Generation Porno

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Hallo in die Runde:
Ich habe beruflich mit Jugendlichen zu tun und dachte bisher, dass ich schon einiges mitbekommen habe, was mich erschreckt und nachdenklich macht. Nach der gestrigen ZDF-Dokumentation "Generation Porno“ bin ich dennoch schockiert.
Obwohl die Doku vermutlich nur an der Oberfläche gekratzt hat, zeigt sie eine Entwicklung, die mir grosse Sorgen bereitet: Kinder werden heute teilweise bereits ab 8 Jahren mit Pornografie, sexualisierter Gewalt und verstörenden Inhalten im Internet konfrontiert.
Mich beschäftigt die Frage, welche Auswirkungen das langfristig auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auf Beziehungen, Sexualität und das gesellschaftliche Miteinander haben wird. Was kommt da in den nächsten Jahren noch auf uns zu?
Gleichzeitig frage ich mich, was wir als Gesellschaft dagegen tun können. Welche Verantwortung tragen Eltern, Schulen, Politik, Medienplattformen und wir Erwachsenen insgesamt? Reichen Aufklärung und Medienkompetenz aus, oder braucht es strengere Regeln und Schutzmassnahmen?
Mich interessieren eure Erfahrungen, Beobachtungen und Gedanken zu diesem Thema.
 
Hallo in die Runde:
Ich habe beruflich mit Jugendlichen zu tun und dachte bisher, dass ich schon einiges mitbekommen habe, was mich erschreckt und nachdenklich macht. Nach der gestrigen ZDF-Dokumentation "Generation Porno“ bin ich dennoch schockiert.
Obwohl die Doku vermutlich nur an der Oberfläche gekratzt hat, zeigt sie eine Entwicklung, die mir grosse Sorgen bereitet: Kinder werden heute teilweise bereits ab 8 Jahren mit Pornografie, sexualisierter Gewalt und verstörenden Inhalten im Internet konfrontiert.
Mich beschäftigt die Frage, welche Auswirkungen das langfristig auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auf Beziehungen, Sexualität und das gesellschaftliche Miteinander haben wird. Was kommt da in den nächsten Jahren noch auf uns zu?
Gleichzeitig frage ich mich, was wir als Gesellschaft dagegen tun können. Welche Verantwortung tragen Eltern, Schulen, Politik, Medienplattformen und wir Erwachsenen insgesamt? Reichen Aufklärung und Medienkompetenz aus, oder braucht es strengere Regeln und Schutzmassnahmen?
Mich interessieren eure Erfahrungen, Beobachtungen und Gedanken zu diesem Thema.

Dazu hab ich gerade vor Kurzem ein Erlebnis gepostet. Ich erlaube mir, das hierher zu kopieren, weil es einfach sehr gut passt.

"Vor ein paar Tagen fahr ich in der S45 zur Arbeit, morgens um acht etwa, letzter Wagon. Im Zug drei Jugendliche, geschätzt um die 17. Die drei sind übertrieben laut, auffällig, rücksichtslos und provokant. Nehmen Platz auf einem Sitz für zwei, der dritte liegt rücklings über den beiden anderen. Plötzlich beginnen sie in maximaler Lautstärke auf dem Handy dessen, der darüber liegt, Pornos zu sehen. Das affektierte Porno-Gekreische von Frauen erfüllt das Abteil, das wiederum gefüllt ist mit Menschen, die zur Arbeit fahren. Ungefähr die Hälfte davon ist weiblich. Die Jungs begeilen sich teils am Video, teils äußern sie sich abfällig und derb über das Gesehene, dann wieder schreien und lachen sie begeistert dazu auf. Der obere der drei greift sich dazu ständig in einer ausladenden Geste in den Schritt.

Auf Aufforderungen, das abzudrehen, reagieren sie verächtlich und lachen höhnisch die aus, die sich zu Wort melden. Besonders geringschätzig werden sie den Frauen gegenüber. Den anderen im Abteil geht es offenbar ähnlich wie mir. Alle fühlen sich sichtlich unangenehm berührt. Warum? Nicht, weil alle so prüde sind. Nicht, weil alle etwa so intolerant sind. Nicht, weil sie nur nicht gleichgültig genug sind, oder weil sie keinen Spaß verstehen.

Sondern weil es sich hier um eine aggressiv-provokative Sexualisierung des Raums handelt. Das ungute Gefühl entsteht, weil dir Kontrolle, Dominanz und/oder Verachtung aufgezwungen wird. Weil du benutzt wirst, um für die Befriedigung (sei sie nun sexuell, ein Machtbedürfnis oder beides) herzuhalten. Weil eine solche Sexualisierung oft mit dem hier ebenfalls zur Schau getragenen Frauenbild einhergeht. Weil man dagegen im Moment machtlos ist. Weil Grenzen bewusst und absichtlich ignoriert werden."


Quelle:
Vor ein paar Tagen fahr ich in der S45 zur Arbeit, morgens um acht etwa, letzter Wagon. Im Zug drei Jugendliche, geschätzt um die 17. Die drei sind übertrieben laut, auffällig, rücksichtslos und provokant. Nehmen Platz auf einem Sitz für zwei, der dritte liegt rücklings über den beiden anderen. Plötzlich beginnen sie in maximaler Lautstärke auf dem Handy dessen, der darüber liegt, Pornos zu sehen. Das affektierte Porno-Gekreische von Frauen erfüllt das Abteil, das wiederum gefüllt ist mit Menschen, die zur Arbeit fahren. Ungefähr die Hälfte davon ist weiblich. Die Jungs begeilen sich teils am Video, teils äußern sie sich abfällig und derb über das Gesehene, dann wieder schreien und lachen sie begeistert dazu auf. Der obere der drei greift sich dazu ständig in einer ausladenden Geste in den Schritt.

Auf Aufforderungen, das abzudrehen, reagieren sie verächtlich und lachen höhnisch die aus, die sich zu Wort melden. Besonders geringschätzig werden sie den Frauen gegenüber. Den anderen im Abteil geht es offenbar ähnlich wie mir. Alle fühlen sich sichtlich unangenehm berührt. Warum? Nicht, weil alle so prüde sind. Nicht, weil alle etwa so intolerant sind. Nicht, weil sie nur nicht gleichgültig genug sind, oder weil sie keinen Spaß verstehen.

Sondern weil es sich hier um eine aggressiv-provokative Sexualisierung des Raums handelt. Das ungute Gefühl entsteht, weil dir Kontrolle, Dominanz und/oder Verachtung aufgezwungen wird. Weil du benutzt wirst, um für die Befriedigung (sei sie nun sexuell, ein Machtbedürfnis oder beides) herzuhalten. Weil eine solche Sexualisierung oft mit dem hier ebenfalls zur Schau getragenen Frauenbild einhergeht. Weil man dagegen im Moment machtlos ist. Weil Grenzen bewusst und absichtlich ignoriert werden.

Auch nicht anders als bei Dick-Pics, die ungebeten daherkommen - zu allermeist: inklusive der Entwertung der Reaktionen und reagierenden Personen, wenn das Feedback nicht positiv ausfällt. Beides eine demonstrative Missachtung sozialer Regeln: egoistisch, rücksichtslos, ignorant.

Ich denke, da läuft allmählich wirklich etwas aus dem Ruder. Und es verstärken sich viele Dinge gegenseitig. Frauenbild und Porno, sowie Porno und Frauenbild zum Beispiel.
 
Mich beschäftigt die Frage, welche Auswirkungen das langfristig auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auf Beziehungen, Sexualität und das gesellschaftliche Miteinander haben wird. Was kommt da in den nächsten Jahren noch auf uns zu?
- mehr Unsicherheit im Bezug auf Beziehungen und Intimität
- mehr Offenheit gegenüber sexuellen Themen.
- Zunahme an Grenzverletzungen im digitalen Raum
- stärkere Objektivierung von anderen Menschen
- unrealistische Körperbilder und Ansichten was "Ideale" angeht
- Sexualität mehr unter Konsum- oder Leistungsaspekten betrachten
- eigene Grenzen schlechter wahrnehmen
- anderen die eigenen Grenzen schlechter aufzeigen
- Zunahme der Respektlosigkeit gegenüber anderer
- es verlernen, auf seine Gefühle zu achten und das man abstumpft

Gleichzeitig frage ich mich, was wir als Gesellschaft dagegen tun können. Welche Verantwortung tragen Eltern, Schulen, Politik, Medienplattformen und wir Erwachsenen insgesamt?
Wer sich nicht selbst schützen kann, muss geschützt werden!
Kinder und Jugendliche sind sich ihres Handelns und der Auswirkungen oft gar nicht bewusst und ohne ein Umfeld, das in der Lage ist, einen gewissen Grundstein an Wissen und Aufklärung zu vermitteln, wird man kaum etwas ändern können.
Die Verantwortung dafür ist nicht alleine bei den Eltern zu suchen.. Schule, Politik, Plattformen und im Endeffekt die Gesellschaft müssen sich zusammenraufen und an einem Strang ziehen - statt die Schuld bei anderen zu suchen!

Die Eltern müssen schon früher das Gespräch suchen und für Aufklärung sorgen, was den Umgang mit dem Internet, Medienkompetenz und auch Pornokompetenz betrifft - natürlich altersgerecht. Man sollte generell nicht erst reagieren, wenn es zu spät ist. Man muss dem Kind vermitteln, dass es nicht kontrolliert wird und mit Verboten um sich werfen. Wie man mit social media, insta und co. umgeht, schauen sich die Kinder meistens von den Eltern ab.. und da liegt ein weiteres Problem: Ich bin fest davon überzeugt, dass da draußen viele Eltern rumlaufen, die ein unfassbar schlechtes Vorbild sind, was das betrifft.

Der Zugang zu Social Media sollte Kindern und Jugendlichen gar nicht so früh gestattet werden, wie es momentan der Fall ist. Wie oft sieht man kleine Kinder im Bus, die auf TikTok unterwegs?! Viel zu oft! Solche Plattformen leben durch sehr fragwürdige Algorithmen, die definitiv besser kontrolliert und offengelegt werden müssen. Denn wer einmal auf extreme Inhalte stößt und sie anschaut, bekommt immer mehr und mehr davon angezeigt.

Und auch die Schule hat sich da schwer getan. Bei mir war es zum Beispiel so, dass wir in der vierten Klasse die erste Aufklärungsstunde haben sollten - weil sich Eltern aber beschwert hatten, dass es noch zu früh sei, ist das ausgefallen. Sexualaufklärung in der Schule war immer peinlicher als sie seien sollte.. und das lag zumindest bei mir (zu einem Teil) an der mangelnden Kompetenz der Lehrerin.
So Dinge wie Konsens, Respekt, Grenzen wurden gar nicht besprochen.. statt dessen haben wir gesagt bekommen, wie man schwanger werden kann. YAY! Und gefühlt 3/4 der Zeit haben die meisten nur gelacht und sich lustig darüber gemacht.

Wenn man dann irgendwann alt genug ist, um seinen digitalen Fußabdruck zu hinterlassen, sollte man aber auch auf den Plattformen ein Umfeld vorfinden, dass ein gewisses Maß an Sicherheit bietet! Und ohne strengeren und konsequenteren Jugendschutz und dem schnelleren Entfernen illegaler oder schädlicher Inhalte, wird sich kaum etwas ändern. Womit wir auch bei der Altersverifikation wären... ja, die gibt es schon. Aber sinnvoll und effektiv sind die aktuellen Verfahren nicht.

Mein Traum wäre es, dass man überall seine ID braucht und ein Missbrauch deutlich härtere Strafen nach sich zieht. So kann keiner ungestraft Blödsinn von sich geben und die Anonymität verschwindet zum größten Teil. Aber das lässt sich leider nicht umsetzen. Wir brauchen einfach wirksamere technische und rechtliche Schutzmaßnahmen!

Und nochmal zum Abschluss: Kinder machen in Blödsinn, das gehört dazu.. aber wenn sie erstmal das Gefühl haben, dass sie allein gelassen werden, fängt das Drama erst richtig an. Dazu darf es nicht kommen! Eltern müssen ihren Kindern vermitteln, dass Mama oder Papa für sie da sind, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu winken... und das lernen Kinder nur durch gute konsequente, kontinuierliche Erziehung, die auf einem festen Werte-Konstrukt steht!


Ich durfte bis 14 zum Beispiel gar kein Social Media haben und mein Handy pro Tag 45 Minuten zum Spielen benutzen. Wollte mir jemand auf WhatsApp schreiben, ging das über das Handy meiner Mum. Wollte ich irgendwas im Internet suchen oder ausdrucken, haben wir das meistens gemeinsam über den Laptop gemacht. War das super nervig und hab ich stellenweise meine Mum dafür gehasst? Jops! Aber meine Mum hat mir auch ein gutes Beispiel vorgelebt. Wenn sie das Handy in der Hand hatte, dann zum Telefonieren oder Nachrichten schreiben - sonst nichts.

Ansonsten haben unsere Handys alle in einer Schale im Flur gelegen und haben keine Beachtung bekommen. Und zwar nicht nur die von uns Kindern. ALLE!

Eventuell hab ich ja deswegen jetzt kein Interesse, Pornos zu schauen :rofl:
 
Wenn man dann irgendwann alt genug ist, um seinen digitalen Fußabdruck zu hinterlassen, sollte man aber auch auf den Plattformen ein Umfeld vorfinden, dass ein gewisses Maß an Sicherheit bietet! Und ohne strengeren und konsequenteren Jugendschutz und dem schnelleren Entfernen illegaler oder schädlicher Inhalte, wird sich kaum etwas ändern. Womit wir auch bei der Altersverifikation wären... ja, die gibt es schon. Aber sinnvoll und effektiv sind die aktuellen Verfahren nicht.

Mein Traum wäre es, dass man überall seine ID braucht und ein Missbrauch deutlich härtere Strafen nach sich zieht. So kann keiner ungestraft Blödsinn von sich geben und die Anonymität verschwindet zum größten Teil. Aber das lässt sich leider nicht umsetzen. Wir brauchen einfach wirksamere technische und rechtliche Schutzmaßnahmen!
Deshalb argumentieren viele Fachleute, dass ein blosser "Ich bin 18" Button kein wirksamer Jugendschutz ist. Tatsächlich arbeiten verschiedene Länder an strengeren Altersverifikationen oder haben solche bereits eingeführt. Befürworter sagen, dass dadurch Kinder besser geschützt werden. Kritiker weisen dagegen auf Datenschutz und Überwachungsrisiken hin. Die Herausforderung besteht darin, beides zu gewährleisten: wirksamen Jugendschutz und Schutz der Privatsphäre Erwachsener.
Und nochmal zum Abschluss: Kinder machen in Blödsinn, das gehört dazu.. aber wenn sie erstmal das Gefühl haben, dass sie allein gelassen werden, fängt das Drama erst richtig an. Dazu darf es nicht kommen! Eltern müssen ihren Kindern vermitteln, dass Mama oder Papa für sie da sind, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu winken... und das lernen Kinder nur durch gute konsequente, kontinuierliche Erziehung, die auf einem festen Werte-Konstrukt steht!
👍
Ich durfte bis 14 zum Beispiel gar kein Social Media haben und mein Handy pro Tag 45 Minuten zum Spielen benutzen. Wollte mir jemand auf WhatsApp schreiben, ging das über das Handy meiner Mum. Wollte ich irgendwas im Internet suchen oder ausdrucken, haben wir das meistens gemeinsam über den Laptop gemacht. War das super nervig und hab ich stellenweise meine Mum dafür gehasst? Jops! Aber meine Mum hat mir auch ein gutes Beispiel vorgelebt. Wenn sie das Handy in der Hand hatte, dann zum Telefonieren oder Nachrichten schreiben - sonst nichts.

Ansonsten haben unsere Handys alle in einer Schale im Flur gelegen und haben keine Beachtung bekommen. Und zwar nicht nur die von uns Kindern. ALLE!
Das ist tatsächlich ein sehr guter Ansatz und ich würde mir wünschen, dass ein solcher Umgang mit digitalen Medien eher die Regel als die Ausnahme wäre.
Trotzdem gibt es dabei ein Problem: Kinder haben in der Regel Freunde. Sie gehen zur Schule, in den Sportverein oder treffen sich nachmittags mit anderen Kindern. Dort können sie oft ungestört auf die Handys von Mitschülern oder Freunden schauen, die nicht denselben Regeln unterliegen. So kommen sie letztlich doch mit Inhalten in Kontakt, vor denen die Eltern sie eigentlich schützen wollten.
Genau deshalb ist das Thema so schwierig. Selbst wenn einzelne Eltern sehr konsequent sind, stossen diese Regeln schnell an ihre Grenzen, sobald das Umfeld deutlich lockerer damit umgeht. Irgendwie entsteht daraus ein Teufelskreis.
 
Dazu hab ich gerade vor Kurzem ein Erlebnis gepostet. Ich erlaube mir, das hierher zu kopieren, weil es einfach sehr gut passt.

"Vor ein paar Tagen fahr ich in der S45 zur Arbeit, morgens um acht etwa, letzter Wagon. Im Zug drei Jugendliche, geschätzt um die 17. Die drei sind übertrieben laut, auffällig, rücksichtslos und provokant. Nehmen Platz auf einem Sitz für zwei, der dritte liegt rücklings über den beiden anderen. Plötzlich beginnen sie in maximaler Lautstärke auf dem Handy dessen, der darüber liegt, Pornos zu sehen. Das affektierte Porno-Gekreische von Frauen erfüllt das Abteil, das wiederum gefüllt ist mit Menschen, die zur Arbeit fahren. Ungefähr die Hälfte davon ist weiblich. Die Jungs begeilen sich teils am Video, teils äußern sie sich abfällig und derb über das Gesehene, dann wieder schreien und lachen sie begeistert dazu auf. Der obere der drei greift sich dazu ständig in einer ausladenden Geste in den Schritt.

Auf Aufforderungen, das abzudrehen, reagieren sie verächtlich und lachen höhnisch die aus, die sich zu Wort melden. Besonders geringschätzig werden sie den Frauen gegenüber. Den anderen im Abteil geht es offenbar ähnlich wie mir. Alle fühlen sich sichtlich unangenehm berührt. Warum? Nicht, weil alle so prüde sind. Nicht, weil alle etwa so intolerant sind. Nicht, weil sie nur nicht gleichgültig genug sind, oder weil sie keinen Spaß verstehen.

Sondern weil es sich hier um eine aggressiv-provokative Sexualisierung des Raums handelt. Das ungute Gefühl entsteht, weil dir Kontrolle, Dominanz und/oder Verachtung aufgezwungen wird. Weil du benutzt wirst, um für die Befriedigung (sei sie nun sexuell, ein Machtbedürfnis oder beides) herzuhalten. Weil eine solche Sexualisierung oft mit dem hier ebenfalls zur Schau getragenen Frauenbild einhergeht. Weil man dagegen im Moment machtlos ist. Weil Grenzen bewusst und absichtlich ignoriert werden."


Quelle:


Ich denke, da läuft allmählich wirklich etwas aus dem Ruder. Und es verstärken sich viele Dinge gegenseitig. Frauenbild und Porno, sowie Porno und Frauenbild zum Beispiel.
Erschreckende, aber nicht unerwartete Situation. Eigentlich nur eine logische Konsequenz von fehlenden Sicherheitsmechanismen, jugendlicher Unbekümmertheit und vermutlich unzureichender Präsenz der Eltern.
 
- mehr Unsicherheit im Bezug auf Beziehungen und Intimität
- mehr Offenheit gegenüber sexuellen Themen.
- Zunahme an Grenzverletzungen im digitalen Raum
- stärkere Objektivierung von anderen Menschen
- unrealistische Körperbilder und Ansichten was "Ideale" angeht
- Sexualität mehr unter Konsum- oder Leistungsaspekten betrachten
- eigene Grenzen schlechter wahrnehmen
- anderen die eigenen Grenzen schlechter aufzeigen
- Zunahme der Respektlosigkeit gegenüber anderer
- es verlernen, auf seine Gefühle zu achten und das man abstumpft


Wer sich nicht selbst schützen kann, muss geschützt werden!
Kinder und Jugendliche sind sich ihres Handelns und der Auswirkungen oft gar nicht bewusst und ohne ein Umfeld, das in der Lage ist, einen gewissen Grundstein an Wissen und Aufklärung zu vermitteln, wird man kaum etwas ändern können.
Die Verantwortung dafür ist nicht alleine bei den Eltern zu suchen.. Schule, Politik, Plattformen und im Endeffekt die Gesellschaft müssen sich zusammenraufen und an einem Strang ziehen - statt die Schuld bei anderen zu suchen!

Die Eltern müssen schon früher das Gespräch suchen und für Aufklärung sorgen, was den Umgang mit dem Internet, Medienkompetenz und auch Pornokompetenz betrifft - natürlich altersgerecht. Man sollte generell nicht erst reagieren, wenn es zu spät ist. Man muss dem Kind vermitteln, dass es nicht kontrolliert wird und mit Verboten um sich werfen. Wie man mit social media, insta und co. umgeht, schauen sich die Kinder meistens von den Eltern ab.. und da liegt ein weiteres Problem: Ich bin fest davon überzeugt, dass da draußen viele Eltern rumlaufen, die ein unfassbar schlechtes Vorbild sind, was das betrifft.

Der Zugang zu Social Media sollte Kindern und Jugendlichen gar nicht so früh gestattet werden, wie es momentan der Fall ist. Wie oft sieht man kleine Kinder im Bus, die auf TikTok unterwegs?! Viel zu oft! Solche Plattformen leben durch sehr fragwürdige Algorithmen, die definitiv besser kontrolliert und offengelegt werden müssen. Denn wer einmal auf extreme Inhalte stößt und sie anschaut, bekommt immer mehr und mehr davon angezeigt.

Und auch die Schule hat sich da schwer getan. Bei mir war es zum Beispiel so, dass wir in der vierten Klasse die erste Aufklärungsstunde haben sollten - weil sich Eltern aber beschwert hatten, dass es noch zu früh sei, ist das ausgefallen. Sexualaufklärung in der Schule war immer peinlicher als sie seien sollte.. und das lag zumindest bei mir (zu einem Teil) an der mangelnden Kompetenz der Lehrerin.
So Dinge wie Konsens, Respekt, Grenzen wurden gar nicht besprochen.. statt dessen haben wir gesagt bekommen, wie man schwanger werden kann. YAY! Und gefühlt 3/4 der Zeit haben die meisten nur gelacht und sich lustig darüber gemacht.

Wenn man dann irgendwann alt genug ist, um seinen digitalen Fußabdruck zu hinterlassen, sollte man aber auch auf den Plattformen ein Umfeld vorfinden, dass ein gewisses Maß an Sicherheit bietet! Und ohne strengeren und konsequenteren Jugendschutz und dem schnelleren Entfernen illegaler oder schädlicher Inhalte, wird sich kaum etwas ändern. Womit wir auch bei der Altersverifikation wären... ja, die gibt es schon. Aber sinnvoll und effektiv sind die aktuellen Verfahren nicht.

Mein Traum wäre es, dass man überall seine ID braucht und ein Missbrauch deutlich härtere Strafen nach sich zieht. So kann keiner ungestraft Blödsinn von sich geben und die Anonymität verschwindet zum größten Teil. Aber das lässt sich leider nicht umsetzen. Wir brauchen einfach wirksamere technische und rechtliche Schutzmaßnahmen!

Und nochmal zum Abschluss: Kinder machen in Blödsinn, das gehört dazu.. aber wenn sie erstmal das Gefühl haben, dass sie allein gelassen werden, fängt das Drama erst richtig an. Dazu darf es nicht kommen! Eltern müssen ihren Kindern vermitteln, dass Mama oder Papa für sie da sind, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu winken... und das lernen Kinder nur durch gute konsequente, kontinuierliche Erziehung, die auf einem festen Werte-Konstrukt steht!


Ich durfte bis 14 zum Beispiel gar kein Social Media haben und mein Handy pro Tag 45 Minuten zum Spielen benutzen. Wollte mir jemand auf WhatsApp schreiben, ging das über das Handy meiner Mum. Wollte ich irgendwas im Internet suchen oder ausdrucken, haben wir das meistens gemeinsam über den Laptop gemacht. War das super nervig und hab ich stellenweise meine Mum dafür gehasst? Jops! Aber meine Mum hat mir auch ein gutes Beispiel vorgelebt. Wenn sie das Handy in der Hand hatte, dann zum Telefonieren oder Nachrichten schreiben - sonst nichts.

Ansonsten haben unsere Handys alle in einer Schale im Flur gelegen und haben keine Beachtung bekommen. Und zwar nicht nur die von uns Kindern. ALLE!

Eventuell hab ich ja deswegen jetzt kein Interesse, Pornos zu schauen :rofl:
Ein sehr differenzierter Beitrag, der das Problem gut umfassend für mich auf den Punkt bringt. Diese Konsequenz aus Vorbild sein und klaren Regeln klingt für mich nach einem sehr guten Ansatz.
 
Genau deshalb ist das Thema so schwierig. Selbst wenn einzelne Eltern sehr konsequent sind, stossen diese Regeln schnell an ihre Grenzen, sobald das Umfeld deutlich lockerer damit umgeht. Irgendwie entsteht daraus ein Teufelskreis.
Das sehe ich auch so. Und daher denke ich, dass es sich gesamtgesellschaftlich nicht nur durch Vorbild sein einzelner klären lässt. Vertrauen in die eigenen Kinder reicht nach meinen Erfahrungen auch nicht aus, sie können dennoch einen für sie schädlichen Weg beschreiten. Um sie davor zu schützen, müssten endlich im Internet im Allgemeinen und in der Verfügbarkeit pornographischer Inhalte im speziellen klar Regeln her. Jonathan Haidt schreibt darüber in seinem Buch "Generation Angst" wie ich finde mit sehr klarem Blick und sehr deutlich, wie es sich verhält.
 
Weil man dagegen im Moment machtlos ist. Weil Grenzen bewusst und absichtlich ignoriert werden."
Frage an dieser Stelle:
Waren in diesem Moment nicht ein paar tatkräftige Männer zur Stelle, um diese Knaben mal ordentlich zu verprügeln?
Aber in unserer linkswoken Gesellschaft lässt man sich ja alles gefallen und sieht großzügig darüber hinweg.
 
Frage an dieser Stelle:
Waren in diesem Moment nicht ein paar tatkräftige Männer zur Stelle, um diese Knaben mal ordentlich zu verprügeln?
Aber in unserer linkswoken Gesellschaft lässt man sich ja alles gefallen und sieht großzügig darüber hinweg.

Bist du selbst auch mit den Fäusten erzogen worden, dass du keine andere Sprache kennst?
 
Frage an dieser Stelle:
Waren in diesem Moment nicht ein paar tatkräftige Männer zur Stelle, um diese Knaben mal ordentlich zu verprügeln?
Aber in unserer linkswoken Gesellschaft lässt man sich ja alles gefallen und sieht großzügig darüber hinweg.
Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche ist keine Lösung. Entscheidend ist, dass Fehlverhalten konsequent und rechtsstaatlich geahndet wird. Unabhängig von politischen Schlagworten.
 
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