Wie mit dem Täter verfahren werden sollte ist eine Seite.
Wie das Opfer damit umgeht, wie es weiter geht, ist die zweite Seite.
Diese beiden Seiten zu mischen macht die Tag kaum diskutierbar.
Wie das Opfer Missbrauch bewältigen soll, kann etc., das hier das Thema ist, wird hier durch Täter, Gesetzes- und Strafdiskussion schon mit Füßen getreten.
Wieder kommt der Täter in den Fokus des Interesses.
Was man bei so einem Ereignis als Frau erlebt, ist eine irre Sprachlosigkeit, eine unglaubliche Hilflosigkeit.
Ich wehre mich gegen das Wort Missbrauch, würde es doch bedeuten dass es für meinen Körper auch einen richtigen Gebrauch gäbe.
Gebrauchen kann man Objekte, Gegenstände etc.
Mich stößt das Wort "Missbrauch" schon elendlich sauer auf.
Man kann natürlich die Geschehnisse drehen, 100 mal erzählen, schreiben, sich mitteilen und man läuft schon wieder Gefahr:
Da ist die Gefahr immer auf alten Sachen rum zu reiten, das Vorurteil dass man ja jetzt einen Schaden haben muss, tja und die Suche nach der Rechtfertigung des Täters (denn ein bissi muss doch die Frau Schuld sein - das hat Jahrhunderte so gut funktioniert)
Womit man fertig werden muss, weil man direkt auf brutalste Weise darauf hingestoßen wurde:
Die Grenzen, die wir Menschen haben. Wie filigran und hilflos wir von einer Sekunde zur anderen sein können.
In solchen Momenten erfährt man eine der brutalsten Lebensweisheiten in wenigen Minuten.
Man kann es als traumatischen Schicksalsschlag sehen, oder auch als einen Arschtritt erkennen, wo die Grenzen des Menschseins sind, wie filigran Menschen sind und wie sehr es notwendig ist für den Schutz Schwächerer zu stehen. Tja und dazu ist es notwendig selbst stark zu stehen um die Stirn bieten zu können.
Die Erfahrung wie hilflos man sein kann, kann durchaus zu unglaublicher Stärke und einer Empfindsamkeit gegenüber anderen führen, die wundervoll ist.
Geht man einen Schritt weg vom Täter und einen Schritt zu den Möglichkeiten des Opfers einen Schlag für das eigene Leben zu verkehren, ist das z.B. ein Ansatz.
....und nein, mein Nähkästchen ist schon lange geschlossen, verstaubt und wenn es mir unterkommt liegt es beim restlichen Plunder des Lebens, der es nicht wert ist noch mal betrachtet zu werden.
