Ich glaube das ist jetzt wie Farben einem Blinden erklären. Wenn du nicht der Typ für sowas bist, wirst du es nicht verstehen, weil es mit allem bei dir kollidieren wird.
„Verlieren“ kommt schon mal von Besitzdenken. Wenn du das Beste für den anderen möchtest, dann kannst du ihn nur frei leben lassen und jemand wie ich wird bleiben. Welche Seite meiner Sexualität sollte ich dauerhaft unterdrücken, damit ich nur einer Person „gehöre“ und die nicht Angst haben muss mich zu „verlieren“? Oder soll ich die andere Seite heimlich ausleben und betrügen? Um jemand anderen „glücklich zu machen“ oder „Sicherheit zu geben“ müsste ich mich also selbst einschränken. Und Endergebnis wäre vermutlich keine Beziehung mit irgendwen, weil nur so kann ich MEIN Leben dann leben. Außer man findet jemanden, der das versteht, der nicht in „meins“ denkt und der dem anderen kein schlechtes Gewissen macht.
Im Grunde kannst du dir das so vorstellen, wie es berufstätigen Müttern geht, wenn sie ihr Kind weinend bei der Betreuung abgeben. Irgendwas ist immer im Hinterkopf, wenn man jetzt beim anderen ist. Daher ist Kommunikation wichtig.
Meine Zeit teile ich gerecht auf. Und das ist von Woche zu Woche unterschiedlich, weil es auch immer von beruflichen Dingen abhängt. Aber ich fahre mit beiden getrennt auf Urlaub, beide haben unterschiedliche Interessen, aber beide nahe an meine Interessen und Hobbys, so dass keiner Sachen mitmachen muss, die eher nervig sind. Ich steh auf Züge und Technik, mein Freund auch, meine Frau nicht. Eine mehrtägige Zugreise wäre für sie eher Strafe als Erholung.
Das was du da beschreibst mit Zeit verbringen soviel wie möglich, wäre für mich der größte Albtraum. Weil ich eben dieses Konzept nicht verstehe. Ich bin ein freier Mensch, habe sehr viele Interessen, denen ich auch alleine nachgehe und ich hab auch noch eine eigene Wohnung, wenn ich mal wirklich meine Ruhe haben möchte.
Das klingt für dich vermutlich alles egoistisch oder beziehungsunfähig oder was auch immer. Aber ich kann loyal sein ohne mit jemand anderen zu verschmelzen. Ich bin reflektiert, ich bin empathisch, aber ich bin eben auch immer ein Individuum. Und wenn es zu eng wird, wenn Besitzansprüche gestellt werden bin ich raus.
Ihr hattet viel um die Ohren, ihr kommt jetzt zu eurer Quality-Time miteinander. Ich hatte das Glück immer Quality-Time mit meinen Liebsten zu haben. Und für mich gilt manchmal „Weniger ist mehr“.
Besser kann ich es nicht erklären.