Generation Porno

Hallo in die Runde:
Ich habe beruflich mit Jugendlichen zu tun und dachte bisher, dass ich schon einiges mitbekommen habe, was mich erschreckt und nachdenklich macht. Nach der gestrigen ZDF-Dokumentation "Generation Porno“ bin ich dennoch schockiert.
Obwohl die Doku vermutlich nur an der Oberfläche gekratzt hat, zeigt sie eine Entwicklung, die mir grosse Sorgen bereitet: Kinder werden heute teilweise bereits ab 8 Jahren mit Pornografie, sexualisierter Gewalt und verstörenden Inhalten im Internet konfrontiert.
Mich beschäftigt die Frage, welche Auswirkungen das langfristig auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auf Beziehungen, Sexualität und das gesellschaftliche Miteinander haben wird. Was kommt da in den nächsten Jahren noch auf uns zu?
Gleichzeitig frage ich mich, was wir als Gesellschaft dagegen tun können. Welche Verantwortung tragen Eltern, Schulen, Politik, Medienplattformen und wir Erwachsenen insgesamt? Reichen Aufklärung und Medienkompetenz aus, oder braucht es strengere Regeln und Schutzmassnahmen?
Mich interessieren eure Erfahrungen, Beobachtungen und Gedanken zu diesem Thema.
Ich finde deine Frage sehr wichtig und nachvollziehbar. Die Konfrontation von Kindern und Jugendlichen mit Pornografie und sexualisierten, oft verstörenden Inhalten im Internet ist tatsächlich eine große Herausforderung unserer Zeit. Auch ich sehe die langfristigen Auswirkungen auf das Verhältnis zu Beziehungen, Sexualität und das gesellschaftliche Miteinander mit Sorge.
Meiner Meinung nach braucht es ein Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen.
Aufklärung und Medienkomoetenz sind unverzichtbar, damit junge Menschen lernen, kritisch mit Informationen und Bildern umzugehen.
Gleichzeitig müssen
Eltern, Schulen und Gesellschaft stärker eingebunden werden, um offene Gespräche zu ermöglichen und Schutzmechanismen zu schaffen.
Auch die
Politik und Plattformbetreiber sollten Verantwortung übernehmen, um den Zugang zu schädlichen Inhalten für Kinder wirksam einzuschränken.
Ich glaube, dass es nicht nur um Verbote geht, sondern vor allem darum, junge Menschen zu stärken, damit sie selbstbewusst und reflektiert mit Sexualität und Medien umgehen können.
 
Und wenn in einer S-Bahn die Leute sich vor Jugendlichen fürchten, ist das für mich nur die Bestätigung, dass sich viele noch in der Angstschleife aufhalten.
Wundert dich das?
Wenn regelmäßig Medienberichte veröffentlicht werden wie Passanten einschreiten wollten, nur um ein Messer in den Bauch zu bekommen?!

Verlässt du dich auf die Mithilfe von 3-4 Fremden falls irgendwas handgreiflich wird? Die 3-4 Teens können sich nämlich vermutlich aufeinander verlassen wenn irgendwas eskaliert. Ich würde mein Wohlbefinden allerdings in so einer Situation nicht darauf verwetten dass 3-4 Fremde mit mir zur Gruppenprügelei antreten oder gar 8-10 tatkräftig dabei sind um die zu überwältigen. Und nochmal: Ich würde heutzutage gar nicht mehr darauf wetten dass sowas bei einer Prügelei bleibt. Messer sind schnell gezogen und davor leicht versteckt!

Angstschleife mag man das nennen. Ich würde Realismus dazu sagen! Und einfach viel negative Erfahrung mit Zivilcourage.

Das heißt nicht dass ich allgemein nicht einschreite. Aber ich halte mich gewöhnlich zurück solange niemand ernsthaft bedroht oder belästigt wird. Und dann hilft es manchmal sich einfach aktiv daneben hinzustellen und dem Opfer lautstark irgendwas zu sagen wie "falls das hier irgendwann Probleme macht, bezeug ich gern alles was ich hier sehe!".
Es wäre ja z.B. auch gegangen den Erlebnisbericht in Form einer Beschwerde an die ÖBB weiterzuleiten oder oder oder...wenn es denn wirklich so schlimm war.
Um WAS zu erreichen?
Ein kurzes "tut uns sehr leid, für das Verhalten anderer Fahrgäste können wir leider keine Verantwortung übernehmen!"-Schreiben der ÖBB???
Hier stellen sich gleich mehrere Fragen
- wieso soll der/die Belästigte sich entfernen und nicht der/die BelästigerIn das Fehlverhalten einstellen?
-führt das Nicht Vorgehen gegen Fehlverhalten nicht langfristig zu einer Verschiebung der Toleranzschwelle
Weil ich mein eigenes Verhalten kontrollieren und steuern kann. Das von diesen Kids nicht. Und wie oben geschrieben: Die sind in der Überzahl.

In so einer Situation, wie allen Situationen beinahe, kann ich mich weder auf die Hilfe von Fremden verlassen noch auf die Polizei oder den U-Bahnfahrer. Und die Reaktionen von Teenagern oder jungen Erwachsenen in der Gruppe sind heute sehr unberechenbar. Weil die wissen das ebenso: Niemand kommt zu Hilfe und wird irgendwas dagegen tun.
Die können dich ganz entspannt abstechen, bei der nächsten Station aussteigen, zur nächsten Bim gehen, 2 Stationen fahren, ein Taxi nehmen und sind WEG! Wenn die nicht rein zufällig amtsbekannt sind oder 1A-Videoaufnahmen liefern wo sie direkt in die Kamera schauen sind sie einfach nur weg.

Also nein: Wenn es nicht wirklich um Gefahr für Leib und Leben geht... dann schreite ich bei sowas sicher nicht ein. Und gehe auch nicht auf Konfrontation oder irgendeine Form der Eskalation. Dann ignoriere ich diverses Verhalten auch wenn es mir auf die Nerven geht.

Heutzutage fahre ich gottseidank nicht mehr viel öffentlich. Aber das letzte Mal wie ich in Linz in einer Straßenbahn gefahren bin waren da auch 2 stark Alkoholisierte Männer, mitten am Tag, die mit Vodkaflaschen in der Hand eingestiegen sind, gestunken haben und dann meinten sie müssten Polnisch/Serbisch/irgendwas - Rap über ihre Handybox aufdrehen. Fand ich sehr assozial, fand ich sehr nervig... da habe ich das Szenario und diese Überlegungen das letzte Mal durchgespielt. Und bin zum selben Schluss gekommen: Ignorieren und damit leben oder aussteigen und auf den nächsten Zug warten. Alles andere ist das Risiko nicht wert!
 
Wundert dich das?
Nein.
Wenn regelmäßig Medienberichte veröffentlicht werden wie Passanten einschreiten wollten, nur um ein Messer in den Bauch zu bekommen?!
Medien leben davon. Und wir drehen uns im Kreis. Welchen Wolf wollen wir füttern?
Alles was du schreibst unterschreibe ich genau so! Es ist hirnrissig und grenzt mitunter schon an Suizidsehnsucht Zivilcourage an den Tag zu legen. Das Problem ist halt wie so oft: wenn alle so denken, dann Gute Nacht.
Ich erinnere mich an einen Vorfall in Deutschland, vor nicht langer Zeit. Ein Messerstecher auf einem Kinderspielplatz. Ein couragierter Vater hat sich vor die Kinder gestellt. Er bezahlte hoch und verlor sein Leben.
Aber anders gefragt: hätte er es nicht getan und der Wahnsinnige hätte paar Kinder umgebracht, glaubst ernsthaft sein Leben wäre davon nicht überschattet?
 
Die 3-4 Teens können sich nämlich vermutlich aufeinander verlassen wenn irgendwas eskaliert.
Das ist jetzt etwas leicht gesprochen und auch sehr gefährlich, ich war schon ein paar mal bei uns in "Klein Sankt Pölten" in der Situation (einige Jahre her), dass so ein paar Teens mich nachts um Zigaretten und anschließend um Geld angeschnorrt haben, wissendlich, dass es nur ein Vorwand für einen Raub war.

Tja zu dieser Zeit, war ich noch ein anderer Mann und hing (im Nachhinein betrachtet) damals nicht besonders am Leben.

Ich hab dann immer erst geschaut wer der Leitidiot ist und hab dem vor allen anderen so hart es ging eine geschallert, dass der im Dreck gelandet ist.
In der Regel waren dann seine Kumpanen weg.

Allerdings habe ich die Idioten auch wissen lassen, dass es jetzt um Mord geht aber nicht an mir.
Ich hab einfach den Psychopathen gegeben.

Hat jedesmal funktioniert, mir ist aber auch klar, dass ich einfach nur Glück hatte, dass die sich einschüchtern ließen.

Wie ich heute agieren würde weiß ich nicht, allerdings würde ich trotzdem einschreiten, wenn es jemand anderes an den Kragen geht.
 
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Ich habe beruflich mit Jugendlichen zu tun und dachte bisher, dass ich schon einiges mitbekommen habe, was mich erschreckt und nachdenklich macht. Nach der gestrigen ZDF-Dokumentation "Generation Porno“ bin ich dennoch schockiert.
Vor einigen Jahren habe ich eine Doku über ein ähnliches Thema gesehen, allerdings ging es um Pornosucht.
Es kaum greifbar für mich, dass zb ein 14 jähriger darüber geredet hat, dass er mehr als 10h am Tag Gewaltpornos, also keine BDSM-Filmchen im eigentlichen Sinne, sondern wirklich Gewaltpornos sich ansieht, wo Frauen gegen ihren Willen gefesselt, geschlagen und missbraucht werden und er davon träumt wie es später einmal ist so Sex mit einer Frau zu haben und ihn das so aufgeilt, dass er lieber jetzt alleine wäre.
Ein Mensch, der so gesehen keine sexuelle Erfahrung hat und sich von solchen Filmen im Endeffekt seine Neigung von Anfang an definieren ließ.

Andere hatten das gleiche Thema mit Gewaltvideos, wie lustig und cool das ist, wenn zb Katzen die Gliedmaßen ausgerissen werden, oder wie in den berühmt berüchtigten mexikanischen Kartellvideo, Leute bis zum grausamen Tot gefoltert werden.

Nebenbei erwähnt, gab es in Deutschland und in Österreich vermehrt Fälle wo in Volksschulen bis in höher bildenden Schulen, die Schüler untereinander Kinderpornografie auf WhatsApp hin und her geschickt haben und je schlimmer es war, desto cooler.
Ob da nun die ursprünglichen Verbreiter geschnappt wurden, weiß ich nicht, das war auch so wie bei anderen Nachrichten, erst wird es ausgeschlachtet und dann fallen gelassen.

Siehe zb Epstein, erst riesen Rummel und jetzt hört man nur mehr sehr wenig, es tritt in den Hintergrund.
Kinder werden heute teilweise bereits ab 8 Jahren mit Pornografie, sexualisierter Gewalt und verstörenden Inhalten im Internet konfrontiert.
Mich beschäftigt die Frage, welche Auswirkungen das langfristig auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auf Beziehungen, Sexualität und das gesellschaftliche Miteinander haben wird. Was kommt da in den nächsten Jahren noch auf uns zu?
Ich will zwar nicht mit erhobenen Finger hier was predigen, da ich selber keine Kinder habe, trotzdem ist es nun mal Aufgabe der Eltern die Kinder zu kontaktieren was sie sich im TV oder im Internet ansehen und wenn eben Inhalte die nicht für Kinder gemacht sind dabei sind gehört darüber in aller Ruhe geredet und in Erfahrung gebracht was das beim Kind auslöst und warum die dementsprechende Reaktion dadurch ausgelöst wird.
Gleichzeitig frage ich mich, was wir als Gesellschaft dagegen tun können. Welche Verantwortung tragen Eltern, Schulen, Politik, Medienplattformen und wir Erwachsenen insgesamt? Reichen Aufklärung und Medienkompetenz aus, oder braucht es strengere Regeln und Schutzmassnahmen?
Schule und Politik sehe ich in der Verantwortung aufzuklären, Bildung ethische Werte zu vermitteln.
Aber weder Politik noch Schule sind für die Erziehung verantwortlich, das sind die Eltern.
Die Ausrede, man sei ja den ganzen Tag hackln, zählt da bei mir nicht, denn wenn ich rundherum im Freundeskreis mich umsehen, sind die (meisten) auch nach einem harten Arbeitstag für ihre Kinder da und setzen sich mit Hausaufgaben und Erlebnissen der Kinder auseinander.

Btw Medienkompetenz:
Auch wenn man als Erwachsene wie wir, manche Sachen social Media usw nicht mehr so interessieren, sehe ich uns als Erwachsene/Eltern trotzdem in der Verantwortung mit unseren Kindern darüber zu reden, mit ihnen zu schauen, was sie schauen, ihnen zu erklären was Bullshit ist, was gestellt ist usw.
 
Wenn regelmäßig Medienberichte veröffentlicht werden wie Passanten einschreiten wollten, nur um ein Messer in den Bauch zu bekommen
Ganz ehrlich, wann hast du das denn das letzte Mal gelesen? Zumindest in Österreich ist das schon wieder eine Weile her und auch ich bin vor über 20 Jahren, auf der Straße von einem Pärchen verprügelt worden, dessen Mann ich davon abhalten wollte, seine Frau zu schlagen
Angstschleife mag man das nennen. Ich würde Realismus dazu sagen!
Blödsinn...die mögen vielleicht teilweise Messer eingesteckt haben, aber diese ziehen und dann auch noch benutzen, ist eine ganz andere Kategorie.
Das ist ähnlich wie mit Polizeischülern. Während der Ausbildung hantieren sie regelmäßig mit Waffen, aber nachdem sie im Dienst die ersten paar Male die Waffe einfach nur ziehen mussten, suchen sie sich einen anderen Job.
Und die Reaktionen von Teenagern oder jungen Erwachsenen in der Gruppe sind heute sehr unberechenbar.
Nicht wirklich, die sind genauso berechenbar wie sie es schon vor 25 oder 30 Jahren war. Sobald einer was sagt, wird der Scheiß in 90% der Fälle eingestellt. Wer wirklich auf Zoff aus ist, findet den auch und provoziert nicht blöd passiv herum.
Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit hätten sie es eingestellt oder zumindest leiser gedreht, sobald jemand was gessgt hätte.

Die Leute reiten auf einer Angstwelle. Sie lassen sich teilen und andere Herrschen, ein ganz altes Spiel und man ist in dieser Schleife auch ganz schnell gefangen ohne das es einem auffällt. Schau Dich doch mal um, 9999 von 10000 Situationen klären sich völlig gewaltlos, der eine Fall wird von sämtlichen Medien tagelang auf und abgewälzt. Das persönliche Sicherheitsempfinden ist gestört, nicht die tatsächliche Sicherheit.
 
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Es kaum greifbar für mich, dass zb ein 14 jähriger darüber geredet hat, dass er mehr als 10h am Tag Gewaltpornos, also keine BDSM-Filmchen im eigentlichen Sinne, sondern wirklich Gewaltpornos sich ansieht, wo Frauen gegen ihren Willen gefesselt, geschlagen und missbraucht werden und er davon träumt wie es später einmal ist so Sex mit einer Frau zu haben und ihn das so aufgeilt, dass er lieber jetzt alleine wäre.
Solche Videos gehören sowieso unter Strafe gestellt und runter genommen. Ich weiß dass es so etwas im Netz gibt aber man muss, gerade als 14 Jähriger schon ein paar Mal sehr aktiv und sehr falsch und sehr gezielt abbiegen um sowas zu finden.
Und da Vergewaltigung Videos meines Wissens nach illegal sind, ist 10 Stunden davon zu finden oder gar runterzuladen schon ein gewisses Risiko. Immerhin!
Ein Mensch, der so gesehen keine sexuelle Erfahrung hat und sich von solchen Filmen im Endeffekt seine Neigung von Anfang an definieren ließ.
Bei Menschen die sowas überhaupt ansehen rennt aber irgendwas falsch noch bevor sexuelle Neigung überhaupt ein Thema werden sollte!
Da liegt schon ein Frauenbild, fehlende Empathie oder Menschlichkeit und eine gewisse Liebe zur Gewalt zugrunde die ansich, schon abseits vom Pornokonsum, nicht sein sollten!

Ich habe auch solche Videos gesehen in der Jugend. Ich fands verstörend, hab's weg geklickt und sofort wieder aus meinem Limewire Ordner gelöscht!

Aber Limewire hatte damals allgemein das Problem das viel hinter diversen Codes versteckt war. Da hieß das Video irgendwie "beautiful girl having sex" gefolgt von irgendwelchen Codes in Klammern, oder manchmal auch nicht... Und wenn Videos falsch gelabelt waren oder man die Codes nicht kannte, konnte man da schon ziemlich ungute und seltsame Überraschungen erleben!
K9 und PTHC sind so die Codes an die ich mich erinnern kann die unter "Klick das nie wieder an!" gefallen sind... Gab aber mehr. Ist nur 20 Jahren her.

Andere hatten das gleiche Thema mit Gewaltvideos, wie lustig und cool das ist, wenn zb Katzen die Gliedmaßen ausgerissen werden, oder wie in den berühmt berüchtigten mexikanischen Kartellvideo, Leute bis zum grausamen Tot gefoltert werden.
Ja auch wir haben schon in der Volksschule, im EDV Raum Seiten wie Rotten besucht. Da ging's um verstörende Bilder. Leichen, Tatort Fotos, Blut,... Als Beispiel: ein Bild wie das aussieht wenn jemand bei 100+ kmh das Auto verlassen hat.

Keine Ahnung warum Kinder das tun. Mutprobe? Dummheit? Ein einzelner in der Gruppe der zeigen will wie hart oder cool er ist dass er solche Links kennt?

Ich nehme an heute gibt's da noch Schlimmeres als damals Rotten. Und vermutlich auch Sexuelleres. Weil Rotten hatte, und das ist wohl das einzig Positive was man darüber sagen kann, wenigstens nichts mit Sex oder Pornos zu tun!
 
Ganz ehrlich, wann hast du das denn das letzte Mal gelesen?
Im August 2025. Da ist ein amerikanischer Tourist in Dresden einem Mädchen was in einer Straßenbahn belästigt wurde zur Seite gesprungen und wurde von den zwei Typen mit einem Cuttermesser attackiert.
(Seine Modelkarriere konnte er mit Narbe im Gesicht wahrscheinlich vergessen, aber zum Glück hat er überlebt.)

Wobei es ein großer Unterschied ist ob jemand belästigt/bedroht wird, oder eine Gruppe Jugendlicher sich einfach nur nicht zu benehmen weiß. Das wird bei der Diskussion hier offensichtlich vergessen.
 
Wenn regelmäßig Medienberichte veröffentlicht werden wie Passanten einschreiten wollten, nur um ein Messer in den Bauch zu bekommen
Darauf habe ich geantwortet. Ich habe niemals behauptet, dass es nicht passiert, aber von regelmäßig Messer in den Bauch bei Zivilcourage sind wir weit entfernt.
Ganz ehrlich, wann hast du das denn das letzte Mal gelesen? Zumindest in Österreich ist das schon wieder eine Weile her
Und das war der Post auf den Aschu reagierte, welcher sich offenbar auf das Beispiel mit den provozierenden (pornoschauenden) Jugendlichen in der S-Bahn bezogen hat.
Und wenn in einer S-Bahn die Leute sich vor Jugendlichen fürchten, ist das für mich nur die Bestätigung, dass sich viele noch in der Angstschleife aufhalten
Es bleiben einzelne Erlebnisse die brutal eskalieren und dann in Medien auf und ab getrieben werden. Daraus ergibt sich das sinkende Sicherheitsbefinden.
Ich war vor über 30 Jahren einige Jahre mit der Rettung unterwegs.
Damals gab es diverse Lokale die lokal Cafe Bauchstich genannt wurden, wo regelmäßig jemand bei einem Raufhandel niedergestochen wurde.
Das wurde in den überregionalen Medien nicht erwähnt, Regionalmedien gab es nur monatlich und SM existierte nicht.
Und es gab keine Berichterstattung in der exta darauf hingewiesen wurde, dass der Täter Ausländer oder was auch immer war.
Das hat es immer schon gegeben, ich würde sogar meinen, dass die Bevölkerung durchschnittlich vor 30 Jahren gewaltbereiter war als sie es heute ist.
 
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Siehe zb Epstein, erst riesen Rummel und jetzt hört man nur mehr sehr wenig, es tritt in den Hintergrund.
In den Hintergrund ja, der fahle Beigeschmack von Ohnmacht und Abstumpfung bleibt hängen. Ist schließlich nicht der erste große Aufhänger diesbezüglich!
Welche Wahlmöglichkeit bleibt denn letztlich tatsächlich übrig?
Ich bin der Überzeugung, jene wohin ich meine Aufmerksamkeit lenke. Wenn ich Rama-Drama brauche, dann schau ich die Medienlandschaft an, die ist voll davon. Und sie wird meinen Durst danach gerne füttern.
Dann brauch ich mich aber nicht wundern, dass mein Misstrauen meinem Nächsten gegenüber nicht schwächer wird.
Ein Landchaftsgärtner berichtete mir, dass ihm seine Arbeit keine Freude mehr bereitet. Nicht weil er es nicht gerne tut, sondern weil die Menschen sich verändert haben. Vielfach wird gärtnerisches Können nicht gefragt von den Kunden. Alle wollen sie Kirschlorbeerhecken, drei Meter hoch plus Rasenmähroboter. Hauptsache die Außenwelt ist ausgesperrt, könnte man meinen.
Das kommt nicht von ungefähr. Alles hängt zusammen.
Fällt euch übrigens auf, dass es kaum mehr Schmetterlinge gibt?
Eine Welt ohne diese wunderbaren Wesen finde ich doof. Wenn einmal einer landet in meinem Garten, gibt es einen Freudenschrei darüber.
Scheint ganz wenige zu interessieren. Überhaupt interessieren sich Leute kaum für ihre Umgebung. Die Welt ist geschrumpft, geistig auf ein Handydisplay.
Die Medien tragen ihren Teil dazu bei plus ihre Konsumenten.

Wünsche allen ein erholsames Wochenende und den ein oder anderen Schmetterling, welcher in ihrem Garten etwas findet, worauf er seinen Durst nach Nektar stillen kann.
 
Suggeriert wird das Gefühl, mitbestimmen zu können. Ich habe schon paar Jährchen auf diesem Erdenrund verbracht und die "Wahl zwischen Pest und Cholera ist für mich keine Option. Daher nehme ich an diesen Spielen nicht teil. Die Politikverdrossenheit greift um sich. Auch das widerspiegeln Wahlergebnisse sehr schön. Wahlen sind nichts anderes, als das Volk in der Hoffnungsschleife festzuhalten. Hoffen und Harren macht manchen zum Narren.

Eine bewusste Gesellschaft ist ein großer Wunsch.
Wenn ich das auf mein Sein runterbreche, bin ich ausgelastet. Damit, den Blödsinn, den mir die sogenannte Gesellschaft erzählt hat und der nix mit meinem Sein zu tun hat aus meinem Unterbewusstsein ins Tagesbewusstsein zu bringen. Erst dann kann ich überhaupt einmal präsent sein. Dann wird dir auf einmal ganz klar, was da eigentlich gespielt wird: Angst, Angst und noch einmal Angst. Egal um was es sich handelt. Angst scheint der Motor dieser Welt zu sein!
Ich habe einfach keinen Bock mehr auf dieses ausgelutschte Angstspiel.

Und wenn in einer S-Bahn die Leute sich vor Jugendlichen fürchten, ist das für mich nur die Bestätigung, dass sich viele noch in der Angstschleife aufhalten. Ich bin auch nicht dafür, dass man sein Leben aufs Spiel setzt. Und alleine gegen Unrecht oder Belästigung aufzutreten ist oft keine gute Idee. Ich habe mich oft gefragt, weshalb der Zusammenhalt in unserer Kultur kaum wahrnehmbar ist. Da scheinen uns andere Kulturen haushoch überlegen zu sein. Bei uns ist Vereinzelung an der Tagesordnung.
Der kleinsten Zelle im gesellschaftlichen Gesamtgefüge wurde schwer zugesetzt. Nicht erst seit gestern. Diese wurde konsequent und schleichend zersetzt.
Bewusstheit: Das wird uns keine Regierung der Welt abnehmen können. Und so lange wir im Sicherheitsdenken und hinter mir die Sintflut Mentalität festhängen, bekommen die Leute die Regierung, die sie verdienen.


Ich denke nicht, dass sich unser Bildungssystem noch einmal in grundlegender Form zum Positiven hin reformieren lässt. Dazu sind die Strukturen rund um den Bildungsbereich zu fest- und eingefahren. Viele Teilnehmer verdienen sich dabei eine goldene Nase, haben Posten und Pöstchen in irgendwelchen Institutionen, Beiräten, NGOs und denken sich immer wieder neues Überflüssiges oder Unsinniges aus, um ihre eigene Existenz zu rechtfertigen. Und da der Nachwuchs, den die Universitäten für diese Geißeln des Bildungssystems heranzüchten, nicht nur nicht nachlässt, sondern auch qualitativ schwächer wird, ist das letztlich ein Fass ohne Boden.
Andererseits können sich die Lehrer heute viel zu oft nicht mehr auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren, wenn die Kinder bzw. Jugendlichen oft nicht mehr die elementarsten Fähig- und Fertigkeiten von Hause aus mitbringen.
Dazu kommen ganz sicherlich auch Lehrer, die ihren Beruf verfehlt haben, aber wahr ist auch, dass der Lehrer heute der Prügelknabe der Nation ist, bei dem der ganze Frust über das Bildungssystem abgeladen wird.
Und natürlich sollte die Schule einerseits ein Ort sein, wohin man gerne geht, aber eine Schule, die nichts verlangt, die keine Anstrengungen fordert, in der sich das Niveau am unteren Ende einpendelt - ich denke gerade daran, dass es Mode wird, in Gymnasien deutsche Literatur in vereinfachter Sprache zu lesen - eine solche Schule hat eigentlich ihren Zweck verfehlt und den Namen "Schule" nicht verdient.

Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Kinder sind das heiligste im Tempel der Menschheit. Zeit sich daran zu erinnern.
Da sind sehr viele Punkte in Deinem Beitrag, denen ich zustimmen kann. Beim Thema "Wählen" sehe ich es anders.
 
Spannend ... haben uns erst vor kurzem bei einer Peergroup im Rahmen der Ausbildung zum Umgang mit so einer Situation (Anlass war der "Vorfall" mit dem Skandieren von Naziparolen "Sieg Heil"-Chöre in der Bahn, Rassismus im Pissoir und Hakenkreuze in der Hotelbar) ausgetauscht ...

Konklusio war für uns, dass im Rahmen des Möglichen Zivilcourage zeigen und Ansprechen mit der Bitte um Mäßigung ein gangbarer Weg sein könnte. Und natürlich eine eventuelle Eskalation zu vermeiden. Manchmal braucht's auch nur den Anstoß, dass sich andere sonst schweigende Fahrgäste offen solidarisieren.

Ist halt nicht so leicht, und natürlich "red i ma's leicht" als etwas größer geratener Mann. Unter Umständen kann schon eine drauf gehaltene Handykamera auch einiges bewirken.
Super geschrieben und tolle, wichtige Einstellung. Danke dafür!
 
Hi,

ist genau die selbe Panikmache wie die angeblich ach so schädlichen Pornos.

Hat schon in meiner Jugend angefangen, Gewaltfilme sind schädlich, dann waren es Gewaltspiele, jetzt halt Pornos.

Letztes Jahr - oder schon vor 2 Jahren? - waren die Gschichtln von der gefährlichen Favoritenstraße und Reumannplatz in aller Munde. Von den vielen Polizeistreifen, usw.

Habe es mir dann live angesehen, weil es schon wieder paar Jahre her war, dass ich dort mit einer Freundin spazieren war. Es war wie immer, da kann sogar jede junge Frau alleine spazieren gehen.

Von einzelnen Vorkommnissen auf einen Allgemeinzustand zu schließen, funktioniert halt nicht, macht aber perfekt Panik.

LG Tom
 
Ich hab mir eben mal den Spaß gegönnt und eine Plattform geöffnet, um hemmungslos Pornos anzuschauen - rein der wissenschaftlichen Forschung wegen! Obviously!
Aber mal ganz ehrlich: obwohl ich meine Interessen genaustens angegeben und nur in diesem Bereich Vorschläge bekommen habe, konnte ich meiner Libido gar nicht schnell genug hinterherschauen... die war von jetzt auf gleich verschwunden - ohne auch nur einmal zu winken.
 
Fällt euch übrigens auf, dass es kaum mehr Schmetterlinge gibt?

Ja, das kommt davon:

Alle wollen sie Kirschlorbeerhecken, drei Meter hoch plus Rasenmähroboter
Kein Tier und kene Pflanze will Kirschlorbeer, auf einer Betonmauer würden wenigstens Moose und Flechten wachsen. Und Schmetterlinge brauchen Wiesenkräuter, die nicht wachsen, weil sie alle ihren Rasen ständig mähen.
Egal ob er dann austrocknet oder nicht...die Menschen lernen nix dazu.
 
Zuletzt bearbeitet:
Habe mich auch schon gefragt wie sehr Pornos oder allgemein sexualisierung in Medien mich selbst geprägt haben.

Zum Beispiel stehe ich auf härteren Sex weil ich da auch zum Orgasmus komme. Würde ich auch auf sowas stehen wenn ich ohne Medien aufgewachsen wäre?
 
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