Nun, in den USA werden die Sozialabgaben als Social Security TAX bezeichnet. Und für einen Einkommensbezieher ist es wohl egal, ob eine verpflichtende Abgabe nun eine Steuer oder halt nur eine Abgabe ist. Oder?
Im deutschsprachigen Raum sind die Begrifflichkeiten so definiert, wie von mir ausgeführt. Definition haben ihren Sinn, weil, wenn man diesen folgt, dann auch ganz klar ist, wovon die Rede ist.
Statt hier herum zu g´scheiteln hättest Du etwas Vernünftiges zum regressiven Charakter der Konsum- und Sozialabgaben einfallen lassen können
Was soll ich mir zu Verbrauchssteuern einfallen lassen? Die USt ist eine indirekte, einkommensunabhängige Steuer. Diese regressiv oder progressiv auszugestalten wird schwierig. Man hat theoretisch Spielraum bei den einzelnen Steuersätzen. Senkt man sie bei Waren und Dienstleistungen, die gemessen am Einkommen von einkommensschwachen Personen überproportional stark konsumiert werden, ab, muss man sch überlegen, ob man dies aufwandsneutral oder über eine expansive Fiskalpolitik finanzieren möchte. Letzteres schließen in der derzeitigen Situation die Maastrichtkriterien aus. Hebt man sie an oder führt eine Art Luxussteuer ein, hat das gerade im jetzigen wirtschaftlichen Umfeld rezessive Folgen. Also nicht sehr sinnvoll.
Sozialabgaben sind eine Versicherungsleistung. Man kann natürlich darüber nachdenken, die anders auszugestalten. Wird wenig bringen, da in einem Umlagesystem (und im konkreten Fall ganz besonders auf das Pensionssystem bezogen) sämtliche Sozialabgaben und Rentenleistungen einer Volkswirtschaft immer aus dem laufenden Volkseinkommen der jeweiligen Periode erwirtschaftet werden müssen. (auch Mackenroth Theorem genannt).
Bedingt gilt das übrigens auch für eine kapitalgedeckte Altersvorsorge. Nur bedingt deswegen, weil man in einer offenen Volkswirtschaft darauf spekulieren kann, dass man mit angespartem Geldvermögen Güter und Dienstleistungen aus dem Ausland beziehen kann. Für die Welt in ihrer Gesamtheit gilt natürlich genauso die Mackenroth - Theorem.
Das Argument mit der höheren Sparquote bei kapitalgedeckten Altersversorge, die gerne von angebotsorientierten Ökonomen ins Feld geführt wird, ist allerdings Unfug, weil es eine kausale Richtung bei der Identität Investition=Ersparnis voraussetzt, die es nicht gibt.
Aber das alles geht weit am Thema des Threads vorbei.