Dienstleistungen Diverses Backgrounddiskussionen über das Gewerbe

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Sofern eine gehaltvolle, intellektuelle Diskussion über das Thema stattfindet, kann diese de facto immer nur von einer feministischen Grundmotivation und einem solchen Denkmodell ausgehen. Ich stell das als Tatsache, nicht als Desideratum fest. Das gilt sowohl für die Gegnerinnen als auch die - öffentlichen - Verteidigerinnen der Prostitution. Erstere Strömung ist klar in den ergangenen Jahrzehnten auf der Siegerspur - vgl Siegeszug des 'nordischen Modells', Alice Schwarzer & Co ... Das Schema - alle Sexworkerinnen sind Opfer, alle Männer sind Täter - funktioniert einfach sehr gut in der westlichen Öffentlichkeit. Abgesehen von der historischen Tatsache des Patriachats - Frauen waren und sind (teils immer noch) tatsächlich gesellschaftlich benachteiligt, und Sex spielt dabei sehr wohl immer wieder die Rolle einese Herrschaftsinstruments - geht das auch darauf zurück, dass männliche Pro-Stimmen aufgrudn des moralischen Minenfelds, das Prostituion ja ebenso für die Kunden immer schon war, so gut wie nie öffentlich in Erscheinung treten, da dies unverzüglich zu ihrer Brandmarkung und demütigenden Ausgrenzung als Individuen führen würde. Die mee too Welle illustriert das. Auch die minoritären Vertedigerinnen des rechts den Beruf der Hure auszuüben und, als folgerichtige Konsequenz, das ihr anhaftenden Stigma abzubauen, sind feministisch orientiert. Auch hier geht es um Frauenrechte, hier das Recht auf selbstbestimmte Sexualität - eine konsequente Haltung angesichts der Allgegenwart des instrumentellen Einsatzes weiblichen sex appeals, in institutionellen Karrieren, in der Werbe- und Unterhaltungsindustrie, medien etc warum also nicht für Geld ficken? ... Eine politische Frauendiskussion also ... Fazit: dem hier und da nachdenkenden Puffgeher bleibt nichts als das zu tun, was die praktische Vernunft dem armen Mann seit jeher gebietet: zu genießen und zu schweigen
 
Wenn man die Debatte verfolgt, könnte man auch annehmen, dass ungefragt veröffentlichte "Erlebnisberichte" zu den Dienstleistungen und dem optischen Erscheinungsbild einer SW möglicherweise gegen Datenschutzrechte verstößt. Auch wenn natürlich nie Klarnamen genannt werden wird die betreffende Person doch eindeutig über ihren Künstlernamen identifiziert. Wäre vielleicht etwas für den Datenschützer #1 Max Schrems sich darüber mal Gedanken zu machen.;)
Welche Datenschutzrechte sollten hier zur Anwendung kommen?
Bewertungen von Dienstleister*innen haben (ganz unabhängig von Klarnamen) nichts mit der Datenschutzgrundverordnung zu tun.
Wenn du eine Google-Bewertung zu einem Handwerker, einer Friseurin oder einem Autohaus oder eine Bewertung bei Kununu über deinen letzten Arbeitgeber abgibst, ist das ebenso kein Problem.
Andere Themen sind Verleumdung, übliche Nachrede, Rufschädigung, Beleidigungen, Drohung und so weiter. Aber das halt alles nix mit Datenschutz zu tun.
 
Ich bin gänzlich zufällig drüber gestolpert. Rein zur Info:
 
@Mitglied #475094 : Danke! Allerdings keine neue Erkenntnis... Allerdings auch hier die Naivität des Autors: Nachdem "Menschenhandel" vergleichsweise milde bestraft wird, ist das Risiko zu Ertragsverhältnis ausgesprochen gut und für manche daher attraktiv.
 
@Mitglied #475094 : Danke! Allerdings keine neue Erkenntnis... Allerdings auch hier die Naivität des Autors: Nachdem "Menschenhandel" vergleichsweise milde bestraft wird, ist das Risiko zu Ertragsverhältnis ausgesprochen gut und für manche daher attraktiv.
.... Die „Anwerbemethoden“ sind vielfältig, aber der Anteil gewaltsamer Entführungen scheint nach Expertenmeinung dabei eher gering zu sein....

ohne das bzw. die "Anwerbemethoden" verharmlosen zu wollen, scheint mir der artikel doch recht reißerisch bzw. klischeebehaftet zu sein (auch wenn ein wissenschaftlicher anstrich versucht wird.
 
.... Die „Anwerbemethoden“ sind vielfältig, aber der Anteil gewaltsamer Entführungen scheint nach Expertenmeinung dabei eher gering zu sein....

ohne das bzw. die "Anwerbemethoden" verharmlosen zu wollen, scheint mir der artikel doch recht reißerisch bzw. klischeebehaftet zu sein (auch wenn ein wissenschaftlicher anstrich versucht wird.
Ganz unten auf der Seite steht die Frage "Was ist das owep?". Die Antwort erklärt einiges....

Edit: 1x Antwort durch Frage ersetzt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum haben so viele Frauen (zumindest auf Booksusi.com) Tätowierungen? Ist das eine Mode? Ist das ein Kennzeichen wie bei manchen Gangs?
 
Weil's jetzt mit der Pride Parade in Wien grad tagesaktuell ist und ich den Gedanken eigentlich naheliegend finde, eine kleine Anregung. Ich denke für viele Professionelle ist ihre soziale Exklusion das Sschlimmste an dem ganzen (nicht der ja ganz gut abwerfende Job an sich) Letzteres mag auch ein Grund für ihren Dauerstatus als politisch weitgehend stumme Gruppe sein, über die dann von anderen (zB nordischen VerbotsapostelInnen) gewissermaßen drüberregiert wird. ... so weit so bekannt. Die ja auch hier immer wieder thematisierte Dauerfrage: wie läßt sich dieser Spirale an paternalistscher Missachtung entkommen?

Womit ich bei der Pride wäre. Ausgangspunkt dieser mittlerweile alle erdenklichen sexuellen Spielarten einschließenden Bewegung (exklusive Pädos klarerweise - die bleiben als verfolgenswerte Bösewichte gewissermaßen auf der Strecke) waren die Schwulen, die in den 70ern 80ern, dann schaumgebremst durch AIDS, hartnäckig Toleranz eingefordert und sie in Gesellschaften wie der unseren - zum Glück - auch erhalten haben. die Bewegung hat sich dabei verbreitert, stets nach dem gleichen Prinzip. Schadet dein sexuelles Begehren niemandem, darfst du es ausleben. Schlecht und zu bekämpfen ist, wer dir dies verwehrt. So wuchs die Liste auf das mittlerweile kaum zu merkende etwas beckmesserische Akronym: LGBTQIA+ Lesbian, Gay, Bi-, Trans, Queer, Inter (was immer das sein mag), und Asexuell (danke! werd ich auch bald, hoffentlich) und das Plus deutet das noch vorhandene Universum an durchwegs legitimen Formen der Lust und Perversion an - alles proud, alles okay... soweit, so stolz, aber ich frag mich jetzt: warum eigentlich nicht die SexworkerInnen ... die ja am meisten unter sozialem Stigma stöhnen und daher nur sehr spradisch und verschämt in der Öffentlichkeit für ihre Sache eintreten... wäre eine Erweiterung der Liste - und damit des stolzen Auftretens am jährlichen Korso der Liebe, Lust und Vielfalt - nicht folgerichtig? Dan hieße es also LGBTQIAC+ C für commercial, oder gar LGBTQIACC+ das zweite C für die ja noch viel diskriminierten Clients - Kunden, die dann auch auf der Pride mitmarschieren würden, wie auch immer gewandet ... na gut , war nur so ein gedanke, weil nahe liegend. Danke für die Aufmerksamkeit, Cheers
 
@Mitglied #664357 : Ja, soziale Exklusion von Prostituierten ist ein wichtiges Thema. Wie ich in diesem Post schreibe (Dienstleistungen Diverses - Backgrounddiskussionen über das Gewerbe) war in der Vergangenheit der gesellschaftliche Aufstieg durchaus möglich. Manche Haremsdamen, Nebenfrauen, Mätressen, etc. konnten durchaus zu Wohlstand und Einfluß gelangen.
Es ist wesentlich wem man sich wie andient (vgl. Straßenstrich und Nobelescort oder eine "Trophy wife" oder eine Sugar Daddy Beziehung) und guter Umgang mit Geld gehört dazu.
 
Weil's jetzt mit der Pride Parade in Wien grad tagesaktuell ist und ich den Gedanken eigentlich naheliegend finde, eine kleine Anregung. Ich denke für viele Professionelle ist ihre soziale Exklusion das Sschlimmste an dem ganzen (nicht der ja ganz gut abwerfende Job an sich) Letzteres mag auch ein Grund für ihren Dauerstatus als politisch weitgehend stumme Gruppe sein, über die dann von anderen (zB nordischen VerbotsapostelInnen) gewissermaßen drüberregiert wird. ... so weit so bekannt. Die ja auch hier immer wieder thematisierte Dauerfrage: wie läßt sich dieser Spirale an paternalistscher Missachtung entkommen?

Womit ich bei der Pride wäre. Ausgangspunkt dieser mittlerweile alle erdenklichen sexuellen Spielarten einschließenden Bewegung (exklusive Pädos klarerweise - die bleiben als verfolgenswerte Bösewichte gewissermaßen auf der Strecke) waren die Schwulen, die in den 70ern 80ern, dann schaumgebremst durch AIDS, hartnäckig Toleranz eingefordert und sie in Gesellschaften wie der unseren - zum Glück - auch erhalten haben. die Bewegung hat sich dabei verbreitert, stets nach dem gleichen Prinzip. Schadet dein sexuelles Begehren niemandem, darfst du es ausleben. Schlecht und zu bekämpfen ist, wer dir dies verwehrt. So wuchs die Liste auf das mittlerweile kaum zu merkende etwas beckmesserische Akronym: LGBTQIA+ Lesbian, Gay, Bi-, Trans, Queer, Inter (was immer das sein mag), und Asexuell (danke! werd ich auch bald, hoffentlich) und das Plus deutet das noch vorhandene Universum an durchwegs legitimen Formen der Lust und Perversion an - alles proud, alles okay... soweit, so stolz, aber ich frag mich jetzt: warum eigentlich nicht die SexworkerInnen ... die ja am meisten unter sozialem Stigma stöhnen und daher nur sehr spradisch und verschämt in der Öffentlichkeit für ihre Sache eintreten... wäre eine Erweiterung der Liste - und damit des stolzen Auftretens am jährlichen Korso der Liebe, Lust und Vielfalt - nicht folgerichtig? Dan hieße es also LGBTQIAC+ C für commercial, oder gar LGBTQIACC+ das zweite C für die ja noch viel diskriminierten Clients - Kunden, die dann auch auf der Pride mitmarschieren würden, wie auch immer gewandet ... na gut , war nur so ein gedanke, weil nahe liegend. Danke für die Aufmerksamkeit, Cheers
Interessanter Ansatz, durchaus begrüßenswert.
Vermutung: Weil die überwiegende Mehrheit der P6-Kontakte heterosexuell ist und ein H wie hetero oder von mir aus S wie straight auch nicht in der Buchstabenwurst ist, könnte das Anliegen in der LGB.....-Szene auf wenig Gegenliebe treffen.
 
Sexarbeit zur Pride-Bewegung dazuzuzählen kann verwirrend sein, weil es um einen Job geht und nicht um eine persönliche Identität oder Neigung.
 
Sexarbeit zur Pride-Bewegung dazuzuzählen kann verwirrend sein, weil es um einen Job geht und nicht um eine persönliche Identität oder Neigung.
aber normalerweise sucht man sich ja einen Job, den man mag, also passt das schon.
Ich werd mir doch keine Arbeit suchen, die mich den ganzen Tag nervt.
(Da müsste ich schon stark maso sein) .....................

Andererseits als maso passt man irgendwie auch in die Bewegung ;-)
 
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