Bewältigung von Mißbrauch

jede Frau hat mMn das Recht sich frei von Ängsten und Zwängen zu bewegen und zwar zu jeder Zeit und an jedem Ort!


Ah geh, das ist aber wirklich eine reaktionäre Sicht der Dinge
Das ist für viele Frauen in Österreich nicht selbstverständlich.
Denn darunter fällt auch, dass ich zB zu Fuß vim Lokalbesuch nach Hause gehen mag wie jeder Mann eben auch.
Machen verdammt viele Frauen aus Angst nicht. Daher finde ich den Satz von regera schon angebracht und nicht im geringsten überzogen
 
Etwas berechnend in der Tat. Sie schaut durchaus gut aus und nutzte das auch bisschen aus, dass sie Freunde anhaute sie iwohin zu fahren usw.
:unsure: wieso tut man sich solche Freundschaften an?
Nächstenliebe?
oder weil man mit einer Peinlichkeit im Gepäck beim Fortgehen auffällt?
Da gibt es viel an Motivforschung zu betreiben.
 
Könntest du das bitte ausführen?

Ich hab vor Jahren eine Freundin zur Polizei begleitet, die beim gemeinsamen fortgehen auf dem Weg zum Klo in ein Kammerl gezogen wurde. Täter-Opfer-Umkehr trifft nicht annähernd, was da passiert ist - es ging die ganze Zeit hauptsächlich darum, was sie getan hat, um ihn herauszufordern bzw. ihn zu seiner Tat zu verleiten. Und ob sie nicht vielleicht doch mitgemacht hat und Gefallen dran gefunden hat und und und. :krank:
 
Ich hab vor Jahren eine Freundin zur Polizei begleitet, die beim gemeinsamen fortgehen auf dem Weg zum Klo in ein Kammerl gezogen wurde. Täter-Opfer-Umkehr trifft nicht annähernd, was da passiert ist - es ging die ganze Zeit hauptsächlich darum, was sie getan hat, um ihn herauszufordern bzw. ihn zu seiner Tat zu verleiten. Und ob sie nicht vielleicht doch mitgemacht hat und Gefallen dran gefunden hat und und und. :krank:
Sehr, sehr übel. Die Anzeigequote ist eh schon so niedrig.
 
Ich habe mich bewußt bisher aus diesem Thread weitgehend rausgehalten, ich weiß nur indirekt was betroffene Personen da mitmachen.
Meine Ex Frau wurde mit 15 Jahren das Opfer einer Vergewaltigung, eine lange schlimme Zeit folgte und die Narben auf der Seele und Ängste sowie Unsicherheiten sind ihr bis heute geblieben.
Mich packt daher die Wut wenn ich so manches Statement lese in dem das verharmlost wird oder eben eine Täter/ Opfer umkehr stattfindet.
Traurige Gewissheit ist nun einmal das es Menschen gibt den es an nötigem Respekt fehlt und die zudem ihre Sexualität nicht unter Kontrolle haben.
Ich gehe nicht soweit und räume den Opfern eine Mitschuld ein, leicht ist es in Partylaune passier das ein paar Reize evt. zuviel ausgestrahlt werden, okay, es ist ein gewisser Leichtsinn oder auch Fahrlässigkeit dabei, gibt aber eben niemanden das Recht übergriffig zu werden.
Als dumm bewerte ich es aber eben trotzdem.
Das Argument in einer Gruppe passiert eh nicht zieht nicht, Hilfe von außen wird immer unwahrscheinlicher, alle haben zwar eine Wirbelsäule, die wenigsten aber Rückgrat, oftmals kommen die Täter ja auch noch aus dem eigenen Umfeld.
 
Sehr, sehr übel. Die Anzeigequote ist eh schon so niedrig.

So ein Gehabe ist scheinbar generell üblich, als mir vor ein paar Jahren meine Geldbörse mit 800 Euro drin gestohlen wurde, hat sich die Polizei auch hauptsächlich damit beschäftigt, warum ich mit so viel Geld unterwegs war und mir Vorträge gehalten. Bei sexueller Gewalt ist so ein Verhalten aber natürlich um ein vielfaches schlimmer als bei Diebstahl. Empathie kann man leider nicht lernen...
 
Empathie kann man leider nicht lernen...
wobei die polizei ihre fragen nicht aus solidarischen gründen stellt, sondern eben um "alle details" einzusammeln. auch die, die man möglicherweise nicht preisgeben wollte ...
was nicht bedeutet, dass die methoden bzw die kommunikation ned besserungswürdig wäre ... der ton passt schon mal nicht, wie ich find ;)
 
meistens, nicht nur oftmals ... das ist es ja, was die diskussion "reize senden/nicht senden" so absurd macht ...

...laut einer Studie aus 2009 ist die Zahl der Fremdtäter 41 %, was immerhin beträchtlich ist.

,,Bezüglich des Profils der Verdächtigen zeigt sich, dass die Gruppe der Fremdtäter am größten war (41 Prozent), gefolgt von der Gruppe der Bekannten (17 Prozent), Partner/Ex-Partner (16 Prozent) und Kurzbekanntschaften (14 Prozent). Somit ist der Anteil der Fremdtäter viel höher, als dies Prävalenzstudien nahelegen.,,
 
...laut einer Studie aus 2009 ist die Zahl der Fremdtäter 41 %, was immerhin beträchtlich ist.
aus der selben studie :

"Die Autorinnen schließen daraus, dass noch weitere Anstrengungen dringend nötig sind, um die Erstattung einer Anzeige wegen Vergewaltigung durch den Partner oder Ex-Partner zu erleichtern."

somit wäre auch geklärt, wieso das 100 fallsample (hust, bissl klein?) soviele fremdtäter inkludiert ;) (bitte allein 10 der 100 fälle im sample sind aus dem prostitutionsbereich ... dass die als fremder gezählt werden, liegt wohl auf der hand ;) ).
 
...
aus der selben studie :

"Die Autorinnen schließen daraus, dass noch weitere Anstrengungen dringend nötig sind, um die Erstattung einer Anzeige wegen Vergewaltigung durch den Partner oder Ex-Partner zu erleichtern."

...Stimmt. Was aber nicht bedeutet, dass eine Anzeige gegen den Partner nicht möglich ist, sondern dass Ermittlungen, trotz der schwierigen Beweislage, verstärkt vorangetrieben werden sollten. Da gehört aber eine allgemeine gesellschaftliche Enttabuisierung dazu.

(bitte allein 10 der 100 fälle im sample sind aus dem prostitutionsbereich ... dass die als fremder gezählt werden, liegt wohl auf der hand ;) ).

...hmmm, weil Prostituirte die Opfer sind, sind sie für die Statistik irrelevant?
 
nein, aber keine 10 % der Missbrauchsopfer sind Prostituierte, das ist der Haken :)

...ok, wenn diese Fälle in der Gesamtheit weniger sind, dann würde auch der Anteil der Fremdtäter sinken. Ich finde jedoch keine Zahlen diesbezüglich, die diese Relation veranschaulichen können?

Was jedoch zu finden ist, ist dass 70% der Prostituirten während ihrer Tätigkeit vergewaltigt worden sind. Die wenigsten Vorfälle davon sind angezeigt worden. Somit wäre auch ein viel höherer Anteil von unbekannten Tätern zu erwarten.
 
Kurze Zwischenfrage - was hat deskriptive Statistik mit der Bewältigung von Missbrauch, Nötigung und Vergewaltigung zu tun?
;)

Man kann mir helfen - haben weibliche Opfer seit geraumer Zeit nicht das Recht, nur durch weibliche Beamte befragt zu werden?
:unsure: . .. nicht, dass dies automatisch etwas besser machen würde, aber....

Ja, ich kann @Mitglied #200286 bestätigen: der Umgang mit Folgen von Nötigung und Vergewaltigung, auch wenn es bereits Jahre zurückliegt, in Beziehungen kann zur Tortur werden. "Kollateral-Verwundungen" fiele mir da spontan ein (obwohl es dieses Wort so nicht geben dürfte).

Andererseits - ist der Vorwurf sexualisierter Gewalt auch sehr schwerwiegend. Da führt an genauer Aufklärung und Nachweis kein Weg vorbei. Auf Verdacht verurteilen ist auch kein Weg.
 
Wie mit dem Täter verfahren werden sollte ist eine Seite.
Wie das Opfer damit umgeht, wie es weiter geht, ist die zweite Seite.

Diese beiden Seiten zu mischen macht die Tag kaum diskutierbar.

Wie das Opfer Missbrauch bewältigen soll, kann etc., das hier das Thema ist, wird hier durch Täter, Gesetzes- und Strafdiskussion schon mit Füßen getreten.
Wieder kommt der Täter in den Fokus des Interesses.

Was man bei so einem Ereignis als Frau erlebt, ist eine irre Sprachlosigkeit, eine unglaubliche Hilflosigkeit.
Ich wehre mich gegen das Wort Missbrauch, würde es doch bedeuten dass es für meinen Körper auch einen richtigen Gebrauch gäbe.
Gebrauchen kann man Objekte, Gegenstände etc.
Mich stößt das Wort "Missbrauch" schon elendlich sauer auf.

Man kann natürlich die Geschehnisse drehen, 100 mal erzählen, schreiben, sich mitteilen und man läuft schon wieder Gefahr:
Da ist die Gefahr immer auf alten Sachen rum zu reiten, das Vorurteil dass man ja jetzt einen Schaden haben muss, tja und die Suche nach der Rechtfertigung des Täters (denn ein bissi muss doch die Frau Schuld sein - das hat Jahrhunderte so gut funktioniert)

Womit man fertig werden muss, weil man direkt auf brutalste Weise darauf hingestoßen wurde:
Die Grenzen, die wir Menschen haben. Wie filigran und hilflos wir von einer Sekunde zur anderen sein können.

In solchen Momenten erfährt man eine der brutalsten Lebensweisheiten in wenigen Minuten.

Man kann es als traumatischen Schicksalsschlag sehen, oder auch als einen Arschtritt erkennen, wo die Grenzen des Menschseins sind, wie filigran Menschen sind und wie sehr es notwendig ist für den Schutz Schwächerer zu stehen. Tja und dazu ist es notwendig selbst stark zu stehen um die Stirn bieten zu können.

Die Erfahrung wie hilflos man sein kann, kann durchaus zu unglaublicher Stärke und einer Empfindsamkeit gegenüber anderen führen, die wundervoll ist.

Geht man einen Schritt weg vom Täter und einen Schritt zu den Möglichkeiten des Opfers einen Schlag für das eigene Leben zu verkehren, ist das z.B. ein Ansatz.

....und nein, mein Nähkästchen ist schon lange geschlossen, verstaubt und wenn es mir unterkommt liegt es beim restlichen Plunder des Lebens, der es nicht wert ist noch mal betrachtet zu werden. ;)
 
Man kann mir helfen - haben weibliche Opfer seit geraumer Zeit nicht das Recht, nur durch weibliche Beamte befragt zu werden?
:unsure: . .. nicht, dass dies automatisch etwas besser machen würde, aber....
ja, das recht haben sie. frauen stellen aber exakt die gleichen unangenehmen fragen, da dürfte es vorgaben geben
die männer haben in bei mir mehr feingefühl gezeigt, erklärt das und warum sie fragen müssen...
sicher ein zufall oder sie wurden dafür sensibilisiert(y)
 
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