Warum sind wir überhaupt dabei, Berufsstände zu vergleichen? Jeder Mensch ist auf seine Weise einzigartig, und ob mein Deckel auf den Topf, der ich bin, als SW, Finanzbeamtin, Köchin oder Busfahrerin arbeitet, ist doch wirklich wurscht.
Was natürlich - um auf die Eingangsfrage zurückzukommen - jeder für sich klären muss, ist die Frage, ob die Umstände des Berufs mit der eigenen Lebenssituation und den eigenen Vorstellungen zusammenpassen oder ob es da Komplikationen geben kann. Sprich: Wenn ich moralische Bedenken habe, wenn meine Freundin mit einem anderen Mann schläft, könnte das eine Beziehung mit einer SW erschweren. Wenn ich davon lebe, dass ich Steuern hinterziehe, könnten ein paar unangenehme Fragen von meiner als Finanzbeamtin arbeitenden Gefährtin drohen. Wenn ich einer der schrägen Typen bin, die sich von Licht ernähren, ist es mir vielleicht ein bisschen unangenehm, wenn die Köchin an meiner Seite ständig neue Gerichte ausprobiert. Und wenn ich ein sehr tagaktiver Mensch bin, der zwischen 10 Uhr abends und 7 Uhr morgens schläft, ist es vielleicht ein bisschen blöd, wenn meine Freundin den Nachtbus lenkt und ich sie von daher so gut wie nie sehe. Aber wenn ich mit dieser Person zusammen bin, dann weil ich sie liebe und nicht, weil sie einen bestimmten Beruf ausübt.