sie lesen, weiter unten der Zugang dazu.

Die Spitze eines Eisberges.
Wir sehen in verschiedensten Bereichen Entwicklungen, die gesellschaftlich nicht wünschenswert sind und scheinbar häufiger werden.
Solange man nicht an die Wurzeln geht und bewusst den jetzigen Kurs weiterfährt, werden wir weiterhin einfaches Verhalten in der Gesellschaft gesetzliche reglementieren.
Solange es sich um Einzelfälle handelt, kann die Gesellschaft damit zurecht kommen, in der Vielzahl nicht mehr.

Zu diesem Thema: Einige Länder haben bereits entsprechende Gesetze erlassen.

Kurzer Vergleich: Was einst schon ein fragwürdiges Kompliment war, entwickelt sich zu Spaß durch Psychoterror.

Etwas anderes, erst einem Nachbarn passiert, ca 22:30: Mann starrt ihn auffällig in der U-Bahn an, er wechselt den Wagon, der andere auch, er steigt mit ihm an einer eher selten frequentierten Station aus, er wird verfolgt, er sperrt auf - der Mann geht hinter ihm den Weg einfach weiter.
Auch ein neuer Spaß, für Frauen weitaus unlustiger. (Der Nachbar hat mich danach angerufen, es ging ihm nicht gut, er hat sich auch nicht das Handy raus nehmen getraut, wusste ja nicht was der will, ob der irre ist, er vielleicht einen Feindobjekt ähnlich sieht - tausend Ängste bis er daheim war.)

Spaß und Freude, Wettkämpfe. gegenseitige positive Bestätigung dadurch andere kaputt zu machen.
Wie kaputt gemacht muss man selbst sein, um das zu tun?

Und nein - das ist kein Migrationsthema - es ist als ob sich die aufgestoßene Wölfe in eigenen Rudeln einrichten würden.
In ihrer Gruppe Macht nach außen hin ausüben um sich selbst in der "Wertigkeit" zu bestätigen.
Wir hatten mal eine Zeit, natürlich etwas überschaubarer, noch kein Netz in dem sich Männer in Gruppen mit Springerstiefeln, zuordenbaren Jacken und Kopfhautzeigetrend gewalttätig und vor allem gerne Angstmachend verhielten.

Es gibt aber auch durchaus Männer 40+, die......

Das Thema ist breit und weit.
Ich verstehe es nicht - bzw. will es nicht verstehen um jede Diskussion darüber, die ins Leere führen muss, da man mit Menschen selber Ansicht spricht entbehrt sich.

o.t.
Sollte noch nicht, unten der Link zu Studie:

o.t. Aus dem Text und ja das war meines Erachtens Jahrzehnte Lehrmeinung:
Dass die soziale und emotionale Entwicklung eines Menschen stark von der frühkindlichen Bindung zur Bezugsperson,

Dagegen ist zu setzen:

Im angekündigten Kampf gegen Sozialbetrug (Bildungskarenz) kam der Sager:
Die Mutter sollte am 1. Geburtstag ihres Kindes dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen - der Vater ja sowieso.

Dazu: Die Qualität der "ausgebauten" Kinderbetreuung liegt auf einer ähnlichen, nicht besserem Niveau, wie die öffentliche Bildungsmöglichkeit der später 6jährigen.

o.t. Gesundheit: Betten haben wir genug, ganze Stationen gesperrt, kein Personal. Man kann Kindergärten bauen so viel man will........
 
Mir war tatsächlich nicht bewusst, dass ein "Lächle doch mal" auch schon in die Kategorie fällt, wieder was gelernt.
Also zu mir hat noch nie ein fremder Mann gesagt... lächle doch mal

Das würde ich absolut daneben empfinden und denken, der hat sie ja nicht mehr alle. Als welche Art Dummchen sieht der mich.
 
Dazu kann man sich Gesetze anderer europäischer Länder ansehen, die es bereits gesetzlich geregelt haben.
Ja eh... Ich finds traurig sowas per Gesetz zu regeln...
Dann hast du noch das Sender/Empfänger Problem dazu...

Wie gesagt, ich hab Catcalling bis jetzt einfach nicht so sensibel angesetzt, also auf gut Deutsch, der Punkt an dem ich das zum Kotzen fand, was nicht der, wo mir einer sagt, ich soll doch mal lächeln...

Nochmal, ich heiße das absolut nicht gut, viele Männer kennen keine Grenzen und sind einfach nur grindig in ihrem Verhalten und ihren Aussagen, und checkens nicht mal... Wahrscheinlich auch nicht mit Gesetzen...

Und dein Beispiel mit der U-Bahn und dem Nachbarn ist schlimm, mir erschließt sich der Zusammenhang zum Catcalling nur nicht ganz...
 
Also zu mir hat noch nie ein fremder Mann gesagt... lächle doch mal

Das würde ich absolut daneben empfinden und denken, der hat sie ja nicht mehr alle. Als welche Art Dummchen sieht der mich.
Ja ein Fremder tatsächlich auch nicht...
Wahrscheinlich wars mir auch deshalb nicht bewusst, dass mich das stören könnte...
 
In den 80ern konnte man kaum an einer Baustelle oder an einem Handwerker, an einer Gruppe junger Männer usw. usf. vorübergehen, ohne blöden und anzüglichen Sprüchen oder dementsprechenden Aufforderungen ausgesetzt zu sein. In den letzten Jahren beobachte ich das kaum mehr. Es hat sich diesbezüglich viel verändert, denke ich. Was noch dazukommt: Sollte sich dennoch mal jemand derart daneben benehmen, kassieren diese Typen inzwischen ja doch eher Antworten, die sie weniger dazu animieren, das wiederholt zu tun - und das ist auch gut so.

Zum Artikel: Bei dieser Studie stolpere ich definitiv über die Methodik. Es ist ein kleines, um nicht zu sagen winziges Online-Sample (n=155), es sind außerdem Selbstberichte. Ein Querschnitt also und Korrelation, keine Kausalität. Um die Hemmschwelle zu senken, wurde das Ganze außerdem als „Flirtverhalten“ gerahmt. Das kann Underreporting senken, klar, sorgt aber auch dafür, dass sehr niedrigschwellige Items (z. B. unerbetene Komplimente) neben klar übergriffigen in einer Skala landen. Dadurch wirkt die Gesamtquote schnell sehr hoch, ohne dass sauber differenziert wird. Auch glaube ich, dass, wenn Männer denken, dass es um ihr "Flirtverhalten" geht, sie dazu neigen, sich offensiver darstellen, als sie sind. Männer, die etwa sonst eher passiv sind, werden dennoch Verhaltensweisen ins Zentrum rücken, die sie selten zeigen. No, na - denn diese halten sie schließlich für gefragt und Thema. Und eine Aussage wie "Das hab ich sicher schon mal gemacht", obwohl man sich in Wahrheit gar nicht erinnern kann, wird durch den Anstrich des "es geht eh nur um Flirts" leicht gemacht. Auch wenn man zu dem beispielhaften "Lächel doch mal" in dieser Situation vielleicht nicht einmal imstande wäre.

So ganz glücklich bin ich weder mit der Studie noch mit dem Artikel. Beides spiegelt mein Umfeld nicht so wieder, wie ich es wahrnehme. Aber ich bin ja mal gespannt, wie das andere sehen.
 
Und dein Beispiel mit der U-Bahn und dem Nachbarn ist schlimm, mir erschließt sich der Zusammenhang zum Catcalling nur nicht ganz...
Einschüchtern, Angst machen, Bedrohungsszenario erzeugen in Gefahr zu sein, u.s.w.

Kinder von Spielplätzen vertreiben, auch häufig. Viele Pensionisten gehen nicht mehr in ihre Parks.

Oft ist nichts strafbaren geschehen, Bedrohliches Verhalten durch das Auftreten und/oder verbal.
 
Ich glaub dass es aber genau darum geht.
Jemand der keinen Bezug zu einem hat, bildet sich ein so einen Kommentar abgeben zu müssen.
Das is mir schon klar...
So wie @Mitglied #652001 schreibt, glaube ich, dass sich da die letzten Jahre eh schon viel getan hat...
Diese typischen Baustellen Szenen aus dem letzten Jahrtausend wären mir auch nicht mehr aufgefallen...

Vielleicht betrifft mich die Problematik zu wenig (muss ich mir Sorgen machen, wenn mich das nicht betrifft :lalala: ), mich schreckt einfach nur, welche Ausmaße das annimmt...
 
Einschüchtern, Angst machen, Bedrohungsszenario erzeugen in Gefahr zu sein, u.s.w.

Kinder von Spielplätzen vertreiben, auch häufig. Viele Pensionisten gehen nicht mehr in ihre Parks.

Oft ist nichts strafbaren geschehen, Bedrohliches Verhalten durch das Auftreten und/oder verbal.
Das hat für mich aber nicht wirklich etwas mit Catcalling zu tun...
 
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