Ich meinte damit nur keine sexuelle Erfahrung, sondern eher in allgemeinem Hinblick. Jemand, der in den 60er und 70er Jahren geboren ist und grundsätzlich nicht bi- oder homosexuell ist, wird vermutlich dieser Orientierung in seinem Alltag nicht so sehr begegnet sein, wie jemand, der wie ich, 1990 geboren wurde.
Ich basiere meine Vermutung darauf, dass es meist versteckt und heimlich stattgefunden hat, weil es bis 1989 bzw. 1997 in Österreich noch unter Strafe stand (z.B. §220 StGB Werbung für Unzucht mit Personen des gleichen Geschlechts 1997 aufgehoben) und folglich kein wichtiges Thema in der Öffentlichkeit gewesen sein dürfte. Hinzu kommt die Entwicklung des Internets, dass vorher nicht so für die Massen zugänglich und alltäglich war.
Das hat aber nichts mit Unerfahren zu tun, sondern es sind aufgrund des gesellschaftlichen und politischen Wandels, einfach andere Erfahrungen.
Ich gehe mal davon aus, dass das nicht mein erster Thread ist, den du liest, da müsste dir also aufgefallen sein, dass ich gerne etwas mehr schreibe. Ich schreibe etwas mehr, weil ich versuche mich klar und verständlich auszudrücken, sodass es nicht in den falschen Hals kommt. Z.B. Das mit den Erfahrungen, weil ich das relativ kurz gehalten habe, hast gedacht ich würde dir exponentielle Unerfahrenheit unterstellen aufgrund deines Alters (, dass ich nicht mal kenne). Das war aber in keinster Weise meine Absicht, denn aus eigenem Standpunkt, hat allgemein und vor allem sexuelle Erfahrung nichts mit dem Alter zu tun. Die Lebenserfahrungen, allerdings, die zwei unterschiedliche Generationen machen würden, sind aufgrund der Rahmenbedingungen, trotzdem anders.
Außerdem kommt noch hinzu, dass du sehr wohl überlegte Aussagen machst, die sehr wohl von einem gewissen Reife- und Erfahrungsgrad zeugen.
Nun aber mit deiner Einschätzung liegst du dennoch leider falsch. Ich hatte schon die ein oder andere Beziehung mit einem Mann, die längste davon 2 Jahre klar scheint auf den ersten Blick nicht viel zu sein, aber wer weiß, was noch kommt. Weil ich aber meinen Partner egal ob m oder w nicht verleugnen will, gehe ich damit immer offen und ehrlich um und so wissen alle Personen in meinem näheren Umfeld durchaus Bescheid. Mitstudenten, mit denen man sich über solche Themen (Partnerschaft) unterhält, Vereinskollegen, wenn man den Partner auch mit auf die Vereinsfeiern bringt, Freunde sowieso, die ehemaligen Schulkameraden wissen es auch, nachdem mein damaliger Freund aus meiner Klasse sogar mit mir auf dem Abschlussball war, und natürlich war mein aktueller Partner auch immer mit mir auf Familienfesten, Geburtstagen, usw. Und da mache ich keinen Unterschied ob meine Partnerin gerade aktuell weiblich oder mein Partner eben männlich ist.
Und um es gleich vorweg zu greifen: ich gehe auch bei meiner Partnerwahl damit offen um, bevor ich mich da in Widersprüche und Lügen und Konstrukte verstricken muss, das hatte mitunter zur Folge warum ich auch männliche Partner hatte. Meine erste Freundin (Im Alter von 15-16) hat, als ich die Bi-Neigung entdeckt habe, mit mir Schluss gemacht, weil sie sich ungenügend gefühlt hat, weil sie mich angeblich damit niemals komplett befriedigen konnte. Mein erster Freund (mit 17) hat das ganze lockerer gesehen, und wir haben es etwa 2 Jahre ausgehalten (etwas mehr). Mit 19 hatte ich dann wieder eine Partnerin, der ich gleich von vornherein davon erzählt habe, die damit auch kein Problem hatte. Das Ganze hat aber leider nur bis Anfang 20 gehalten bis wir fertig mit unseren Sozialen Jahren waren und sie nach Norddeutschland ging und ich herunter nach Österreich kam. Mit Anfang 21 kam dann wieder ein Freund, das Ganze hat aber nur etwa 9 Monate gehalten. Und seit 1 Jahr und 2 (bald 3) Monaten bin ich wieder Single und ganz glücklich damit momentan.
Ich gehe damit relativ offen um, weil ich erstens überwiegend positive Erfahrungen gemacht habe, und zweitens weil es mir egal ist. Die Leute kennen mich und wenn sie meinen nichts mit mir zu tun haben zu wollen aufgrund von meinen Partnerwahlpräferenzen, dann gehören sie auch nicht in mein näheres Umfeld.
Ach herrje, jetz hab ich schon wieder eine halbe Abhandlung geschrieben mit etwas über 660 Wörtern, ich hoffe du verzeihst