Ist allgemein ein schwieriges Thema weil er sich in Kreisen bewegt hat die für normale Menschen unerreichbar sind.
Da jetzt zu glauben man bekommt den Durchblick medial serviert ist naiv, weil auch Journalisten da keinen ultimativen Einblick haben können.
Aber man kann zumindest etwas Vernunft walten lassen. Jedem etwas kriminelles anzulasten der Epstein kannte ist reiner Nonsens. Dazu war er in prominenten Kreisen viel zu präsent und pflegte ein zu breites Sozialleben.
Das muss man sich vorstellen als würde man in einem Dorf leben und beim Nachbarn werden ein paar entführte Kinder im Keller gefunden. Ist man dann verdächtig wenn man ihn jeden Tag gesehen hat, ihn gegrüßt hat, mit ihm beim Dorffest oder in der Kirche war oder ihm zu Weihnachten eine Flasche Wein geschenkt hat und im Wirtshaus mit ihm Karten gespielt hat?
Letzten Endes picken sich die Menschen dann jene als verdächtige Komplizen raus die ihnen ohnehin nicht passen und erfinden dann solange Vorwürfe bis vielleicht sogar ein Staatsanwalt auf den Geschmack kommt.
Und im Klageland USA muss man auch klar und deutlich feststellen das Opfer viel Kapital machen können. Nicht selten schließen sich daher Personen als vermeintliche Opfer den Vorwürfen an denen nie etwas passiert ist um damit ein Vermögen zu machen.
Gerade wenn es um Sex und Vergewaltigung geht kann man in den USA grob davon ausgehen das 50% der Opfer oft Trittbrettfahrer sind. Es gab auch schon Fälle wo es 100% waren. Siehe Danny Masterson.
Soll nicht bedeuten das Epstein unschuldig war, dagegen spricht vieles. Aber die gewaltige Flut die jetzt kommt ist wenig glaubwürdig und beflügelt leider auch Verschwörungstheorien.
Man kann auch eine Schuld feststellen ohne eine Hexenjagd daraus zu machen. Letzten Endes wird es nur eine anständige juristische Aufarbeitung geben wenn man nicht wie von Sinnen jeden der Epstein kannte auch gleich beschuldigt an seinen diversen kriminellen Aktivitäten beteiligt zu sein.
Der Typ kannte eben die Prominenz von A - Z und war ständig damit beschäftigt Kontakte zu pflegen die ihm Prestige und Nutzen brachten.
Im Gegensatz zu den meisten Ländern in Europa werden in den USA Informationen sehr transparent zugänglich gemacht.
Da gibt es kein Hans B. - Name von der Redaktion geändert oder eine schweigende Justiz die nur passiv aktiv kommuniziert.
Zum Gegenbeispiel gab es Ende 2025 zwei Terrorprozesse in Graz wo die Öffentlichkeit ausgeschlossen war und es nicht einen anwesenden Reporter oder gar eine Nachricht dazu gab. Bis heute nicht einmal ergoogelbar. Aber meine Schwiegermutter war Schöffin und hatte natürlich den ganzen Akt. Und das war ganz harter Tobak.
Da den USA wegen einiger Akten die oft aus dort gerechtfertigten Gründen nicht öffentlich gemacht werden Vorwürfe zu basteln ist schon sehr gewagt. Wem fade ist der möge sich als Zuseher wirklich einmal spontan nach Graz oder Wien zu Gerichten begeben und dort den Tag verbringen. Oft leere Säle wenn es nicht zufällig die Runde der Zeitungen macht. Und teilweise doch sehr erschreckende Fälle.
Bei manchen Bezirksgerichten die Besucher nicht gewohnt sind muss man übrigens einmal an der Security vorbeikommen, ohne Journalist, Anwalt oder geladen zu sein oft nicht einmal so einfach.
Nur ist es einfach Faulheit und Unwillen zur proaktiven Kommunikation und keine Geheimsache dunkler Mächte.
Zum Selbstmord selbst. Zweifel sicher erlaubt. Epstein kannte Leute die mächtig sind und die vermögend genug sind sich auch einen Auftragsmord zu finanzieren.
Aber er saß nun nicht bei einem Dorfsheriff im Hinterzimmer, sondern in einer Haftanstalt mit sehr vielen Mitarbeitern. Das die alle dauerhaft schweigen ist eher unglaubwürdig. Und ab da wird es oft absurd. Denn wenn die Verschwörung so groß ist das sie selbst die letzte Reinigungskraft im Gefängnis betrifft müssen wahrscheinlich auch Buddy und Socks* teil der Verschwörung sein.
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Dear Socks, Dear Buddy - Wikipedia
Mir wäre es lieber gewesen wenn man vorab keinen Tumult darum gemacht hätte und am Ende harte Fakten präsentiert welche auch zu ordentlichen Verurteilungen führen. So wie jetzt lockt es Trittbrettfahrer bei den Opfern, Staatsanwälte und Richter stehen unter Druck und der Pöbel will je nach Colour die Köpfe seiner Tyrannen rollen sehen. Nichts was man sich in einer zivilisierten Justiz wünschen sollte. Siehe Mary Surratt.
Und eines sollten sich fauchende Kritiker der Justiz einmal vor Augen halten. Was wäre die Alternative zur westlichen Justiz?
Denn die müsste man aufgeben wenn man sich nun als Ziel gesetzt hat diese pauschal anzuzweifeln und umzuwerfen. Soll es dann eher chinesisch, russisch oder iranisch sein? Antike, Mittelalter oder gleich wieder wie in der DDR im Innenhof in Leipzig?
Perfekt ist es sicher nicht, aber eine Alternative bleibt aus.
Verbesserungspotenzial sehe ich persönlich nur im Bereich von Indizienprozessen ohne anwaltliche Vertretung mit Haftstrafen wie sie vor allem in Österreich oft in Bezirksgerichten praktiziert werden. Dazu sollten Zeugenaussagen nicht mehr so stark gewertet werden weil diese Gewichtung noch aus Zeiten von Moral, Anstand und Ehre stammt. Aber genau diese rechtliche Gummibasis schreien viele unbewusst mit ihrer Kritik herbei. Denn Indizien kann ich gegen jeden sammeln wenn ich halbwegs geschickt und kreativ bin.