Begehrt und Wahrgenommen werden...

Mitglied #586848

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... das Grundgerüst jeder Paarbeziehung?

Aufgrund der zahlreichen Fremdgeh-Threads, wie sie @Mitglied #247512, so schön genannt hat,
möchte ich hier mal grundsätzlich die Frage in den Raum werfen, ob das Gefühl vom
Partner begehrt und wirklich wahrgenommen zu werden, das eigentliche Fundament
jeder stabilen Beziehung darstellt.

In so ziemlich allen Diskussionen über fehlenden Sex oder Fremdgehen scheint oft der sexuelle
Aspekt im Vordergrund zu stehen, obwohl es eigentlich um tiefere Bedürfnisse nach
emotionaler Anerkennung und viel mehr geht, welches oftmals auch für den TE nicht klar erkennbar ist.

Dabei frage ich mich, ob diese unterschiedlichen Bewertungen – also dass Männern
oft unterstellt wird, sie wollen „nur Sex“, während Frauen eher als emotional vernachlässigt
betrachtet werden – nicht auch etwas mit unserem historisch geprägten patriarchalen Strukturen
zu tun haben. Vielleicht ist es genau dieses alte Rollenbild, das noch nachwirkt und dafür sorgt,
dass wir männliche und weibliche Bedürfnisse unterschiedlich deuten, anstatt zu erkennen, dass
es letztlich um dasselbe Grundgerüst geht: nämlich um gegenseitige Wahrnehmung und Begehren.

Ich bin gespannt, wie ihr das seht und ob ihr meint, dass diese alte Prägung
unsere Wahrnehmung immer noch beeinflusst.
 
Ich sag's mal so:
meiner Meinung nach ist der ausbleibende Sex und die fehlende Leidenschaft nur noch ein letztes Glied in einer Kette von Dingen in einer Beziehung, die nicht mehr funktionieren.
Erst bleibt die Kommunikation aus (oder wird ungut), dann kommt die Nachlässigkeit ..... und irgendwann ist der Sex auch weg.

Zu der Eingangsfrage:
Klar, gegenseitig sich attraktiv finden und auch so halten ist einer der Säulen einer guten Beziehung, aber sicher nicht die einzige.
Weiters wären da unter anderem Vertrauen, Kommunikation etc.
 
Ja ja und nochmal ja😁

Ich weiß nur nie, ob das mit den patriachalen Strukturen menschengemacht oder naturgemacht ist.


Aber dass das grundlegende Bedürfnis ist....so wie man ist gesehen, wertgeschätzt und im besten Fall noch begehrt zu werden.... bin ich mir sehr sicher.

Bleibt allerdings die Frage, ob ein anderer das jemals vollständig leisten kann.
Oder ob man am Ende dann bei der Selbstakzeptanz landet (landen sollte).
 
Wenn ich mich nicht wertgeschätzt fühle und das Gefühl hab, dass ich mich zu Hause alleine um den ganzen Mist kümmern muss, weils nicht mal möglich ist den Müll mit runter zu nehmen wenn ich nix sag, dann vergeht auch die Lust auf Zärtlichkeit und Nähe - und damit auch auf den Sex.
LG Tina
 
...möchte ich hier mal grundsätzlich die Frage in den Raum werfen, ob das Gefühl vom
Partner begehrt und wirklich wahrgenommen zu werden, das eigentliche Fundament
jeder stabilen Beziehung darstellt.
Nicht das eigentliche Fundament, da gehört schon einiges mehr dazu, aber definitiv ist es ein wichtiger Baustein einer stabilen Beziehung.
Bleibt allerdings die Frage, ob ein anderer das jemals vollständig leisten kann.
Ja.
 
Da dieses Thema viel zu komplex ist, um kein Buch darüber zu schreiben und auch wenn es den Kern der Sache nicht ganz trifft - was ich zum Thema nur sagen möchte ist:

Mir tun einfach nur die Kinder Leid, welche in solchen Beziehungen aufwachsen müssen. Sie sind die Menschen, welche die Partnerschaften nach den Unseren eingehen werden und teilweise vorgelebte Muster übernehmen.

Sie glauben uns, wenn wir ihnen Krampus, Nikolaus, Weihnachten, Ostern etc. vorgaukeln.
Sie sind die, die das dann auch ihren Kindern vorgaukeln.
Sie glauben aber auch an die Werte, welche wir ihnen vermitteln.

Sie sind die Erwachsenen von Morgen.
 
ob das Gefühl vom
Partner begehrt und wirklich wahrgenommen zu werden
Umgekehrt passt der Schuh besser.
Wenn ich wen nicht wahrnehme kann ich diese Person auch nicht begehren.

Ich glaube aus der Wahrnehmung entsteht der wichtige Respekt die man in einer stabilen guten Partnerschaft braucht.
Somit ist man begierig noch mehr Zeit mit diesem Menschen zu verbringen.

Eine Firma, in der sich die Partner (auch Angestellte sind Partner) nicht wirklich respektieren und sich aus dem Weg gehen, hat wenig Zukunftschancen.
 
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