- mehr Unsicherheit im Bezug auf Beziehungen und Intimität
- mehr Offenheit gegenüber sexuellen Themen.
- Zunahme an Grenzverletzungen im digitalen Raum
- stärkere Objektivierung von anderen Menschen
- unrealistische Körperbilder und Ansichten was "Ideale" angeht
- Sexualität mehr unter Konsum- oder Leistungsaspekten betrachten
- eigene Grenzen schlechter wahrnehmen
- anderen die eigenen Grenzen schlechter aufzeigen
- Zunahme der Respektlosigkeit gegenüber anderer
- es verlernen, auf seine Gefühle zu achten und das man abstumpft
Wer sich nicht selbst schützen kann, muss geschützt werden!
Kinder und Jugendliche sind sich ihres Handelns und der Auswirkungen oft gar nicht bewusst und ohne ein Umfeld, das in der Lage ist, einen gewissen Grundstein an Wissen und Aufklärung zu vermitteln, wird man kaum etwas ändern können.
Die Verantwortung dafür ist nicht alleine bei den Eltern zu suchen.. Schule, Politik, Plattformen und im Endeffekt die Gesellschaft müssen sich zusammenraufen und an einem Strang ziehen - statt die Schuld bei anderen zu suchen!
Die Eltern müssen schon früher das Gespräch suchen und für Aufklärung sorgen, was den Umgang mit dem Internet, Medienkompetenz und auch Pornokompetenz betrifft - natürlich altersgerecht. Man sollte generell nicht erst reagieren, wenn es zu spät ist. Man muss dem Kind vermitteln, dass es nicht kontrolliert wird und mit Verboten um sich werfen. Wie man mit social media, insta und co. umgeht, schauen sich die Kinder meistens von den Eltern ab.. und da liegt ein weiteres Problem: Ich bin fest davon überzeugt, dass da draußen viele Eltern rumlaufen, die ein unfassbar schlechtes Vorbild sind, was das betrifft.
Der Zugang zu Social Media sollte Kindern und Jugendlichen gar nicht so früh gestattet werden, wie es momentan der Fall ist. Wie oft sieht man kleine Kinder im Bus, die auf TikTok unterwegs?! Viel zu oft! Solche Plattformen leben durch sehr fragwürdige Algorithmen, die definitiv besser kontrolliert und offengelegt werden müssen. Denn wer einmal auf extreme Inhalte stößt und sie anschaut, bekommt immer mehr und mehr davon angezeigt.
Und auch die Schule hat sich da schwer getan. Bei mir war es zum Beispiel so, dass wir in der vierten Klasse die erste Aufklärungsstunde haben sollten - weil sich Eltern aber beschwert hatten, dass es noch zu früh sei, ist das ausgefallen. Sexualaufklärung in der Schule war immer peinlicher als sie seien sollte.. und das lag zumindest bei mir (zu einem Teil) an der mangelnden Kompetenz der Lehrerin.
So Dinge wie Konsens, Respekt, Grenzen wurden gar nicht besprochen.. statt dessen haben wir gesagt bekommen, wie man schwanger werden kann. YAY! Und gefühlt 3/4 der Zeit haben die meisten nur gelacht und sich lustig darüber gemacht.
Wenn man dann irgendwann alt genug ist, um seinen digitalen Fußabdruck zu hinterlassen, sollte man aber auch auf den Plattformen ein Umfeld vorfinden, dass ein gewisses Maß an Sicherheit bietet! Und ohne strengeren und konsequenteren Jugendschutz und dem schnelleren Entfernen illegaler oder schädlicher Inhalte, wird sich kaum etwas ändern. Womit wir auch bei der Altersverifikation wären... ja, die gibt es schon. Aber sinnvoll und effektiv sind die aktuellen Verfahren nicht.
Mein Traum wäre es, dass man überall seine ID braucht und ein Missbrauch deutlich härtere Strafen nach sich zieht. So kann keiner ungestraft Blödsinn von sich geben und die Anonymität verschwindet zum größten Teil. Aber das lässt sich leider nicht umsetzen. Wir brauchen einfach wirksamere technische und rechtliche Schutzmaßnahmen!
Und nochmal zum Abschluss: Kinder machen in Blödsinn, das gehört dazu.. aber wenn sie erstmal das Gefühl haben, dass sie allein gelassen werden, fängt das Drama erst richtig an. Dazu darf es nicht kommen! Eltern müssen ihren Kindern vermitteln, dass Mama oder Papa für sie da sind, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu winken... und das lernen Kinder nur durch gute konsequente, kontinuierliche Erziehung, die auf einem festen Werte-Konstrukt steht!
Ich durfte bis 14 zum Beispiel gar kein Social Media haben und mein Handy pro Tag 45 Minuten zum Spielen benutzen. Wollte mir jemand auf WhatsApp schreiben, ging das über das Handy meiner Mum. Wollte ich irgendwas im Internet suchen oder ausdrucken, haben wir das meistens gemeinsam über den Laptop gemacht. War das super nervig und hab ich stellenweise meine Mum dafür gehasst? Jops! Aber meine Mum hat mir auch ein gutes Beispiel vorgelebt. Wenn sie das Handy in der Hand hatte, dann zum Telefonieren oder Nachrichten schreiben - sonst nichts.
Ansonsten haben unsere Handys alle in einer Schale im Flur gelegen und haben keine Beachtung bekommen. Und zwar nicht nur die von uns Kindern. ALLE!
Eventuell hab ich ja deswegen jetzt kein Interesse, Pornos zu schauen