Der Vergleich mit einem Dildo ist so ziemlich das abwegigste Scheinargument das es dazu geben kann. Weil es klarstellt das die Person hinter der Aussage Menschen auf eine Art von Sexspielzeug reduziert und damit wahrscheinlich auch seine Frau nur als Objekt ausnutzt.
Und ob solche emotional unterentwickelten Männer auf ihrem Pornotrip eine Normalität für sich beanspruchen wollen spielt hoffentlich in der Gesellschaft keine Rolle.
Neue gesellschaftliche Akzeptanz gibt es für Themen die aus unerfindlichen Gründen ein Tabu waren weil es zum Beispiel die Religion untersagte. Bei diesen Cuckold Fantasien sind wir hingegen in der Realität damit konfrontiert das Männer ihre Frauen manipulieren und missbrauchen.
Die Höhepunkte dieses dubiosen Trends kann man inzwischen ziemlich oft in den Medien sehen.
Dein Vergleich hinkt ziemlich stark.
Genauso könnte man sagen, dass Leute, die Ego-Shooter spielen, später zu Killern werden. Oder dass jeder, der BDSM-Fantasien hat, seine Partnerin misshandelt. Das ist schlicht zu pauschal und entspricht nicht der Realität.
Natürlich gibt es Männer, die versuchen, ihre Frau unter Druck zu setzen oder zu manipulieren. Die gibt es in jeder sexuellen Nische – und auch in ganz normalen Beziehungen. Das macht aber nicht jeden, der sich für Cuckolding interessiert, zum Soziopathen oder Missbraucher.
Für viele (mich eingeschlossen) geht es um etwas ganz anderes:
Einvernehmlichkeit, gemeinsame Lust, das Gefühl, eine begehrte Frau zu haben und stolz darauf zu sein, und den Reiz, gemeinsam eine Grenze zu überschreiten – aber nur, wenn wirklich alle Beteiligten das wollen und Spaß daran haben. Ohne Druck, ohne Alkohol als Zwangsmittel, ohne Nötigung.
Der Unterschied zu dem, was du beschreibst, ist enorm:
Wenn einer der Beteiligten nicht wirklich will, ist es kein Cuckolding und kein Hotwifing – dann ist es einfach Scheiße und manipulativ. Punkt.
Dass die Pornoindustrie solche Themen vermarktet, ist klar. Das macht die Fantasie an sich aber genauso wenig kaputt, wie die Existenz von Mainstream-Pornos die normale Sexualität kaputt macht.
Und zum Dildo-Vergleich: Es ging nie darum, Menschen auf Sexspielzeug zu reduzieren. Es ging darum, dass bestimmte Praktiken und Begriffe unterschiedlich stark im allgemeinen Bewusstsein angekommen sind. Mehr nicht.
Am Ende zählt nur eines:
Alles, was zwischen erwachsenen, einvernehmlichen Menschen stattfindet und niemandem schadet, sollte nicht pauschal pathologisiert werden. Genau wie Swingen, offene Beziehungen oder andere Formen von Konsensualität.