Ghosting — Ansätze zum Umgang

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Man unterhält sich mit jemandem, der abgesehen von den Profilangaben und Fotos sich auch noch sympathisch ausdrückt, insgesamt redselig und geistreich wirkt. Unser Hirn schüttet indes Glückshormone aus, denn:
- Jemand nimmt uns wahr; Aufmerksamkeit tut gut.
- Jemand hat Interesse am Austausch und an realen Treffen.
- Dieser Jemand bleibt auch dran, meldet sich gelegentlich.

Doch dann der unerklärliche Stopp.

Ja, gelesen hat er/sie die Nachricht (Doppelhaken bei den gängigen Chat-Apps, manchmal blau markiert).
Aber selbst nach Tagen und Wochen keine Reaktion mehr?

Was ist eure Strategie, um die Schleife aus immer wiederkehrenden Gedanken und Gefühlen zu stoppen?
 
Mich auf Wichtigeres fokussieren. Menschen sind Menschen und gerade hier sind Erwartungshaltungen so leicht enttäuschend.
Abputzen weiter geht es. So wichtig darf jemand Unbekannter gar nicht werden.
 
Die Person wird vermutlich viele Nachrichten erhalten - vielleicht kommt sie mit dem Antworten nicht mehr nach oder es hat mit jemand anderem "gefunkt" oder es gab Probleme in der Arbeit oder..

Nimm den Grund für den Abbruch nicht persönlich und versuche das nächste Mal, weniger Gefühle in ein Online-Profil zu investieren, um Dich besser vor Enttäuschungen zu schützen.
 
Man unterhält sich mit jemandem, der abgesehen von den Profilangaben und Fotos sich auch noch sympathisch ausdrückt, insgesamt redselig und geistreich wirkt. Unser Hirn schüttet indes Glückshormone aus, denn:
- Jemand nimmt uns wahr; Aufmerksamkeit tut gut.
- Jemand hat Interesse am Austausch und an realen Treffen.
- Dieser Jemand bleibt auch dran, meldet sich gelegentlich.

Doch dann der unerklärliche Stopp.

Ja, gelesen hat er/sie die Nachricht (Doppelhaken bei den gängigen Chat-Apps, manchmal blau markiert).
Aber selbst nach Tagen und Wochen keine Reaktion mehr?

Was ist eure Strategie, um die Schleife aus immer wiederkehrenden Gedanken und Gefühlen zu stoppen?
im HEUTE leben und nicht der Vergangenheit nachtrauern oder in Zukunftsphantasien flüchten
 
Man unterhält sich mit jemandem, der abgesehen von den Profilangaben und Fotos sich auch noch sympathisch ausdrückt, insgesamt redselig und geistreich wirkt. Unser Hirn schüttet indes Glückshormone aus, denn:
- Jemand nimmt uns wahr; Aufmerksamkeit tut gut.
- Jemand hat Interesse am Austausch und an realen Treffen.
- Dieser Jemand bleibt auch dran, meldet sich gelegentlich.

Doch dann der unerklärliche Stopp.

Ja, gelesen hat er/sie die Nachricht (Doppelhaken bei den gängigen Chat-Apps, manchmal blau markiert).
Aber selbst nach Tagen und Wochen keine Reaktion mehr?

Was ist eure Strategie, um die Schleife aus immer wiederkehrenden Gedanken und Gefühlen zu stoppen?

Da ich keine Hoffnungen in neue Bekanntschaften setze, hab ich auch nichts, womit ich in Folge Umgang finden müsste. Ich habe Menschen, die mir nahe stehen und die ein Gefühl von Glück bei mir erzeugen. Diese Menschen erfüllen mich. Sollte sich darüber hinaus ein weiterer, dauerhafter Kontakt entwickeln: fein. Wenn nicht: auch fein. Ein nicht Zustandekommen erzeugt bei mir kein Gefühl von Verlust. Man kann nichts verlieren, das man nicht hat.
 
Nach einiger Zeit (also Wochen) melde ich mich noch einmal höflich, weil es echt schon passiert ist, dass es eine normale Erklärung gibt. Wenn etwa plötzlich ein Krankheitsfall in der Familie, oder eine kleinere Katastrophe am Haus passiert, dann wird ein Unbekannter im Internet ganz schnell auf der Prioritätenliste weit nach unten wandern.

Eine Dame von hier, mit der ich dann ein Jahr lang eine sehr schöne und intensive F+ hatte, hat mir insgesamt dreimal voller Begeisterung geantwortet und war dazwischen Wochenlang in Funkstille. Sachen passieren...

Aber wenn ich auf meine höfliche Meldung keine Antwort bekomme, dann denk ich mir "du weist was du mitbringst, es ist ihr Verlusst" und konzentriere mich auf was anderes. Wenn du dich darüber so auffrisst und in Gedankenspiralengerätst, dann würd ich (und das meine ich jetzt ernst und voller Empathie) mal mit wem reden wie du damit umgehen kannst. Online-Dating ohne eine Bewältigungsstrategie für solche Erlebnisse ist als würdest du dir gezielt schlechte Laune oranisieren.
 
Was ist eure Strategie, um die Schleife aus immer wiederkehrenden Gedanken und Gefühlen zu stoppen?
Das kommt sehr darauf an, wie weit das Ganze schon fortgeschritten ist, kennt man sich real oder nicht, hat man schon eine Ahnung wie der andere tickt oder nicht.....

Bei guter Bekanntschaft würde ich sicher noch einige Male nachfragen.
Wenn es lose war ... ist es mir eher egal.
 
Da ich keine Hoffnungen in neue Bekanntschaften setze, hab ich auch nichts, womit ich in Folge Umgang finden müsste. Ich habe Menschen, die mir nahe stehen und die ein Gefühl von Glück bei mir erzeugen. Diese Menschen erfüllen mich. Sollte sich darüber hinaus ein weiterer, dauerhafter Kontakt entwickeln: fein. Wenn nicht: auch fein. Ein nicht Zustandekommen erzeugt bei mir kein Gefühl von Verlust. Man kann nichts verlieren, das man nicht hat.
Wenn das doch jeder so gut trennen könnte. ;)
Online können sich viele leichter öffnen und man erzählt Dinge schneller, die man in einem „analogen“ Prozess nicht so schnell preisgeben würde bzw. kann man beim schreiben mehr überlegen. Und natürlich kratzt es dann, wenn plötzlich nichts mehr kommt.

Ich verstehe ghosting nicht; eine kurze Rückmeldung, daß keine Reaktionen mehr kommen werden und bestenfalls ein kurzes warum dazu, sollte drin sein. Zumindest wenn der Kontakt recht häufig war bzw. ins persönliche ging. Egal ob reine Online-Bekanntschaft oder real life.

Natürlich kennt man hier wieder nur eine Seite.

Trotzdem lieber TE: versuche, zu akzeptieren. Und, nicht verzweifelt hinterherlaufen. Die Person hat Dich bereits abgehakt.
 
Danke bisher mal für all die ehrlichen Kommentare. Find‘s einfach spannend, wie jede Person eine andere Facette erkennt in dem Thema.

Mir geht‘s auch ein bisschen drum, dass man im echten Leben nie mit jemandem so umgehen würde. Warum passiert es dann überhaupt im virtuellen Raum? Sowas hat keiner verdient. :)

Ich hab aus Interesse auch ChatGPT mal gefragt. Er [quasi der Roboter 😅] meint auch, man soll bei sich selbst bleiben. Wenn man merkt, dass einen Gefühle durch mögliche Ablehnung, Unfreundlichkeit oder Unehrlichkeit heimsuchen, dann ist das ein Zeichen, dass man Zuwendung braucht. Man soll sich in so einem Moment sagen: „Ich wollte gesehen werden, aber jetzt sehe ich mich selbst. Ich wollte, dass jemand für mich da ist, nun höre ich mir selbst zu.“ Und jede Entscheidung, die man dann trifft, wird aus Selbstschutz oder Selbstbestimmung gemacht, z.B. den anderen zu blockieren oder ihm eine Nachricht zu schreiben, wie man sich gerade fühlt. Somit hat man alles Menschenmögliche gemacht.

Die KI sagt auch, wenn man selber so differenziert über Kommunikation nachdenkt, das aber vom Gegenüber nicht erfährt, dann ist man nicht auf dem gleichen Level von Reife.

Man könnte jetzt sagen: „Die KI wird eh immer auf deiner Seite sein.“ 😆 Aber ich fand das tatsächlich hilfreich. Vielleicht hilft das ja auch wem anderen, der es gerade liest. 🌈
 
Eine wichtige Empfehlung - bitte frag niemals eine Sprachmaschine (nichts anderes sind LLMs, dass man denen "KI" als Bezeichnung durchgehenlässt ist einfach nur peinlich), wenn du persönliche Probleme hast. Die haben schon eine ganze Reihe von psychisch stabilen Menschen in die Psychose getrieben. Das Ding baut einfach Sätze anhand der mathematisch wahrscheinlichsten Wortreihung die zu deinen Wörtern passt, wobei es den Auftrag hat dir zu schmeicheln/zuzustimmen und deine Userzeit zu maximieren. Klar sagt es dir dass da ein Reifeunterschied besteht, weil es mit solchen Antworten ad nauseam gefüttert wurde.
Du wirst zu persönlichen Problemen von einem Large Language Model nichts hören, was dir nicht Menschen genau so gut sagen können, eventuell gefährliches hören, was dir ein Mensch niemals sagen würde und außerdem Schmeichelei erhalten, wo dir Menschen die ehrliche Wahrheit (mehr oder weniger) schonend beibringen würden. Ein Gesprächspartner, der nie widerspricht und dich immer bestärkt und zustimmt ist kein Gesprächspartner. Das alles hätte dir die Stimme in deinem Kopf auch sagen können. Wenn sie das nicht macht, dann ist es für dich und deine Zukunft viel Wertvoller an deinem Selbstwert zu arbeiten, anstatt den von einem Satzbau-Algorythmus abhängig zu machen!
 
Eine wichtige Empfehlung - bitte frag niemals eine Sprachmaschine (nichts anderes sind LLMs, dass man denen "KI" als Bezeichnung durchgehenlässt ist einfach nur peinlich), wenn du persönliche Probleme hast. Die haben schon eine ganze Reihe von psychisch stabilen Menschen in die Psychose getrieben. Das Ding baut einfach Sätze anhand der mathematisch wahrscheinlichsten Wortreihung die zu deinen Wörtern passt, wobei es den Auftrag hat dir zu schmeicheln/zuzustimmen und deine Userzeit zu maximieren. Klar sagt es dir dass da ein Reifeunterschied besteht, weil es mit solchen Antworten ad nauseam gefüttert wurde.
Du wirst zu persönlichen Problemen von einem Large Language Model nichts hören, was dir nicht Menschen genau so gut sagen können, eventuell gefährliches hören, was dir ein Mensch niemals sagen würde und außerdem Schmeichelei erhalten, wo dir Menschen die ehrliche Wahrheit (mehr oder weniger) schonend beibringen würden. Ein Gesprächspartner, der nie widerspricht und dich immer bestärkt und zustimmt ist kein Gesprächspartner. Das alles hätte dir die Stimme in deinem Kopf auch sagen können. Wenn sie das nicht macht, dann ist es für dich und deine Zukunft viel Wertvoller an deinem Selbstwert zu arbeiten, anstatt den von einem Satzbau-Algorythmus abhängig zu machen!

Alter Schwede... die "ganze Reihe von psychisch stabilen Menschen", die LLMs "in die Psychose getrieben" haben, die zeigst mir aber.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da sagen Leute in Youtube aber anderes.... selbst Therapeuten fragen inzwischen ChatGPT um Rat.
Leute in Youtube? Ich kenn auch Leute die glauben LLMs der nächsten Generation werden unser neuer Gott werden. Da kann man aber auch einfach schauen - was macht das Ding, kann es was da behauptet wird?
Ich würde den Therapeuten wechseln, wenn der das macht, das ist offensichtlich ein Rat und Kompetenzloser Therapeut, oder weis nicht, dass LLMs Antworten "haluzinieren", wenn sie nichts finden.
Hier wird ein bisschen darauf eingegangen wie so ein feedbackloop läuft.

Wie gesagt, viele Leute glauben, dass das Ding mehr ist, als eine unglaublich komplexe Satzbaumaschine, was halt nicht stimmt. Ich merke auch in meinem Feld, dass Leute ChatGPT fragen - wenn die Antworten brauchbar sind, dann sind sie nie besser als was man auf wikipedia finden könnte.

Alter Schwede... die "ganze Reihe von psychisch stabilen Menschen", die LLMs "in die Psychose getrieben" haben, die zeigst mir abe
"Eine ganze Reihe" - zumindes mehrere die vorher nicht Diagnostiziert waren plus nochmal Menschen, die anfällig sind.



"Further, the emotional connection people find in ChatGPT feels like a special one. It’s just the user and the program—you and the text on the screen. You are free to tell ChatGPT your secrets or innermost thoughts, maybe ones that you haven’t even shared with your loved ones. You can picture it: a lonely, curious person alone with the screen, reaching out and looking for someone to connect to. ChatGPT often strings together text that will sound like it “understands” the user when others don’t (because ChatGPT produces cliches, and that’s an obvious cliche). It mimics a kind of intimacy—the kind of intimacy that the user so badly wants. It feels like ChatGPT really gets you."

Bei Drogen gibts ja den Spruch für jedeN gäbe es etwas worauf man hängen bleiben kann und anderes das einem nichts tut. Für manche scheint es die ständige Ego-Bestärkung von LLMs zu sein...

Und verstärken tut es bestehende mentale Probleme (und der TE hat zumindest ein emotionales Problem wie er mit der beschriebenen Situation umgehen soll sowieso)

"When you do therapy for psychosis, it is similar to cognitive behavioral therapy, and at the heart of that is reality testing. In a very empathetic way, you try to understand where the person is coming from before gently challenging them.
Psychosis thrives when reality stops pushing back, and AI really just lowers that barrier for people. It doesn't challenge you really when we need it to."


"[...] at one point ChatGPT discouraged Raine from speaking to his mother about his pain, and at another point offered to help him write a suicide note."


Das Problem ist, dass es als neutrale Suchmaschine beworben wird, wenn es als Gedankenbestärkende Zustimmungsmaschine programmiert wurde.
 
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Ja, alles mit der Ruhe! Ich mach mich von nix und niemandem völlig abhängig, auch nicht von deinem Rat, lieber @Mitglied #271120. :)

„Psychische Probleme“ oder „fehlender Selbstwert“ sind potentielle Aspekte im Gesamtkontext, aber nicht Teil meiner Person.

Man muss alles mit Vorsicht genießen, vor allem in der Online-Welt. Mein eröffnetes Thema und diese Gesprächsrunde beweisen das ja ganz gut. ;)
 
Wie gesagt, viele Leute glauben, dass das Ding mehr ist, als eine unglaublich komplexe Satzbaumaschine, was halt nicht stimmt. Ich merke auch in meinem Feld, dass Leute ChatGPT fragen - wenn die Antworten brauchbar sind, dann sind sie nie besser als was man auf wikipedia finden könnte.
Es hat bisher keiner behauptet, dass KI die „einzige Lösung“ sei. Man wird halt im Leben nicht immer schlau aus sich selbst. Daher sucht man verschiedene Quellen (auch diese Diskussion). Alle bieten hilfreiche Ansätze. Oder nicht? :)
 
"Eine ganze Reihe" - zumindes mehrere die vorher nicht Diagnostiziert waren plus nochmal Menschen, die anfällig sind.

Nur, weil ein Mensch zuvor nicht auffällig wurde, ist er noch lange nicht psychisch stabil. Und genau das hast du aber geschrieben. Für "reihenweise Psychosen bei vorher Stabilen, getrieben durch LLMs," gibt es keine epidemiologischen Daten. Was seriöse Quellen dafür beschreiben, sind Einzelfälle und klinische Beobachtungen, bei denen sich zeigt, dass Chatbots durchaus Vulnerabilitäten verstärken können. So wie das auch Menschen können, in der Interaktion mit vulnerablen Menschen.

Nachtrag: Eine "Psychose" (versus Trigger/Amplifier) ist außerdem ein klinisches Syndrom. Das ist nochmal ein anderer Schuh.
 
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